Schweden 2015 - Kleinert-foto

Direkt zum Seiteninhalt

Schweden 2015

Reiseberichte
 
Reisebericht Schweden 2015

23.07.2015 Abfahrt nach Kiel Fährhafen

Heute Abend geht es auf die Fähre. Die Aufregung ist wohl bei den Kindern angekommen, denn sie wachen schon um 5:30 Uhr auf! Obwohl wir gestern Abend noch einiges gepackt haben, wartet heute noch ein wenig Arbeit auf uns, bevor wir los können. Also ist es nicht schlimm, dass wir schon so früh am Frühstückstisch sitzen.
Wir hoffen auch, dass die Entscheidung richtig war, Sinja die letzten beiden Tage nicht in den Kindergarten zu schicken, da es dort mal wieder etwas Schönes zum Mitnehmen gab: Scharlach und Staphylokokken. Da wir schon im letzten Jahr so tolle Erfahrungen mit Krankheiten im Urlaub hatten, haben wir in diesem Jahr darauf verzichtet!
Ich unterbreche das Frühstück zwei Mal, da zwei junge Turmfalken ausgerechnet heute ausgeflogen sind, die nun von den Eltern draußen gefüttert werden. Das will ich natürlich auf mittelmäßigen Knipsbildern festhalten!
Etwas später um 8:30 Uhr kommen meine Eltern, um uns zu unterstützen und die Kinder ein wenig abzulenken, denn die haben „Angst“, dass sie nicht mitkommen und wollen am liebsten schon ins Auto. Schnell kramen wir den Rest zusammen und schrauben die Kisten auf das Dach des Landy’s. Wie immer haben wir das Gefühl, dass wir viel zu viel mitnehmen!
Um kurz nach 11:00 Uhr gibt es zum Mittag Brot, aber die Kinder haben kaum Hunger. Punkt 11:30 Uhr geht es endlich los. Wir fahren die A1, über Bad Oldesloe, da auf der A7 mal wieder alles voll ist. Nach einer ziemlich ruhigen Fahrt (beide Kinder waren eingeschlafen) sind wir schon um 13:30 vollgetankt am Fähranleger. Silke checkt schon im Fährhafengebäude ein und um 15:30 Uhr setzen sich die Autos in Bewegung. Wir zeigen am Schalter unser Ticket und wollen auf die Fähre. Aber da winken uns zwei von der Hafen Security aus der Schlange. Der eine stellt uns Fragen, ob wir in Schweden jagen oder angeln wollen. Als ich verneine, schaut er unser Auto an und fragt: „Haben Sie sonst irgendwelche gefährlichen Gegenstände dabei, wie Äxte, Messer, Schusswaffen oder Ähnliches?“. Ich erzähle, dass wir tatsächlich eine Axt in der Dachbox haben und befürchte schon diese auspacken zu müssen, als er nur sagt: „Bitte im Auto lassen und nicht mit auf das Deck nehmen!“. Wir dürfen anschließend weiterfahren und hoffen jetzt, dass wir auf das richtige Deck gewiesen werden. Und es klappt! Wir stehen seitlich an erster Stelle vor der Ladeklappe bei den Wohnmobilen und LKWs und nicht wie im letzten Jahr auf dem PKW Deck.
Wir suchen unsere Kabine auf und gehen anschließend aufs obere Deck, wo die Kinder auf der Hüpfburg spielen. Um 18:00 gehen wir zum Essen ins Restaurant und treffen eine (zumindest für die Kinder) nicht so glückliche Wahl des Essens, denn es gibt viel Gemecker oder wie es auf See heißt, fast eine Meuterei! Anschließend gehen wir nochmal oben auf Deck und schauen wie die Fähre Fahrt aufnimmt und verschwinden um 20:00 Uhr in der Kabine. Aber die Aufregung ist immer noch zu spüren, denn die Kinder schlafen spät ein (das soll sich auch so fortsetzten!).
 
24.07.2015 Fahrt nach Våmhus / Våmåbadets Camping
 Um 6.20 Uhr haben wir uns den Wecker gestellt, denn wir wollen heute nicht hetzen. Die Kinder und wir haben eigentlich gut geschlafen. Um kurz vor 7:00 sind wir im Restaurant zum Frühstücken. Wie auch im letzten Jahr ist das obere, große Restaurant mit einer großen Schlange am Eingang, während das ein Deck tiefere Restaurant fast leer ist. Wir füllen unsere Teller und die Kinder sind begeistert, weil es Würstchen und Saft zum Frühstück gibt! Kurz bevor wir fertig sind, kommt das Kindermaskottchen, ein Affe namens Cocko, zu uns an den Tisch. Simon ist nicht begeistert und Sinja bekommt Kindertattoos geschenkt.
Wir gehen in die Kabine zurück und werden über Lautsprecher darauf hingewiesen, dass das Schiff 10 Minuten Verspätung hat. Wie bei der Bahn, nur eine deutlich bessere Informationspolitik! ;-)
Wir gehen zum Fahrstuhl und können schon aufs Fahrzeugdeck. Als sich die Laderampe endlich öffnet, sind wir eines der ersten Fahrzeuge, die bei aufgelockerter Bewölkung von Deck rollen. Allerdings hadern wir nach ein paar Minuten wieder mit unserem Navi herum, da wir die eingeschlagene Route nicht auf der Karte nachvollziehen können. So vergehen einige gestresste Minuten, die die Kinder mit Fragen wie z. B. „sind wir bald da“ aufzuheitern versuchen. Als sich schließlich herausstellt, dass wir richtig abgebogen sind, löst sich die Anspannung und es geht locker weiter. Da die Kinder eingeschlafen sind, versuchen wir möglichst viel Strecke hinter uns zu bringen. Gegen 13:30 sind alle wieder wach und wir haben alle Hunger. Allerdings ist es in Schweden nicht unbedingt so, dass man alle paar Kilometer einen Rasthof oder so findet. Deshalb vertrösten wir uns mit Keksen, Salzbrezeln, Gummibären und Schokolade. 120 Kilometer vor unserem Ziel wird Simon plötzlich unruhig und spuckt Augenblicke später! Sofort fahre ich eine kleine Schotterpiste rein und wir säubern erst einmal alles Wichtige. Während wir da so stehen, kommt ausgerechnet hier ein großer LKW an, um für die zwei Häuser, die am Ende der Straße stehen Waschmaschinen zu bringen. Diese werden allerdings an der Einfahrt ausgeladen und wir können nicht vernünftig wenden. Silke muss ein paar Äste zur Seite rollen und irgendwie schaffe ich es dann doch umzudrehen.
 Aus Sympathie, Solidarität oder irgendeinem anderen Grund wird Sinja nun auch schlecht und die Weiterfahrt zieht sich umso mehr! In Mora tanke ich nochmal voll und wir erreichen den Campingplatz um 17:10 Uhr. Der Zeltaufbau klappt trotz fehlender vorheriger Probe nach einem Jahr Pause wieder gut. Allerdings habe ich mich mit unseren 40m Kabel ein wenig verschätzt und so fehlen am Ende 2m. Zum Glück gibt es noch ein weiteres kurzes Verlängerungskabel.
Zur Feier des Tages gibt es Tortellini, nachdem wir uns notdürftig eingerichtet haben. Um 20:30 Uhr sind die Kinder nach dem Toben müde geworden und wir verschwinden im Bett, das allerdings wie das ganze Zelt ein wenig schief steht!
Ich probiere anschließend noch ob die Duschzeiten pro Münze verlängert worden sind und stelle fest, dass in der Nähe unseres Zeltes vor kurzem noch ein Hundeklo war, denn es riecht nach Hundepipi! Um 23:00 geht das Licht aus!
