Skandinavien 2009 - Kleinert-foto

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Skandinavien 2009

Reiseberichte

Skandinavien vom 12.06. bis zum 05.07.09

Einleitung
In den letzten Jahren sind wir sehr oft und sehr gerne ins südliche Afrika gereist und obwohl wir richtig Afrika infiziert wurden, haben wir uns für dieses Jahr mal die Natur im Norden als Ziel gesetzt. Wir waren beide noch nicht in Skandinavien (bis auf Dänemark) und freuen uns somit auf viele neue Erlebnisse. Zum einen hatten wir einfach keine Lust mehr auf den langen Flug nach Südafrika mit all dem verbundenen Stress, wie z.B. kommt das Gepäck mit, klappt es mit dem Mietwagen und nicht zuletzt die oft lange Anreise mit dem Mietwagen. Wir hatten einiges über Skandinavien gelesen und gehört und so stellten wir im Winter eine Rundreise durch Finnland, Schweden und Norwegen zusammen, mit einigen Höhepunkten die uns interessierten. Dass wir auch dieses mal lange unterwegs sein werden, wurde uns schnell bewusst, aber mit dem eigenen Auto ist es etwas anderes und wir wollten erst einmal einen Überblick darüber gewinnen, was uns in Skandinavien am meisten gefällt.

1. Tag Fr. 12. Juni
Deutschland: Fahrt nach Travemünde
Dass heute ein stressiger Tag wird, das war uns schon im Vorwege bewusst, da wir beide noch arbeiten müssen. Ich komme um 15:00 von der Arbeit nach Hause, Silke erst eine Stunde später. Zum Glück kommen meine Eltern vorbei und helfen uns beim Packen, denn beide Boxen müssen noch auf dem Dach montiert werden. Der heftige Wind macht die Sache nicht unbedingt einfacher. Wir merken auch ziemlich schnell, dass wir entweder zu viel mitnehmen, oder der Landy schlicht und einfach zu klein ist! Um 19:30 schaffen wir es nach einer kleinen Mahlzeit endlich loszufahren. Nach 1h und 45min erreichen wir den Fähranleger in Travemünde. Eine kleine Schlange ist bereits am Schalter und es geht stockend voran (was machen die bloß wenn Ferien sind?). Danach reihen wir uns in die Warteschlangen vor dem Schiff ein und stellen uns hinter die Wohnmobile. Wir erfahren, dass das Schiff mit einer Stunde Verspätung wegen des Windes hier eingetroffen ist und somit noch etwas Zeit benötigt, bis mit dem Verladen des Schiffes angefangen werden kann. So warten wir bei heftigem Wind bis es endlich losgeht. In den Warteschlangen sind auch viele Motorräder aus Finnland. Weiterhin fällt uns auf, dass sich viele (finnische) Mitreisende im Shop am Terminal mit reichlich Alkohol eindecken. Sie schleppen Palettenweise Bier aus dem Laden. Endlich geht es los und die ersten Fahrzeuge dürfen aufs Schiff, die Reihe der Wohnmobile kommt allerdings als letztes dran und somit fahren wir erst gegen 1:00 auf das Schiff. Wir werden auf einen Platz gewiesen und nehmen unser Gepäck für die fast 2 Tage an Bord aus dem Auto, denn das Parkdeck ist während der Überfahrt nicht erreichbar. Wir finden unsere Innenkabine und nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Öffner der Tür, krabbeln wir um 2:00 in die Kojen unserer kleinen heißen Innenkabine und finden schnell Schlaf!

2. Tag Sa. 13. Juni
Deutschland: Fähre Travemünde - Helsinki
Um 9:00 holt uns der Wecker aus dem Schlaf. Sehr erholsam war die Nacht allerdings nicht. Wir sind wohl erst gegen 3:40 von Travemünde gestartet und ab und zu hat das Schiff ein wenig geschaukelt. Auch die Betten finden wir nicht richtig berauschend. Als wir uns aus den Betten erhoben haben und etwas bei Bewusstsein sind, fällt mir ein, dass an Bord ja die finnische Zeit herrscht und somit ist es bereits eine Stunde weiter als bei uns. Das wiederum bedeutet, dass es Frühstück nur noch eine ¼ Stunde lang gibt, da es bereits 10:15 ist. Da wir es somit nicht schaffen werden, lassen wir uns jetzt Zeit und erkunden erst einmal die Fähre. Es gibt einen Shop, in dem wir Wasser und Helmut einen Stoffelch (unser neues Maskottchen) kaufen. An der Bar erstehen wir dann unser Frühstück, was aus Sandwichs und Joghurts besteht. Dazu gibt es Kaffee und Tee für insgesamt Euro 13,30. Den Tag verbringen wir damit, dass wir uns an die frische Luft begeben und uns die Reiseführer in einer Sitzecke noch einmal näher bringen. Dabei überlegen wir, ob die Flugreisen, wie in den vergangen Jahren mit 12 Stunden Flugzeit und noch einigen Stunden Wartezeit am Flughafen besser sind oder wie in diesem Jahr die Fährfahrt von über 24h!?!
Am Abend gehen wir zum Essen ins Restaurant, wo es schnell sehr voll wird. Das Buffet ist nicht unbedingt das Beste aber man kann es essen. Dabei stellen wir fest, dass viele finnische LKW-Fahrer wie die Leningrad Cowboys aussehen. Vielleicht nur ein Klischee, aber hier stimmt es. Danach gehen wir noch einmal an Deck um frische Seeluft zu schnappen und anschließend wieder in die Kabine, wo wir versuchen die genaue Route für das GPS vorzubereiten. Um 22:15 kippen wir todmüde ins Bett.

3. Tag So. 14. Juni
Finnland: Ankunft Helsinki / Fahrt Linnansaari NP
Die Nacht war wieder nicht erholsam! Irgendwie kommt in diese Kabinen keine vernünftige Frischluft und so fühlen wir uns um 6:30, als der Wecker klingelt wieder etwas matschig. Schnell machen wir uns fertig und gehen wieder an die Bar, wo es die gleichen pappigen Brötchen von gestern gibt. Langsam sehen wir die Küste näher kommen. Nach dem Zähne putzen, gehen wir aufs Deck und beobachten den Anlegevorgang. Schon spannend wie das Schiff auf dem Weg in den neu angelegten Hafen Vuosaari (Hansaterminaali), zwischen den ganzen kleinen Inseln hindurch fährt. Wir gehen wieder in die Kabine und holen unsere Rücksäcke und begeben uns zum Fahrstuhl. Dort warten auch schon viele andere Fahrgäste, somit nehmen wir die Treppe zum Deck 5, wo der Landy steht. Es ist alles ziemlich eng, denn nach uns sind anscheinend noch einige LKWs auf die Fähre gekommen. Um 8:30 kommt auch endlich Bewegung in die Geschichte und wir können das Schiff verlassen, noch bevor die Pkws das Schiff verlassen (die letzten werden die ersten sein!). Im Hafengebiet halten wir noch einmal an, um das GPS startklar zu machen. Das GPS wird auch gleich mit den Routen gefüttert, da wir die Kabel während der Schifffahrt im Auto vergessen hatten. Leider stellen wir dabei fest, dass das Stromkabel (12V) kaputt ist. Wir machen uns auf die E18 nach Osten Richtung Porvoo und nehmen von dort aus die 6 nach Kouvola, dann die 15 über Valkeala in Richtung Mikkeli, wo wir anschließend eine Pause machen. Leider empfängt uns Finnland nicht mit sonnigem Wetter, es ist immer bewölkt und ab und zu regnet es ein wenig. Die Strecke führt immer wieder durch Wälder und an kleinen und großen Seen vorbei. Wir sehen sehr viele Blitzer (inkl. Hinweisschilder), aber der Landy kommt kaum in den Genuss über 100km/h zu fahren. Die Anzahl der Blitzer gibt uns jedoch zu denken! Weiter geht es über die Straße 5 dann auf die 14 durch Juva und von dort auf die 467. Wir erreichen unser heutiges Ziel Rantasalmi gegen 14:45 und gehen ins Besucherzentrum des Linnansaari Nationalparks. Die beiden Angestellten sind sehr nett und erklären uns einiges. Auch den aktuellen Wetterbericht schauen sie für uns nach. Mit den neuen Informationen fahren wir zum Campingplatz Rantasalmen Lomakylä weiter. Wir sind die einzigen Camper (nur einige wenige Hütten sind besetzt) und überlegen erst ob wir auch eine Hütte nehmen sollen. Doch da uns die ersten Sonnestrahlen an diesem Tag erreichen, beschließen wir doch zu Zelten. Wir bauen allerdings nur das kleine Zelt auf und räumen anschließend den Wagen ein wenig praktischer um - soweit dies möglich ist. Dann gehen wir um 18:00 noch eine kleine Runde durch den Wald und an kleinen Seen vorbei spazieren. Als wir gegen 19:00 das Abendessen machen wollen, wird die Mückenplage langsam schlimmer. Es gibt Tütensuppe mit Würstchen und Dosenbier, wie in Afrika. Als die Sonne um 22:00 langsam verschwindet, ist es mit den Mücken kaum noch auszuhalten. Um 23:15 versuchen wir im Zelt Schlaf und Schutz zu finden, 1457 km von zu Hause entfernt und es ist immer noch hell!

4. Tag Mo. 15. Juni
Finnland: Linnansaari NP – Fahrt nach Savonlinna
In der Nacht ist es irgendwie nie richtig dunkel geworden. Als ich um 3:00 einmal wach war, sah es nicht anders aus als um 7:30 als wir aufstehen wollten. Als wir vorsichtig aus dem Zelt schauen, sehen wir, dass das Wetter trotz oder gerade wegen des Windes gar nicht so schlecht aussieht. Als wir uns anschauen, stellen wir fest, dass jeder von uns ein wenig Ähnlichkeit mit Quasimodo dem Buckligen hat. Wir haben doch einige Mückenstiche, die ziemlich stark angeschollen sind. Der Himmel ist bewölkt mit ein paar hellen Flecken und so können wir das Frühstück noch in Ruhe genießen. Doch so langsam ziehen immer mehr dunklere Wolken auf und wir beschließen letztendlich, das Zelt jetzt doch schon abzubauen, bevor es nachher nass regnet. Um 9:15 ist unser Lager aufgeräumt und notdürftig im Landy verstaut. Wir fahren die Schotterpiste bis zur Hauptstraße, die uns nach Rantasalmi führt. Als wir dort auf dem Parkplatz des Supermarktes ankommen, fängt es an zu regnen. Als wir beim Einparken sind, kommt ein Mann auf uns zu und ich denke schon, dass es hier wie in Afrika Parkplatzwächter gibt. Es stellt sich aber heraus, dass es ein Deutscher ist, der hier 3 Monate im Sommer verbringt und uns zum Deutschtreffpunkt am morgigen Abend einladen möchte, da hier in Rantasalmi viele Deutschfinnen - oder anders herum - leben. Leider müssen wir absagen. Wir kaufen noch etwas ein und fahren weiter zum Informationszentrum. Dort ist eine andere Dame als gestern, aber auch sie ist sehr nett und ruft für uns ein Bootstaxi, dass uns zur Hauptinsel Linnansaari bringen wird. Dafür sollen wir um 12:30 in Porosalmi sein. Wir fahren schon mal los - kurz hinter der Ortschaft geht es wieder auf eine Schotterpiste, die teilweise Wellblechcharakter hat. In der Miniortschaft Porosalmi, welche hauptsächlich aus einem neu angelegten Ferienressort und einem Bootssteg besteht, stellen wir uns auf einen Parkplatz und räumen ein wenig das Auto auf. Als wir beim Schnittchen schmieren aufblicken, stellen wir mit Entsetzen fest, dass die Sonne, die zwischenzeitlich gekommen ist, von dunklen grauen Wolken mit viel Wind vertrieben wird. Wir überlegen gerade, was wir mit der Bootsfahrt machen wollen, da hält auch schon neben uns ein alter Mitsubishi Pajero und wir werden auf Deutsch mit einem finnischen Akzent angesprochen, ob wir diejenigen sind, die die Überfahrt machen wollen. Der Mann Jari sagt, dass es bei dem starken Wind und Wetter nicht so schön ist und wir ihn sonst gerne später oder morgen (wenn sich das Wetter gebessert hat) noch mal anrufen können. Also beschließen wir, erst einmal nach Savonlinna zu fahren und die dortige Burg Olavinlinna zu besuchen. In dieser größeren Stadt kommen wir uns erst einmal ziemlich fremd vor, vor allen Dingen sollte man an Zebrastreifen nicht anhalten, wenn jemand hinüber will, denn dann wird man angehupt und angepöbelt. Wir finden endlich einen Parkplatz in der Nähe der Burg - denken wir zumindest - und können sie bald von einer Brücke aus bewundern. Der Fußmarsch dorthin zeigt uns aber, dass der eigentliche Parkplatz viel näher an der Burg gewesen wäre. Der Eintritt kostet Euro 5 und Führungen sind kostenlos und finden sogar in Deutsch statt. Wir nehmen aber nicht dran teil. Da die ganze Burg für die Opernfestspiele ausgerüstet wird, sieht alles ein wenig wie auf einer Baustelle aus. Viele Bereiche sind auch gar nicht zugänglich, entweder nur in der Führung oder wegen der Opernbühne. Ein wenig enttäuscht von der Burgbesichtigung ziehen wir wieder ab und gehen zum Auto zurück. Kaum dort angekommen, fängt es wieder an zu regnen. Wir fahren zum Campingplatz Vuohimäki direkt bei Savonlinna und nehmen uns eine Hütte für stolze EUR 51. Der Campingplatz ist richtig groß und auch in einem sehr guten Zustand. Allerdings tummeln sich noch nicht sehr viele Leute hier (nur vier holländische Wohnwagen und ein deutsches Wohnmobil). Nach dem Essen, es gibt Hamburger Hack (wir dachten es wären Schweinesteaks) und Gemüse auf Brot, machen wir nochmals einen Spaziergang über den Platz und uns kommen Kinder in Badeanzügen vom See entgegen, während wir mit fünf Schichten bekleidet und Wollmütze bei 11 Grad und Regenwetter über den Platz wackeln. Uns ist aber schon mehrfach aufgefallen, dass für die Finnen bereits schon Sommer ist, denn alle rennen mit kurzer Hose und T-Shirt herum. Bei der Rezeption checken wir noch einmal den Wetterbericht der nächsten Tage, der aber keine Besserung sondern eher eine Verschlechterung bringen soll. Dann scheißt mir auch noch auf dem Weg zur Hütte eine Möwe auf die Jacke. Für Heute reicht es mir!
Wir Duschen und gehen um 23:00 ins Bett (1464km von zu Hause entfernt), während es draußen immer noch bei starkem Wind ein paar Tröpfchen vom Himmel gibt.

