Schweden 2014 - Kleinert-foto

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Schweden 2014

Reiseberichte

Schweden vom 02.08. bis zum 20.08.14

Einführung
Nach dem wir die letzten beiden Jahre in unserem Haupturlaub eine Rundreise durch MeckPom gemacht haben, wollten wir in diesem Jahr mal etwas Neues sehen. Wir überlegten und entschieden uns für Schweden. Routen hatten wir auch schon mal früher ausgearbeitet, also „nur" noch schnell die Fähren gebucht: Es sollte Ende Juni von Kiel nach Oslo, ein bisschen durch Schweden und über Göteborg wieder zurück nach Kiel gehen. Als wir Ende Mai hatten, haben wir festgestellt, dass wir mangels Zeit noch nicht im Detail über mögliche Ziele in Schweden gesprochen hatten und wir verschoben die Reise um fünf Wochen nach hinten, ohne großen Aufpreis bei den Fähren.
Zwei Tage vor der Abfahrt, wir hatten in der Zwischenzeit einiges recherchiert, hatte unsere Tochter Zahnschmerzen und wir beschlossen eine weitere Verschiebung um eine Woche. Nun war allerdings die Fähre nach Oslo gestrichen, da diese 400 Euro mehr kosten sollte. Nun ging es Hin- und Zurück mit Stena Line von Kiel nach Göteborg.

Abfahrt Rosengarten 02.08.14
Heute soll es losgehen! Schon gestern haben wir den Landy beladen. Der Hänger wurde zum großen Teil schon  vor zwei Wochen gepackt, so dass jetzt nur noch frische Lebensmittel in einer Kiste reingeschoben werden. Gegen 10:30 fahren wir voll gestresst los. Meine Eltern schließen alles ab. Da der Stau auf der A1 größer zu sein scheint, als auf der A7 wählen wir die Route durch den Elbtunnel!
Der erste Stop & Go folgt gleich bei Auffahrt Marmstorf, dann wieder nach dem Elbtunnel und noch zweimal bis Kiel. Aber es geht voran,trotz fehlender Klimaanlage und Temperaturen bei 28 Grad, so dass wir schon um kurz nach 13:00 im Kieler Hafen stehen. Nachdem Sinja nochmal Nasenbluten hatte und somit schon dass erste T-Shirt und eines ihrer Kuscheltiere vollgekleckert hat, gehen wir noch in die Innenstadt um von Omas Geld ein Eis zu essen. Prompt fällt mir die erste Sache ein, die ich vergessen habe: den zweiten Autoschlüssel für Silke! Anschließend gehen wir zurück und warten bis 15:00, wo das Beladen anfangen soll. Es kommen noch Security und andere Leute durch, die verschiedene Fragen stellen, wie z. B. ob das Gas abgestellt ist.
Die Fahrt für die PKW’s beginnt pünktlich um 15:00. Wir, die Wohnwagen und Wohnmobile kommen erst eine ¾ Stunde später dran. Bei der Einfahrt werden wir aber aufs PKW-Deck geleitet und plötzlich stehen wir ganz oben zwischen allen PKW’s. Nur dass wir einen Anhänger dran haben, der Landy einen Wendkreis wie ein landwirtschaftliches Nutzfahrzeug aus den 50’er Jahren hat und ich morgen auf dem Deck drehen muss… Super, vielen Dank Stena Line. Die Auskunft eines Angestellten lautet nur, das Schiff wird voll und er wäre morgen früh ja auch da um zu helfen. Wir beziehen unsere Kabine, die uns aufs offene PKW-Deck gucken lässt. Wir schauen uns ein wenig auf dem Schiff um und auf dem Oberdeck schmeißt Simon gleich seinen Schnuller über Board und freut sich. Wir allerdings sind sehr erschrocken, da wir jetzt auf den einen Ersatzschnuller zurückgreifen müssen, der in der Kabine ist (die anderen befinden sich im Auto).
Um 18:00 gehen wir ins Restaurant und essen Nudeln mit leider etwas zu scharfer Soße. Die Kinder bekommen einen kleinen Nachschlag ohne Soße, so dass wir gesättigt in den Boardshop gehen können. Dort gibt es einen kleinen Aufzieh-Landy mit Blinklichtern und Geräuschen für Simon und Sinja sucht sich einen Stena Line Teddy aus.
Wir schauen uns noch an wie wir ablegen und gehen in die Kabine zurück, da die Kinder sehr müde sind, weil bei der Autofahrt jeder nur eine halbe Stunde geschlafen hat.

Ankunft Göteborg 03.08.14
Die Nacht auf der Fähre war gar nicht so schlecht. Gegen 6:20 stehen wir auf und erreichen das Boardrestaurant kurz nach 7:00. Wir gehen allerdings wieder ein Stockwerk tiefer, da wir keine Lust haben uns in die lange Schlange dort anzustellen. Im kleinen Restaurant gibt es komischerweise keine Schlange. Die gleiche Auswahl steht zur Verfügung und das Frühstück mit Würstchen, Speck und Rührei verläuft deutlich entspannter als das Abendbrot gestern.
Wir gehen noch aufs Oberdeck und sehen, wie wir langsam in Göteborg einlaufen. Leider müssen wir feststellen, dass das heiße Wetter von Deutschland hier nicht angekommen ist, da uns ein leichter Nieselregen empfängt! Da fällt mir spontan die zweite Sache ein, die ich vergessen habe: meine warme Fleecejacke!
Wir gehen in die Kabine und holen unsere Sachen und begeben uns zum Auto. Vor dem Fahrstuhl ist eine lange Schlange und so beschließen wir die Treppe von Deck 9 auf Deck 7 zu nehmen. Die Abfahrt verzögert sich aber noch erheblich, da zuerst die Decks unter uns geleert werden. Und es hat jemanden noch schlechter getroffen als uns, denn ein LKW muss rückwärts die Rampe runter. Erwartungsgemäß ist der Typ von Stena Line von gestern Nachmittag nicht dort. Ich muss, wie befürchtet hin und her rangieren, da der Landy nicht den Wendkreis eines Golfs hat! Hinter mir bleibt es aber ruhig und es gibt keine Tumulte, weil ich die Abfahrt noch weiter verzögere.
Die Ausfahrt aus dem Hafengelände ist schnell gemacht und das Navi führt uns sicher durch die Göteburger Innenstadt. Allerdings fahren wir gefühlt zwei Mal im Kreis bevor wir irgendeine Autobahn nach außerhalb erreichen, auf die uns das Navi aber nicht führen wollte (später stellen wir fest, dass wir das Navi noch nicht richtig konfiguriert haben und somit halbwegs alles vermeiden wollten, was uns schnell nach Norden bringt). Es ist insgesamt wenig Verkehr am Sonntagmorgen. Sofort fallen uns wieder die vielen alten Amerikanischen Autos auf, die hier herum fahren.
Die Landschaft wird hügeliger und der Nieselregen wird zu einem ausgewachsenen Regenschauer. Wir erreichen gegen 16:00 Arvika und gehen zur Touristeninfo um uns zu erkundigen. Der vorgeschlagene Campingplatz liegt uns zu sehr an der Straße, so dass wir zum Ingestrand Camping fahren. Wir bauen das Zelt bei plötzlich einsetzenden Sonnenschein auf und bereiten das Abendessen vor. Danach schauen wir uns noch eine wenig um und sehen einen neuen Defender TD4 mit Offroad Trailer aus Holland.
Die Kinder wollen aber erst nicht so richtig schlafen, da sie viel im Auto geschlafen haben und alles neu und aufregend ist. Gegen 22:30 gehen wir noch Duschen und danach auch ins Bett.