25.07.15 Våmhus / Våmåbadets Camping
Gegen 6:00 Uhr wird Simon wach und es dauert nicht lange, bis auch Sinja die Augen öffnet, da wir wie im letzten Jahr auch alle oben im großen Bett quer schlafen. Es ist sehr frisch geworden, aber ein Blick durchs Fenster zeigt, dass die Sonne scheint und nur noch ein paar halbe Stunden braucht um unser Zelt zu aufzuwärmen. Ich schlüpfe schnell in meine Sachen und verlasse das Zelt Richtung Toilettenhäuschen. Beim Rückweg schaue ich auf das Thermometer, welches mittlerweile in der Sonne hängt: 5,6 Grad!
Wir bereiten das Frühstück vor und die Sonne schafft es uns langsam wieder aufzuwärmen und so können wir nach kurzer Zeit die Mützen abnehmen. Ich baue unseren Bollerwagen zusammen und wir wollen bis zum kleinen Einkaufsmarkt im Dorf gehen. Vorher holen wir noch ein paar Infos am Campingplatz über naheliegende Ausflugsziele.
Als wir endlich loszuckeln, meckert Simon rum, weil er lieber von Anfang an in den Bollerwagen möchte. Allerdings will er nach ein paar Metern, wo Pferde auf einer Weide stehen und als wir über den Fluss gehen wieder raus. Danach ist er so müde, dass er den Rest des Weges im Bollerwagen schläft. Beim kleinen Einkaufsladen kaufen wir ein paar Sachen wie Kakao, Eier, Spinat und ein paar Leckereien für die Kinder.
Zurück am Campingplatz gibt es Spinat und wir spielen mit den Kindern am Strand des Sees. Leider hat es sich mittlerweile zugezogen und es sieht nach Regen aus. Ein paar Mittelsäger ziehen draußen vorbei und auch ein Fischadler ist zu sehen.
Um 17:00 fängt es an zu Regnen und wir genießen unser Abendbrot (Suppe) unterm Sonnentarp. Heute geht es früher ins Bett und wir hoffen, dass es Morgen keinen Regen gibt!
26.07.15 Våmhus / Våmåbadets Camping
Was für eine Nacht! Es hat ohne Unterbrechung (gefühlt) durchgeregnet und zusätzlich ist der Wind ein wenig kräftiger geworden. Da sich der Regen im Zelt immer kräftiger anhört, als er wirklich ist, denke ich, dass ich die paar Meter zu den Toiletten auch ohne Regenjacke schaffe. Manchmal lernt man immer noch dazu! Zwischen uns und dem Haus ist ein großer See entstanden und die Wiese gibt sabschende Geräusche von sich. Auf dem Rückweg weiß ich, dass die Regenjacken gebraucht werden und hole sie aus dem Auto.
Wir frühstücken im Zelt und überlegen, was wir heute machen wollen. Wir lesen, spielen und toben im Zelt und irgendwann testen wir sogar einmal ob die Regensachen wirklich dicht sind und wie tief die riesige Pfütze ist! Zum Mittag machen wir die Linsensuppe aus der Konservendose. Gut, dass wir so gut ausgerüstet sind. Zwischendurch gucke ich mal im „mobilen“ Internet, was die Wettervorhersage uns noch so alles bringen wird.
Gegen 15:00 Uhr dreht endlich jemand den Wasserhahn ab und es hört auf zu regnen. Spontan entscheiden wir uns dafür mit dem Auto nach Orsa zu fahren. Wir schauen uns ein wenig um und stellen fest, dass es hier nur so von amerikanischen Autos wimmelt. In Rattvik war ein Classic Car Event, und da die Schweden auf die alten, sechs Meter langen und blubbernden Schrottkisten stehen, riecht es nach Benzin. Denn die Hälfte der 30 Liter, die die Kisten verbrauchen, läuft unverbrannt aus den Auspuff.
Als wir in den Supermarkt wollen, stelle ich erschrocken fest, dass der Aufbruch wohl für mich zu schnell ging, denn ich habe alles vergessen: Papiere, Geld, Scheckkarten und Handy. Also fahren wir wieder zurück und die Kinder schlafen ein.
Wieder am Campingplatz angekommen, spiele ich mit den Kindern am Strand und auf dem Spielplatz, während Silke eine Suppe kocht (es ist halt Suppenwetter bei 14 Grad Tageshöchsttemperatur).
Der Regen hatte auch sein Gutes, denn es riecht nicht mehr so stark nach Hundepipi bei uns am Zelt! Bis 20:00 halten wir noch durch, dann fallen die Kinder ins Bett, nicht ohne nochmals Quatsch zu machen!
27.07.15 Våmhus / Våmåbadets Camping, Orsa Bärenpark
Um 6:30 ist unsere Nacht wieder zu Ende. Immerhin: Es ist wieder etwas kühler und das fehlende prasseln auf dem Zeltdach kann nur bedeuten, dass irgendwo da draußen die Sonne lauert! Beim Gang zur Morgentoilette bestätigt sich der Anfangsverdacht: die Sonne scheint und nur wenige Wolken sind unterwegs.
Nach dem Frühstück wollen wir zum Orsa Bärenpark fahren und deshalb beeilen wir uns. Trotzdem schaffen wir es erst um kurz vor 10:00 Uhr loszukommen (warum eigentlich?). Nach einer kleinen Abkürzung durch den Wald sind wir um 10:15 auf dem Parkplatz, diesmal aber ohne den Elch vom letzten Jahr gesehen zu haben. Auch hier sind wieder komische Amiautos abgestellt.
Eine kleine Schlange ist schon vor der Kasse, obwohl erst um 10:00 Uhr geöffnet wurde. Die Gehege sind recht groß und man sieht die Tiere nicht immer, weil die Versteckmöglichkeiten sehr gut sind. Nach dem Kinderkletterplatz will Simon schnell in den Bollerwagen, den Silke und ich zusammen den Berg hochasten.
Am Eisbärengehege (den kann man im Sommer gut sehen) ist gerade Fütterung und wir gucken zu. Danach wird es auch Zeit für uns etwas zu essen. An einem Imbiss holen wir Hot Dog und Pommes. Vor lauter Glück schmeiße ich noch meine Kamera auf den Boden, die meine lieblose Behandlung zum Glück nicht mit einer Funktionsstörung ihrerseits beantwortet.
Nach der Stärkung läuft Sinja die Berge gut weiter, während Simon im Bollerwagen ein wenig die Augen zumacht. Als er wieder wach ist, beobachten wir die Fütterung einer Braunbärin mit ihren zwei Jungtieren und genießen ein Eis dabei.
Als wir einmal rum sind, reicht es uns und wir fahren zurück zum Campingplatz. Vorher gehen wir in Orsa einkaufen, denn heute haben wir Geld dabei! Leider ist es wieder ein wenig spät, so dass wir es nicht schaffen im Touristeninformationshaus ins Internet zu gehen und die Wetterlage der nächsten Tage zu checken.
Auf dem Campingplatz wird es wieder voller und vor uns bauen Holländer und Belgier ihre Zelte auf. Nach dem Essen kommen wir mit dem Belgier ins Gespräch und die Kinder kaspern völlig übermüdet mit ihm herum. Um 20:30 versuchen wir die Kinder zum schlafen zu bringen, was nach einer halben Stunde auch klappt.
28.07.15 Fahrt nach Tännäskröket
Heute wachen wir richtig erst um 7:15 auf, sind aber trotzdem eine der ersten Familien die sich auf das Frühstück vorbereitet. Da uns draußen ein bedeckter Himmel erwartet, denken wir wieder darüber nach weiter zu fahren. Deshalb gibt es gekochte Eier, damit wir diese vor einem kapitalen Sachschaden retten können, falls wir weiterfahren. Während des Frühstückes blättere ich nochmals in dem Campingführer herum und sehe eine Anzeige wo man in Schweden freilebende Moschusochsen sehen kann! Sofort bin ich Feuer und Flamme und überzeuge Silke für die Weiterfahrt, da sich der Ort nur 230km weiter im Norden befindet.
