SA/BOTS Kgalagadi TP 2009 - Kleinert-foto

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SA/BOTS Kgalagadi TP 2009

Reiseberichte

Südafrika vom 21.11. bis zum 06.12.2009

1.Tag Sa. 21. November
Flug Hamburg, London bis Joburg
Bevor jemand anfängt zu zweifeln oder sich wundert - auch in diesem Jahr war der obligatorische Zahnarztbesuch vor dem Abflug Pflicht. Es gab aber auch wieder einen Grund, denn der Zahn, der letztes Jahr zum Afrikaurlaub eine Wurzelbehandlung erfahren hatte, macht wieder Probleme. Zusätzlich plagt mich dieses Jahr eine erste Erkältung, die ich noch bis gestern erfolgreich abwehren konnte. Heute aber habe ich Halsschmerzen und eine laufende Nase. Der Tag beginnt aber erst einmal damit, dass wir noch einmal ausschlafen. Dann packen wir die restlichen Sachen zusammen und zum Mittagessen gibt es Brechbohnen, Birnen und Speck bei meinen Eltern. Um kurz vor 16:00 fahren wir zum Flughafen. Das einchecken geht schnell und eine nette Dame zeigt uns wie die tollen neuen Check-Inn Automaten funktionieren. Wir gehen durch die Kontrolle und meine Kameras werden nochmals einzeln durch den Röntgenapparat geschickt. Anschließend müssen wir mit einem Sicherheitsbeamten in ein Separée, wo noch einmal ein Sprengstofftest gemacht wird. Unsere Maschine nach London fliegt pünktlich los und ist nicht voll. In London haben wir nicht viel Zeit zum Umsteigen und wir müssen uns ganz schön abhetzen. Angeblich sind im Terminal 5 ja nur kurze Wege zu beschreiten Aber wir müssen zuerst mit einer Art U-Bahn, dann endlose Rolltreppen nehmen, dann wieder durch eine Sicherheitskontrolle und anschließend wieder mit einer Bahn fahren. Am richtigen Gate angekommen, ertönt eine Durchsage, dass die Maschine 20min Verspätung hat. Na klasse, haben wir uns also umsonst so beeilt. Als das Einchecken beginnt, laufen die Leute wieder alle durcheinander, obwohl eigentlich nach Sitzreihen eingestiegen werden soll. Als wir alle unsere Plätze haben, spricht der Capitain und sagt, dass sich der Abflug nochmals verzögert, da eine Toilette im Business Bereich defekt sei. So, so, da haben die feinen Herren sich so viel Sekt reingekübelt, dass diese jetzt das Wasser nicht mehr halten kann. Die Toilette wird letztendlich gesperrt und es geht eine Stunde später los als geplant. Es gibt noch etwas zu essen und wir schlafen auch bald ein.