5. Tag Di. 16. Juni
Finnland: Savonlinna - Fahrt zum Patvinsuo NP (Kivilahti)
Die Frustration steigt. Während einige unserer Mückenstiche immer noch extrem jucken, stehen wir erst um 8:00 auf und Frühstücken bei 8 Grad Außentemperatur. Der Tag begrüßt uns auch wieder mit starker Bewölkung, so dass wie bereits im Wetterbericht angekündigt, der Tag nicht so gut werden wird. Gegen 9:30 verlassen wir den Campingplatz und fahren in Savonlinna an eine große Tankstelle, an der man auch bar bezahlen kann. Natürlich stelle ich mich zuerst an die falsche Säule, aber irgendwann klappt es dann tatsächlich mit dem Tanken. Der Landy hat 10,57l auf 100km verbraucht. Dafür dass er voll beladen ist und auch noch die Kisten auf dem Dach spazieren fährt, ist der Verbrauch ok. Wir verlassen Savonlinna auf der 14 bis Punkaharju, nehmen dann die 479 um dann auf der 6 in Richtung Joensuu zum Patvinsuo Nationalpark zu kommen. Wir fahren ein paar kleine Nebenstraßen und bekommen immer wieder Regenschauer ab. Uns fallen auch wieder die große Anzahl von Blitzern auf. In Joensuu halten wir bei einem Einkaufszentrum an, wo es bei Hessburger erst einmal Pommes und Burger gibt. Nebenan ist sogar ein Landyhändler, der aber auch alles andere verkauft. Bei der Weiterfahrt auf der 73 nach Uimaharju treffen wir den ersten Land Rover Defender, der uns auch ganz erfreut grüßt. Weiter geht’s auf einer kleinen Straße zum Campingplatz von Kivilathi Koitereen Helmi, der wieder weit ab von der Hauptstraße an einem See gelegen ist. Wir finden aber keine Rezeption oder ähnliches und auch sonst ist der Platz total verlassen, wenn er auch ganz schön gelegen ist. Wir entschließen uns weiter in den Patvinsuo Nationalpark zu fahren. Auch hier geht es wieder einige Kilometer über Schotterpisten bis zur Hauptinformation. Dort treffen wir zuerst niemanden an. Dann kommt aus einem Haus ein etwas größerer Mann mit Rangerhut der uns gleich die Gemeinschaftshütte zum Übernachten zeigt. Wir nehmen das „9 Bett Apartment“ zahlen aber nur für zwei Betten (vielleicht kriegen wir ja noch Besuch…). Das Klo befindet sich draußen in Form eines Trockenklos und Wasser zum Waschen kommt aus der Pumpe 30 m vom Haus entfernt. Eine Dusche gibt es nicht, dafür aber eine Sauna am See. Wir erkunden noch ein wenig die Gegend und fahren dann noch mal ein Stückchen weiter zum Kurkilahti Parkplatz um von dort einem Wanderpfad zu folgen. Dieser führt mittels eines Steges über den morastigen Boden immer wieder durch kleine Baumansammlungen durchs Hochmoor. Doch nach einer halben Stunde beschließen wir wieder umzudrehen, da schon wieder sehr sehr dunkle Wolken im Anmarsch sind. Am Camp angekommen, wollen wir gerade ein paar Sachen zur Hütte tragen, als ein Deutsches Campmobil ankommt. Der Mann, aus Bayern, erzählt uns, dass sie noch ganz in den Norden fahren wollen, und welche Nationalparks dort sehenswert sind. Kaum ist er weitergefahren, fängt es auch schon wieder, wie aus Kübeln an zu regnen, so dass wir in der Hütte Schutz suchen. Als der Regen endlich ein wenig nachlässt, holen wir noch schnell ein paar Sachen aus dem Landy, damit wir uns zumindest eine heiße Tütensuppe kochen können. Denn mittlerweile ist uns schon recht kalt geworden, die Klamotten sind klamm und wir haben nicht vor uns jetzt noch für den Rest des Urlaubes eine Erkältung einzufangen. Aber zum Glück wärmt uns die Suppe wieder ein wenig auf. Während es draußen immer wieder regnet, steigen wir um 22:30 1620 Kilometer von Zuhause entfernt in unseren Schlafsack.

6. Tag Mi. 17. Juni
Finnland: Patvinsuo NP – Fahrt nach Kuhmo
Um 7:00 klingelt der Wecker doch wir schaffen es nicht aus dem Bett zu kommen. Denn die Erwartungen auf das regnerische Wetter bringen keine wirkliche Motivation. Um 7:30 quälen wir uns letztendlich aus den Schlafsäcken hinaus, kochen uns heißes Wasser für Muggefug-Kaffee und räumen unseren Kram ins Auto. Ich probiere noch die Trockentoilette (Plumpsklo) aus und wasche mich ein wenig mit kaltem Wasser. Beim Auto gibt es noch ein kurzes Stehfrühstück, allerdings recht unentspannt, denn wir werden schon heftig von Mücken attackiert. Da keiner von den Rangern da ist, legen wir den Schlüssel vor die Tür und fahren gegen 9:00 los. Wir entschließen uns noch eine kleine Wanderung zu machen und halten an einen Parkplatz an. Nach ein paar hundert Metern vergeht uns allerdings die Lust auf diesen dünnen glitschigen Holzstegen zu laufen so dass wir umkehren. Wir setzen unsere Autofahrt fort und fahren wieder nach Uimaharju und weiter auf der 515 und dann auf der 6 zum Koli Nationalpark, der nur ein wenig entfernt ist, um den tollen Ausblick vom höchsten Berg Süd-Finnlands mit 347 m zu genießen. Es ist zwar wieder bewölkt, aber wenigsten zur Zeit trocken! Auf dem Parkplatz angekommen, fragt mich eine ältere Dame aus Thüringen, wie man denn Geld in die „Parkuhr“ steckt - sie meinte damit die Stromanschlüsse für die Autos, die hier für die Fahrzeuge im Winter zur Verfügung stehen. Ich weiß nicht ob sie meine Erklärung verstanden hat, denn sie versuchte es nochmal in Englisch mit „parking äh, place, äh“. Ich gebe es auf und Silke lacht sich schon schlapp. Wir gehen die ganzen vielen Treppenstufen zu Fuß nach oben, doch dort erwarten uns im Gegensatz zu den vergangenen Tagen Menschenmassen und ein Hotel. Wir besteigen eine weitere steile Treppe, von der aus man zu einem Pfad mit mehreren Aussichtspunkten kommt. Der Ausblick ist sehr schön, wenn auch sehr diesig. Gegen 12:30 sind wir am Auto zurück und fahren anschließend weiter Richtung Kuhmo. Auf der 6 zwischen Koli und Nurmes kommen uns einige Militärlandys entgegen, aber nur einer grüßt zurück. Dafür sinkt aber auch die Anzahl der Blitzer gegen null. Nach Nurmes nehmen wir die 75 und erreichen die Stadt Kuhmo (ca. 11500 Einwohner) gegen 15:30, finden allerdings nicht die Touristinformation wie im Reiseführer beschrieben. An einer Tankstelle ist man uns sehr behilflich und wir wollen es bei einer Unterkunft am Ende der Stadt probieren (auf jeden Fall muss sie eine Dusche haben!). Auf dem Weg dorthin halten wir beim Petola Visitor Centre, welches sich mit den Raubtieren (Luchs, Wolf, Vielfraß, Braunbär) des Landes beschäftigt. Dort erhalten wir viele interessante Auskünfte auch über die möglichen Unterkünfte in Kuhmo, die allerdings recht beschränkt sind. Wir besuchen noch kurz die Ausstellung und anschließend fahren wir zum Hotel Kalivala, welches aber EUR 120 pro Zimmer haben möchte, so dass wir weiter zum Kalivala Spirits Camping Ground fahren, welcher uns aber auch nicht zusagt, da die Hütten mit Dusche und WC EUR 90 kosten sollen und die Betten wieder zu kurz wären. Also fahren wir in die Stadt zurück um unser Glück bei einer Art B&B zu versuchen. Die erste Adresse wirkt irgendwie verlassen aber beim zweiten haben wir Glück. Hier im Matkakoti Parkki Ky wird zwar gerade frisch gestrichen, aber vielleicht helfen uns die Lösemitteldämpfe ja über das üble Wetter hinweg. Die Besitzer sprechen kein Englisch, was uns schon bei einigen anderen Situationen gewundert hat, dass viele Menschen zumindest auf dem Land kein Englisch sprechen. Also übersetzt die Tochter, die Englisch über die Schule und das Fernsehen gelernt hat, alles für uns und wir bezahlten EUR 50 fürs Doppelzimmer incl. Frühstück. Die Familie ist wirklich sehr nett und zeigen uns sogar den Wetterbericht der nächsten Tage. Auch der kleine Familienhund Minka freut sich über unseren Besuch. Wir laden ein paar Sachen aus dem Auto und springen erst einmal unter die Dusche, yippi!. Anschließend gehen wir zu Fuß in den Ort und schauen nach einem Imbiss oder Restaurant. In einem Supermarkt kauft Silke mit Händen und Füßen zeigend Briefmarken, da die Frau auch kein Englisch spricht. Wir gehen letztendlich in die Tankstelle, in der man uns vorhin schon geholfen hat und bestellen leckere selbst gemachte Pizza ( die Tankstellen haben hier oft einen Imbiss). Wir machen noch einen kleinen Spaziergang durch den Ort und kehren in unsere Unterkunft zurück. Um 23:00 fallen wir todmüde ins Bett.