Nun beginnt allerdings das endlose Gepacke, da wir es ja irgendwie nicht schaffen Ordnung in unser System zu bringen! Gegen kurz vor 12:00 mit den ersten Regentropfen haben wir es dann geschafft und fahren los, nachdem wir erst noch die Campingplatztante suchen mussten, um zu bezahlen.
Die Fahrt zieht sich auf der E45, aber die Kinder schlafen schnell ein. Es wird ganz schön hügelig und der Landy muss ganz schon asten.  Einen Teil der Strecke haben wir bereits 2009 einmal gemacht als wir von Finnland nach Norwegen gefahren sind. Plötzlich erreichen wir Tännäs und fragen in einem Shop nach. Wie es der Zufall so will, ist das genau der Ort, wo der Campingplatz bezahlt wird. Sie erklärt Silke einiges und schließt um 16:00 den Laden, sagt aber noch, wir sollen erst einmal schauen, ob uns der CP Tänneskröket gefällt und dann morgen bezahlen, da dort in der Rezeption keiner ist (die ist  abgebrannt) und außerdem ist es außerhalb der Saison. Wir fahren aber zuerst in den Ort zum Fiskecentrum wo wir Infos zu den Moschusochsen bekommen. Allerdings hört sich das ganze jetzt eher als Safaripark an, da wir einem Ranger mit dem eigenen Auto folgen. Mal sehen was das Morgen wird!?!
Dann beginnt die Suche nach einer Unterkunft für eine Nacht. Wir fahren zurück zu einem Wanderheim, der wie durch einen Zufall ein Familienzimmer mit 4 Betten frei hat. Allerdings sind uns 690K für das Zimmer mit Etagenklo und Dusche und dem Standard denn doch deutlich zu viel! Wir fahren weiter und kommen beim CP an. Dort stellen wir verwundert fest, dass das alles sehr merkwürdig ist. Ob das Toilettenhäuschen offen ist sehen wir nicht, denn wir begutachten zuerst die merkwürdigen Stellplätze auf Schotter. Ich sehe schon vor meinem Auge einen Hering nach dem anderen verbiegen! Dann schauen wir nach den Zimmern, aber außer einem Preis kriegen wir keine Info.  Uns begegnen noch zwei Deutsche in einem orangenen VW Bus, die auch nicht wissen wie es hier funktioniert. Schlussendlich entscheiden wir uns für ein 2 Bett Zimmer, da alles andere zu teuer ist und Silke ruft die Frau auf dem Schild an. Wir sollen zum Briefkasten bei der abgebrannten Rezeption gehen und dort einen Umschlag rausholen. Gesagt getan und wir können in einem zweigeschossigen Haus unser Zimmer beziehen. Sehr sauber und modern, voll für den Wintersport ausgelegt. Wir räumen ein paar Sachen aus dem Auto und Hänger in die Wohnung und Silke kocht Hühnersuppe, während ich mit den Kindern den Spielplatz aufsuche. Auf dem Rückweg haut sich Sinja einen langen Splitter in den Finger, so dass vor dem Abendbrot erst einmal eine Not-OP ansteht.
Danach duschen wir alle, denn hier gibt es ja unbegrenzt warmes Wasser ohne Duschmünzen. Um 20:30 schlafen die Kinder und wir überlegen, was wir morgen nach der Safaritour machen.
 
29.07.2015 Fahrt nach Ljusdal
 Um 7:00 soll eigentlich der Wecker klingeln, doch die Kinder sind schon wieder früher wach. Wir Frühstücken und packen alles, was wir gestern mühsam nach oben getragen haben wieder ein Stockwerk tiefer ins Auto zurück. Wieder voll beladen, fahren wir um 9:15 Uhr zum Fiskecenter. Dort erzählen wir einer älteren Frau, dass wir gerne an der Moschusochsentour teilnehmen möchten. Die erzählt uns aber (mittlerweile auf Deutsch, da vor Jahren ausgewandert), dass die Tour eigentlich ausgebucht ist und wir nur mit dürfen, wenn die eine bestimmte Rangerin kommt und uns mitnimmt. Na toll, hat der Kerl gestern ganz anders erzählt. Bis die Tour um 10:00 Uhr startet, dürfen wir noch ins Infocenter. Als die Rangerin kommt, ist alles kein Problem und wir folgen ihr im Auto. Der Landy ist der letzte, erst auf der Schotterpiste kommen wir wieder näher an die anderen Autos heran. Auf einem Parkplatz wird gestoppt und es geht in zwei Gruppen auf einen Turm, wo sie etwas über die Landschaft und die Moschusochsen, die hier im Grenzgebiet zwischen Norwegen und Schweden leben erzählt. Danach geht es zum Schaugatter, wo wir auf einer Plattform beobachten können wie sie einen großen Bullen, eine Kuh und ein Kalb füttert. Leider ist das nicht das, was ich eigentlich gehofft hatte zu sehen. Natürlich geht es hinterher noch in einen kleinen Verkaufsshop. Da wir dieses Projekt schon genug unterstützt haben, kaufen wir hier nichts.
Um 12:00 Uhr holen wir beim Fiskecentrum unseren abgestellten Hänger ab und die Rangerin die zweite Gruppe. Beim Sportladen bezahlen wir die Nacht im Apartment und machen uns auf dem Weg nach Südosten. Von unterwegs aus rufen wir Markus von Wildsweden an. Er will klären, wie es bei den Vielfraßen aussieht und verspricht einen Rückruf. Kurze Zeit später ruft er zurück und sagt das ich morgen Nacht hin kann. Weil wir noch bei Ängra vorbeikommen, schauen wir schnell hin. Ein alter Bauernhof an einem schnell fließenden Fluss. Auf einer Wiese kann man campen. Aus irgendeinem, bis heute nicht nachvollziehbaren Grund, entscheiden wir uns für die Weiterfahrt, auch weil wir noch ein wenig Lebensmittel kaufen müssen. Im nächsten Ort Färila, 30 Km entfernt, gibt es einen Campingplatz, der auch nicht besetzt ist und sehr merkwürdig aussieht. Also geht es weiter bis Ljusdal. Dort beziehen wir den Campingplatz, der auf den ersten Blick nicht schlecht aussieht. Also bauen wir auf, da wir für alles andere keine Zeit mehr haben. Danach gehe ich mit den Kindern zum Spielplatz und zum Strand des Sees, der schwer zu erreichen ist und irgendwie auch ein wenig schmuddelig wirkt.
Silke hat unterdessen mal wieder fürs warme Essen gesorgt. Danach geht es schon bald ins Bett für die Kinder. Nun stellen wir leider fest, dass die nahe Straße doch ziemlich laut ist, wir neben einer Assifamilie aufgebaut haben und das versprochene Internet nur am Häuschen in einer bestimmten Haltung wirklich funktioniert, die nicht zum langen surfen einlädt!
30.07.2015 Fahrt nach Ängra
Total missmutig stehen wir um 7:30 auf. Die Straße nervt total! Ich fahre doch nicht in den Urlaub nach Schweden, um dann an einer Straße zu zelten. Schnell ist beim Frühstück die Rede von der Weiterfahrt. Sinja möchte aber nicht schon wieder alles zusammen packen und meckert rum.
Nach dem Frühstück kommt der Vater der Assifamilie herüber und will unser Zelt von innen sehen. Etwas verwundert über seinen Befehlston zeigen wir ihm unser Zelt und stellen fest, dass sein Englisch noch schlechter ist als meins.
Um 10:00 Uhr als wir noch immer am Grübeln sind, ob wir weiterfahren, gehe ich zu den Toilettenhäuschen und stelle fest, dass diese gerade wegen Reinigung geschlossen sind. Auch Silke stellt dies bei den Frauen fest. Und das alles, obwohl dieser Campingplatz im Internet so gute Bewertungen erhalten hat. Ich meckere weiter drauf los und um 11:00 fällt die Entscheidung! In Rekordzeit packen wir alles zusammen und schaffen es in einer ¾ Stunde, bevor wir einen weiteren Tag bezahlen müssen.