Arvika 04.08.14
In der Nacht werden wir von dem heftigem Regen geweckt, der auf das Zeltdach prasselt. Ich gucke kurz aus dem Fenster und sehe das Wasser über das Küchentarp laufen. Insgesamt ist die erste Nacht im Zelt nicht so erholsam, weil wir uns erst einmal alle in der Nacht sortieren müssen. Da wir alle oben im großen Bett schlafen, sind die Kinder zwischen uns, und somit hat man immer wieder mal einen Fuß im Gesicht oder bekommt eine schöne Backpfeife, wenn sich eines der Kinder umdreht.
Als wir am Morgen aufstehen, bemerken wir, dass Sinja von oben bis unten kleine rote Punkte hat. Im Kindergarten waren vor unserer Abreise ja noch Ringelröteln und so nutzen wir gleich unseren Internetzugang und informieren uns. Die Symptome stimmen aber nur zum Teil über ein und so ruft Silke beim Kinderarzt an. Dort kann man uns natürlich nicht per Ferndiagnose helfen (warum geht das mit der modernen Technik eigentlich noch nicht? Einmal in die Öffnung spucken und los!). Die nächste Sorge neben ihrem Wohlbefinden, ist natürlich die Ansteckungsgefahr für die anderen: Silke hatte Ringelröteln als Kind, ich aber nicht und Simon natürlich auch noch nicht! Da Sinja aber kein Fieber hat und es Ihr ansonsten sehr gut geht, entscheiden wir uns dafür mit dem Fahrrad nach Arvika zu fahren.
Der Weg führt abseits der Hauptstraße idyllisch am See entlang durch ein Wohngebiet, an einer Badestelle und an einem alten Resthof mit Schweinen, Schafen und Hühnern vorbei. In Arvika gehen wir noch einmal zum Tourismusbüro und kaufen beim Supermarkt ein. Bevor wir uns auf den Heimweg machen, essen wir bei einem kleinen Imbiss Würstchen, Pommes und Gyros. Allerdings werden wir hierbei erheblich von Wespen gestört, so dass hier auch keine Entspannung einsetzt.
Auf dem Rückweg bekommen wir die Berge nochmal richtig zu spüren, denn irgendwie sind diese jetzt viel höher als auf der Hintour!
Am Campingplatz angekommen, gehen wir erst einmal zur Badestelle am See. Danach geht’s unter die Dusche für alle, denn sonst haben wir das ganze Zelt voller Sand.
Anschließend gibt es Nudeln mit Soße. Die Wolken ziehen sich immer weiter zusammen und es gibt heftigen Regen mit Gewitter als die Kinder schlafen sollen. Später sehe ich noch einen Serie II Land Rover mit großem Kanu auf dem Dach mit seinem Zelt. Wieder einer aus Holland…

Arvika 05.08.14
Diese Nacht haben wir schon besser geschlafen, obwohl wir nachts immer noch irgendwelche Körperteile der Kinder unkontrolliert abbekommen. Gegen 7:00 wachen wir alle auf und bereiten flugs das Frühstück vor, da die Zeitspanne ja nie sehr lang ist, wo die gute Laune dem Hungergefühl Platz machen muss! Sinja hat kaum noch rote Punkte, vielleicht waren es ja doch nicht die Ringelröteln, sondern nur eine Allergie!?! Trotzdem der Himmel eine hartnäckige Bewölkung zeigt, entscheiden wir uns für einen Ausflug in das Glaskogen Naturreservat. Also besteigen wir den Landy und fahren los. Ein Teilstück der Strecke führt über eine einsame schöne 15km lange Schotterpiste, auf dem uns nur ein anderer Landy entgegen kommt.
Am Infohäuschen in Lenungshammar aber sind wir überrascht wie viel hier los ist! Viele Kanufahrer, Wanderer und Pfadfinder tummeln sich hier und es bildet sich eine Schlange vor dem Infotresen. Silke stellt sich trotzdem an und erfragt eine 5km Tour, die wir mit dem Cruiser gehen können. Ich bleibe mit Simon draußen und wir üben schon einmal für später Steine ins Wasser zu werfen (also vielmehr Simon übt). Wir wandern schließlich los und machen beim ersten Unterstand ein schönes Picknick. Dann geht es weiter durch den Wald. Der Weg ist wirklich sehr schön angelegt und man kommt mit Kinderwagen oder Rollstuhl gut hier entlang. Leichter Nieselregen setzt kurzfristig ein, so dass wir uns ein wenig beeilen. Da dieser aber zum Glück vorerst wieder aufhört sind wir schnell am nächsten Höhepunkt: dem See. Dort setzen wir uns ans Ufer und die bekannte olympische Sportart „Steine ins Wasser werfen" wird zuerst von Simon und anschließend auch von Sinja mit voller Hingabe ausgeführt. Simon macht einmal die Bekanntschaft mit einem großen Stein, an dem er sich schön den Kopf stößt, aber das kann ihn nicht lange aufhalten! Nicht mal die Aussicht auf Kekse lässt sie lange von der Ausübung abhalten, so dass wir erst weiter können, als keine Steine mehr am Ufer liegen… (kleiner Scherz, es gibt noch Steine, liebe Eltern Steine werfender Kinder). Wieder auf dem Parkplatz wird alles wieder eingeladen. Und endlich kommt der lang ersehnte Regen zurück. Wir kaufen noch ein wenig in Arvika ein, gehen zum Geldautomaten und tanken, bevor wir den Campingplatz aufsuchen.
Im Rückspiegel sehe ich plötzlich einen weißen Landy mit gelben Kennzeichen, der uns von Arvika bis zum Campingplatz folgt. Da er ein Dachzelt auf dem Träger hat will er wohl auch hier zelten. Später steht er in Sichtweite von uns, mit seinen zwei Insassen und drei Vierbeinern. Wir kochen Linsensuppe (aus der Dose) und die Kinder spielen voller Hingabe in den Pfützen, die sich zu Hauf gebildet haben. Auch mit dem schlafen gehen, ist es mal wieder etwas schwierig, da es erneut regnet, nachdem es in der Zwischenzeit mal kurz aufgehört hat.

Fahrt nach Mora/Våmhus 06.08.14
In der Nacht hat es immer wieder mal geregnet und auch als wir aufstehen, regnet es noch sehr leicht. Wieder als eine der Ersten frühstücken wir und erfüllen den Campingplatz mit Leben. Wir sitzen unter dem Küchentarp und beratschlagen, was wir tun sollen, als wieder unser all morgendliches Highlight vorbei fährt: einer der Campingplatzangestellten kommt jeden Morgen gegen kurz vor 8:00 mit einer Mischung aus Quad und Roller vorbeigefahren und leert die Mülltonnen am Wasser und an der Abwaschstelle. Wir entscheiden uns nach einem kurzem Blick auf die Wetterkarte für die Weiterfahrt nach Norden. Also heißt es: alles wieder einzupacken oder zumindest so zu verstauen, dass wir das Zelt zusammen bekommen und schnellstmöglich weiter fahren können. Während wir alles einräumen, kommt noch eine Schaar Enten vorbei, die die Kinder begeistert mit Brot füttern. Irgendwann wollen sie aber doch lieber ins Auto, denn wir könnten sie ja hier vergessen!
Zum Glück hat es aufgehört zu regnen, trotzdem ist das Zelt nass. Kurz bevor wir fertig, sind fahren die Holländer mit dem V8 Landy vorbei und winken. Auch der Angestellte mit dem komischen Gefährt kommt erneut vorbei und sammelt die Schilder ein, die ein offenes Feuer verbieten (höchste Waldbrand Gefahr), weil es vorher wochenlang trocken war. Um 10:45 sind auch wir fertig und bezahlen und fahren Richtung E45, Ziel Mora.
Die Kinder schlafen schon ziemlich schnell ein und wir fahren bis 13:30. Die Landschaft ist hügelig und die Dörfer werden etwas kleiner und weniger. Wir machen den Mittagsstop an einem kleinen Rastplatz mit dem Gasthof „Dutch Mountain". Ich weiß nicht ob der Name uns hätte abschrecken sollen, aber es war der einzige nach langer Zeit. Also gingen wir rein und bestellten Hamburger und Poffertjes. Der Hamburger hatte schon deutlich bessere Tage gesehen (das Brötchen zumindest eine Woche vorher) und die Poffertjes musste man auf dem Teller regelrecht suchen, so dass selbst Sinja hinter her noch Hunger hatte. In der Zwischenzeit tauchten die Holländer mit dem V8 Landy auf und wir kamen auf dem Parkplatz noch ins Gespräch über Landys. Sie wollten auch Richtung Mora und wir hatten uns zwischenzeitlich auf Orsa/ Våmhus geeinigt. Er erzählt auch irgendetwas von einem Farmhaus, dass wir aber tatsächlich vom gleichen Ort sprechen, merkten wir erst später.
Auf dem Weg nach Norden sehen wir oft die Schilder „Loppies" am Straßenrand und wir spekulieren was es dort gibt: Blaubeeren, Brombeeren, Pilze oder Pfifferlinge, irgendetwas Essbares auf jeden Fall!
Unsere Reise geht weiter und wir kommen gegen 15:30 am Våmåbadets Campingplatz an. Auch hier hat es kräftig geregnet, so dass der erste Teil, wo die Plätze für Wohnmobile sind sehr matschig ist. Wir dürfen uns auf die Wiese stellen und da unser Stromkabel lang genug ist suchen wir uns einen schönen Platz aus. Der Campingplatz selber ist etwas abseits, schön klein und ruhig, einfache Toilettenhäuschen und direkt an einem flachen See gelegen. Auf dem Platz stehen etwas unter uns Leute aus Hamburg, auch Winsen Luhe und Stade ist hier vertreten.
Nachdem wir das Zelt wieder aufgebaut und wieder eingeräumt haben, gibt es Hühnersuppe. Obwohl die Kinder lange im Auto geschlafen haben, sind sie etwas quengelig. Vielleicht die fehlende Bewegung!?! Wir gehen nochmal zum See und auf den kleinen Spielplatz und es geht erst sehr spät ins Bett.
Zwischenzeitig ist der holländische V8 Landy eingetroffen und wir schnacken später noch am Waschhaus. Lustig!