7. Tag Do. 18. Juni
Finnland: Kuhmo – Fahrt nach Vartius (Wild Brown Bear)
Wir haben hervorragend geschlafen, allerdings erwartet uns mal wieder ein trostloses Regenwetter. Unsere Gastgeber haben sich richtig Mühe mit dem Frühstück gegeben. Es gibt eine Art Grießbrei (warm) mit Erdbeersoße und dicker Milch, und auch noch andere Köstlichkeiten. Beim Frühstück erzählen uns der Mann (die Tochter versucht wieder zu übersetzen) dass es hier Deutsche gibt, die auch Bären fotografieren und filmen. Er gibt uns die Telefonnummer. Wir versuchen es aber zuerst bei Wild Brown Bear Safari und Ari sagt, dass es trotz des Regenwetters gute Möglichkeiten gibt Bären zu sehen. Wir entscheiden uns also eine Nacht dort zu verbringen, packen den Landy und verabschieden uns. Wir fahren zur Hauptstraße von Kuhmo zum Tanken und prüfen Reifenluftdruck. Dann geht es wieder in das Petola Besucherzentrum, wo wir bei dem Regenwetter die Zeit totschlagen wollen. Wir lesen einiges, gucken Filme und Essen zu Mittag, so dass wir um 13:00 gestärkt die Weiterfahrt antreten. Wir fahren auf der 91 langsam nach Norden und dann die 89 Richtung russische Grenze nach Vartius. Dort stehen mitten im Wald an einem See 2 Hütten von Wild Brown Bear. Unterkunft und Restaurant sind in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht. Wir werden von einer Frau empfangen, die mit uns heute Abend zu den Bären geht. Sie erzählt ein wenig, weiß aber einige Sachen nicht so genau und dann muss sie ständig telefonieren. Ari sei unterwegs, und heute Abend kommen noch zwei Holländer und ein Finne mit zu den Beobachtungshütten, sie kann dann plötzlich doch nicht mit in einer Hütte übernachten, da Ihr gerade eingefallen ist, dass sie keine Batterien für die Kamera mehr hat. Das Essen kostet extra, genauso wie ein Zimmer oder die Dusche am Morgen. Um 17:15 geht es dann endlich los, sogar zusammen mit den Holländern, die wohl zwischenzeitlich doch nicht mehr mitwollten, da es ihr letzter Tag ist. Uns kommt die Frau etwas desorientiert vor, hoffentlich klappt das hier alles, denn wir müssen Morgen früh alleine zurück gehen, da niemand von WBS dort ist. Wir laufen die ca. 800 m durch den dichten Wald, alles ist nass und aufgeweicht. Einige Holzbohlen, die wir überqueren müssen, geben unter meinem Zusatzgewicht (Ich + Fotorucksack + Proviant) ein wenig nach. Wir erreichen den kleinen See, an dem es etwas wüst aussieht. Überall liegen Bretter, kleine Eimer und sonstiger Müll. Unsere Hütte ist die Nummer 3. Beim Erreichen des Versteckes sehe ich noch einen Mann, die Fressboxen auffüllen. Wir ziehen unsere Schuhe ordnungsgemäß in der Hütte aus und versuchen unsere ganzen Taschen irgendwo zu lassen, ohne zu viel Lärm zu machen, was aber gar nicht so einfach ist. Die Ansitzhütte ist vielleicht 2m x 1,50m mit zwei übereinander liegenden Pritschen zum Schlafen. Ein kleiner Eimer in der Ecke ist die Toilette. Nachdem wir alles sortiert haben, setzen wir uns auf die Plastikstühle und warten. Leider schwitzen wir noch ein wenig, so dass die kleinen Fenster immer wieder beschlagen und Silke sie trocken wischt, damit wir draußen nicht die Bären verpassen. Zum Glück hat es mittlerweile wenigstens aufgehört zu regnen. Um 20:20 erscheint eine Bärin mit 2 Jungen. Sie rennt zur ersten Box holt sich einen Fisch und läuft mit großen Schritten wieder weg. Wir denken schon wir haben zu viel Lärm gemacht, aber dann erscheint ein weiterer Bär, vor dem sie wahrscheinlich weggerannt ist. Dieser verschwindet aber auch wieder, nachdem ein größeres Männchen auftaucht. Dieser frisst in aller Seelenruhe alle Boxen einmal leer, die um den See platziert sind. Durch ein seitlich angebrachtes Fenster sehen wir den jungen Bären eine Box öffnen die hinter uns platziert ist. Dort erscheint später auch die Mutter mit den Jungtieren. Leider spielt das Licht überhaupt nicht mit und es wird immer dunkler. Zu späterer Stunde erscheint auch noch eine Bärin mit einem großen dunklen Männchen im Schlepptau am Futterplatz. Auch diese beiden suchen alle Boxen ab. Als das Licht nicht mehr brauchbar ist, legen wir uns um 23:30 hin, natürlich nicht ohne vorher den Toiletteneimer aufzusuchen. Durch die gebückte Haltung tut mir schon mein Rücken weh und ich quäle mich in den Schlafsack.

8. Tag Fr. 19. Juni
Finnland: Vartius - Fahrt nach Pirttivaara Martinselkonen
Wir wachen gegen 6:30 auf. Von erholsamem Schlaf kann keine Rede sein, alles ist klamm und feucht, aber anscheinend regnet es gerade nicht. Wir packen unsere Sachen zusammen und um Punkt 7:00 öffnen wir die Tür und quälen uns hinaus. Auf den glitschigen Holzbohlen ist es schwierig halt zu finden, wenn man 13 Stunden nicht aufrecht gestanden hat. Wir müssen nun den Weg alleine zurückgehen und beeilen uns und gucken immer nach links und rechts, soweit es der dichte Wald zulässt. Als wir beim Haus von WBS ankommen, fängt es wieder leicht an zu nieseln. Wir schmeißen unsere Sachen in den Landy und gehen in die Hütte. Dort begrüßt uns Ari und erzählt uns beim Frühstücken einiges. Zum Beispiel, dass er viele Bären kennt, die in diesem Gebiet sind und dass sie Fischabfälle aus der Fischfabrik zum Anfüttern nehmen. Nach dem Frühstück machen wir uns schnell auf den Weg nach Pirttivaara, zuerst geht’s auf der 912 weiter. Auf dem Weg fängt es wieder an zu regnen. Wir fahren nicht nach Suomussalmi, und nehmen die landschaftlich schöne Strecke, laut Karte die Straße 843. Wir sind aber beide der Meinung, dass wir schon schönere Strecken gefahren sind, soweit wir das bei Regen beurteilen können. Wir kommen noch an einem Monument vorbei, das an den Finnisch/Russischen Winterkrieg von 1939/40 erinnern soll. Leider hat die Ausstellung nur nach vorheriger Terminabsprache geöffnet. Also kommen wir schon recht früh um 11:30 beim Wildmarkzentrum Martinselkonen an. Wir werden von Michael, einem Österreicher und Jani, dem Sohn des Besitzers begrüßt. Jani zeigt uns unser Zimmer und wir holen unser Gepäck. Überhaupt sind hier alle sehr nett. Auf dem Parkplatz steht ein VW Camper mit WL Kennzeichen, so wie wir auch. Er gehört einem älteren Mann direkt aus Winsen, der auch sehr überrascht ist uns hier zu treffen. Dann treffen wir auch noch auf den Vogelkundler aus Bayern, den wir schon im Patvinsuo NP getroffen hatten. Anschließend genießen wir das Duschen und ich lege mich noch einmal eine Stunde aufs Bett. Dann geht es um 15:00 zum Essen. Wir setzen uns mit dem Mann aus Winsen an einen Tisch, und erfahren, dass trotz der Beteuerung von Michael, wir auch die langen Brennweiten mit zur Hütte mitnehmen sollten. Um 16:00 starten wir mit Michael in seinem Auto in Richtung russische Grenze. Dann gehen wir ca. 1,5km durch den Wald. Wir sind eine etwas größere Gruppe, da verschiedene Hides angesteuert werden. Der Bayer und wir werden zuerst am Sumpf abgesetzt. Wir gehen das letzte Stück alleine und sehen am Waldesrand schon den ersten Bären rumlungern. Es stehen 3 mobile Hütten, die vom Einstieg sehr eng sind. Drinnen befindet sich nur eine Pritsche auf ca 2,5m x 1,5m. Die Toilette stellt diesmal eine Tupperbox dar (schon etwas eklig). Zehn Minuten später erscheint wie angekündigt Marco, der das Hundefutter verteilt. Unsere Warnung vor dem Bären im Wald versteht er falsch, da er kein Englisch spricht und er streut dort Futter hin. Der Bär ist mittlerweile verschwunden und er verteilt überall ein paar Haufen. Keine halbe Stunde später erscheint der Bär aus dem Wald und macht sich auf die Suche nach dem Futter. Plötzlich rennt er davon und eine Bärin mit zwei fast erwachsenen Jungen erscheint. Gierig machen sie sich auf die Suche nach etwas Fressbarem. Nach einiger Zeit herrscht wieder Aufregung bei der kleinen Gruppe und eine Mutter mit drei etwas dunkleren und jüngeren Bärenjungen erscheint auf der Bühne. Diese beiden kleinen Gruppen bleiben die Hauptakteure des Abends. Immer wieder drehen sie sich um einander im Abstand von 20-50m. Später kommt noch ein dunkles Männchen hinzu. Alle verschwinden mal im Wald und tauchen eine halbe Stunde später wieder auf. Langsam gegen 23:00 wird das Licht etwas schwächer und da mir schon vorher die Augenlider des öfteren zugefallen sind, beschließen wir uns zur Ruhe zu setzen. Der Toilettengang fällt hier besonders schwer und so legen ich mich gegen 23:15 hin (Silke nimmt den Stuhl), während draußen noch die Bären herumstreifen.

9. Tag Sa. 20. Juni
Finnland: Pirttivaara Martinselkonen
Selbst in der Nacht waren immer mal wieder Bären im Sumpf unterwegs. Als Michael kurz nach 7:00 anklopft, sind wir schon wach und haben unsere Sachen gepackt. Unser Nachbar erzählt, dass zwischen 1:00 und 2:00 noch einmal ganz junge Bären mit Ihrer Mutter dort waren und als dann andere Bären kamen sind sie den Baum hinauf. Und das bei schönstem Licht. Ich fand es vorher schon zu dunkel, aber wenn er meint. Oben am Pfad wartet die ganze Gruppe schon und es geht den ganzen Weg zurück. Wir werden wieder zur Unterkunft gebracht und gehen erst einmal unter die Dusche und dann zum Frühstück. Weil wir in der Nacht nicht wirklich erholsamen Schlaf gefunden haben, gehen wir nochmal bis 12:30 schlafen. Anschließend schauen wir uns die ersten Fotos an und ich schreibe noch Tagebuch. Um 15:00 treffen wir uns wieder zum Essen im Essensraum. Wir sitzen wieder mit dem netten Mann aus Winsen am Tisch und auch Michael gesellt sich später dazu. So erfahren wir einiges über die ca. 20 Bären, die hier wohl regelmäßig herumtollen und auch dass Michael im Winter am Nordkap immer ein Schlittenhunderennen fährt.
Um Punkt 16:00 geht es mit den Autos zum Versteck. Die letzten 1,5 km laufen wir wieder durch den Wald, leider fängt es gerade an zu nieseln. Es geht wieder querfeldein, manchmal über Stege, mal bergauf, mal bergab. Diesmal sind wir allerdings die letzen, die abgesetzt werden. Nach der großen Beobachtungshütte gibt es auf einer kleinen Anhöhe im Wald unsern Ansitz. Auf den letzten Metern dahin läuft uns schon der erste Bär über den Weg. Vielleicht 30m trennen uns von ihm. Aber er trollt sich schnell. Ein kleiner Stromzaun um die Hütte soll wieder die allzu Neugierigen Jungbären abhalten. Wir packen unsere Ausrüstung in die Minihütte und sagen Michael noch wo er das Futter hinplatzieren soll. Währenddessen guckt schon wieder ein Bär neugierig über die Hügelkuppe. Kaum hat Michael den Platz verlassen, stürmt der Bär auf das Hundefutter zu. Dann kommt ein größeres Männchen und verdrängt den anderen. Dieser schmeißt sich einfach mitten in die Bickbeeren auf den Boden und frisst und frisst und frisst. Es dauert nicht lange und es kommen immer mehr Bären vorbei. Es ist ein heiles Durcheinander und wir verlieren zeitweise den überblick, welche Jährlinge (ein Jahr alte Bären, die noch bei der Mutter sind) wir gerade sehen. So sehen wir zeitweise bis zu acht Bären gleichzeitig vor unserer Hütte. Hier im Wald scheinen die Bären unbedachter zu sein, so kommen einige auch ganz nah an unsere Hütte heran. Die Nachbarhütte, die aber unbesetzt ist, wird von den drei kleinen und ihrer Mutter (die gestern auch eine zeitlang im Sumpf waren) genauestens untersucht und wir verstehen den Sinn des Stromzaunes. Leider können wir nicht alle Szenen gut aufnehmen, da natürlich die Bäume teilweise im Weg sind. Auch eine kleine Rauferei zwischen zwei Müttern können wir in einiger Entfernung sehen. Am besten gefällt uns aber wieder die Mutter mit den kleinen Jungtieren, sie passt immer sehr auf, dass keiner ihren Jungen zu nahe kommt. Eines ihrer Jungen ist allerdings sehr mutig und untersucht alles ganz genau. Während die anderen beiden immer bei der Mutter bleiben und einer immer schon einen Baum aufsucht wenn ihn ein anderer Bär zu nahe kommt. Gegen 21:30 kommen die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken und es beginnt sich aufzuklären. Leider ist unser Futter wohl schon komplett vertilgt, denn die Bären kommen nur noch vereinzelt zu uns. Sie wandern anscheinend alle Plätze immer wieder nacheinander ab. Um 23:30 beginnt wieder unser Schlafensprozess.