Im Ortskern kaufen wir nun noch ein und holen Geld. Allerdings klappt nur das erste, da irgendwie die Automaten unsere Karten nicht mögen. Erst in Färila haben wir Glück und bekommen Geld aus dem Automaten.
Zurück in Ängra suchen wir uns auf der abschüssigen Wiese einen Platz und haben ein etwas zu kurzes Stromkabel (schon wieder). Ein Holländer hilft uns mit seinem aus und so können wir unseren Wunschplatz beziehen. Trotzdem sind wir wieder zu weit weg und die Kabeltrommel muss unter dem Landy liegen. Fazit: ich kann keine Entfernungen schätzen und Kabel sind immer vertüdelt!
Bei der Rezeption erfahre ich noch ein paar Infos über die Tour am Abend und später kommt Marco ein Holländer, der Deutsch spricht, zu unserem Zelt um uns kennen zu lernen.
Um 17:00 Uhr setzte ich mich auf die Bank vor dem Haus und lerne Marcus Westberg, einen schwedischen Profifotografen kennen. Ein englisches Paar, das zur Zeit in Ulm lebt und hauptsächlich auf Naturbeobachtungen aus ist, kommt noch dazu. Wir fahren mit Marco und seinem Ford F150 erst ein Stück die Hauptstraße entlang, bevor es eine Schotterpiste bis zu einem See geht. Das ist alles Pachtland und Marco fährt uns dann mit einem Floß, welches von einem E-Motor angetrieben wird zum schwimmenden Hide. Die Floßfahrt zieht sich ein wenig, da die Batterien schon ein wenig schwach sind.
Der schwedische Profi erzählt noch ein wenig über den Ablauf, da er schon seit einer Woche nur in Hides herumsitzt. Während die Engländer feststellen, dass es ein wenig eng für sie ist, brummt das Handy von dem schwedischen Kollegen andauernd und er tippt irgendwelche Messages an seine Follower!?! Leider geht es die ganze Nacht so weiter, selbst wenn er schläft, brummt das blöde Ding. Wie schön sind da nur abgeschiedene Landstriche, wo man keinen Handyempfang hat.
Ach so, der erste Vielfraß erscheint erst um 22:00 Uhr als es schon fast zu dunkel zum Fotografieren ist. Gehe dann um 23:00 Uhr aufs komfortable Chemieklo und lege mich auch schlafen.
 
31.07.2015 Ängra
 Um 3:30 Uhr wache ich entweder auf, weil dieses blöde Handy immer noch Saft für Nachrichten hat oder weil der Schwede auch aufgestanden ist. Um 4:30 erscheint nochmal ein Vielfraß zur kurzen Visite. Es wird zwar schon langsam wieder hell und vor allen Dingen ist es heute nicht dunkel grau bewölkt, doch für diese wuseligen Tiere ist es einfach noch zu dunkel.
Wir verbringen die Zeit bis Marco uns abholt mit Erzählen und der Schwede zeigt noch Fotos auf seinem Handy. Um 8:00 kommt Marco mit aufgeladenen Batterien über den See geschippert und erzählt auf der Rückfahrt noch einiges Interessantes.
Als wir beim Haus ankommen, holt Silke mit den Kindern gerade Brötchen von Marco’s Frau ab. Die Kinder freuen sich und wir frühstücken zusammen. Ich springe anschließend noch einmal unter die Dusche, denn so richtig wach bin ich noch nicht. Anschließend fahren wir zum Järvzoo in Järvsö. Die Gehege sind hier auch schön angelegt und man muss auch hier weitere Wege laufen, was die Kinder aber auch eindrucksvoll machen! Bei einer kleinen Pause essen wir etwas und werden von Eichhörnchen belagert, die schon fast aggressiv dem Essen nachstellen.
Um 17:00 machen wir uns auf den Heimweg mit kurzem Tankstopp. Sinja spielt noch ein wenig mit dem holländischen  Jungen aus dem Nachbarzelt, während Silke das Essen kocht. Als die Kinder schlafen gehen, fahre ich einmal eine Runde in die Wälder um Elche zu suchen. Leider ohne Erfolg. Und das Wichtigste: Direkt am Haupthaus gibt es kostenlos WLan!
01.08.2015 Ängra
Ein neuer Rekord ist zu vermelden: wir schlafen bis um 8:30 Uhr. Wieder holen wir die leckeren frischen Brötchen ab und Frühstücken gemütlich. Da heute wieder die Sonne scheint (mit Schäfchenwolken), beschließen wir die Gegend einmal zu Fuß zu erkunden. Also wird der Bollerwagen geschnappt und wir zuckeln los. Allerdings meutern die Kinder nach ein paar Metern schon und wollen gezogen werden. Wir versuchen sie für die kleinen Sachen am Wegesrand zu begeistern, wie Ameisenhaufen, Käfer, Schmetterlinge und Blumen, aber so richtig gelingt es uns nicht. Nur wenn ein kleiner Bach (manchmal reicht auch eine etwas größere Pfütze aus), dann steigt die Begeisterung! Sofort werden Steine gesucht (zur Not tun es auch Stöcker) die mit voller Eifer in das Wasser geworfen werden. Dabei ist besonders das große Spritzen interessant. Man muss nur aufpassen, dass die noch nicht so genauen Würfe keinen Schaden bei Mitspielern (Kindern) oder Zuschauern (Eltern) anrichten. Auch kann es mal vorkommen, dass man beim Werfen sich gleich hinterherschmeißt. Ob das mehr Punkte bei den Kindern bringt, ist mir noch nicht bekannt, allerdings ist gewiss, dass die Eltern wieder mehr Arbeit haben.
Irgendwann sind sie so erschöpft, dass Simon im Bollerwagen einschläft. Wir erreichen das Haus des Schriftstellers bei Vikstenstorped, welches sehr schön an einem einsamen See gelegen ist und machen eine kleine Pause.
Auf dem Rückweg schläft auch Sinja im Bollerwagen ein. Wieder am Zelt angekommen macht Silke eine Gemüsepfanne und wir essen erst sehr spät Mittag. Die Kinder spielen wieder mit dem kleinen Jungen von nebenan und verkleckern das ganze Wasser aus unserm Kanister.
Abends gibt es dann nochmal eine Suppe, denn es wird wieder etwas kälter. Ich gehe mit Marko und einem befreundeten Pärchen aus Holland auf Elchsafari. In seinem dicken Ford mit Sofaflair fahren wir zuerst an eine Tankstelle, die er glaube ich leer gemacht hat. Dann fährt er in einem Waldgebiet die Wege ab und wir sehen zwei Elche, die ich aber nicht oder nur durch die Windschutzscheibe knipsen kann, da ich einfach zu langsam bin oder die Elche zu schnell weg. Es tauchen noch junge Birkhühner und Auerhähne auf, die aber auch im Gebüsch verschwinden. Trotzdem ist es ganz nett. Um 22:30 Uhr komme ich wieder beim Zelt an und es schlafen schon alle!
02.08.2015 Fahrt nach Ängskärs Havscamping
Um kurz vor 8:00 Uhr ist die Nacht mal wieder zu Ende. Wir holen die bestellten Brötchen ab und bitten nochmals die Frau von Marco für uns eine Waschmaschine aufzusetzen. Obwohl wir heute weiter wollen, haben wir keine Eile, denn wir müssen ja noch auf die Wäsche warten. Als wir das Zelt abgebaut haben, schnacken wir noch mit Marco, der von seiner morgendlichen Elchjagdschießübung zurückkommt. Wir bezahlen mit Karte an einem neuen Gerät am Handy und nicht nur wir hoffen, das die Transaktion geklappt hat! Um kurz vor 12:00 Uhr fahren wir endlich los. Da die Kinder ziemlich schnell einschlafen, beschließen wir wieder so weit wie möglich zu fahren, bevor wir eine Pause machen.