2.Tag So. 22. November
Ankunft Joburg, Fahrt Richtung Kuruman – Red Sands Country Lodge
Wie immer schlafe ich sehr unruhig im Flugzeug. Gegen 5:00 wache ich auf und quäle mich erst einmal auf die Toilette. Dann gehe ich bei den netten englischen Stewardessen vorbei und hole mir etwas zum trinken. Es gibt gegen 7:00 english breakfast, welches etwas besser schmeckt als das Abendessen. Gegen 9:20 landen wir in Johannesburg, d.h. der Pilot hat in der Nacht 40min aufgeholt. Im neuen Flughafenterminal gehen wir immer dem Menschenstrom folgend Richtung Passkontrolle. Wie immer dauert es hier sehr lange. Es gibt hier sogar eine Wärmebildkamera zur Fieberkontrolle. Man geht durch einen Bogen, wo eine Kamera auf einen gerichtet wird. Diese ermittelt dann die Temperatur. Ich habe große Befürchtungen aufgrund meiner dicken Erkältung nun auch noch Fieber zu haben und nicht einreisen zu dürfen. Aber als ich an der Reihe bin, stellen wir fest, dass die Kamera gar nicht für meine Größe ausgerichtet ist. Schnell werde ich durchgewunken und wir stehen am Gepäckband. Unsere Taschen drehen mittlerweile sogar schon ein paar extra Runden. Wir schnappen uns einen Gepäckwagen und verschwinden nach draußen. Bei der Bank tauschen wir etwas Geld und wandern dann zu Avis. Dort kommen wir auch sofort dran. Aber auch dieser nette Bursche hat die Arbeit nicht erfunden und es dauert wieder sehr lange bis alles geklärt ist. Schließlich fragt er uns ob ein Hyundai Tucson für uns OK wäre. Wir fragen, was er denn sonst noch im Angebot hätte und er antwortet einen Nissan Xtrail. Diesen hat er aber nicht da also bleibt nur der Hyundai. Warum fragt er denn? Das Auto steht abfahrbereit da (das kennen wir ganz anders aus den letzten Jahren, ok es waren auch andere Fahrzeuge) und wir fahren gegen kurz vor 11:00 aus dem Parkhaus. Wir fahren erst auf der R21 Richtung Norden und holen etwas Wasser an einer Tankstelle. Der Weg nach Upington auf der N14 zieht sich und da wir dieselbe Straßensperrung (hinter Krugersdorp, wir müssen die R500 Richtung Carletonville nehmen) wie im letzten Jahr haben und zusätzlich zwei Baustellen mit 10min Wartezeit erreichen wir nicht unser erhofftes Ziel. Wir sind um 18:00 erst in Kuruman und so entscheiden wir uns wieder für die Red Sands Lodge. Da es mir nicht so gut geht, will ich eigentlich nichts essen, sondern nur ins Bett. Am Buffet entscheide ich mich dann spontan um und nehme ein schönes Steak und Curry Chicken zu mir. Um kurz nach 21:00 liegen ich trotzdem völlig kaputt im Bett, welches mal wieder zu kurz für mich ist.

3.Tag Mo. 23. November
Fahrt zum KTP – Twee Rivieren
Wir stehen gegen 6:30 auf und ich fühle mich schon etwas besser. Gegen 7:20 gehen wir zum Frühstück und wie vom letzten Jahr gewohnt, teilen wir dieses mit vielen kleinen Vögeln, die genüsslich am Müsli knabbern. Es gibt lecker Omelett und Cornflakes + Jogurt und gegen 9:00 sind wir wieder auf der Straße. Die Strecke nach Upington ist wieder recht öde und wenig befahren, ausser: ca. 80km vor der Stadt hören wir ein lautes Grollen und sehen einen großen Schatten über uns hinwegzischen. Dann gibt es noch ein lautes Dröhnen und ein kleines Kampfflugzeug fliegt genau über der Straße in Richtung Upington im Tieflug. Man, haben wir uns erschrocken! Gegen 11:00 erreichen wir Upington und steuern auch gleich das Einkaufszentrum an. Wir teilen uns die Aufgaben und ich bewache das volle Auto, während Silke shoppen geht. Nach einer guten halben Stunde (gefühlte 2 Stunden) kommt sie mit einem voll bepackten Einkaufwagen wieder. Wir verstauen alles und holen noch einmal Geld. Hinter der Stadt machen wir einen Fahrerwechsel und Silke fährt die einsame Strecke bis zum Park, den wir um 15:15 erreichen. Im neuen Rezeptionsgebäude sitzen nun die beiden Parkverwaltungen von Südafrika und Botswana zusammen. Ein sehr moderner Bau, mit schönen Fotografien im Inneren. Leider sind die gleichen Leute wie vorher an der Rezeption und man muss alles 2-mal erzählen. JA unserer Wild Card ist abgelaufen, aber wir möchten diese erneuern! Nach einer halben Stunde haben wir es geschafft und bekommen den Schlüssel für das Chalet Nr. 7 ausgehändigt. Dort angekommen, werden wir von einem Schweden mit seiner südafrikanischen Frau begrüßt. Die Hütte ist bereits belegt! Wir fragen scherzhaft, ob sie nicht auch noch genug Betten für uns haben und quatschen noch ein bisschen. Er fährt auch einen Hyundai Tucson und muss morgen nach Upington in die Werkstatt. Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen. Wir fahren zur Rezeption zurück und erzählen von der Doppelbelegung. Nach einer Weile haben sie dieses dann auch verstanden und geben und den Schlüssel für Hütte 13, die dann tatsächlich auch frei ist. Wir entladen unser Auto und nehmen für unseren diesjährigen ersten Gamedrive nur das mit was wir benötigen. Ich packe diesmal sogar meine Kameras vorher aus und mache sie einsatzbereit. Lernfähig!!! An der Tankstelle tanken wir auf und lassen den Reifenluftdruck ab. Da die Strecke Richtung Nossob ab Samevloeiing bis Kij Kij gesperrt ist, bleibt nur der Weg ins Auob-Tal. Leider finden wir an dem Erdmännchenbau vom letzten Jahr keine vor und fahren enttäuscht weiter. Bei Houmoed stehen zwei Autos bei einer Löwengruppe im Schatten. Eine Mutter mit ihrem mindestens ein jährigen Nachwuchs, einem Männchen und zwei Weibchen. Leider entdecken wir bei fast allen erhebliche Spuren der Hundestaupe. Es sieht schlimm aus. Wir drehen bald wieder um und genießen die schlechte Piste auf dem Rückweg noch einmal so richtig. Um 20:00 gibt es Nudelsuppe und um 22:00 sind wir im Bett.