10. Tag So. 21. Juni
Finnland: Pirttivaara Martinselkonen
In der Nacht gegen 2:00 werden wir nochmal wach, denn zwei große Männchen streiten sich um ein Weibchen, aber der eine zieht schnell den Kürzeren und verlässt kampflos den Platz. Um 7:00 werden wir von Michael abgeholt und er schraubt die Bude wieder zu, damit die Bären sie nicht „bewohnen“, wenn sie unbesetzt ist. Wir erzählen kurz unsere Erlebnisse und er erzählt dass eine Mutter wohl wieder im Winter Nachwuchs erwartet und deswegen ihre Jährlinge loswerden will. Wir wandern den Weg zurück und erfahren von den Leuten aus dem Sumpf, dass die Bären bei Ihnen erst gegen 23:00 eingetroffen sind. Marco fährt uns zur Unterkunft zurück und unser erster Gang geht zur Toilette. Dann gibt es wieder Frühstück und wir quatschen noch ein wenig mit Michael. Draußen treffen wir den Winsener und tauschen die Neuigkeiten der letzten Nacht aus. Er saß am See, wo wir heute Nacht hinwollen. Wir tauschen noch Adressen aus und wollen uns nach dem Urlaub in Winsen treffen. Wir hauen uns anschließend erst einmal aufs Ohr. Leider können wir beide nicht richtig schlafen, so dass wir gegen 11:00 wieder aufstehen. Es wird geduscht, Wäsche gewaschen, Tagebuch geschrieben und ein bisschen in die Bilder geschaut. Gegen 15:00 gibt es wieder Essen und anschließend geht es gegen 16:00 los. Wir fahren mit dem Toyota Landcruiser, weil wir heute die etwas unwegsame Strecke zum kleinen Teich nehmen. Mit uns sind zwei sehr laute Finnen. Michael bringt uns hin und die letzten Meter sacken wir mit den Füßen ganz schön im Morast ein. Wir beziehen den linken Hide und Michael verteilt noch schnell das Futter um den kleinen See. Dann dauert es bis ca. 20:40 bis die erste Bärin erscheint. Ich wecke Silke schnell auf, denn sie hatte sich etwas zur Ruhe gelegt. Die Bärin wandert auf der gegenüberliegenden Seite entlang. Plötzlich verschwindet sie im Wald und ein größeres, dunkles Männchen erscheint. Dieses wagt sich ein wenig weiter um den See herum, wobei es teilweise tief im Morast einsinkt. Es kommt ein anderes Weibchen hinzu. Dann verschwinden beide nacheinander im Wald. Es dauert ein wenig und es kommt das Weibchen mit den dunklen Beinen an den See, welches wir schon von den beiden vorherigen Tagen kennen. Es erscheint noch ein richtig großes Männchen. Dieses ist das erste, welches sich direkt vor unsere Hütten traut. Danach ist ein reges kommen und gehen, wie an den anderen Tagen zuvor. Gegen 0:00 haut es mich um und ich lege mich aufs Bett, denn die Sonne ist bereits untergegangen, obwohl es dabei nicht dunkel wird. Silke wacht immer wieder auf und berichtet mir dass ein Bär sogar ein Bad genommen hat. Na toll, mal wieder alles verpasst!

11. Tag Mo. 22. Juni
Finnland/Schweden: Pirtivaara - Fahrt nach Anäset
In der Nacht war weiterhin ein reger Betrieb an dem See. Leider haben wir nicht alles verfolgen können, so hat Silke nur noch den badenden Bären beim Rauskommen gesehen. Um 7:00 holt uns Marco ab und wir klettern aus der kleinen Hütte. Es geht zurück zur Unterkunft (die übrigens 1718km von Zuhause entfernt ist) Und wir frühstücken erst einmal. Dann duschen wir noch schnell und packen unsere Sachen in den Landy. Wir verabschieden uns von Jani und um 9:30 machen wir uns auf den Weg nach Schweden. Wir fahren zuerst wieder die 843 Richtung Suomussalmi und danach nach Oulo und versuchen nicht immer die großen Straßen zu fahren sondern auch die kleinen. Auf diesen kommt man zwar etwas langsamer voran, doch sind sie meistens sehr interessant und einfach schöner. Somit nehmen wir die 892 und dann die 891 nach Poulank, weiter geht’s auf der 837 und der 836 nach Ylikiiminki und die 833 und 848 nach Kiiminki, wo wir an dem Kiiminginjoki noch einmal Pause machen und zu Hause anrufen. Anschließend geht es auf der E4 weiter zur Grenzstadt Tornio. Langsam kommen auch die ersten Blitzer wieder. Kurz vor der Grenze machen wir noch in Keminmaa halt und gehen essen und tanken den Landy. Es geht anschließend über den Grenzfluss und das erste was uns in Schweden nach nicht einmal 500m begrüßt, ist ein schwedisches Möbelhaus mit einem gelben Schriftzug auf blauem Grund, welches vorrangig Pressholzmöbel verkauft. Dann fallen uns die sehr schlechten Straßenzustände auf und zu guter letzt sind auch die Blitzer wieder zahlreicher auf der E4 vertreten. Nur das diese hier ein ganz anderes Design besitzen als in Finnland. Wir fahren immer weiter Richtung Süden und auf einer moorigen Wiese meinen wir einen Elch zu sehen!?! Etwas weiter südlich werden wir von zwei Baustellen gestoppt, die uns sehr an Afrika erinnern. Es steht nämlich ein Bauarbeiter mit einer kleinen Flagge am Anfang und gibt Zeichen, wann man fahren darf. Und genau wie in Afrika klappt es hier auch nicht, da der Gegenverkehr noch gar nicht durch ist! Gegen 21:00 erreichen wir den Lufta Campingplatz in Anäset wo wir eine kleine Hütte beziehen. Unser eigentliches Tagesziel, Umea erreichen wir heute nicht mehr. Um 22:30 fallen wir nach 700km Fahrt todmüde ins Bett.

12. Tag Di. 23. Juni
Schweden: Anäset - Fahrt nach Vemdalen
Wir stehen heute um 7:00 auf. Irgendwie sind wir mehrmals nachts aufgewacht. Besonders erholsam war dieser Schlaf nicht, vor alles Dingen war das Bett viel zu kurz für mich. Vielleicht war es aber auch nur ungewohnt nach 4 Nächten in irgendwelchen Ansitzhütten mal wieder in einem Bett zu schlafen. Nach dem Frühstück gehts um 8:30 wieder auf der E4 nach Süden. Wir tanken noch einmal auf und holen ein paar schwedische Kronen am Geldautomaten der sogar deutsch mit uns kommuniziert. Dann fahren wir anders als unser ursprünglicher Plan nicht über Östersund, sondern weiter Richtung Süden bis Sundsvall. In dem Ort Timra (vor Sundsvall), der anscheinend Wintersportgebiet ist, machen wir gegen Mittag Rast und essen mal wieder Fastfood. Als wir so beim Auto stehen gucke ich auf diese Skisprungschanze, die schön in die Ortschaft hineinragt und denke noch: „Was ist dass denn für ein komischer Vogel!“. Dann stelle ich fest, dass hier anscheinen Trockenskiflug im Sommer gemacht wird. Silke erklärt mich für verrückt und sagt ich hätte Halluzinationen. Als sie die Sprungschanze beobachtet fliegt natürlich keiner. Einen Augenblick später, als Silke wieder im Auto kramt, kommt der nächste. Das Spiel wiederholt sich ein paar mal bis sie endlich auch einen sieht und mir der Gang zum Psychiater erspart bleibt. Anschließend geht es die E14 Richtung Trondheim und dann die 83 und 315 weiter bis nach Vemdalen. Die Straße dorthin ist ziemlich schlecht und besteht zum Teil nur aus Schotterpiste. Man fährt zwar immer schön an einem See entlang, aber leider wird diese Straße von LKWs benutzt, die Holz transportieren. Diese fahren mit einer so großen Geschwindigkeit, dass einem die Steine sonst wo hinfliegen und man Angst um seine Autoscheiben haben muss, da diese Idioten keine Rücksicht nehmen. Das letzte Stück der 315 ist wieder sehr gut und führt durch Wintersportgebiete und ist landschaftlich sehr schön. In Vemdalen fahren wir auf den Campingplatz und beziehen wieder eine kleine Hütte, diesmal aber mit einem Bett, was lang genug für mich ist. Man ist hier sehr nett und wir bekommen den Tipp mit einem Schotterweg, wo man eventuell Elche sehen kann. Wir kochen auf unserem Campingkocher Essen und probieren gegen 21:00 den Weg aus. Leider haben wir kein Glück mit den Elchen. Auf dem Rückweg kommt uns ein LKW entgegen der Salz streut! Später erfahren wir, dass das tatsächlich Salz ist, das die Staubbildung verhindern soll, da es den Sand bindet. Gegen 22:45 krabbeln wir in unsere Schlafsäcke und machen das Licht aus. Und trotzdem ist es draußen noch hell!

13. Tag Mi. 24. Juni
Schweden/Norwegen: Vemdalen - Fahrt nach Kongsvoll Dovrefjell NP
Um 7:00 klingelt der Wecker. Wie schon die letzten Morgende Frühstücken wir und gehen Duschen, damit wir fit für den Tag sind, denn heute steht uns nochmals ein langer Fahrtag bevor. Wir gehen noch beim Campingplatzbesitzer vorbei um den Schlüssel abzugeben. Er ist wirklich sehr nett und gibt uns noch Tipps für unsere Weiterfahrt. In Hede stoppen wir kurz und kaufen im Supermarkt ein. Silke braucht dafür ziemlich lange und kauft noch Briefmarken um die in Finnland geschriebenen Karten endlich einzustecken. Es geht anschließend weiter die 315 auf die 84 über Hede durch Funäsdalen, einem großen Wintersportort, welcher sich im Sommer mit den vielen kahlen, kargen Berghängen und Sesselliften nicht von seiner schönsten Seite zeigt. An einem kleinen Wasserfall machen wir noch kurz Pause bevor wir nach Västansjögarden über die Grenze nach Norwegen kommen. Das geht allerdings so schnell, dass wir es kaum mitbekommen. Erst Augenblicke später gibt es die Zollstation. In Silkes Wunschziel Roros fahren wir erst durch viele enge Gassen, bevor wir einen Parkplatz ansteuern. Hier muss man allerdings einen Parkschein ziehen, damit man hier stehen darf. Leider haben wir zu diesem Zeitpunkt noch keine Norwegischen Kronen, geschweige denn Kleingeld. Im Augenwinkel sehen wir aber schon einen Polizisten ankommen, der fleißig Autos aufschreibt. Wir erklären ihm kurz die Situation und lassen uns den Weg zur Bank erklären, damit wir Geld holen können. Wir laufen los und ich sehe schon in Gedanken wie der Landy am Harken hängt und die doofen Touris ausgenommen werden. Aber zum Glück ist das hier nicht Italien und alles klappt. Auch bei der Bank ist man hier sehr nett und tauscht uns sogar Scheine gegen Münzgeld ein. Zurück beim Auto müssen wir die Hilfe des Polizisten nochmals in Anspruch nehmen, da wir noch nicht wissen welche Zeiteinheit „1 timer“ entspricht. Nun können wir uns entspannt die kleine Stadt angucken die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Leider sind hier aber auch sehr viele Touristen anzutreffen und als Silke meint, dass das wohl an allen norwegischen Sehenswürdigkeiten so sein wird, wird meine Laune rapide schlechter. Ein Baguette und ein Eis sollen mich wieder wohl stimmen. Zum Glück lässt uns das Wetter aber nicht in Stich, es ist ungewöhnlich warm bei fast 25 °C. Anschließend fahren wir auf der 30 nach Tynset, dann die 3 und die 29 über Folldal weiter Richtung Dovrefjell Nationalpark in den Ort Dombas um dort die Touristeninformation aufzusuchen. Auch dieser Ort ist wieder sehr voll und in dem Touristenbüro sitz ein ca. 15 Jähriger, der leider nicht viel weiß und uns nur eine Karte verkaufen kann und uns noch eine Moschusochensafari andrehen will. Also geht der Weg zurück nach Hjerkinn wo die Zufahrt zur Berghütte Snoheim ist. Hier ist auch ein Militärstützpunkt auf dem kräftig gefeiert wird. Wir treffen jemanden der uns erzählt, dass die Straße wegen Bauarbeiten erst am 1. Juli geöffnet wird. So ein Mist! Wir versuchen unser Glück trotzdem und fahren bis zur Schranke die Schotterpiste noch oben. Dort stehen zwei Wachleute die nicht mitfeiern dürfen (habe noch nie Soldaten mit Tarnanzug und weißen Adidas Turnschuhen gesehen). Schnell kommt er angelaufen, um uns zu stoppen, da ich wohl zu schnell den Berg hochgefahren bin. Leider ist auch hier kein Durchkommen, aber er erklärt uns, dass das ganze untere Gebiet des NP nach Manövern gesperrt ist, weil man Munition einsammeln muss. Alles also nur zu unserer eigenen Sicherheit! Schlussendlich bedeutet es, dass wir nun zu Fuß zu den Moschusochsen wandern müssen. Aber erst einmal brauchen wir eine Unterkunft für heute Nacht, so dass wir zum Berggasthof Kongsvoll fahren, wo wir zuerst zwei Nächte bleiben möchten, wegen des Preises aber nur eine Nacht machen. Eigentlich sehr schön im Tal gelegen, allerdings direkt an der Straße, aber sehr schön zurecht gemachte alte Häuser, allerdings zu unserem Zeitpunkt ein ziemlich versnobter Laden mit vielen lauten Norwegern die irgend etwas feiern und uns immer auf Norwegisch zuquatschen, weil sie denken wir gehören dazu. Wir packen noch unsere Rücksäcke für Morgen früh, damit wir frühzeitig ins Gebirge zu den Moschusochsen wandern können. Nach einer erfrischenden Dusche gehen wir gegen 23:00 ins Bett.