In Gävle gehen wir in ein Einkaufszentrum direkt an der großen Straße und brauchen eine Stunde bis wir alles zusammen haben. Auch auf der Weiterfahrt regnet es immer wieder.
Erst um 17:45 kommen wir auf dem Campingplatz in Ängskärs an, der auch eine Empfehlung aus dem Internet ist. Wir gucken uns die freien Plätze an, die uns aber fast alle nicht gefallen, da hier anscheinend eine große Fraktion an Dauercampern ist. Es sieht zum Teil fast so aus, wie an unseren Ostseestränden in der Lübecker Bucht. Schön angelegter Vorgarten und statt Gartenzwerge werden Holztrolle aufgestellt. Diese komischen Campingwichtel scheinen auf beiden Seiten der Ostsee zu herrschen.
Nachdem wir unseren Platz gefunden haben (wichtige Kriterien sind nun: Sonnenstand morgens und abends, Schräglage und ob es nach Hundepipi riecht), bauen wir schnell auf. Danach gehe ich wieder mit den Kindern auf den Spielplatz und Silke macht Fischstäbchen. Um 19:45 Uhr essen wir erst und gehe noch eine kleine Runde an die Schären. Ein neuer Rekord: Um 21:00 Uhr gehen die Kinder erst ins Bett. Leider nicht für uns, denn wir müssen noch abwaschen und duschen.
03.08.15 Ängskärs Havscamping
Trotz des späten Schlafens, sind die Kinder um 8:00 wieder wach. Wir essen Cornflakes und wollen ein wenig die Gegend erkunden, da die Sonne schön scheint.
Wir zuckeln ohne unseren Bollerwagen los und trotz Gemecker kommen wir ein paar Meter weit. Als wir einen kleinen Trampelpfad folgen kommen wir an eine felsige Küste, wo es wieder viel zu entdecken gibt: Blumen, Fische, Insekten und nicht zu vergessen die tollen Felsen zwischen denen man klettern kann. Allerdings kann man hier sehr schlecht Steine ins Wasser werfen, da hier kaum kleine Steine rumliegen und das große Wasser ist schwer zu erreichen.
Wir gehen zurück zum Campingplatz und essen zum Mittag Gemüsepfanne und erkunden den Spielplatz noch ein wenig. Danach geht es diesmal mit dem Bollerwagen in das kleine Naturschutzgebiet. Simon schläft ein und Sinja guckt sich ein wenig die Gegend an , schläft aber kurz vorm Ende doch ein. Am Ende des Weges ist ein kleiner Hafen mit einem Clubhaus. Da Simon noch immer schläft holt Silke einen Kaffee, der echt mies schmeckt. Wir machen Pause auf einer Bank und holen für alle noch ein Eis, als Simon wieder wach ist. Den Rückweg bestreiten wir wieder mit den Kindern im Bollerwagen, damit es schneller und leiser geht.
Auf dem Campingplatz geht es wieder auf den Spielplatz, denn plötzlich haben die Kinder ihre Energie wieder gefunden und toben noch herum. Beim Zelt muss ich noch die Reifen vom Bollerwagen aufpumpen, denn hier ist ein wenig Verlust zu beklagen. Beim Abendbrot kommt unser Gegenübernachbar zurück mit einer gelben Corvette (typisches Auto für Camper). Simons Kommentar dazu lautet nur: Pup Auto (Übersetzung: Blödes Auto). ;-)
Heute geht es fast wieder zu normalen Zeiten ins Bett, denn die Kinder sind sehr müde.
04.08.15 Ängskärs Havscamping
Wir wachen erst um 8:00 Uhr auf und es scheint zumindest vom Wetter her ein schöner Tag zu werden. Da wir immer ein wenig brauchen, bis wir alle fertig sind und gefrühstückt haben, gehen wir erst gegen 11:00 Uhr zum Strand. Dort ist schon reges Treiben und wir suchen uns einen Platz. Allerdings sind am Hauptstrand in der Nacht wohl ein paar Gänse gewesen, denn überall sind ihre Hinterlassenschaften. Auch riecht es Ostseetypisch ein wenig faulig/brackig. Also gehen wir noch ein Stückchen weiter, wo eine kleine Badebucht zwischen den großen Felsen ist. Die Kinder gehen planschen und Silke will bei der Rezeption den Waschraum mieten. Als sie nach ein paar Minuten wiederkommt, hat sie zwar eine Waschmaschine aufgesetzt, sieht aber aus, als sei sie in eine große Schlägerei geraten. Wie ein Preisboxer hat sie Blessuren an den Knien, Armen und im Gesicht, weil sie beim Abholen des Schlüssels über eine Stufe gefallen ist.
Die Kinder sammeln unterdessen Steine, Muscheln und versuchen kleine Fische zu fangen. Zur Mittagszeit geht Silke mit Sinja zum Imbiss, denn heute bleibt der Kocher einmal kalt. Ich spiele mit Simon noch weiter und sehe plötzlich eine Ringelnatter im Wasser, die einen Fisch gefangen hat und diesen gerade verschlingt. Leider ist sie zu schnell in den Büschen verschwunden (oder ich wieder mal zu langsam), um sie zu knipsen.
Nach dem Essen am Strand holen wir um 14:00 Uhr die Wäsche aus der Maschine und beschließen nochmal mit dem Bollerwagen eine Runde zur drehen, um quarkige Gemüter milde zu stimmen. Wir gehen zu einem alten Lagerhaus, kommen dort aber nicht weiter, da im feuchten Wald einige Mücken auf uns lauern. Deshalb geht es wieder zu dem kleinen Hafen. Simon schläft auch kurz ein, während Sinja tapfer die Augen aufhält. Zu Belohnung für alle, gibt es ein Eis. Als Simon beim Rumkaspern von der Bank auf den Betonboden plumpst, ist das Geschrei groß und der Schreck auch! Aber außer einer kleinen Beule ist nichts passiert.
Zurück am Campingplatz stellen wir noch fest, dass es bei den Schweden einen ähnlichen Wettbewerb gibt wie bei den Engländern: wer hat den krassesten Sonnenbrand oder auch wer hat den rotesten Arsch nördlich des Äquators! Uns kommen Gestalten entgegen, wo das bloße Hingucken schon Schmerzen hervorruft.
Trotz Proteste der Kinder gehen wir vor dem Abendbrot noch unter die Familiendusche. Um 20:30 Uhr geht es ins Bett.
05.08.15 Fahrt nach Camping Tivedenbadet
Da im Urlaub irgendwie alles anders ist, schlafen wir wieder bis um 8:30 Uhr. Ein bedeckter Himmel begrüßt uns beim Aufstehen und die ersten Tropfen lassen auch nicht lange auf sich warten, denn zum Frühstück fängt es leicht an zu regnen. Da wir, wie immer, Probleme haben in die Pötte zu kommen, starten wir erst gegen 11:30 Uhr im strömenden Regen. Da Silke und ich bei den letzten Arbeiten beim Einklappen des Zeltes klatschnass geworden sind und die Kinder sich schon vorher ins Trockene gerettet haben, herrscht jetzt eine hohe Luftfeuchtigkeit im Auto. Als ich vom Bezahlen wieder in den Landy zurück möchte, ist keine Sicht mehr nach innen. Wie eine finnische Dampfsauna fühlt es sich im Inneren an (nur nicht so warm).
Das Navi führt uns die ersten Kilometer wieder über seltsame Nebenstrecken durch das schwedische Hinterland. Da uns aber eine frühe Ankunftszeit prognostiziert wird, gehen wir noch alle zusammen einkaufen. Leider vergessen wir ein wenig Bargeld aus dem Automaten zu ziehen. Beim Tanken wird uns dann noch die Sicherheitssperre für ausländische Kreditkarten erklärt, da wir mal wieder den Tank nicht voll bekommen.