Våmhus 07.08.14
Am Morgen um kurz vor 7:00 ist es draußen total neblig und alles ist feucht. Wenigstens hat es nicht geregnet! Wir frühstücken und ich hole mit Sinja um 9:00 die bestellten Brötchen ab (warum haben wir die eigentlich bestellt, um die Zeit sind wir schon lange fertig mit Frühstück?!?). Dafür kommt jetzt langsam die Sonne durch die Nebelschwaden und man kann langsam die andere Seeseite wieder erkennen.
Wir entscheiden uns heute in den Orsa Bärenpark zu fahren, allerdings müssen wir zuerst einmal wissen, wo genau dieser ist. Also blättern wir alle Hefte durch und finden schließlich die Ortschaft Grönklitt auf der Karte. Also alle Sachen ins Auto und los. Wir fahren das erste Stück eine Schotterpiste und hören mal wieder nicht auf unser Navi, weil uns dieses mal wieder ganz anders führen will. Es geht durch eine Baustelle und irgendwann kommt wieder eine Asphaltstraße. Hier ist auch Grönklitt ausgeschildert. Es geht steil bergan und der Landy muss wieder ganz schön kämpfen, obwohl er jetzt den Anhänger nicht schleppen muss. Plötzlich läuft eine Elchkuh von rechts aus dem Wald und verschwindet genauso schnell wieder auf der linken Seite keine 50m vor uns. Wir halten an der Stelle an, wo der Elch im Gebüsch verschwand, aber es ist nichts mehr von ihm zu sehen. Silke freut sich genauso wie ich über die erste Elchsichtung und ist froh, dass nichts passiert ist, während ich ein wenig traurig darüber bin, dass wir jetzt bei unseren Würstchen aus der Konserve bleiben müssen!
Auf dem Parkplatz reiht sich mal wieder der weiße V8 Landy neben uns ein. Heute aber definitiv zum letzten Mal, denn er ist auf der Weiterfahrt.
Der Eintritt in den Park ist mit 650 Kronen extrem teuer. Wir gehen kurz durch die Ausstellung um dann am ersten Gehege den ersten Kodiakbären zu sehen. Es wird langsam richtig warm und wir müssen uns mal wieder ziemlich die Berge nach oben kämpfen. Die Kinder werden langsam nörgelig und wir müssen wohl etwas essen. Allerdings hilft auch das nicht richtig und so schieben wir beide Kinder den Berg nach oben. Aber schlafen will irgendwie auch keiner! Die Stimmung ist ein wenig gedrückt, obwohl dieser Park eigentlich sehr schön ist und große, natürliche Gehege bietet, in denen allerdings nicht immer etwas zu sehen ist.
Um 15:00 nach dem Tigergehege kommt endlich die Erlösung: Simon wird vom Schlaf übermannt und einige Augenblicke später schläft auch Sinja ein! So bleiben wir bis um 16:30 zur Wolfsfütterung, wo beide Kinder wieder aufwachen und wir auch die Wölfe zu Gesicht bekommen.
Danach geht es zurück zum Campingplatz und das Navi will uns schon wieder quer durch den Wald schicken. Wir fahren aber wieder außen rum. Die Kinder toben anschließend am Wasser, im Sand und um den Anhänger und von den Schmerzen in den Beinen, die Sinja vorher als Ausrede gebracht hat, ist nichts mehr zu merken.
Es gibt Tortellini, nachdem die Kinder wieder trockene Sachen anhaben und danach wird noch kräftig weiter ums Zelt getobt! Um 20:30 ist immer noch nicht Schluss, so dass wir befürchten, dass es irgendwann ein böses Ende nehmen wird. Plötzlich geht aber alles ganz schnell und die Kinder kommen in die Schlafsäcke und werden im Zelt verstaut.
Wir versuchen uns noch mit einem Zugang ins Internet und geben auf einer Anbieterseite unsere Kreditkarteninfos ein, aber irgendwie sind wir zu blöd dazu, denn vor dem einloggen stürzt die Seite ab. Wie sollen wir bloß später unseren Kindern in die digitale Welt folgen?

Våmhus 08.08.14
Rekord: die Kinder schlafen bis 7:30!!! Wir stehen auf und frühstücken in der Morgensonne. Da wir noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen müssen, fahren wir gegen 9:30 mit dem Fahrrad in den Ort Våmhus zum kleinen Kaufmannsladen. Dort gibt es nicht viel Auswahl und Silke fragt noch eine Schwedin, welches denn die richtige Milch ist, denn vor ein paar Jahren hatten wir zweimal eine Art dicke Buttermilch gekauft. Es gibt hier auch eine kleine Ecke, wo man aus verschiedenen Fächern Süßigkeiten in eine Tüte packt, die an der Kasse abgewogen wird – ein kleines Highlight für die Kinder! Wir fahren anschließend zurück zum Campingplatz und stellen fest, dass heute viele Leute abreisen. Da es die Sonne heute schon am Morgen sehr gut mit uns meint, spanne ich noch ein zusätzliches Tarp vor unser Zelt, damit wir ein wenig mehr Schatten bekommen.
Da wir heute auf dem Platz bleiben wollen und Simon gegen Mittag müde wird, schiebe ich ihn im Cruiser ein wenig durch die Gegend, während Silke mit Sinjas Hilfe Pfannenkuchen macht. Da sie schon Hunger hat, wird schon mal der erste probiert.  Danach gehen wir an den Strand während Silke schon mal eine Waschmaschine aufsetzt. Als Simon wieder wach ist, essen wir erst einmal richtig Mittag. Auch Sinja schafft noch einen Pfannenkuchen. Dann gehen wir alle zum See und planschen ein wenig herum. Das Wasser sieht ein wenig rostig, aber klar aus, was wohl an der braunen Erde liegt. Silke probiert einmal wie weit das flache Wasser noch geht und ob sie in absehbarer Entfernung mal schwimmen kann, aber nach 150m ist das Wasser immer noch nicht weit über ihrem Knie. Die Frau vom Campingplatz hat aber gesagt, dass er an der tiefsten Stelle 160m abfallen soll.
Plötzlich wird es sehr windig und unser zusätzliches Tarp beginnt sich selbstständig zu machen. Ich renne zum Zelt zurück und baue es schnell ab, bevor es ganz im schwedischen Wald verschwindet. Leider muss ich auch den ganzen Müll wieder einsammeln, da der Müllbeutel über der Haltestange gehängt war und diese wurde durch den Wind weggedrückt.
Als ich zurück beim See bin, ist in der Ferne ein leichtes Gewittergrummeln zu hören. Plötzlich sehe ich ziemlich nah in der Luft einen Fischadler auf Jagdflug. Natürlich habe ich keinen Fotoapparat griffbereit und jetzt noch einen zu holen, würde eh zu lange dauern! Schade!
Die Kinder brauchen nun allerdings eine Dusche und wir erledigen das schnell, bevor es Abendbrot gibt. Danach wird wieder ums Zelt gerannt bis der Arzt kommt. Um 20:00 liegen die Kinder müde im Bett und machen sich schon mal breit. Ich versuche diesmal auch nur mit einer Duschmarke auszukommen und schaffe es zum ersten Mal ganz knapp ohne kaltes Wasser abzubekommen. Meine Theorie ist aber nach wie vor, dass in der Frauendusche die 3 Minuten einfach länger sind, als bei den Männern! Der Campingplatz wird langsam wieder voller und neben uns stehen Leute mit einem nagelneuen VW Bus, wo alles elektrisch ausfährt. Toll, Camping in der Natur!