14. Tag Do. 25. Juni
Norwegen: Kongsvoll Dovrefjell NP – Fahrt zum Trollstigen
Die Nacht haben wir sehr gut geschlafen, wäre ja auch schade wenn nicht. Um kurz nach 7:00 stehen wir auf und packen unsere Sachen ins Auto, so dass wir um Punkt 8:00 beim Frühstück erscheinen. Wir werden von einer der Kellnerinnen (oder wie sagt man vornehm dazu?) zu unserem Tisch gebracht. Dann stürzen wir uns auf das Büffet. Schnell verschwindet die große Vorfreude auf Leckereien wieder, denn hier gibt es Frühstück aus Dosen. Zumindest werden einige Fischgerichte in Blechdosen auf dem Tisch serviert. Auch der Rest lässt für den Preis eigentlich zu wünschen übrig. Von Vornehm keine Spur, auch bei den anderen Gästen nicht (Männer tragen Ihre halbnackten Bäuche zur Schau und Frauen laufen Barfuß im kurzen Röckchen zum Büffet, man könnte genauso gut am Ballerman sein und nicht in einem 200 Jahre alten Gasthof. Um 8:45 verlassen wir Kongsvoll und ziehen unsere Wanderstiefel an. Es geht nun den steilen Anstieg nach oben in den Dovrefjell NP. Nachdem die Straße überquert ist, beginnt auch schon der Anstieg. Mit unserem Marschgepäck (bei Silke die Fressalien und bei mir die Kameraausrüstung) macht besonders mir der Aufstieg zu schaffen. Die erste ¾ Stunde ist am beschwerlichsten, danach ist der Weg nicht mehr so steil. Plötzlich meint Silke: „Hier liegt Schnee“. Es entpuppt sich aber als Stein. Weiter oben liegen dann aber tatsächlich noch Schneereste. Nach ca. 1 1/2 Stunden und ca. 2km stehen plötzlich zwei Moschusochsen in ca. 200 m Entfernung vor uns. Schnell wird die Kamera ausgepackt und vorsichtig gehen wir den Tieren ein wenig nach, denn man sollte einen Abstand von 200m zu den Tieren einhalten. Durch das Gestrüpp, welches recht niedrig ist, kann man den beiden gut folgen. Da die Tiere aber immer wieder aufblicken und immer weiter ziehen, folgen wir ihnen nicht mehr weiter. So schnell kann es gehen! Haben wir noch vorhin gedacht, ob sich die Mühe überhaupt lohnt, sind wir jetzt hoch zufrieden die Moschusochsen gesehen zu haben! Wir machen erst einmal Pause und dabei stelle ich fest dass meine beiden Hacken eine Blase haben. Hätte ich mal auf Silke gehört und nicht die neuen Stiefel zum allerersten Mal angezogen. Aber so lernt man halt dazu! Es wird sofort Creme aufgetragen, aber der Schaden ist nicht mehr abzuwenden. Wir gehen trotzdem noch weiter nach oben. Bei einer weiteren Pause, sehe ich eine größere Gruppe Menschen an einem Hang. Das scheint eine der Moschusochsen Safaris zu sein. Silke entdeckt mit dem Fernglas eine weitere Gruppe etwas weiter hinten. Beide bestehen aus mindestens 20 Personen (das wäre nichts für uns gewesen…) Wir beobachten die Gruppen aber weiter, denn wir vermuten, dass die Tourguides evtl. Lecksteine ausgelegt haben und deswegen genau wissen, wo die Tiere zu finden sind. An einem Hang mit großen Schneeresten entdecken sie zwei Tiere, die wir auch mit dem Fernglas sehen können. Silke widmet sich noch ein wenig der Pflanzenwelt und anschließend wandern wir wieder nach unten. Insgesamt sind wir 6,8km gelaufen und haben 275 Höhenmeter überwunden. Das hört sich auf den ersten Blick nicht viel an, aber für uns Flachlandtiroler aus der Lüneburger Heide, wo die höchste Erhebung 65m beträgt, ist das ganze auf über 1000m und mit schwerem Gepäck schon sehr beeindruckend (finden wir zumindest...) Beim Auto angekommen, merkt Silke, dass sie sich auch eine Blase gelaufen hat, allerdings deutlich kleiner als meine und nicht schmerzhaft. Wir Essen noch schnell etwas und fahren dann wieder die E6 Richtung Dombas. Dort kaufen wir ein und anschließend füllen wir den Dieseltank auf. Wieder fällt uns die touristische Betriebsamkeit auf, zudem scheint hier heute ein Oldtimer-Treffen zu sein. Dann geht es auf die Straße 163 Richtung Alesund, die wir bis Andalsnes fahren. Sie führt uns durch ein Tal in dem sich zum Teil sehr schön ein Fluss immer wieder nach unten stürzt. Als wir auf die 63 abbiegen, die nach Geiranger führt, kommt uns der erste Reisebus entgegen. Wir fahren noch eine Weile weiter und es folgen Bus für Bus mit Touristen. Auf einem kleinen Rastplatz/Campingplatz vor den Trollstigen entscheiden wir uns zu bleiben. Noch ist hier alles voller Busse und Menschen, aber als die Reisebusse den Platz verlassen, kehrt Ruhe ein! Das sagt auch der Chef, der uns erzählt, dass er heute bei dem schönen Wetter mit seinen Angestellten Midsommer nachfeiern möchte, nachdem sie heute 1000 Gäste aus Busladungen bedient hätten. Leider sehen die Toiletten auch dementsprechend aus! Wir bauen unser Zelt hinter den Hütten auf und kommen uns ein wenig eingeklemmt zwischen den Bergen vor. Wir essen mal wieder Suppe mit Würstchen. Leider funktioniert meine Dusche mit der Duschmarke nicht und so muss ich mich mit kaltem Wasser ein wenig auffrischen. Silke hat Glück uns Sie kann bei warmen Wasser Duschen. Während wir noch ein wenig vor dem Zelt sitzen, ziehen mal wieder dunklere Wolken auf. Hoffentlich ist das kein schlechtes Vorzeichen, das letzte Mal als wir das Zelt aufgeschlagen hatten, gab es 5 Tage regnerisches Wetter. Dann erscheinen noch drei Franzosen auf Motorrädern auf dem Campingplatz. Jeder für sich baut sein Zelt auf und jeder für sich kocht seine Fertigsuppe – nichts mit Teamwork. Wir bieten Ihnen unseren Gaskocher an und kommen so ins Gespräch. So erfahren wir, dass sie eine Woche von Ihrem Wohnort in Frankreich bis zum Nordkap gebraucht haben und jetzt auf dem Rückweg sind. Übermorgen wollen sie wieder die Fähre von Oslo nach Kiel nehmen. Na Prost Mahlzeit. Gegen 23:45 gehen wir schlafen.

15. Tag Fr. 26. Juni
Norwegen: Trollstigen - Fahrt zur Insel Runde
Wir stehen heute etwas früher auf als sonst, da wir vor den ganzen Reisebussen den Trollstigen überqueren wollen. Also pellen wir uns schon um 6:45 aus dem Zelt. Leider ist alles sehr feucht, obwohl es noch nicht einmal geregnet hat, denn es scheint doch tatsächlich wieder die Sonne! Allerdings scheint diese noch nicht auf unser Zelt, da die Berge riesige Schatten werfen. Beim Frühstück stellt Silke fest, dass sie statt Milch zwei mal Dickmilch oder so etwas Ähnliches gekauft hat (einmal in Schweden und einmal in Norwegen). Somit gibt es heute Morgen nur schwarzen Kaffee! Um 8:15 haben wir auch das nasse Zelt im Auto verstaut und wir starten den Landy. Schon kurz hinter unserem Campingplatz beginnt der Aufstieg. Zum Glück ist noch sehr wenig auf der mehr oder weniger einspurigen Straße nr. 63 los, nur einige Motorradfahrer sind schon unterwegs. Wir machen ein paar Mal Stopp um ein Foto zu machen. Die Serpentinen mit ihren 11 Haarnadelkurven machen dem Landy ganz schön zu schaffen. Aber schließlich erreichen wir doch die Anhöhe und halten an. Hier oben gibt es die obligatorischen Souvenirshops mit ihren hässlichen Trollen. Wir fahren weiter durch die kleinen Schluchten, in denen einige kleine Dörfer sind. Zu unserem Erstaunen werden hier sehr viele Erdbeeren angebaut. In Valldalen, sehr schön an einem Fjord gelegen, gehen wir noch einmal einkaufen. Dann geht es auf die erste Fähre von Linge nach Eidsdalen. Anschließend auf der 63 nach Geiranger geht es wieder über viele Serpentinen-Straßen. An einem Ausguck hat man einen schönen Ausblick auf die Ortschaft Geiranger. Allerdings ist hier die Hölle los. Die Autos und Wohnmobile fahren sich hier gegenseitig über den Haufen. Auf der Abfahrt behindern dann zwei deutsche Fahrzeuge den Verkehr durch übertriebenes langsam Fahren, so dass ein Norweger vor Verzweifelung schon zu waghalsigen Überholmanövern greift. In Geiranger stellen wir uns gleich in die Warteschlange für die Fähre nach Hellesylt. Diese fährt um 12:30 los, also haben wir noch eine ¾ Stunde Zeit. Diese nutzen wir um Mittagspause zu machen, und während wir auf einer Bank am Fjord sitzen, kommt das Kreuzfahrtschiff Queen Victoria in den Fjord. Ganz langsam parkt es rückwärts ein. Als wir dann auf unsere Fähre fahren hat die Queen Victoria endlich ihre Parkposition erreicht. Sieht schon merkwürdig aus, dieses riesige Schiff vor dem 210 Einwohnerdorf. Unsere Fähre fährt nun den Geirangerfjord entlang und wir bekommen alle Sehenswürdigkeiten u.a. den Wasserfall die 7 Schwestern erklärt. Auf unserem Schiff befindet sich auch ein Reisebus mit Japanern die wieder einmal ganz Europa in einer Woche gebucht haben. Stolz lässt sich jeder von Ihnen an der Reling vor einem Wasserfall oder einem alten Bauernhof ablichten als Beweis, dass sie da waren. Nach 60 Minuten Fahrzeit sind wir am Ziel Hellesylt. Von hier aus fahren wir die 655 nach Lekneset, einem sehr kleinen Ort mit einem noch kleineren Fähranleger. Es ist der totale Gegensatz zu Geiranger vorhin, nur ein LKW und ein weiters Auto warten hier auf die Fähre. Um 15:00 geht es mit der kleinen Fähre und einer Handvoll Fahrzeugen nach Saboe. Weiter führt uns die Straße nach Orsta und dank der Auskunft des LKW-Fahrers wissen wir, dass der in unserer Karte noch als Baustelle gekennzeichnete Eiksundtunnel bereits fertig gestellt ist. Das verkürzt unsere Fahrzeit erheblich. Allerdings stehen wir vor dem Problem, dass man hier eine Art Maut bezahlen muss, diese kann man als Fremder ohne Dauerkarte allerdings nur an verschiedenen Tankstellen innerhalb von 3 Tagen tun oder man bekommt Post nach Hause. Bei der Einfahrt wird jedes Fahrzeug fotografiert und dann mit den Quittungen verglichen. Wir entscheiden uns für den kleinen Umweg über Fosnavag, wo es an der Shellstation Tickets geben soll. Wir fahren also durch den 7,8 km langen mit ca. 300 m tiefsten Tunnel der Welt und sind auch schnell in Fosnavag und können schon die Seeluft riechen. Aber von der Shell ist keine Spur. Auf Nachfrage erfahren wir, dass die Shell seit drei Monaten eine XY Tankstelle geworden ist. Für Besucher finden wir diese Art der Maut ziemlich umständlich und wenig praktikabel. Im Supermarkt kaufen wir noch Grillfleisch und andere Lebensmittel für die nächsten 4 Tage ein und weiter geht es nach Runde. Mittlerweile ist die Insel über Brücken vom Festland zu erreichen. Die Insel ist sehr klein und der Campingplatz liegt fast am Ende. Hier wird sogar Deutsch gesprochen und wir bekommen einiges über die hier lebenden Vögel erzählt. Wir suchen uns auf dem recht vollen Platz einen geeigneten Stellplatz. Wir bauen unser großes Zelt auf, was mal wieder etwas länger dauert als erwartet. Endlich ist es geschafft und wir stellen unseren Grill auf. Zum Grillfleisch, gibt es Pellkartoffeln und Zucchini-Zwiebel Gemüse, ein Festessen wie schon lange nicht mehr! Den Kühlschrank packen wir anschließend ins Zelt, so dass wir den Landy mal wieder „entrümpeln“ können. Wir stellen fest, dass hier auf Runde sehr viele Fotografen unterwegs sind und das Licht am Abend sehr schön ist – wir freuen uns auf den Morgigen Tag zum Fotografieren der Papageientaucher. Gegen 23:30 gehen wir zufrieden ins Bett.