Als wir dann beim Camping Tiveden ankommen, stellen wir erschrocken fest, dass dieser komplett voll ist. Also fahren wir ein Stück zurück, da wir dort an einem Hinweisschild von einem anderen Campingplatz vorbeigefahren sind.
Hier ist noch genügend frei (hätte uns das wundern oder warnen sollen?). Eine ältere Frau spricht auch deutsch und erklärt uns, dass sie nur Bargeld nimmt. Da wir nicht mehr genügend Bargeld für mehrere Nächte haben, bietet sie uns an, auch Euros gegen Gebühr zu tauschen.
Wir suchen also einen Platz und wollen zuerst am Strand zelten (in der Hoffnung, dass unser Kabel diesmal reicht). Aber als wir den Hänger vom Landy trennen, bekommen wir ihn nicht mehr geschoben. Also hängen wir ihn wieder an und suchen einen Platz im Wald. Da es hier auch näher zum Toilettenhäuschen ist, halten wir es sogar für die bessere Lösung. Leider sind die alten Sicherungen alle kaputt oder zu niedrig abgesichert, und wir müssen nicht nur den Schlüssel sondern auch gleich eine Ersatzsicherung holen.
Nach dem Abendessen geht es noch zum Strand, der ein wenig ungepflegt wirkt. Da aber die hier zeltenden Pfadfinder noch ein wenig Party machen, sind wir ganz froh im Wald zu stehen. Der Besuch des Waschhauses ist dann die nächste Offenbarung: total alt, aber einigermaßen gepflegt. Aber aufgrund der Menge an Leuten teilweise ein wenig schmutzig. Wir schlafen mit dem Wunsch ein weiter zu fahren.

06.08.15 Fahrt nach Borghamn
Um 8:00 pellen wir uns aus unseren Schlafsack und bereiten schnell das Frühstück vor. Die Diskussion kommt schnell auf, ob wir hier bleiben oder weiter wollen. Sinja würde gerne länger an einem Ort bleiben und außerdem ist es zu Hause eh viel besser, weil da mehr Spielzeug ist!
Trotzdem packen wir ein und fahren zuerst in den kleinen Ort Finnerödja um Bargeld zu bekommen, aber es gibt hier keinen Geldautomaten, dafür aber eine tolle Feuerwehr, die gerade ihre Autos testet.
Auf dem weiteren Weg geht es direkt durch den Tiveden Nationalpark. Wir fallen auf Grund der Massen fast aus den Latschen. Einen Parkplatz können wir mit dem Anhänger gerade noch ergattern, aber als wir am Rangerhaus ankommen, reicht es mir. Da kann ich ja am Sonntagnachmittag um die Alster latschen, sovieleLeute schieben sich hier durch. Also stärken wir uns nur ein wenig und machen uns dann weiter auf den Weg. Bei der Ausfahrt aus dem Tiveden ist noch ein weiterer Campingplatz, der auch ziemlich voll aussieht. In Askersund wollen wir unser Bargeldproblem lösen und geben das als Zwischenziel beim Navi ein. Durch eine Baustelle müssen wir noch eine kleine Umleitung fahren. Das Navi führt uns zielsicher in eine Sackgasse direkt vor eine Asylbewerberunterkunft. Damit haben wir gleich ein neues Problem gewonnen: wie drehen mit Anhänger in einer Sackgasse! Als wir wieder heraus fahren, haben wir immer noch unser Geldproblem. Auf der Rückseite des Häuserblockes ist ein Supermarkt und dort gibt es im Inneren tatsächlich einen Geldautomaten.
Als wir wieder aus der kleinen Stadt herausfahren, gehen wir noch bei McDonalds etwas essen, da alle Hunger haben. Die Kinder freuen sich über Pommes und dem Spielzeug in der Junior-Tüte. Auf dem weiteren Weg kommen wir an einem riesigen Campingplatz vorbei, der direkt am Vättern See liegt, aber halt auch an der Straße. Da wir so etwas nicht wieder wollen, bremse ich nicht einmal ein wenig ab.
Ein wenig später kommen wir an einem Schild vorbei, wo auch ein Campingplatz ausgeschildert ist. Wir drehen um und fahren zu einem Wanderheim (eine Art Jugendherberge). Dort können wir auf Nachfrage hinter den Häusern unser Zelt aufstellen. Die Toiletten befinden sich in einem Haus davor. Auf der Wiese steht nur ein Zelt. Wir essen Rührei zum Abendbrot und weil die Kinder übermüdet und unruhig werden, geht es schnell ins Zelt. Derweil schleckt draußen ein Hund der Nachbarn unsere Schüssel aus. Da Simon heute nur auf der ersten Etappe vom Campingplatz zum Nationalpark geschlafen hat, schläft er sehr schnell ein. Sinja, die den ganzen zweiten Teil geschlafen hat, braucht entschieden länger.
07.08.15 Borghamn
Um 8:00 Uhr geht es wieder los bei uns und wir beginnen mit unseren fast schon eingespielten Morgenritualen: Anziehen, Toilette und Frühstück. Gegen 10:00 Uhr brechen wir zum Takern See auf. Die Sonne scheint ordentlich und auf dem Weg zum See, sind in dieser landwirtschaftlich stark genutzten Gegend viele Trecker zu bewundern.
Am Parkplatz zum Informationszentrum gibt es ein paar Vogeleier in Übergröße, die von den Kindern gleich bewundert werden. Das Infohaus ist sehr schön, bietet auch viele Sachen zum Ausprobieren für Kinder. Zum Fotografieren gibt es hier allerdings nicht so viele Möglichkeiten. Es sind zwar schon einige Wasservögel vorhanden (viele Gänse kommen im Herbst), auch ein Fischadler kreist über unsere Köpfe, aber im Großen und Ganzen sind die Entfernungen zu groß. Auf dem Rückweg stoppen wir noch an einer kleinen Aussichtplattform, wo zwei Kraniche übers Feld ziehen.
Da die Kinder ein wenig schlafen müssen, fahren wir noch durch den kleinen Omberg Nationalpark, der nur von der südlichen Seite befahren werden kann. Dort gibt es einige Aussichtspunkte auf den Vättern See, leider im Gegenlicht und ziemlich diesig.
Zurück bei unserem Wanderheim loten wir im kleinen Hafen erst einmal die Bademöglichkeiten aus, stellen aber fest, dass es hier überall zu tief ist. Da es aber einen kleinen Abschnitt mit vielen Steinen gibt, beschäftigen sich Sinja und Simon damit, diese in den See zu befördern. Silke macht unterdessen Hühnchen Pfanne. Trotzdem nörgeln die Kinder zuerst daran herum: zu viel Gemüse, zu wenig Fleisch und überhaupt zu heiß!
Danach geht es wieder zu Bett, aber Sinja schläft um 22:00 Uhr immer noch nicht.
08.08.15 Fahrt nach Kungshamn / Solvik Camping
Um 7:15 Uhr wacht Sinja als erste auf und sie schafft es, dass wir um 8:00 Uhr alle auf sind. Nach dem Frühstück fangen wir wieder mit dem Packen an. Sinja fängt an zu maulen, dass sie hier noch bleiben möchte. Sehr wahrscheinlich weil ihre Eltern mal wieder unschlüssig sind. Schnell können wir sie aber davon überzeugen, dass wir wieder auf den tollen Campingplatz am Meer fahren, wo ein toller Spielplatz ist (mit vielen anderen Kindern), der Wildpark und das Meer. Da die ersten Regenwolken am Horizont zu sehen sind, beeilen wir uns wieder und die ersten Tropfen erreichen uns schon beim Zusammenpacken. Um 11:00 sind wir abfahrtbereit für die 320km Tour.