4.Tag Di. 24. November
KTP - Twee Rivieren
Wir stehen gegen 4:50 auf und kommen nach kurzem Frühstück erst gegen 5:40 los, also 10min zu spät! Allerdings wird es jetzt auch erst richtig hell, denn die Sonne geht auf. Unseren Permit müssen wir jetzt am neuen Gate abholen und nicht wie früher am Tor. Das dauert ein wenig länger. Wir fahren als erstes wieder zum Wasserloch Samevloeiing, wo im Vorjahr plötzlich zwei Leoparden auftauchten. Aber heute ist hier nichts los, vielleicht liegt es ja daran, dass die Kamera schon ausgepackt ist! Dann müssen wir ja die Duneroad nehmen, da der direkte Weg nach Nossob gesperrt ist. Da ist wie immer kaum etwas zu sehen. Im Auob-Tal kommen wir an dem Erdmännchenbau vom letzten Jahr vorbei, doch auch heute ist hier gähnende Leere. Dafür werden wir ein paar hundert Meter weiter von einem anderen Parkbesucher darauf aufmerksam gemacht, dass sich hier ein Kapfuchsbau befindet. Eine Mutter mit drei Kleinen liegt auch dekorativ im Sand. Die drei kleinen Kapfüchse sind am rumtollen, leider aber immer hinter irgendwelchen Sträuchern. Nach ein paar Minuten fahren wir weiter und sehen vor Houmoed die ersten Erdmännchen! Diese wuseln wie gewohnt im Flussbett hin und her. Leider kommt die Sonne direkt von vorne, aber ich habe ja immer etwas zu meckern! Nach 45min fahren wir weiter und treffen kurz vor Munro die nächsten Erdmännchen im Auob an. Auch diese sind schwer zu sehen, da sie sehr weit weg sind. Wir fahren noch bis Auchterlonie, machen einen kurzen Stop und fahren zurück, da die Sonne schon total brennt. Das Thermometer zeigt um 10:00 schon 35 °C an. Im Camp gehen wir kurz in den Shop und kaufen Wasser und etwas zu lesen, da wir unsere Bücher zu Hause vergessen haben. Anschließend legt Silke sich hin und ich gehe kurz mit der Firma telefonieren, da noch Entscheidungen ausstanden. Ich schaue mich ein wenig um und sehe auf dem Campground ein Filmteam, die wie wir später feststellen Sondergenehmigungen haben müssen. Ich wecke Silke wieder auf und wir sitzen noch ein wenig im Schatten vor der Hütte. Wir essen eine Kleinigkeit und um 16:00 fahren wir wieder raus. Alle Tiere die wir aber sehen, stehen noch im Schatten. Auch von Kapfüchsen und Erdmännchen keine Spur. Die machen es richtig! Wir fahren bis Batulama und drehen dann um. Erst dort oben sehen wir wieder etwas größere Springbockherden, während es vorher immer nur vereinzelte Tiere gab. Jetzt sind auch die Erdmännchen bei Munro wieder aufgewacht und machen das, was sie immer machen: Buddeln, Fressen und Gucken. Um 19:30 sind wir wieder im Camp und es ist sehr windig. Ich mache trotzdem Feuer, denn wir wollen eigentlich Würstchen grillen. Silke ist aber zu ungeduldig und brät schnell alles in der Pfanne, so dass wir nicht mehr hungrig den Abend und das Prasseln des Feuers genießen können. Um 22:00 gehen wir ins warme Bett.