16. Tag Sa. 27. Juni
Norwegen: Insel Runde
Gegen 7:30 kommen wir aus dem Schlafsack gekrochen. Schnell gibt es Frühstück und dann wollen wir zum ersten Mal die Vogelinsel erkunden. Gegen kurz vor 9:00 beginnen wir den steilen Aufstieg. Eine kleine Schotterpiste führt nach oben. Nach zwei Schafsgattern gibt es nur noch einen Trampelpfad, der ab und zu über Stege führt, um die Vegetation zu schonen. Wir machen ein paar mal Pause, denn der Weg ist ziemlich steil. Nicht gerade das Beste für meine kaputten Füße! Ein paar Raubmöven kommen uns ziemlich nahe oder bleiben einfach am Wegesrand sitzen. Gegen 10:30 haben wir endlich die Stelle erreicht, wo die Papageientaucher sein sollen. Und tatsächlich sehen wir ein paar von Ihnen unter uns an der Klippe. Auch viele verschiedenen Möven, Tordalks und auch Basstölpel entdecken wir. Wir marschieren ein Stückchen weiter nach Westen an den Klippen entlang, als ein Mann uns anspricht, ob wir eine ältere Frau gesehen haben. Es erscheint darauf noch ein älterer Mann, der nämlich seine Frau vermisst. Leider können wir ihm nicht helfen und er wird immer unruhiger, denn er hat sie vor über einer halben Stunde hier an den Klippen zuletzt gesehen. Er kann nicht einmal beschreiben was sie heute an Kleidung trägt. Es wird weiter gesucht und plötzlich erspäht Silke auf einem Hügel eine Frau, sofort machen wir uns bemerkbar und zeigen dem Mann seine Frau. Erleichtert dankt er uns und wundert sich noch, da sie eigentlich Höhenangst hat. Der junge Deutsche gibt uns noch den Tipp, dass die Papageientaucher von weiter unten besser zu sehen sind. Wir sehen immer wieder einige von Ihnen im Anflug auf ihren Erdbau, in dem sie brüten. Das sieht immer sehr unbeholfen aus, wenn diese Vögel mit ihren kurzen schnellen Flügelschlägen unterwegs sind. Das Licht kommt erst jetzt so richtig in die Felsnische herein. Aber da wir heute nur mit leichtem Fotogepäck unterwegs sind, haben wir eh keine Möglichkeit sie zu fotografieren. Das haben wir uns für heute Abend vorgenommen. Wir gehen zurück zum Campingplatz und kommen dort gegen 12:30 an. Wir kommen mit dem Dänen neben uns ins Gespräch, der schön des Öfteren hier auf Runde war. Die Nachmittagszeit verbringen wir mit Mittagessen, Klamotten waschen und das kleine Zelt zu trocknen, weil es immer noch nass ist. Gegen 17:30 gibt es noch einmal Nudeln und um kurz nach 18:00 beginnen wir mit dem Aufstieg zum zweiten Mal an diesem Tag. Leider zieht von der Nordseite ein Nebel auf, der auch sehr kalte Luft mit sich bringt. Die Nebelschwaden umkreisen die Insel und ziehen auch teilweise über die zerklüftete Ostseite. Wir gehen trotzdem strammen Schrittes weiter, in der Hoffnung wenigstens noch ein wenig Sonne zu erhalten. An der Klippe weht ein starker Wind und wir sind ziemlich durchgeschwitzt. Also heißt es erst einmal Hemd wechseln, wenn wir den eins eingepackt hätten. Zum Glück haben wir wenigstens noch Fleecejacken dabei, aber leider immer noch in kurzen Hosen. Oben sind schon einige Leute und wir schauen uns erst einmal um. Silke geht noch ein Stückchen weiter um sich eine andere Stelle anzuschauen, an der auch zwei Fotografen stehen. Ich erspare das meinen Füßen. Silke muss sogar eine kleine Leiter erklimmen um an den Punkt zu kommen. Die beiden Männer sind jedoch sehr unfreundlich und meinen nur, dass die Papageientaucher später dahin kommen, aber jetzt noch alle auf dem Meer sind. Also suchen wir einen anderen Platz auf und setzen uns an den Hang, was sich als ziemlich schwierig erweist, da man immer wieder ins rutschen kommt. Auch der Fotorucksack macht sich selbständig wenn man nicht aufpasst. Ein paar Leute sitzen ziemlich nah an einer Absperrung und dort scheinen auch einige Bauten zu sein. Es erscheint oberhalb an der Klippe eine sehr laute und große geführte Gruppe. Zum Glück verschwindet diese nach wenigen Minuten wieder. Es kommen zwar immer wieder Menschen auf der Suche nach den Vögeln vorbei, doch nur einige wirkliche Beobachter verweilen länger an dieser Stelle. So kommen wir später noch zu einigem interessanten Beobachtungen, als die Vögel gegen 21:00 an ihre Erdlöcher kommen. Gegen 22:00 verschwindet die Sonne hinter einer Bergkuppe und auch der Nebel, der ab und an mal durchzog, kommt jetzt verstärkt auf uns zu. Schnell packen wir unsere Sachen, wie viele andere auch, und machen uns auf den Weg zum Campingplatz. Silke ist schon ganz durchgefroren und verliert im Nebel den Orientierungssinn für den Heimweg. Gegen 22:45 sind wir unten und es geht erst einmal unter die heiße Dusche. Anschließend sitzen wir noch ein wenig vor dem Zelt, als plötzlich von oben ein paar kleinere und größere Tröpfchen kommen. Als der Regenschauer aufhört, gucken wir uns die Bescherung an: das Zelt wurde ordentlich beschissen von einer oder von mehreren Möwen. Na toll, jetzt müssen wir das erst einmal abwaschen, denn auch der Eingang wurde getroffen. Als um 24:00 die Party bei unseren Nachbarn der Norwegischen Großfamilie auch vorbei ist, gehen wir schlafen.

17. Tag So. 28. Juni
Norwegen: Insel Runde
Gegen kurz vor 8:00 kommen wir heute erst aus dem Zelt. In der Nacht war es ziemlich kalt geworden und wir haben auf unserem Stellplatz morgens die Sonne erst recht spät. Der Däne ist heute schon sehr früh aufgebrochen. Wir frühstücken in Ruhe und ich beschließe meine Füße heute zu schonen. Beim Campingplatzkiosk verlängern wir unseren Aufenthalt um zwei Tage und buchen gleich eine Bootstour für heute Abend um 18:00. Silke macht sich dann alleine auf um die Insel zu erwandern und ich hoffe ich muss sie nachher nicht suchen wie der ältere Deutsche gestern. Ich schaue mir in der Zwischenzeit die Bilder des gestrigen Tages an. Heute leert sich der Campingplatz wieder schnell, auch die beiden norwegischen Familien verschwinden. Gegen Abend wird sich der Platz aber mit Sicherheit wieder füllen. Während ich die Weiterfahrt auf der Karte einmal durchgehe, erscheint Silke gegen 14:15 wieder. Sie hat sich jetzt auch eine Blase gelaufen. Es ging steil bergauf und auch auf unwegsamen Trampelpfaden wieder bergab. Sie hat es bis zum Leuchtturm geschafft. Sie ist ein wenig kaputt ist und ihre Knie schmerzen, und Sie hat richtig Hunger. Also geht es ran an den Gaskocher und es gibt Nudeln mit Thunfisch und Tomaten (wie in Afrika). In der Sonne ist es wieder sehr warm und kaum auszuhalten. Aber richtige Schattenplätze gibt es nicht wirklich aber außerdem wollen wir uns auch nicht beschweren. Silke hat von Britta, der Freundin aus Norwegen eine SMS erhalten und wir überlegen sie anzurufen. Plötzlich piepst das Handy (tolle Erfindung) wieder und die nächste SMS von Britta. Sie ist mit Ihren Eltern am Sognefjord und beobachtet gerade Schweinswale. Wir rufen sie an doch erwischen nur den Anrufbeantworter. Ein paar Minuten später klingelt das Handy und Britta ist dran. Wir entscheiden somit, das wir am Dienstag zum Sognefjord fahren und dort einen Zwischenstopp einlegen. Um 17:30 machen wir Fussledierten uns mit dem Landy auf den Weg zum kleinen Hafen von Runde. Dort fahren wir mit der Agila zu den Vogelfelsen. Insgesamt befinden sich nur zwei weitere Pärchen und noch ein alter Norweger auf dem Boot, der, so wie der nette Kapitän erklärt, 20 Jahre den Leuchtturm bedient hat und an diesem noch einmal vorbeifahren möchte. Das erste Stück aus dem Hafen hinaus fahren wir südlich um die Insel herum. Der Kapitän erklärt einiges zu den Vögeln. Bei den Vogelfelsen angekommen stellen wir fest, das die Papageientaucher zu weit entfernt sind um sie gut zu fotografieren. Sie sind auch etwas scheu und außerdem schaukelt es sehr auf dem Boot. Wir verweilen hier einige Zeit und dann geht es langsam weiter, zu Felsen, wo Tordalks und Krähenscharben sitzen. Hier kommen wir ziemlich nahe an sie heran, wobei die Schwierigkeit mit dem schaukelnden Boot bleibt. Weiter geht es zu den Basstölpeln vorbei an unzähligen Möwen. Dabei brauche ich nicht erwähnen, dass das ein oder andere Verdauungsendprodukt bei uns auf dem Boot landet. Die Basstölpel sitzen sehr hoch in der Felswand. Wir fahren noch in eine kleine Felsöffnung / Grotte, in der es auch sehr muffig richt. Bei den Möwenkolonien sehen wir auch einige Seeadler, die hier auf Nahrungssuche sind. Anschließend geht es um den Leuchtturm herum. Jetzt wird die Partie deutlich schaukeliger, aber der alte Norweger freut sich über seinen Leuchtturm. Ein letztes Mal geht es an einer Kormoranansammlung vorbei. Ich sage noch zu Silke, dass sie bei diesem Seegang kaum vernünftige Bilder machen kann und sehr wahrscheinlich nur die Wiese im Hintergrund erwischt. Aber sie kann wie immer nicht hören und jetzt haben wir ein paar schöne Bilder mit Hangwiesen, allerdings mit schwarzen Flecken im Vordergrund. Zum Glück macht sie aber nicht so viele Bilder wie der mitreisende Holländer. Der drückt bei seiner Nikon auf Dauerfeuer und hat anschließend bestimmt fast Filmszenen auf der Karte. Viel Spaß beim sortieren! Weiter geht die Fahrt auf dem kleinen Bötchen Richtung Heimathafen. Der Kapitän bietet uns nun einen Schluck Brause an, die absolut supersüß schmeckt. Urplötzlich wird mir speiübel und ich bekomme das Zeugs nicht mehr runter. Silke fragt noch warum ich denn so grün im Gesicht aussehe. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich Seekrank. Ob es nun die Schaukelei, die komische Brause oder der ständige Blick durch die Kamera war (oder alles kombiniert) mir war nicht mehr gut. Zum Glück erreichen wir bald den Hafen und ich kann mich wieder in den schaukelnden Landy setzen, der mir wesentlich lieber ist! Zurück auf dem Campingplatz gehen wir duschen und so langsam geht es mir auch wieder besser. Wir genießen die Ruhe auf dem Campingplatz, denn heute ist nur ein Holländer hinzu gekommen. Gegen 23:30 krabbeln wir ins Zelt.