Våmhus / Rättvik 09.08.14
Gegen 7:00 sind wir wieder wach, die Kinder sind in der Nacht weiter ums Zelt gerannt, zumindest kam es uns so vor, da wir sie öfters quer im Bett hatten. Gegen 7:30 stehen wir auf und frühstücken. Anschließend packen wir ein paar Sachen zusammen und fahren an den Siljansee nach Rättvik. Unser Navi kennt sogar die Adresse vom Tourismusbüro und somit ist das unser erstes Ziel. Beide Kinder schlafen ein und als wir ankommen, geht Silke alleine rein, um ein paar Infos zu holen.
Unser zweites  Ziel heißt Sommerrodelbahn! Das Navi wird mit Infos gefüttert und schon geht es kleine Straßen immer weiter den Berg hinauf. Schließlich erreichen wir einen großen Schotterparkplatz unterhalb der Bahn. Hier scheint auch im Winter ordentlich was los zu sein, denn es gibt eine Skihütte, Lifte und jede Menge Skier zum Ausleihen. Doch wir wollen eigentlich nur Rodeln. Wir finden die Kasse und kaufen gleich zwei Tickets, da wir sicher sind, dass wir alle fahren. Sinja geht sofort mit zum Aussuchen des Helmes, schließlich fährt Conni aus ihren Kinderbüchern auch auf einer Sommerrodelbahn. Nur Simon will sich keinen Helm aufsetzten lassen und so bleibe ich mit ihm unten, da es den Schlitten nicht in XXL Ausführung gibt und somit vielleicht auch eine zu große akrobatische Herausforderung für mich ist. Ich gehe mit Simon zurück zum Auto, um den Fotoapparat zu holen, während Silke und Sinja schon nach oben geschleppt werden.
Simon und ich stärken uns noch kurz am Auto und gehen zurück. Aber da kommen uns schon Sinja und Silke auf dem Schlitten entgegen und ich kann kein Foto mehr machen. Wir sind viel zu spät, obwohl Silke bestimmt nicht schnell gefahren ist. Aber Sinja fand es auch gut und somit lassen sie sich ein zweites Mal nach oben ziehen. Ich warte mit Simon unten und es dauert gefühlt doppelt so lange bis die beiden endlich unten ankommen. Schlitten und Helme werden wieder abgegeben und Sinja hat sich ein Eis verdient. Wir gehen in die Skihütte und essen alle auch eine Kleinigkeit. Leider ist hier alles mehr Schein als Sein und so bin ich wenigstens über den WIFI Zugang froh. Sinja bekommt Ihr Eis zum Nachtisch und wir gehen zum Auto zurück.
Das nächste Ziel heißt Styggforsen Wasserfall bei Boda. Am Parkplatz stellen wir fest, dass es ganz schön steil ist und somit kommt zum ersten Mal die Kraxe zum Einsatz. Simon ist allerdings gar nicht begeistert und protestiert energisch gegen diese Behandlung! Wir gehen trotzdem den Weg der eigentlich ganz gut abgesichert ist und machen den ca. 1km langen Rundweg, wo man den Wasserfall von unten und von oben sieht. Sinja läuft und klettert prima mit nur auf dem Rest nehme ich sie Huckepack. Simon ist ein wenig ruhiger geworden (oder haben wir das wegen dem Wasserrauschen nur nicht gehört) und hat sich mit seiner Situation abgefunden. Am Parkplatz will ein älterer Herr sein Fiat Wohnmobil gegen meinen Landy eintauschen und meint noch ich mache ein gutes Geschäft!!! Ohne Wort!!! Ohne Worte!!!
Die Rückfahrt zum Campingplatz geht schnell vorüber und so planschen wir nochmal im See und gehen Duschen. Es kommen auch neue Leute hinzu: vor uns bauen Leute mit zwei kleine Jungen ihr nagelneues Nomad Zelt auf (ganz dicht neben den Hamburgern) und daneben noch eine Familie mit einer älteren Tochter in einem Dreimannzelt. Anscheinend wohnen die alle in Mehrfamilienhäusern, da sie sich alle so dicht auf die Pelle rücken! Vielleicht ist es aber auch nur Rudeldenken (dicht zusammen bleiben) und sie haben Angst vor den Bären, die nachts um die Zelte schleichen! Hier ist doch so viel Platz!
Nach dem Abendbrot beginnen wieder die Runden, die man ums Zelt laufen muss und danach geht es schnell ins Bett.
Ich bin beim Duschen nach wie vor davon überzeugt, dass es in der Frauendusche längere 3 Minuten gibt und stelle fest, dass abends, bei Windstille doch ein paar Mücken kommen!

Våmhus 10.08.14
Wir stehen gegen 7:30 auf, nachdem die Nacht nichts Besonderes hervorgebracht hat. Wir machen uns anschließend für eine Fahrradtour bereit und packen die Taschen für die Fahrräder. Die Hamburger vor uns reisen weiter etwas nach Süden an den Siljansee. Ich versuche noch beim Herausziehen der fest eingeschlagenen Heringe zu helfen und dann verabschieden wir uns.
Eigentlich wollen wir nach Orsa, aber nach 400m Schotterpiste haben wir die Nase voll. Die Schottersteine sind zum Teil so groß, dass man mit dem Fahrrad nur langsam fahren kann, weil es total holpert! Und die vorbeifahrenden Autos schleudern schön die Steine durch die Luft und stauben tut es auch! Da es noch über 5Km so weitergehen soll, drehen wir um und fahren die Strecke nach Våmhus.
Auf der Asphaltstraße ist nicht wirklich viel Verkehr und man kommt ganz gut voran, auch wenn der Wind von vorne kommt. Am kleinen Einkaufsladen entscheiden wir uns zum Weiterfahren und so radeln wir immer weiter. Da wir aber nach Mora nicht die große E70 nehmen wollen, biegen wir nach der Ortschaft Bonäs links ab in den Wald, da unser GPS Gerät sagt, dass dort ein Weg ist. Wieso wir jetzt auf die Technik vertrauen, ist unklar, aber diesmal werden wir nicht enttäuscht. Auch wenn der Weg zwischenzeitlich einmal schlechter wird und wir ein Stück schieben müssen, kommen wir tatsächlich in Mora an und kommen durch einen parallel zur Hauptstraße verlaufenden Fahrradweg ins Centrum. Am Siljansee ist eine Veranstaltung und wir gehen in eine Art Fußgängerzone, wo wir uns letztendlich für eine Pizzabäckerei entscheiden, die auch eine Speisekarte mit Dönern und Burgern hat. Ich bestelle eine Pizza Fungi, Silke nimmt eine Dürüm Rolle mit Gyros und für die Kinder gibt es Nudeln. Alle haben großen Hunger und es wird ordentlich gegessen. Wir, weil wir die ganze Strecke ja wieder zurück fahren müssen und die Kinder weil man ja nie weiß, wann es bei so verrückten Eltern mal wieder etwas zu essen gibt. Anscheinend haben das auch die netten Leute vom Pizzaimbiss mitbekommen und wir bekommen noch drei Pfannenkuchen für die Kinder geschenkt!
Als wir fertig sind, fahren wir auf der gleichen Route wieder zurück. Jetzt haben wir zum Teil Rückenwind, doch als wir nach 40Km auf dem Campingplatz ankommen, spüren wir unsere Hintern nicht mehr. Auch fast alle anderen Knochen tun weh (auch die, die man eigentlich zum Fahrradfahren nicht braucht).
Die Kinder toben sich noch mal am Strand aus, da sie ja heute fast nur im Anhänger gesessen haben. Die Eltern schauen teilnahmslos zu!
Danach gibt’s aber wieder die Dusche und dann Abendbrot. Ich fahre anschließend um 19:30 mit dem Auto Richtung Grönklitt um Elche zu finden. Es geht die kleinen Schotterpisten nach oben. Hier ist wenig Verkehr, aber hier und da befinden sich immer wieder kleine Häuschen versteckt im Wald oder am See. Da mein Versuch nicht von Erfolg gekrönt ist, breche ich bei schlechter werdendem Licht ab und bin um 21:00 wieder beim Zelt. Die Kinder sind noch immer wach und ich kann sie mit ins Bett bringen! Unter der Dusche toppe ich wieder die kurze 3 Minuten Phase.