5.Tag Mi. 25. November
KTP – Nossob
Um 5:45 stehen wir auf. Die Nacht war die Hölle. Es war nicht nur warm, es kamen durch irgendeinen Grund sehr viele Mücken auf uns zu, die uns fast leer gesogen haben! Mittlerweile hat auch Silke die Erkältung erwischt und muss sich nun auch mit Halsschmerzen und Schnupfen bei den heißen Temperaturen herumquälen. Wir frühstücken, packen das Auto für die Weiterfahrt und verlassen das Camp gegen 5:50, Silke fährt. Im Auob-Flusstal sind wieder die Kapfüchse und wir bleiben ein wenig stehen. Die meisten Besucher halten nur kurz an, machen ein Foto und fahren gleich weiter. Wenn aber Löwen am Rand im Schatten liegen, wie bei Munro ein wenig später das kranke Männchen wieder, dann bleiben sie alle lange stehen und schauen zu wie nichts passiert. Vorher haben wir übrigens wieder die Erdmännchen kurz vor Houmoed gesehen, allerdings wieder recht weit entfernt. Bei Auchterlonie stehen wir wieder ganz allein und machen Fahrerwechsel für die 35km lange Dünenpassage ins Nossobtal. Nach dem ganzen hoch und runter suchen wir die nächste Toilette bei Melkvlei auf. Langsam wird es wieder ziemlich warm und wir haben noch den ganzen Weg bis Nossob vor uns. Dieser zieht sich wieder, obwohl wir bei Cheleka drei junge männliche Löwen sehen, die sich bei 40 °C noch an einander kuscheln!?! Gegen 15:00 erreichen wir Nossob und entladen unser Auto an der Hütte Nr. 7. Auch diese hat eine beachtliche Innentemperatur, obwohl der Ventilator läuft. Neben uns sind Höllander die bereits seit 08/08 unterwegs sind und noch bis 05/10 on tour sein wollen. Ihre Tour haben sie in Südamerika gestartet, was auch erklärt, warum sie ein Chilenisches Kennzeichen haben. Wie machen die Leute das bloß immer? Silke bestellt noch für morgen selbstgebackenes Brot an der Rezeption und um 16:30 fahren wir an die Tankstelle und anschließend noch Norden bis zum Wasserloch Kwang. Hier ist aber auch sehr wenig los. Auf dem Rückweg bleiben wir noch bei Cubitje Quap stehen, denn hier versucht ein Schakal die Heerscharen von Tauben zu überwältigen um wenigsten eine zu fangen. Sehr Lustig! Um 19:15 sind wir im Camp zurück und Silke macht Nudeln mit Gemüse und Speck aus der Pfanne. Während wir draußen den afrikanischen Abend genießen, hält vor unserer Hütte ein Sanparks-Auto und wir erhalten heute schon das noch warme leckere Brot! Gegen 22:00 ist es in der Hütte immer noch unerträglich heiß, während sich am Horizont langsam ein Gewitter startklar macht. Gegen 22:00 geht dann auch der Ventilator aus, da der Generator abgeschaltet wird, jetzt heißt es nur noch schwitzen. Na dann, gute Nacht! Silke hält es in der Hitze (vielleicht auch noch verstärkt durch die Erkältung) kaum aus, und kann nur mit nassen Geschirrhandtüchern auf der Stirn und den Beinen schlafen…