Gleich am Anfang werden von den Kindern die vorbereiteten Schnittchen verputzt und ich mache mir einen Eintrag im Kopf, dass ich das Auto gleich nach Ankunft zu Hause nach Essensresten absuchen muss, damit nicht wieder ein unangenehmer Geruch entsteht, da unter den Sitzen Essensreste vor sich hin schimmeln.
Die Kinder schlafen mit vollen Bäuchen ein und wachen erst beim Tankstopp wieder auf. Die Straße kennen wir zum Teil noch vom Vorjahr, da wir hier auch beim letzten Mal waren. Wir machen noch eine Pause bei dem Fastfood Restaurant mit dem roten M. Dort haben wir aber leider wieder mal kein Internet, da es gerade kaputt ist (was ist los in Schweden?).
Um 17:00 Uhr trudeln wir in Kungshamn ein und müssen uns an der Rezeption gegen viele Wohnmobile durchsetzen, die die Einfahrt blockieren. Wir suchen uns einen Platz auf der Karte aus, da hier alles strikt parzelliert ist und es genaue Regeln für das Aufstellen gibt. Vor Ort stellen wir dann aber fest, dass es dort matschig ist. Silke flitzt nochmal zur Rezeption und bucht uns um. Wir ziehen den Anhänger zwei Rehen weiter nach vorne und beginnen mit dem Aufbau.
Zum Essen gibt es auf Wunsch der Kinder Nudeln. Anschließend gehen wir noch auf den Spielplatz, aber hier wurde das tolle Schiff zum Spielen entfernt. Zum Glück wird es gar nicht so stark vermisst, da noch genügend Auswahl vorhanden ist.
Leider sind die vielen Menschen nicht alle rücksichtvoll und da es vom Platz ziemlich begrenzt ist, herrscht eine ziemliche Lautstärke auf dem Campingplatz. Dadurch schlafen die Kinder sehr spät ein! Dafür haben wir aber endlich wieder Internet und können die Wetterlage der nächsten Tage checken.

09.08.15 Kungshamn / Solvik Camping
Pünktlich um 7:15 Uhr öffnet Sinja wieder die Augen. Um 8:00 Uhr stehen wir wieder auf und gehen Brötchen holen, da es hier im Shop welche geben soll. Der Wind hat in der Nacht zugenommen und es ist recht frisch geworden, trotzdem die Sonne scheint. Beim Frühstück stellen wir fest, dass die Brötchen hier nicht so gut sind.
Um 10:00 Uhr brechen wir trotz anhaltenden Windes zum Strand auf. Der Bollerwagen wird den Hügel hinaufgeschleppt und dann geht es auf dem Weg durch die großen Felsen und blühender Heide bis zum Strand. Dieser entpuppt sich allerdings als Strändchen. Es gibt zwar ein paar Ecken weiter immer wieder so kleine Stege mit Treppe, aber leider nur dieses kleine Stück mit Sand. Wir setzen uns erst einmal in den Windschatten und beobachten die großen und (wenigen) kleinen Jachten, die aus dem Hafen auslaufen. Die norwegischen erkennt man immer daran, dass sie immer mit ihren großen Motoren ordentlich Gas geben, während die Schweden eher auf Segelboote stehen. Hier in den Schären gibt es aber auch einige Vögel zu beobachten: Steinschmätzer, Baumpieper, Bachstelzen und natürlich Möwen.
Zum Mittag gehen wir zum Zelt zurück und essen Kötbullar mit Kartoffelpüree. Anschließend bringe ich Simon mit einer Runde über den Campingplatz zum Schlafen und beobachte dann das Schauspiel von Neuankömmlingen. Ein Deutscher hat das Prinzip der Parzellen komplett missverstanden und baut sich über die ganze Fläche auf, so dass niemand mehr vorbeikommt. Als sein Nachbar mit seinem VW Bus wiederkommt, kann dieser zwar seinen Platz noch ansteuern (über die freien Nachbarplätze), allerdings kann er sich nicht mehr an sein Zelt stellen, ohne das der andere seine Abspannheringe herauszieht. Die beiden werden keine Freunde mehr.  Am Abend kommt ein weiterer Wohnwagen, so dass der VW Bus nicht mehr heraus kommt. Wer sagt denn, dass es auf einem Campingplatz langweilig ist!?!
Am Nachmittag ist es wärmer geworden und wir packen unsere Badesachen ein und gehen wieder zum Strand. Die Kinder spielen am Ufer des doch recht kalten Wassers und sammeln Muscheln und spielen im Matsch. Auch Quallen, Seesterne, Krebse, Krabben und kleine Fische gibt es zu entdecken.
Zum Abend gibt es Nudelsuppe auf Wunsch der Kinder. Silke geht die Kinder abduschen und ich schnappe mir den Fotoapparat, um mal einen Sonnenuntergang zu knipsen. Auf den Felsen angekommen, stelle ich fest, dass hier eine ganze Völkerwanderung stattfindet. Es ist praktisch kein freier Felsen mehr zu sehen, überall sitzen Leute. Da der Sonnenuntergang sich dazu entscheidet hinter einer Wolke stattzufinden, gehe ich leicht frustriert wieder zum Zelt zurück. Silke kommt gerade mit den Kindern aus der Dusche und wir bringen die Kinder zu Bett.
10.08.15 Kungshamn / Solvik Camping Ausflug Smögen
Ich stehe heute schon um kurz vor 6:00 Uhr auf, da ich mir die vielen kleinen Vögel in den Schären mal genauer ansehen möchte. Aber irgendwie sind keine mehr da!!! Nach 2 Stunden kehre ich leicht genervt wieder zum Zelt zurück, wo die Kinder gerade aufstehen. Wir Frühstücken heute ohne die schlechten Brötchen und entscheiden uns dafür, nach Smögen zu fahren.
Nachdem wir unsere Sachen beisammen haben, geht es um 10:30 Uhr mit dem Auto los. In Smögen selbst ist die Parkplatzsituation etwas schwierig. Wir finden einen und kämpfen anschließend mit dem Parkscheinautomaten, der uns unbedingt etwas in Schwedisch mitteilen möchte. Leider können wir unser Kommunikationsproblem nicht alleine lösen, also fragen wir jemanden. Nachdem wir die Parkgebühr von EUR 2,50 mit Kreditkarte entrichtet haben, zuckeln wir mit unserem Bollerwagen los. Wir gehen immer am Hafenbecken entlang, wo die Boote immer größer werden und die Boutiquen immer mehr Trödel anbieten, je weiter wir ins Stadtzentrum kommen. Auf den Yachten und auch am Land ist es auch ein wenig das „Sehen und gesehen werden Gefühl“. Trotzdem sieht es hier ganz nett aus, auch wenn es schon sehr touristisch ist.
Gegen Mittag suchen wir uns ein schönes Lokal aus, denn wir wollen noch einmal richtig Fisch essen. Es dauert ein wenig bis das Essen kommt und als es dann auf unserm Tisch steht, bekomme ich einen großen Schreck. Entweder haben wir versehentlich 4 Kinderportionen bestellt oder das gehört einfach so übersichtlich, weil das hier so nobel ist.
Wir kaufen noch Postkarten und essen ein Eis. Nachdem wir im Nachbarrestaurant noch einen Möwenüberfall auf einen gerade verlassenen Tisch gesehen haben, gehen wir zum Auto zurück. Simon schläft ein, wird aber problemlos in den Landy gesetzt.
Wir wollen noch nach Kungshamn zur Bank und ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Silke bekommt mit Ihrer Karte hier auch kein Geld. Dann gehe ich mit Sinja in den Supermarkt und erledige den halben Einkauf, denn ich vergesse Saft und nehme sehr scharfe Soße für die Nudeln mit.
Wieder am Zelt angekommen, verbringen die Kinder die Zeit damit, sich wegen Kleinkram zu streiten. Auch ein Spaziergang zum Strand kann das nicht wirklich ändern. Es wird sogar noch mehr gemeckert.