Fahrt zum Hornborgas See 11.08.14
Als wir gegen 7:30 aus dem Zelt kommen ist der Himmel bedeckt. Wir Frühstücken gewohnt draußen und irgendwie sind wir der Meinung, dass sich die Wolken dunkler färben. Spontan beschließen wir, heute abzureisen, in welche Richtung können wir ja noch später festlegen. Also alles einpacken. Zuerst helfen die Kinder noch mit und wir kommen eigentlich ganz gut voran. Dann aber fängt es ganz leicht an zu nieseln und die Kinder wollen lieber ins Auto. Also setzen wir die beiden auf den Fahrer bzw. Beifahrersitz, wo sie noch ein wenig spielen, während wir das Zelt einpacken. Der entscheidende Teil des Abbaus findet im Regen statt, so dass wir ein nasses Zelt einpacken. Klitschnass gehe ich in der kleinen Rezeption bezahlen. Wieder beim Auto trockne ich mich kurz ab und ziehe ein trockenes T-Shirt an.
Wir fahren zuerst nach Mora um einen Wetterberichte zu studieren. Unser erstes Ziel heißt somit Internetverbindung und wir steuern eine Tankstelle an. Da die Kinder schon nach 15 Minuten Autofahrt eingeschlafen sind, fragt Silke zuerst alleine nach. Prinzipiell ist es möglich, also parke ich den Landy so, dass man von innen sehen kann, ab die Kinder schlafen. Ich frage noch den Angestellten nach dem Zugang und er rückt schon mit der ersten Einschränkung raus: manchmal geht es nicht so gut und ist sehr langsam. Hauptsache wir haben überhaupt Internet! Silke besorgt uns schnell einen Kaffee und ich probiere den STATOIL Zugang zu bekommen. Aber er taucht gar nicht auf! Also kaufe ich eine aktuelle Tageszeitung, auch wenn ich kaum etwas lesen kann. Sie hat aber eine recht gute Wetterseite. Dort ist zu erkennen, dass es überall Regen gibt, im Süden vielleicht etwas weniger. Also nächster Stopp irgendwo im Süden.
Silke gibt erst einmal etwas in das Navi ein, damit wir die grobe Richtung schon mal haben, denn Sinja ist mittlerweile wieder wach geworden, klar wir standen ja auch!
Auf der Fahrt nach Süden beratschlagen wir noch über das genaue Ziel und Silke gibt einen Campingplatz in Skövde, in der Nähe des Hornborgas Sees ein. Nach knapp zwei Stunden Fahrt ist eine Mittagspause fällig und da es gerade trocken ist, beschließen wir auf einem kleinen Parkplatz zu kochen. Wir klappen die Küche aus und es gibt Nudeln mit ein wenig Suppe. Ich probiere mit den Kindern ein wenig herumzulaufen ohne die großen Pfützen direkt zu durchqueren. Simon entdeckt wieder Steine und ist damit beschäftigt diese in die Pfützen zu befördern. Allerdings muss man sehr aufpassen, dass er nicht die Pfütze schon durchquert hat, bevor er wirft.
Nach einer Stunde Pause geht es weiter. Die Fahrt zieht sich ein wenig und ich liefere mir ein kleines Rennen mit einem großen LKW, den ich erst vorbeilasse, weil ich befürchte, er hängt mir sonst immer hinten drauf. Allerdings ist er an den vielen Bergen noch langsamer als wir, so dass ich ganz schön viel Platz zwischen uns bringen kann.
In Skövde soll der Campingplatz in der Stadt liegen, was mir erst so richtig bewusst wird, als wir von dem Hügel aus die ganzen Industriellen Anlagen sehen. Wir entscheiden uns weiterzufahren, trotzdem es schon sehr spät ist. Um 18:00 erreichen wir kurz vor Skara ein Schild mit einem Hinweis auf einen Campingplatz. Wir fahren hin, denn es wird höchste Zeit, damit die Stimmung in der zweiten Reihe des Landy’s nicht komplett kippt.
Was natürlich hier nicht so schön ist, wir befinden uns direkt neben dem Sommarland, was ein Freizeitpark ist. Der Campingplatz ist recht teuer und wir bekommen einen Platz zugewiesen. Aber hier können wir nichts aufbauen, denn der Platz ist eine einzige Pfütze. Also geht Silke zurück zur Rezeption und nennt unseren Wunschplatz. Wir können aufbauen und machen alles in Rekordzeit. Abendbrotessen und anschließend Kinder ins Bett bringen. Heute läuft die Heizung schon früh, da sonst alles klamm wird.
Was uns hier auffällt: Schlecht angelegter Platz (Wasser fließt nicht ab), kein Internetzugang, Toilettenzellen mal wieder zu klein und morgen hören wir sehr wahrscheinlich als erstes „Bimmelbahn-getute" statt Vogelgezwitscher!

Skara/Hornborgas See 12.08.14
Wir hatten keinen nennenswerten Regen in der Nacht! Es herrscht am Morgen eine lockere Bewölkung und es kommt sogar die Sonne ab und an mal durch. Allerdings nur bis kurz nach dem Frühstück. Endlich wieder Regen. Beim Gang zum Toilettenhäuschen hört man auf der Wiese wieder ein sattes Sabschen unter den Füßen!
Wir fahren zum Informationszentrum des Hornborgas Sees. Die Kinder schlafen mal wieder als wir am Parkplatz ankommen. Bei leichtem Nieselregen gehen wir erst einmal lieber rein, um Informationen zu sammeln. Eine nette Frau erklärt uns einiges und wir schauen uns um. Es gibt auch eine Spielecke für die Kinder, die von unseren Kindern deutlich den Informationen vorgezogen wird! Als die Sonne mal wieder durchkommt, gehe ich kurz nach draußen mich umschauen, denn es gibt einen Steg und mehrere Ausgucke/Verstecke. Ich überrede Silke und die Kinder einmal mit zu kommen und so gehen wir alle gemeinsam raus. Wir machen eine kurze Kekspause, als wir eine tief dunkle Wolke bemerken, die geradewegs auf uns zuzieht. Wir beeilen uns wieder ins Informationszentrum zu kommen, werden aber trotzdem auf den letzten Metern nass. Da wir zum fünften Mal an der Angestellten vorbeilaufen und sie mit Fragen bombardieren, ist diese bestimmt schon genervt. Wir gehen in das kleine Café und bestellen uns zwei Sandwiches. Anschließend gehen wir aber wirklich zum Auto und fahren noch einmal um den ganzen See herum zu dem anderen tollen Ausguck, wo man im Frühjahr ganz nah bei den Kranichen sein kann. Dieser ist leider jetzt geschlossen. Es gibt ja auch nichts zu sehen!
Wir fahren nach Skara und finden trotz einiger Schwierigkeiten (Navi) die Touristeninformation. Dort können wir den PC benutzen, um im Internet nach dem Wetter der nächsten Tage zu schauen. Wir sammeln noch ein paar Informationen und gehen einkaufen und tanken, bevor wir zum Campingplatz zurückkehren.
Jetzt kann man noch gut die Bimmelbahn hören die im nahen Freizeitpark fährt. Der ganze Platz ist echt ein kleiner Sumpf geworden und die Kinder haben ihren Spaß mit den Pfützen. Allerdings wird natürlich wieder mit vollem Einsatz gespielt, so dass Sinja in die Pfütze fällt und Simon auch nicht viel besser aussieht. Er braucht dringend Gummistiefel!
Heute gibt es zum Abendbrot Spinat, mit Kartoffeln und Spiegeleiern, was ein weiteres Umziehen der Kinder erfordert.
Es fängt wieder kräftig an zu Gewittern und nach kurzer Zeit ist aus dem Sumpf vor unserem Zelt ein ausgewachsener See geworden. Um 20:00 geht es für die Kinder ins Bett und wir sind ein wenig mit gemischten Gefühlen unterwegs: zum einen das Wetter (man kommt vom Duschen und ist gleich wieder nass) und Simon bekommt wohl einen neuen Zahn, den er lautstark feiert!