18. Tag Mo. 29. Juni
Norwegen: Insel Runde
Wir wachen gegen kurz vor 8:00 auf. Der erste Blick aufs Zelt zeigt, dass die Möwen auch keine richtige Nachtruhe einlegen, denn es ist wieder mit weißen und braunen Flecken übersäht (was fressen die bloß?). Wir lassen uns mit dem Frühstück Zeit und genießen die warme Sonne. Beim Kiosk fragen wir noch einmal wegen dem Eiksundtunnel nach und erfahren, dass man die Rechnung nach Hause geschickt bekommt wenn man es nicht an einer der vorgegeben Tankstellen bezahlt, oder bei Ausländern evtl. auch Glück hat und keine Post bekommt. Wir fahren also nach Fosnavag zum Einkaufen und zur Bank. Gegen 13:30 sind wir zurück und schmeißen den Grill an. Nachdem die Würstchen ein wenig angebrannt sind, ziehen jetzt auch noch dunkle Wolken auf. Ein wenig später als Silke beim Karten schreiben ist fallen auch die ersten Regentropfen heraus. Hoffentlich wird das nicht noch schlimmer!
Trotzdem klettern wir um 18:00 wieder mit vollem Fotogepäck zu den Papageientauchern nach oben. Auch einige Fotografen mit größerem Gepäck sind schon unterwegs. Wir klettern die Leiter herunter um an die andere Stelle zu kommen. Hier sind einige Nester direkt unterhalb der Absperrung und auch welche oberhalb im Felsen. Ich versuche mich mit Flugaufnahmen, nachdem mein vollgeschwitztes Hemd gewechselt ist. Aber irgendwie sind diese kleinen unbeholfen wirkenden Papageientaucher ziemlich schnell im Flug und es zischt richtig, wenn sie vorbei fliegen. Ein Pärchen aus Osteuropa kann es nicht lassen und klettert über die Absperrung um bessere Bilder zu erhalten. Es gibt leider immer wieder Leute die die Regeln brechen müssen. Schade! Am Horizont ziehen langsam sehr dunkle Wolken auf und es dauert nicht lange und wir sehen die ersten Blitze und hören das Grollen. Also entscheiden wir uns lieben den Rückweg anzutreten und packen ein. Dass das Gewitter so schnell näher kommt, haben wir auch nicht gedacht. Es ist 21:00 als wir am Campingplatz ankommen, während uns auf der Rücktour immer noch Leute entgegen kommen, die noch nach oben wollen. Kurz vorm Zelt bekommen wir die ersten Regentropfen ab. Schnell stellen wir alles was noch draußen steht ins Zelt und dann fängt es auch schon richtig an zu gießen In dem jetzt etwas vollgemüllten Zelt warten wir bis eine Regenpause einsetzt, um uns zu duschen. Die Zeit vertreibt sich Silke mit Joghurt Essen. Ich warne sie noch, dass dieser sehr flüssig ist und ich mir das T-Shirt vorhin vollgesaut habe. Sie sagt, sie könne essen und schwups ist das Hemd, der Stuhl und das Zelt mit Joghurt bekleckert – von wegen! In einer Regenpause geht es schnell zum Toilettenhäuschen und zu den Duschen. Gegen 23:00 geht es, während es noch fröhlich weiter regnet, ins Bett.

19. Tag Di. 30. Juni
Norwegen: Insel Runde - Fahrt an den Sognefjord Lavik
Irgendwann in der Nacht hat es aufgehört zu regnen. Das Zelt ist durch den leichten Wind auch schon fast wieder trocken. Als wir uns den Himmel nach dem Aufstehen anschauen, ist es bewölkt mit einigen blauen Flecken. Aber schon nach kurzer Zeit sehen wir wieder dunklere Wolken auf uns zu kommen. Also entscheiden wir uns jetzt lieber erst das fast trockene Zelt abzubauen. Dafür müssen wir allerdings alles was wir gestern hinein geschmissen haben, wieder herausholen. Unsere Schlafsäcke packen wir erst einmal hinten ins Auto, damit sie trocknen können. Zum Glück ist das Zelt zumindest schneller abgebaut als aufgebaut. Anschließend frühstücken wir noch in aller Ruhe. Wir verstauen den Rest im Auto und dann verabschieden wir uns von Runde. Es geht wieder Richtung Eiksundtunnel, doch kurz davor steht ein Polizeiwagen und die Ampel steht auf Rot. Wir erfahren, dass hier vor zwei Tagen ein schwerer Unfall mit fünf Toten stattgefunden hat. Das erklärt auch die vielen Blumen an der Einfahrt. Jetzt wird gerade noch einmal die Statik überprüft. Es soll noch ca. 1 Stunde dauern, könnte aber auch in einer halben vorbei sein. Die eine mögliche Alternative aber auch Umweg würde laut dem Polizist mindestens 2 Stunden dauern. Also stellen wir uns auf einen Parkplatz und warten. Und wir haben Glück schon nach 20 Minuten wird der Tunnel wieder geöffnet. Die Geschwindigkeit wurde auf 50km/h reduziert. Die Unfallstelle fast am tiefsten Punkt des Tunnels ist deutlich zu erkennen, da Beton an den Wänden fehlt. Bei Volda nehmen wir die Fähre nach Folkestad. Von dort geht es auf der E39 weiter über Nordfjordeid mit der Fähre von Lote nach Anda. Die Straße E39 die wir befahren, ändert sich ständig: mal ist sie gut ausgebaut und Augenblicke später ist sie wieder eng und schlängelt sich am Berg entlang. Das Wetter ist die ganze Zeit durchwachsen, es kommt sogar mal die Sonne heraus. Überwiegend gibt es aber Wolken. Über Foerde geht es weiter die E39 bis zum Sognefjord und dann nach Lavik. Im Vorbeifahren sehen wir gegen 17:00 ein Auto mit Stader Kennzeichen unterhalb der Straße stehen. Wir haben das Ferienhaus von Brittas Eltern erreicht. Allerdings sind zur Zeit nur Bernd und Angelika da (Onkel und Tante von Britta). Britta hatte uns auch wieder eine SMS geschrieben, dass sie heute unterwegs sind und erst gegen 18:30 zurück sein werden, aber leider war unser Handy mal wieder nicht an. Also setzen wir uns zu den beiden auf die Terrasse des schönen Ferienhauses und erzählen ein wenig von unseren Erlebnissen. Unser Zelt hängen wir noch einmal zum Trocknen über die Holzbrüstung der Terrasse. Gegen kurz vor 19:00 kommt Britta mit ihren Eltern. Wir erzählen erst einmal viel und der Grill wird angeschmissen. Es gibt Bratwurst und Fleisch mit Salat – lecker! Als wir noch einmal ein paar Sachen aus dem Auto holen, werden wir von der Nachbarin vollgequatscht, die sich darüber beschwert, dass hier so viele Autos stehen. Es würde alles zu ihrem Grundstück gehören und es ist immer wieder ein Problem. Wir erzählen Ihr, dass wir nur eine Nacht bleiben und sie ist vorerst beruhigt. Wir sitzen anschließend noch bis 24:00 im Haus und erzählen über unsere Erlebnisse im Urlaub und Neuigkeiten von zu Hause. Auf dem Dachboden, wo noch mal zwei Betten stehen, schlagen wir unser Nachtlager auf.

20. Tag Mi. 01. Juli
Norwegen: Lavik - Fahrt zum Sorfjord (Tag der 1000 Tunnel)
Gegen 8:00 stehen wir auf und warten, dass wir ins Bad können. Gegen kurz nach 9:00 geht es an diesem wieder sehr sonnigen Morgen auf die Terrasse zum Frühstück. Auch Angelika und Bernd kommen zum Frühstück aus ihrem Wohnmobil herunter. Es wird wieder viel erzählt und so kommen wir schließlich erst um 11:00 los, nachdem wir noch ein paar Tipps für unsere heutige Route bekommen haben. Morgen Abend treffen wir uns dann mit Britta bei Ihr zu Hause in Sandnes. Wir fahren zuerst nach Lavik, um von dort mit der Fähre nach Ytre-Oppedal über den Sognefjord überzusetzen. Wir schaffen es mit einer Punktlandung gerade noch auf die Fähre, die kurz vorm Ablegen war. Dann fahren wir die E39 Richtung Bergen. Immer wieder fährt man durch kurze und auch mal längere Tunnel, so dass das Aufsetzten der Sonnebrille kaum lohnt. Kurz vor Bergen geht es auf der E16 Richtung Indre Arna und von dort auf der E7 nach Norheimsund. An einem Wasserfall bei Skeie, unter dem man laufen kann, machen wir einen kurzen Stopp. Weiter geht es ein kurzes Stück auf der E49 nach Torvikbygd, wo wir wieder einmal mit der Fähre über den Hardangerfjord nach Jondal übersetzen. Von dort fahren wir zuerst 19km zum Folgefonna Gletscher hinauf. Die Straße oder besser gesagt der Weg ist einspurig und mit sehr vielen Schlaglöchern übersäht. Immer wieder kommt uns ein Auto entgegen und wir müssen ausweichen. Auf dem Weg dorthin sehen wir noch eine Art Zeltlager oder Jugendherberge für Snowboarder, die ordentlich Party machen. Wir fahren immer höher hinauf, die Landschaft wird immer karger und schneereicher und kommen schlussendlich auf einer Höhe von 1201m auf einem Parkplatz an (wir sind bei 0m vor 19 km gestartet). Hier oben ist es nur noch 11 °C warm (vorher waren es 22 °C). Der Platz sieht aber sehr trostlos aus mit ein paar Gebäuden und viel Dreck drumherum. Der Schlepplift hinauf auf den Gletscher ist schon außer Betrieb und so will Silke mit Ihren Sandalen an den Füssen unbedingt ein Foto vor den ganzen Schneemassen. Als sie bis zum Knöchel einsackt, schreit sie, dass ich mich beeilen soll mit dem Foto. Anschließend ziehen wir etwas enttäuscht wieder von dannen und machen uns auf den Weg nach unten. Dabei kommt uns noch ein LKW mit Steinen entgegen, dem wir gerade noch ausweichen können. Mittlerweile ist es schon kurz vor 19:00 und wir fahren durch eines der Hauptobstanbaugebiete Norwegens, welches größer als das Alte Land sein soll. Unser Ziel ist eigentlich die Fähre von Utne nach Kinsarvik. Bedingt durch die immer noch sehr enge, kurvenreiche und schlechte Straße kommen wir aber nur sehr langsam vorwärts. Erst gegen kurz vor 20:00 erreichen wir Utne. Leider fährt die nächste Fähre erst um 21:00 und so entscheiden wir uns für die Weiterfahrt nach Odda auf der 550, die dann zum Glück auch auf einmal viel besser und breiter wird. So kommen wir wieder über den dritten Gang hinaus und machen ein wenig Strecke. Kurz vor 21:00 stoppen wir am Sorfjord auf dem Eikhamrane Campingplatz und bauen unser kleines Zelt auf. Wir kochen Nudeln mit Suppe. Silke fragt dann noch unsere Nachbarn nach einem Dosenöffner und es stellt sich heraus, dass es sich hierbei um die Besitzer eines kleinen Outdoor-Reise Verlages aus Deutschland handelt. Gegen 23:30 krabbeln wir ins Zelt.