Nach dem Abendbrot gehe ich um 20:00 Uhr nochmal kurz in die Felsen um einen Sonnenuntergang zu erwischen, während die Kinder schlafen gehen.
11.08.15 Kungshamn / Solvik Camping Ausflug Nordens Ark
Heute wachen wir erst gegen 7:45 Uhr auf. Wir halten wieder unser Frühstück unter unserem Sonnentarp ab, das uns heute allerdings vor dem Regen schützen muss. Trotz des Regens (soll laut Wetterbericht nachher weniger werden) wollen wir heute zum Tierpark Nordens Ark fahren. Um 10:15 Uhr kommen wir im Nieselregen los. Die Fahrt ist nicht lang und so sind wir wenig später schon dort. Wir bezahlen und gehen den Weg wieder entgegengesetzt. Bei den Tigern ist ein Schnullerbaum, an dem Simon seinen Schnuller auch hängen möchte. Als er allerdings erfährt, dass der Schnuller dann weg ist, verabschiedet er sich schnell von der Idee.
Wir ziehen den Bollerwagen die Hügel rauf und runter, während Sinja und Simon wieder sehr gut laufen. Bei den Schneeleoparden ist allerdings Schluss für Simon und er meutert solange, bis er in den Bollerwagen kommt.
Bei den Vielfraßen ist gerade Fütterung und es sind viele Menschen hier die zuschauen wollen. Auch wir haben ein wenig Hunger und essen auf einer Bank etwas. Als das Spektakel vorbei ist, ziehen auch wir irgendwann weiter. Wir erklären den Kindern noch, dass man mit den kleinen Fingern nicht durch den Zaun fasst, da so ein Vielfraß sonst die kleine Hand mal schnell mit seinem Futter verwechseln kann und außerdem ist dort auch noch Strom drauf. Auf einem Baum ist noch ein wenig Futter von den Vielfraßen vergessen worden und ich versuche es Sinja zu zeigen. Allerdings sieht sie es nicht. Silke übernimmt die Aufgabe des Erklärens und fasst dabei prompt den stromgeladenen Zaun an. Da Silke nun eine perfekte Erdung abgibt, zeigt sich die Entladung mit einem kleinen Knall und einem lauten Schrei von Silke. Trotzdem versucht sie Sinja unbeeindruckt, aber mit neuen Erfahrungen das Fleischstück im Baum zu zeigen.
Ich versuche Simon zum Schlafen zu bringen, was aber nicht klappt. Bei der Wolfshütte gibt es in diesem Jahr noch etwas zu Essen und wir holen noch zwei Würstchen im Brot, was aber eigentlich ein Hotdog sein soll. Nun hat Simon wieder neue Energie geschöpft und läuft wieder. Nur ab und an muss er wieder zurück in den Bollerwagen. Nachdem er zum zweiten Mal mit mir bei den Schneeleoparden war, schläft er dann doch ein.
Beim Umsetzten ins Auto wird er nur kurz wach und schläft wieder sofort ein. In Kungshamn gehen wir noch einkaufen, da ich ja gestern nicht so erfolgreich war.
Auf dem Campingplatz gehe ich mit den Kindern auf den Spielplatz, während Silke das Essen zubereitet. Sinja freundet sich mit einem Mädchen an und darf sogar ihre Puppe halten, wenn sie mit der Seilbahn fährt. Auf dem Rückweg zum Zelt frage ich Sinja wie das Mädchen heißt, aber das konnte nicht mehr geklärt werden. Dafür weiß sie aber die Namen von den Omas des Mädchens…
Silkes Reistopf kommt bei den Kindern gar nicht gut an, aber zum Glück haben wir ja noch genügend Knäckebrot besorgt.
Vor dem zu Bett gehen, streiten sich die Kinder nochmal, um dann später im Bett ihre Kuscheltiere zu tauschen. Trotzdem schlafen sie wieder spät ein.
12.08.15 Fahrt nach Göteborg zur Fähre
Um 7:30 Uhr ist wieder Aufstehen angesagt. Die Sonne scheint heute zum Abschied und wir lassen uns ein wenig Zeit, denn die Fähre fährt erst am Abend. Nach dem Frühstück fangen wir aber trotzdem mit dem Abbau an. Die Kinder machen zuerst noch sehr gut mit, dann allerdings gibt es Streit um den Hammer und wer die Heringe in die Tasche räumen darf. Als ich allerdings das Stromkabel aufrolle, ziehen sie gemeinsam auf der anderen Seite des Zeltes am Kabel, nur um mich zu ärgern.
Um 11:30 Uhr verlassen wir den Campingplatz und fahren zuerst nach Smögen um noch ein paar Sachen im Supermarkt zu besorgen. Danach beginnt die langsame Fahrt nach Göteborg, während Simon einschläft. Sinja nörgelt zuerst noch, dass es so lange dauert, schläft dann aber auch ein. In Stenungsund machen wir nochmal eine Pause bei der bekannten Fastfoodkette.
In Göteborg fahren wir durch den Mauttunnel und verpassen prompt eine Abfahrt. Wir brauchen insgesamt drei Anläufe da das Navi im Tunnel keinen Empfang hat und uns immer zu spät den Weg erzählt. Am Fährterminal können wir schon gleich durchfahren und kommen wieder auf das LKW Deck 3. Wir sammeln unsere Sachen ein und wollen mit dem Fahrstuhl nach oben fahren. Dieser kommt aber einfach nicht und so gehen wir zum hinteren Fahrstuhl, um dann auf unserem Deck wieder ganz nach vorne zu laufen.
Unsere Kabine ist diesmal größer als die letzte, hat aber in den oberen Betten keinen Rausfallschutz. Wir gehen anschließend auf das obere Deck zur Hüpfburg. Das Schiff legt pünktlich um 18:30 Uhr ab und wir suchen uns einen ruhigen Platz an Deck, denn die Sonne scheint noch schön. Dann essen wir unser mitgebrachtes Essen auf einer Bank und bewundern die konfuse Parksituation auf Deck 7.
Dann übermannt die beiden Kinder die Müdigkeit und sie müssen dringend ins Bett. Allerdings schlafen sie erst gegen 21:00 Uhr ein. Wieder ist in der Kabine kein Internet.
13.08.15 Fahrt von Kiel nach Hause
Wir stehen um 6:20 Uhr auf, damit wir alles rechtzeitig schaffen. Um 7:00 sind wir beim Frühstück. Es gibt wieder Würstchen und Rührei. Simon hat allerdings Angst, dass das Maskottchen des Kidsclubs, der Affe wieder an unseren Tisch kommt.
Nach dem Frühstück gehen wir noch im Shop vorbei und schauen nochmal kurz auf Deck über die Reling. Dann packen wir unsere Sachen und gehen zum Fahrstuhl zum Fahrzeugdeck. Beim Landy angekommen, laden wir wieder alles ein und warten, bis die Laderampe runter gelassen wird. Sinja macht während der Wartezeit faxen mit einem Holländischen Mädchen im Auto neben uns.
Auf der Rückfahrt meiden wir wieder die A7. Um 11:20 Uhr kommen wir zu Hause an.

Offene und geklärte Fragen:
·         Gemüsepfanne ist natürlich mit Fleisch oder Würstchen
·         Nutella hatten wir ausreichend mit, da das schwedische anders schmeckt
·         Marmelade ist in Schweden auch anders
·         Das mit dem Internet ist auch immer noch schwierig

Fazit:
Würden wir es wieder machen: JA. Man reist ja auch für sich und nicht nur ausschließlich für die Kinder. Denen würde auch ein Urlaub in Mecklenburg Vorpommern reichen, wo man nicht so weit fahren muss. Und am welchem See sie spielen, ist total egal!
Schweden ist ein großes Land und je weiter man nach Norden kommt, desto schöner (leerer) wird es! Es gibt noch viel zu entdecken…
Zurück zum Seiteninhalt