Fahrt zum Store Mosse Nationalpark 13.08.14
Ich stehe heute schon um 5:30 auf, da ich noch einmal zum Hornborgas See möchte. Überall schwimmt es auf dem CP. Ich gehe schnell aufs Klo und um kurz vor 6:00 fahre ich mit dem Landy durchs Tor an zwei verdutzen Nachtwachen vorbei. Die sind es wohl nicht gewohnt, dass einer der Prolls hier schon so früh sein Auto wiederfindet! Um 6:15 erreiche ich den Parkplatz vorm Infocenter. Dort stehen noch ein schwedischer Wohnwagen (bei dem erst nach dem 5-mal Tür zuschlagen der Hund anfängt zu bellen (toller Wächter)) und ein deutscher Camper. Ich gehe über den Holzsteg zum ersten Hide und setze mich hinein. Ich beobachte und sehe weit weg wieder einen jungen Seeadler?!? Plötzlich erscheinen 2 Wasserläufer direkt in der schönsten Morgensonne vor mir, aber ich habe den Fotoapparat noch gar nicht ausgepackt, da ich noch mit der Kälte kämpfe (habe ja bekanntlich keine vernünftige Jacke eingepackt!). Als ich soweit bin, sind sie natürlich weg.
Ich sehe noch viele Singschwäne, Enten, Haubentaucher und Seeschwalben. Ich gehe auch noch zum Aussichtsturm und anschließend wieder zurück. Es erscheint mal wieder eine dunkle Wolke am Himmel, die eine beachtliche Größe und Bedrohlichkeit entwickelt, so dass ich mich schnell zum Auto begebe und zum CP zurück fahre. Um 8:30 bin ich zurück und die Kinder freuen sich über den knatternden Landy! Frühstück hat gerade begonnen, doch ich verzichte, da ich schnell alles einpacken will. Um 10:15 sind wir komplett fertig gepackt und nach diversen Klogängen auch Abreisebereit. Ein paar merkwürdige Schweden, die die ganze Zeit nur im Wohnwagen gesessen und Bier getrunken haben, lassen einfach ein paar nasse Teppiche und Bierdosen bei Ihrer Abreise zurück. Wir machen aber bei diesem „landestypischen" Brauch nicht mit und entsorgen unseren Müll dort wo er hingehört!
Wir entscheiden uns allerdings mal wieder erst auf der Fahrt für unser nächstes Ziel: Store Mosse Nationalpark. Wir erreichen den Ort Skillingaryd und Silke geht in die Tourismus-Info. Wir entscheiden uns für einen kleinen CP Flatenbadets Camping der zu dieser Jahreszeit nicht mehr voll besetzt ist und nur zeitweise vom Personal betreut wird. Vor uns auf dem Platz sind schon welche aus Celle angekommen und wir entscheiden uns auch schon mal das Zelt aufzubauen und suchen uns einen halbwegs trockenen Platz aus. Während des Aufbaus fängt es mal an zu tropfen doch der richtige Regen kommt erst später. Als der Betreiber um 15:00 erscheint, ist auch alles ok und wir müssen keine 5m weiter nochmal aufbauen, weil unser Platz reserviert ist. Wir fahren noch mal zum Infocenter des Nationalparks wo Silke ein paar Infos einholt. Auf dem Parkplatz wimmelt es nur so von Deutschen. Anschließend fahren wir nach Hillerstorp zum Einkaufen. Es fängt mittlerweile wieder tierisch an zu schütten und so spielen wir am Zelt wieder angekommen drinnen und machen Vorlesestunde. Essen gibt es dann ein wenig später, da selbst der Landy als Windschutz nichts bringt und wir mal wieder das Zelt verkehrt aufgebaut haben!
Nach dem Essen freuen sich die Kinder über die noch größeren Pfützen und auf dem Rasen gibt es wieder ein saftiges Pflatschen, wenn man geht. Leider müssen die Kinder jetzt wieder etwas mehr gewaschen werden, da auch der Strand noch in Augenschein genommen wird (Teeren und Federn!). Um 20:00 schlafen die Kinder und gegen 21:20 fängt es wieder an zu regnen…

Flatanger See / Store Mosse NP 14.08.14
Kein Tag ohne Regen? Morgens um 7:00 liegt der See noch ein wenig im Nebel, aber die Sonne kommt durch! Wir schieben unseren Tisch in die Sonne und Frühstücken, nachdem die Kinder angezogen sind. Wir packen das Auto um, damit möglichst wenige Sachen drin sind und fahren zum Parkplatz wo der Svartgölsleden Wanderweg losgeht. Leider habe ich mein Handy im Zelt vergessen und fahre nochmals zum Zeltplatz zurück. Wieder am Parkplatz sehe ich noch mehr deutsche Autos. Den Weg kann man gut mit Kinderwagen gehen. Silke ist schon mit unserem Cruiser losgegangen, aber ich hole sie schnell ein, da die Kinder die ersten 500m gelaufen sind!!!  Nach ca. 2km verlässt man den Wald und geht auf einem Steg über eine Moorfläche. Am Ende ist ein See an dem ein deutsches Pärchen aus Ostwestfahlen mit ihren Zwillingen sitzt. Wir kommen ins Gespräch und erfahren, dass sich der nahe Elch Park in Isaberg nicht lohnt! Als sie gehen, sehen wir über den Steg eine große Gruppe kommen, die seltsame Sachen schleppen. Als sie den See erreichen, sehen wir, dass es eine geführte Tour ist, die jetzt am Endpunkt des Steges die Schneeschuhe anzieht um sich im Moor nasse Füße zu holen.
Wir gehen zurück und beide Kinder schlafen im Cruiser ein. Kurz vor dem Parkplatz gibt es noch einen Weg, der zum Infozentrum führt, aber leider ist für uns am Steg (der hier nur aus drei Brettern besteht) Schluss.  Also beschließt Silke eine Schotterpiste parallel zur Hauptstraße zu schieben, damit die Kinder ein wenig weiter schlafen. Ich folge Augenblicke später mit dem Auto, aber als der Landy vorbei  fährt, wird Sinja wieder wach. Als Silke beim nächsten Parkplatz ankommt, wo ein großer Rundweg durch ein Moor anfängt sind beide Kinder wach! Also wird alles wieder eingepackt und wir fahren gemeinsam zum Infocenter. Vorher gehen wir noch zum Vogelbeobachtungsturm. Ich sehe eine Eidechse, ein Rotkehlchen, eine Rohrweihe und zwei Fischadler auf der anderen Seeseite. Silke verkündet währenddessen lauthals, dass sie von einer großen Libelle angeflogen wurde und sich tierisch erschrocken hat.
Im Infocenter erkennt sie der Guide von gestern wieder und wir sprechen noch ein wenig über die Vögel des Parks. Die Kinder malen und wir schauen uns noch ein wenig um.
Anschließend fahren wir noch kurz nach Hillerstorp und kaufen ein. Danach geht’s zurück zum CP und wir gehen auf den Spielplatz. Dann spielen wir noch ein bisschen am Zelt und es gibt Fischstäbchen, die Silke in der Gemeinschaftsküche zubereitet, da der  Wind wieder extrem zugenommen hat und wir ja die volle Breitseite aufnehmen. Nachdem alle hungrigen Mäuler gestopft sind, geht es nach ein paar Spiel- und Leserunden ins Bett. Abends wird es wieder windstiller und vielleicht bleibt es sogar trocken!?!
Nachtrag da ich den Laptop bereits um 21:15 aus hatte: als Silke duschen geht, fängt es mal wieder ordentlich an zu schütten, so dass sie eigentlich die 5 Kronen für die Dusche hätte sparen können!

Flatanger See/Store Mosse NP 15.08.14
Eigentlich will ich heute früher hoch und zu einem der Aussichttürme am See Kävsjön. Allerding will mein innerer Schweinehund nicht und ich mache den Wecker aus und drehe mich noch mal um. Um 7:00 stehen wir aber trotzdem auf und frühstücken um kurz vor 8:00. Die Kinder spielen nach dem Frühstück noch schön, so dass wir ganz entspannt bei bewölktem Himmel mit Sonnenlücken um 9:45 loskommen. Wir wollen jetzt zu dem Aussichtsturm wandern und fahren zum Parkplatz nach Södra Svänö am Kävsjön See, auf der kleinen Straße sehen wir zwei Kraniche, zwei Rehe, ein paar Pferde und viele Kühe. Die Straße wird immer enger und kann zum Schluss nur noch von einem Fahrzeug passiert werden. Wir sind die ersten am Parkplatz  und packen alles aus. Leider ist Simon kurz vorher eingeschlafen, so dass er natürlich wach wird, als er in die Kraxe gestopft wird. Er bekundet auch gleich sein Unwohlsein mit lautem Geschrei. Es hilft alles nichts und so gehen wir vollgepackt los. Sinja trägt das kleine Fernglas. Wir kommen über eine Kuhweide direkt auf die Kühe zu und umrunden sie aber. Es geht fast 2 KM über Wiesen, durch den Wald und über Stege durch das Moor. Kurz vorm Turm fängt es mal wieder an zu regnen. Sinja läuft die ganze Zeit toll mit und fällt nur einmal auf die Nase, da sie lieber in die Luft guckt, statt auf den Boden.
Am Turm angekommen wird Simon erst einmal aus dem Rucksack genommen und mit Salzstangen und anderem Essbarem beruhigt! Auch Sinja hat Hunger. Ich schaue mich ein wenig um und entdecke neben zahlreichen Regenwolken auch einen Fischadler der auf einem Pfosten sitzt. Später kommen noch mindestens 2 kreisende Fischadler hinzu und wieder eine weibliche Rohrweihe, die den sitzenden Fischadler aufscheucht. Es sind ein paar Singschwäne zu sehen, ein paar Wasserläufer ziehen vorbei und auch der Regen lässt nicht auf sich warten. Wir flüchten unter den Turm. Später kommen noch zwei deutsche Wanderer hinzu und wir packen wieder unsere Sachen ein. Auf dem Rückweg begegnen wir noch einigen Wanderern und wieder einem Regenschauer, der uns kurz unter einem Baum verweilen lässt. Simon schläft trotzdem weiter. Sinja fällt auf den letzten Metern noch mal über eine Unebenheit und ist nach fast 4KM leicht Müde. Wir packen alles ins Auto und fahren zurück zum Zeltplatz. Dort angekommen wird erst einmal ausgiebig gespielt und wir gehen zum Platzwart um zu bezahlen. Simon spielt mit Matchboxautos und schmeißt eines in die Büsche. Er hat wenigstens Geschmack, denn der Landy ist noch in seiner Hand, während der Jeep in der Hecke liegt! ;-)
Silke macht Essen in der Gemeinschaftsküche und wird dabei von Sinja unterstützt. Die Spätzle kommen bei den Kindern komischerweise sehr mäßig an, was vielleicht daran liegt, dass wenig geschlafen wurde. Simon läuft noch eine wenig und fällt auf dem Weg um, rollt sich dabei aber geschickt über die Nase ab, was allerdings einen Kratzer auf jener verursacht.
Um 19:30 liegen die Kinder fast im Bett und SInja braucht noch sehr lange zum Einschlafen.
Ach ja bevor ich es vergesse: es hat pünktlich um 20:00 mit schönem Regen angefangen und ist um 20:45 vorerst wieder trocken!