21. Tag Do. 02. Juli
Norwegen: Sorfjord – Fahrt nach Sandnes
Um 7:00 stehen wir auf. Ich habe nicht sehr gut geschlafen, da wir beim Zelt aufstellen zwar gesehen haben, dass der Platz leicht abschüssig ist, nicht aber dass wir so schief stehen, dass ich auch noch fast auf Silke gerutscht bin. So war ich die halbe Nacht damit beschäftigt, mich auf der glatten Oberfläche der Isomatte wieder noch oben zu ziehen. Das Frühstück ist dafür umso erfreulicher und langsam erwacht auch der kleine Campingplatz zum Leben. Gegen 9:30 setzen wir unsere Fahrt auf der 550 fort. Die Straße ist weiterhin gut zu fahren und schlängelt sich am Ufer entlang. Ab und zu unterbricht wieder ein Tunnel die Aussicht. In Odda geht’s auf die E13 nach Skare. Heute stehen zwei Wasserfälle auf dem Programm, den Latefossen erreichen wir zuerst, an dem auch schon rege Betriebsamkeit herrscht. Leider kommt das Licht direkt von vorne und die Gischt spritzt auch sehr hoch und weit. Die Norweger verstehen es zusätzlich auch noch schöne Natur mit Kiosken oder Souvenirshops zu zerstören. Also fahren wir nach einigen Minuten auf der E134 weiter. Am Langfossen überquert die Straße den Wasserfall mit einer hässlichen Betonbrücke, bevor er in den Fjord fällt. Die Sonne kommt auch von vorne, aber man kommt näher an die herabstürzenden Wassermassen heran ohne nass zu werden. Weiter geht’s auf der E134 über Etne, wo wir noch kurz einkaufen bis kurz vor Haugesund wo wir in Aksdal auf die E39 abbiegen um dann von Arsvagen nach Mortavik mit der Fähre zu fahren. Kurz vor 15:30 überholen uns einige Norweger. Das kann nur bedeuten, dass die Fähre gleich ablegt. Wir erreichen das Kassenhäuschen um 15:28, bezahlen und kommen als letztes Auto auf die Fähre, welche zwei Autodecks hat. An Deck gönnen wir uns einen Poelser und schauen uns ein wenig um. Später werden wir erfahren, dass sich Britta auf der gleichen Fähre befand nur im Unterdeck. Anschließend fahren wir Richtung Stavanger und kaufen an einem Stand nochmals leckere Erdbeeren. Da wir ein bisschen früh dran sind, rufen wir Britta an und erfahren, dass sie gerade einkauft und gleich zu Hause sein wird. Wir schauen schon mal wo sie wohnt und finden dank GPS die richtige Straße. Augenblicke später ist sie auch da und wir räumen erst einmal einige Sachen in ihre Wohnung. Zum Abendessen gibt es frischen Fisch, den Britta gestern noch mit ihrem Vater und Onkel im Sognefjord gefangen hat. Die fertigen Fischfilets gibt es mit Kartoffeln und Gurkensalat – lecker! Wir sitzen noch bis um 23:30 auf der Terrasse. Dann geht es ins Bett, denn Morgen haben wir Großes vor!

22. Tag Fr. 03. Juli
Norwegen: Sandnes - Preikestolen
Um 7:30 klingelt der Wecker und es gibt Frühstück. Danach packen wir unsere Wandersachen für den Preikestolen. Meine durch die Blasen noch immer geschundenen Füße werden mit Blasenpflaster und Tapeband präpariert (Britta die des öfteren Wandertouren unternimmt und sich mit Blasen auskennt, gibt uns wertvolle Tipps!!!). Kurz vor 10:00 fahren wir mit Britta los. Mal wieder liegt zwischen unserem Ziel eine Fährfahrt und zwar von Lauvvik nach Forsand. Kurz vor der Zufahrt zum Preikestolen merken wir schon, dass heute viele Besucher dort sein werden. Der Parkplatz ist sehr voll und wir parken ganz am Ende. Gegen 11:00 brechen wir nach oben auf. Vor uns liegt ein 3,5 langer Weg auf schlussendlich 604m Höhe. Das erste Stück geht es steil hinauf und der Weg besteht zum Teil aus Geröll und größeren Steinen. Wir machen die erste Trinkpause vor dem ersten Plateau und werden dabei von vielen Leuten überholt. Überhaupt scheint das hier für einige eine Rennpiste zu sein oder es geht vielleicht auch darum irgendeinen Rekord zu brechen. Man merkt auch die unterschiedliche Vorbereitung von einigen Wanderern. Welche laufen mit Profi Wanderschuhen und einem Rucksack mit Getränken nach oben, während andere mit Sandalen und Turnschuhen und zum Teil sogar ohne Getränke loslaufen. Auffällig ist auch, dass viele Frauen einfach im Bikini und Wanderschuhen den Berg besteigen! Es geht insgesamt noch drei weitere Mal steil bergan und dabei zum Teil über große Steine und Felsbrocken. Zwischendurch gibt es immer wieder kurze Erholungphasen durchs Moor oder an einem kleinen See vorbei. Gegen kurz nach 13:00 erreichen wir den Preikestolen, der natürlich schon voller Menschen ist. Viele sitzen herum und einige lassen ihre Beine an der Felskante, die immerhin 604 in den Fjord hinabfällt, baumeln. Wir schauen uns um und setzen uns dann erst mal um uns zu stärken und Essen und Trinken. Leider gibt es hier oben keinen Schatten. Eine spanische Reisegruppe begrüßt jedes Mitglied beim Erreichen des Preikestolens durch lautes Gegröle und Geklatsche. Es fallen halt immer wieder welche auf. Aber auch die Deutschen erkennt man schnell und zum Teil stimmen auch einige Vorurteile. Wir machen anschließend noch eine kleine Foto-Session und Silke traut sich auch die Beine baumeln zu lassen. Gegen 14:30 starten wir unseren Rückweg. Es strömen uns noch immer Massen entgegen und an einigen Punkten wird es immer wieder eng, wenn jemand unbedingt überholen muss oder nicht warten kann bis man eine breite Ausweichstelle gefunden hat. Wir machen an einem Schattenplatz nochmals Pause und merken wie langsam die Konzentration und die Kraft einfach nachlassen. Besonders auf den steilen Stellen mit den großen Steinen kann das wehtun. Um 16:00 sind wir wieder unten und es gibt zur Belohnung erst einmal ein Eis und ein kaltes Getränk aus dem Kiosk. Auf der Rückfahrt gehen wir noch einkaufen und dann gibt es endlich die lang ersehnte Dusche. Auch meine Füße haben alle überlebt! Um 19:00 fahren wir dann nach Stavanger um dort Essen zu gehen. Hier finden gerade die Beachvolleyball Weltmeisterschaften statt und somit ist es recht voll. Das Hafenviertel tobt voller Leben, aber wir finden einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe (was meinen Füßen sehr gut tut). Nachdem wir einen funktionierenden Geldautomaten gefunden haben, finden wir auch in einem Restaurant noch Platz für uns und wir bestellen uns etwas leckeres. Anschließend wandern wir noch einmal an der Hafenmole entlang und schauen uns die Altstadt an. Um 22:00 sind wir wieder bei Britta in der Wohnung und schaffen es aber nur noch bis 23:00 uns wach zu halten. Auch die Party von der Tochter von Brittas Vermietern stört uns nicht. Wir fallen erschöpft und müde ins Bett.

23. Tag Sa. 04. Juli
Norwegen: Sandnes - Fahrt nach Kristiansand
Heute geht es leider schon wieder in Richtung Heimat. Gegen kurz vor 8:00 stehen wir auf und Frühstücken. Dann packen wir unsere Sachen und Britta erzählt noch einmal wo wir auf der E39 nach Kristiansand auf Blitzer achten müssen. Nachdem das Auto wieder gepackt ist, kommen wir um 11:00 los. Wir tanken nochmals auf und halten an einem Rastplatz an, da wir während der Fährt ständig ein Klackern hören. Es stellt sich heraus, dass es wohl nur Steine in dem Profil der Reifen sind. Ich ziehe nochmals die Radbolzen nach und stelle fest, dass sich einige gelöst haben. An einer Raststätte machen wir noch eine kurze Mittagspause und erreichen gegen 14:15 schon Kristiansand. Während der Fahrt haben wir unseren Plan mal wieder ein wenig geändert und wollen jetzt schon versuchen eine Fähre früher zu bekommen. Im Ticketshop von Colorline bekommen wir nur noch Platz auf der Fähre um 1:30 heute Nacht. Wir buchen noch einen Schlafsessel für jeden dazu und müssen nichts für die Umbuchung zahlen. Anschließend wollen wir noch ein wenig das sonnige Wetter genießen und irgendwo an den Strand bzw. ans Meer, aber das stellt sich als ziemlich schwierig heraus. Entweder es ist Privatbesitz, privates Parken oder es ist schlicht und einfach kein Zugang zum Meer vorhanden. Gegen 17:00 finden wir endlich ein Plätzchen direkt am Wasser wo wir lesen und Tagebuch schreiben können. Um 20:00 sind wir wieder zurück am Hafen und gehen lecker Poelser essen und rufen nochmal zu Hause an. Wir vertreiben uns noch die Wartezeit mit dem Festzurren unserer Dachboxen bis wir uns um 22:30 in die Schlange zum Check-In stellen. Mal wieder haben wir die falsche Schlange erwischt, denn vor uns geht es überhaupt nicht weiter. Nach 20min wechseln wir den Schalter und kommen auch prompt an die Reihe so dass wir uns anschließend in die Schlange der Wohnwagen und Wohnmobile einreihen können. Mittlerweile ist es schon stockdunkel draußen und wir versuchen noch ein wenig im Auto zu schlafen, was natürlich nicht sehr gut geht, erstens ist es noch ziemlich warm und zweitens recht laut um uns herum.

24. Tag So. 05. Juli
Norwegen/Dänemark/Deutschland: Fähre Kristiansand - Hirtshals
Um 0:45 fährt die Colorline ein und ca. 30 min später fahren wir auch schon auf die Fähre hinauf und begeben uns anschließend auf die Suche nach unserem Schlafsessel. Während wir es uns versuchen so gemütlich wie möglich zu machen, merken wir gar nicht, dass das Schiff pünktlich um 1:30 abgelegt hat. Der Schlaf ist natürlich nicht sehr erholsam und als wir um 5:15 in Hirtshals anlegen, sind wir alles andere als ausgeschlafen. Dänemark empfängt uns mit grauem Nieselregenwetter, aber zum Glück ist die Autobahn frei, es befinden sich mehr oder weniger nur Colorlinereisende auf der Straße. Wir machen an einer Raststätte halt und frühstücken erst einmal Wheetabix. Frisch gestärkt geht die Fahrt weiter, zwischendurch halten wir uns mit Eiskaffee wach, denn Silke die zwar versprochen hat, mich während der Fahrt zu unterhalten und somit wach zu halten, kann selbst Ihre Augen nicht mehr offen halten, so dass Sie ständig einschläft. Kurz nach Flensburg halten wir nochmals an und trinken einen weiteren Kaffee, der uns für die restliche Fahrt wach hält, selbst Silke schafft es! Um 12:30 erreichen wir endlich unser zu Hause. Wir sind stolz auf den Landy, dass er uns ohne irgendwelche Probleme durch Skandinavien gebracht hat und freuen uns schon auf den nächsten Urlaub mit ihm!

Fazit
Insgesamt haben wir auf dieser Tour 5054,2 Kilometer hinter uns gebracht. Der Landy musste durch unzählige Tunnel fahren und wurde 11 mal mit einer Fähre übergesetzt.
Wir haben im Verhältnis nicht so viele Fotos wie in den letzten Jahren gemacht. Vor allen Dingen sind weniger Tierfotos entstanden, dafür mehr Landschaftsbilder (wo wir noch viel üben müssen!).
Aber wir sind uns sicher: wir kommen zurück!!! Die Planung kann beginnen!

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