Fahrt nach Kungshamn 16.08.14
Morgens herrscht erst einmal Nebel. Der ist nicht so schlimm wie Regen aber irgendwie auch feucht! Eine Gruppe Schweden hat gestern Abend kräftig gefeiert und heute wollen sie, so scheint es, in den „tollen" Western Park ganz in der Nähe, den wir zuerst für einen kleine Berg gehalten haben (vom Namen her). Zumindest laufen irgendwie alle in Westernklamotten rum und haben einen Gang wie John Wayne! Es wurde sogar der Türgriff vom Frauenwaschhaus im Suff abgebrochen - was einige Leute doch für Kraft unter Alkohol entwickeln…
Wir aber packen zusammen, denn wir wollen weiter an die Küste. Die Kinder helfen schon toll mit und wir kommen gegen 11:00 los. Das Navi will uns wieder ganz komisch führen und so entscheiden wir nach einem Blick in die Landkarte selbst unseren Weg zu suchen. Den ersten Teil der Route sind wir schon auf dem Hinweg hierher gefahren.
Gegen 13:30 machen wir unsere Mittagspause in einer Raststätte. Wir bestellen auf Englisch und bekommen kleine Marken, die später aufgerufen werden. Wir sind gespannt ob unsere Nummern auf Englisch oder auf Schwedisch wie sonst verkündet werden, denn wir wissen nicht wie die Zahlen 803 bis 806 auf Schwedisch ausgesprochen werden.  Wir haben aber Glück und der Ausruf erfolgt auf Englisch. Allerding kommen alle Nummern mit einem Abstand von 2-5 Minuten, so dass erst ich zweimal hinlaufe und anschließend Silke zweimal. Dafür haben wir jetzt aber leckeres Essen. Die Kinder spielen noch einen Augenblick auf einem fast verfallenen Spielplatz bevor wir weiterfahren. Es wird noch schnell getankt, aber an diesen blöden Automaten wird der Landy nie voll. Er schaltet immer vorher ab und man kann nicht weitertanken.
Gegen 16:20 erreichen wir den Campingplatz First Camp Solvik in Kungshamn. Wir schauen uns den Platz an, denn es gibt eine merkwürdige Parzellierung!  Es sind auf dem Rasen Plätze markiert, wo man stehen darf. Auch eine genaue Aufbauvorschrift gibt es. Allerdings fallen wir mit unserem Zelt etwas aus der Reihe und wir brauchen einige Zeit, um das den Leuten an der Rezeption zu erklären. Wir haben unseren Platz und bauen auf. Allerdings bekommen wir jetzt die volle Breitseite vom Wind unters Küchentarp und wegen des Platzes können wir nicht wirklich gut abspannen.
Eigentlich ist der Platz schon ziemlich leer und wir wissen nicht warum vorhin so ein Herman wegen des Aufbaus gemacht worden ist. In der Hauptsaison sieht das wohl ganz anders aus.
Der Spielplatz hingegen ist toll und die Kinder haben viel zum Toben. Wir essen noch Abendbrot und um 20:00 gehen die Kinder ins Bett. Da der Wind ein wenig kalt ist, wird die Heizung gleich angestellt. Die Toiletten sind die luxuriösesten der ganzen Reise mit Musik, Heizung und Toilettenkabinen in ausreichender Größe. Die Dusche ist gut und dann kommt etwas worauf ich mich mal wieder freue: Internetzugang, zwar bezahlt aber immerhin!

Kungshamn17.08.14
Es schüttet und stürmt die ganze Nacht. Der Regen kommt quer und der Wind reißt an unserem Küchentarp. Aber alles hält, außer der einen Seitenwand, die ich in der Nacht abbauen musste. Wir machen das Beste aus der Sache und räumen im Zelt ein wenig auf, damit wir den kleinen Tisch aufstellen können. Wieder mal zeigt sich, dass wir viel zu viele Sachen mitschleppen, die wir jetzt mühsam irgendwo unterbringen müssen.
Wir entscheiden uns für eine Einkaufsfahrt nach Munkedahl, da es nicht so richtig schön werden will. Wir fahren durch Kungshamn, das aus dem Auto sehr nett aussieht, wenn denn mal der Scheibenwischer die Sicht auf das Dorf freigibt! Die Kinder schlafen trotzdem ein. Ein immer sicherer Garant, das schöne Auto!
Auf dem Weg nach Munkedahl verpassen wir eine Autobahnabfahrt und fahren bei der nächsten ab. Dort entdeckt Silke ein Schild Älgpark und wir beschließen hier später vorbei zu schauen. Das Einkaufcentrum, wo uns das Navi hingeführt hat, ist eher ein kleiner Ramschladen, der sonntags geöffnet hat. Ich stelle mich bei dem Leergutautomaten an und ahne nicht was mir bevorsteht. Ein Pärchen füttert den Automaten mit über 400 Dosen. Was ich noch nicht sehe, ist ein weiterer Mann, der in der Schlange vor mir steht, der ebenfalls zwei riesige Müllsäcke mit Dosen dabei hat. Er lässt mich aber vor, zumindest verstehe ich es so mit meinen fundierten schwedisch Kenntnissen.
Auf dem Rückweg fahren wir bei dem Elchpark Annerörd vorbei und sind froh, dass wir ihn finden, da zwischendurch die Beschilderung aufhört. Eigentlich müssten die Kinder auch schon bezahlen, aber die sehr nette Frau sagt, dass die ja noch viel zu klein wären. Sie schneidet einen Apfel, den sie in einen Korb tut, den wir zum Elch füttern mitbekommen. Sie erklärt uns noch kurz den Weg und wir stapfen los. Der Elchbulle steht unten beim Haus im Stall. Die eine Kuh mit dem Jungtier liegt etwas weiter oben im Wald, will aber zum Leidwesen von Sinja keinen Apfel von uns haben. Auch eine weitere Kuh hat keine Lust aufzustehen. Also gehen wir weiter, es sollen ja schließlich 11 Tiere sein. Es geht bergauf und bergab und wir verlieren langsam die Orientierung. Das Highlight für Simon ist ein alter Trecker. Die Regenwolken kommen wieder näher, als wir einen Weg erreichen, auf dem wir nicht wissen, welche Richtung wir gehen müssen. Wir erreichen schließlich das Haus, unseren Ausgangspunkt wieder und es gibt noch einmal Pfannenkuchen, nachdem Silke mit Schrecken festgestellt hat, das Simons Regenjacke weg ist. Wir wollen schon zurückgehen, als ein Mann der nach uns die Runde gedreht hat, diese mitbringt. Glück muss man haben!
Wir fahren zurück zum CP und drehen noch eine Runde durch die felsigeLandschaft oberhalb vom CP bis zur Badestelle zu Fuß. Anschließend geht es noch auf den Spielplatz und es gibt Abendessen.
Als die Kinder im Bett sind, buchen wir die Fähre zwei Tage früher schon am Dienstag. Leider weht es noch immer und ab und zu kommen auch wieder ein paar Tropen runter.

Kungshamn 18.08.14
Es hat in der Nacht immer wieder geregnet und der Wind will auch nicht nachlassen. Am Morgen gegen 7:30 werden wir nicht nur von unseren Kindern geweckt, sondern auch von der Sonne, die auf unser Zelt scheint!!! Wir stehen auf, Frühstücken und packen unsere Sachen, denn heute wollen wir in den Nordens Ark Park, der in den Schären liegt und sich darauf spezialisiert hat, besonders gefährdete Tiere zu halten. Zuerst fahren wir aber noch kurz in Kunghamn zum Geld holen vorbei. Ein Bankautomat befindet sich in einer kleinen Seitenstraße. Als ich den Landy direkt davor parke (es ist dort eine Haltebucht eingezeichnet) und Silke aussteigt, wird die etwas ältere Frau, die am Automaten steht, total nervös und bricht ihren Versuch Geld zu bekommen ab. Wir sehen ja auch extrem gefährlich aus: mit Bart, ungewaschen, mit dunklem großen Auto, Ausländer sind wir auch noch, mit zwei kleinen Kindern auf dem Rücksitz …!?!
Weiter geht’s zum Tierpark. Dort angekommen, bauen wir den bereits leicht defekten Cuiser zusammen. Die ersten Regenwolken melden ihren Anspruch an den heutigen Tag an und fangen leicht zu tröpfeln an, als wir die Kasse passiert haben. Auch ja der Eintritt ist nicht schlecht mit 230 Kronen für einen Erwachsenen, aber die Kinder sind ja noch frei! Die Gehege sind recht schön und es geht ganz schön Bergauf und Bergab. Die Kinder machen ganz gut mit und wir müssen uns hin und wieder  unterstellen. Um 12:30 werden die Armurleoparden gefüttert, allerdings schläft Simon schon zu dieser Zeit. Oben am Wolfsgehege ist eigentlich ein Imbiss, nur leider ist schon Nachsaison und nun ist er geschlossen. Irgendwie haben wir heute nichts Gescheites mit, aber Kekse, Salzstangen und Maisbrote gehen immer, auch wenn das Hungergefühl nicht lange gestillt wird!
Gegen 16:15 erreichen wir den Ausgang und sind ganz schön geschafft! Immer diese Berge!
Auf dem Rückweg gehen wir noch im Supermarkt einkaufen. Dort gibt es die leckere Weiße Schokolade von Marabou.
Auf dem Zeltplatz nutzen wir die trockenen Momente um den Spielplatz unsicher zu machen, während Silke Essen kocht. Es geht schon bald danach ins Bett, aber komischerweise ist keiner Müde außer dem Papa, der einschläft!

Fahrt nach Göteborg 19.08.14
Der Himmel hat in der Nacht mal wieder alles gegeben! Trotzdem ist es ziemlich trocken, da der Wind noch ordentlich bläst. Der Himmel hat sogar ein paar helle Flecken mit Sonne für uns und der Blick auf das Wetterradar sagt, dass wir ein wenig Zeit bis zum Regen haben. Also fangen wir an, alles wieder einzupacken. Die Kinder helfen zum Teil mit und werden erst später ein wenig unruhig. Mit Einsetzen der ersten Tropfen ziehen wir die Plane über den Anhänger, geschafft!
Auch auf dem CP wird es jetzt noch ruhiger, die Toiletten werden nun umfunktioniert zu Unisex Häuschen und auch die Rezeption ist nicht mehr lange besetzt. Wir fahren nochmal in die Ortschaft beim Supermarkt vorbei  und ich versuche mal wieder zu tanken. Wieder wird der Tank nicht voll bei diesen blöden Tankautomaten und manuell kann man nicht zapfen. Dann geht’s weiter nach Göteborg über die E6. Dort tanke ich nochmals, denn hier kann man ohne Automat guten Diesel bekommen. Der Regen wird immer schlimmer und wir machen später eine Pause bei Burger King, die die Kinder hauptsächlich zum Spielen nutzen. Wir merken, dass der Regen andere noch härter trifft als uns Camper im Zelt: Motorradfahrer und Fahrradfahrer.
Kurz vor Göteborg ist ein riesiger See auf der Autobahn und nur eine Spur ist passierbar, es sei denn man hat einen Landy!!!
Gegen 15:30 sind wir beim Fähranleger und es ist nicht so gut organisiert wie in Kiel, erst als ein Offizieller kommt, nehmen die Autoschlangen Formen an und die Kreuzung hinter uns wird wieder frei gegeben. Als die Schalter um 17:00 geöffnet werden, checken wir ein und warten wieder. Dann geht es endlich aufs Schiff und wir landen diesmal auf dem LKW Deck, wo auch die Wohnmobile stehen. Wir packen unsere Sachen und fahren mit dem Fahrstuhl nach oben. Diesmal ist es wirklich eine Innenkabine ohne Fenster. Wir gehen wieder Essen und bestellen gleich Nudeln ohne Soße für die Kinder, werden aber bei unserem Wunsch angeguckt wie Aliens. Danach gehen wir kurz shoppen und dann auf Deck um die Ausfahrt zu sehen. Es weht sehr stark und später merkt man auch, dass das ganze Schiff schön wackelt! Die Kinder schlafen erst spät ein!

Fahrt nach Hause 20.08.14
Wir stehen gegen 6:20 auf, ziehen uns alle an und gehen zum Frühstück. Wir nehmen gleich wieder das Restaurant ein Deck unter dem Hauptspeisesaal. Wir lernen gleich wieder deutsche Tugenden, denn ein älteres deutsches Ehepaar schiebt sich an uns vorbei und bezahlt an der Kasse. Anschließend rennt die Frau mit einem Teller und einem Brötchen drauf nach vorne, wo die schönen Fensterplätze sind, um sich einen Tisch zu sichern, während er schon die Köstlichkeiten sichtet, um ihr bei der Rückkehr Tipps zu geben. Dann schlägt auch sie beim Buffet zu und holt sich etwas zu essen. Toll, ein so perfekt eingespieltes Paar findet man nicht immer!
Bei uns gibt es wieder lecker Rührei mit Würstchen und Pfannkuchen, ohne Fensterplatz!
Wir gehen anschließend an Deck und schauen uns die Einfahrt in die Kieler Förde an. Silke geht noch mal mit Sinja in den Boardshop. Anschließend sammeln wir unsere Sachen zusammen und warten darauf, dass die Autodecks wieder geöffnet werden. Als die Durchsage kommt, stehen wir am Fahrstuhl in der Schlange, da uns das Laufen der Treppe diesmal zu viel ist (von Deck 10 auf 3 runter). Der Fahrstuhl fährt allerdings immer bis Deck 11 und kommt bei uns auf Deck 10 voll an. Dann fährt er nach unten, um anschließend wieder bis zum Deck 11 zu fahren. Diese Szene wiederholt sich dreimal und wir glauben nicht mehr an einen leeren Fahrstuhl, als er plötzlich unerwartet bei uns hält. Wir quetschen uns mit fünf Erwachsenen und unseren beiden Kindern plus Gepäck hinein. Danach geht die Fahrt wieder auf Deck 11, wo diesmal keiner einsteigen kann. Dann kommt wieder Deck 10 bevor es endlich nach unten geht. Ein Ehepaar steigt auf 4 aus und wir fahren bis auf Deck 3. Der Fahrstuhl schließt sich und wir stehen in einer kleinen Kammer, da sich die Tür zum Deck nicht öffnen lässt. Nach einiger Zeit entdecke ich einen Knopf und die Tür zum Fahrzeugdeck geht auf (kann man aber schlecht erkennen, wenn dort alles voller Leute steht und die Beschriftung fehlt).
Was wir dann sehen ist auch nicht schön! Die Fahrzeuge haben sich schon in Gang gesetzt und fahren um die noch nicht besetzten Fahrzeuge herum. Allerdings sind wir ziemlich weit vorne in unserer Reihe und so hetzen wir an den fahrenden Autos vorbei mit den Kindern auf den Arm zum Auto. Die Kinder bekommen ein wenig Angst und wir laden schnell alles ein, denn hinter uns wird schon ungeduldig gewartet. Wir fahren raus und bleiben erst einmal auf einem LKW Parkstreifen im Hafengebiet stehen, um alles richtig zu verstauen und die Kinder richtig anzuschnallen.
Das Navi führt uns aus Kiel heraus zu der Autobahn. Vorm Elbtunnel ist erwartungsgemäß Stau und wir sind froh, dass heute nicht Freitag ist.
Als wir die A7 bei Marmstorf verlassen, zeigt Sinja auf das Hinweisschild zum „Wildpark Schwarze Berge". Das ist auch das erste was zu Hause Oma und Opa nach 2.481,6 Kilometern erzählt wird: Wir waren im Urlaub und da gab es auch einen Wildpark…

Offene Fragen:

  • Warum hat Nutella in Schweden andere Zutaten (und schmeckt auch anders) als in Deutschland?

  • Warum sind viele Toilettenkabinen auf Campingplätzen in Schweden zu klein? Die Tür dabei auflassen ist menschunwürdig!

  • Warum ist es in einem Land, in dem laut Statistik die meisten Menschen weltweit Internetzugriff haben, so schwer ins Internet zu gehen?

  • Nach unsere Rückkehr haben wir nach der Übersetzung für Loppies gesucht: eine Art Garagenflohmarkt, böse Zungen behaupten sogar, dass kommt daher weil es in Schweden kein Sperrmüll gibt. Also nichts zu essen, wie von uns vermutet.


Fazit:
Würden wir es wieder machen? Ja! Es war eine schöne Zeit, auch wenn es zwischendurch immer mal wieder Stress gegeben hat und ich auch mal drauf und dran war alles einzupacken, um nach Hause zu fahren! Und mit dem Wetter muss man halt leben, auch wenn es beim Zelten schwieriger ist!

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