6.Tag Do. 26. November
KTP - Nossob
Gegen 4:45 klingelt der Wecker und wir stehen etwas von der heißen Nacht mitgenommen auf. Trotzdem frühstücken wir eine Kleinigkeit und packen das Auto. Gegen 5:45 kommen wir aus dem Camp und fahren eine Runde Richtung Marie se Draai. Wir entdecken auch wie letztes Jahr Löwen, aber leider liegen diese in ganz weiter Ferne mitten im Flussbett. Ansonsten sind keine großen Tieransammlungen zu sehen. Kurz hinter dem Wasserloch sehen wir zwei Eulen mit ihrem Jungtier auf einem Baum sitzen. Ich versuche ein paar Fotos im Gegenlicht. Wir fahren noch bis Kaspersdraai und sehen auch hier nichts Außergewöhnliches. Also fahren wir über das Camp zurück nach Norden. Dort fahren wir bis zum dritten Wasserloch Bedinkt. Aber auch hier entdecken wir kaum etwas. Ausser am Cubitje Quap Wasserloch, wo wieder viele Gnus, Schakale und Tauben sind. Zurück im Camp werden erst einmal die wenigen Bilder gesichtet, die wir gemacht haben. Hier muss ich leider feststellen, dass die Eulen im Gegenlicht nichts geworden sind! Silke legt sich ein wenig hin und neben uns kommen Südafrikaner mit einem Toyota Landcruiser mit Luxussaustattung an. Auch der Anhänger ist voll gepackt bis obenhin und sie brauchen fast zwei Stunden um alles in die Hütte zu bringen, inkl. Kühlschrank! Auch ich werde nach dem Lesen des Buches ein wenig schläfrig und haue mich aufs Ohr. Völlig nass geschwitzt weckt mich Silke nach einer Stunde wieder. Gegen 17:00 haben wir das Auto wieder startklar und fahren wieder nach Süden, zum Wasserloch Kaspersdraai. Hier ist mittlerweile ein Sekretär aktiv und ein Kuhreiher steht am Rand herum. Nach ein wenig Wartezeit fahren wir Richtung Marie se Draai. Ich habe Glück und die Eulen von heute Vormittag haben ein Einsehen mit meinen nicht vorhandenen fotografischen Kenntnissen und sitzen noch immer im selben Baum. Ein tolles Fotomotiv, denn sie bewegen sich kaum! Am Wasserloch selber liegen die Löwen noch immer weit entfernt im Flusstal jetzt allerdings unter einem Baum. Wir fahren zurück ins Camp und da an der Tankstelle noch Betrieb ist, stellen wir uns an. Derek, der im letzten Jahr unser kaputtes Auto mit Draht geflickt hat und dafür von uns zuviel Aufbauhilfe Afrika (Geld) bekommen hat, tankt unser Auto. Er erinnert sich auch an uns. Zwischendurch vergisst er uns und die Zapfsäule schaltet sich ab. So muss er sich den Betrag merken und den Tankvorgang neu starten. Als er fertig ist, müssten wir eigentlich 247 Rand bezahlen. Ich gebe 300 und er sagt uns, dass die Kasse schon geschlossen hat und wir das Wechselgeld morgen an der Rezeption bekommen würden. Aufbauhilfe Afrika die 2te? Etwas genervt fahren wir zur Hütte und Silke beginnt mit dem Abendbrot. Mittlerweile haben es die Südafrikaner geschafft, sich einzurichten. Wir lüften wieder ordentlich durch und gehen noch mal zum Hide herunter. Dort sind wieder nur Schakale am Käferfressen und so gehen wir zurück. Die Wolken werden immer dichter und wir hoffen wieder auf Regen, den die Natur auch dringend benötigen würde. Gegen 22:15 als auch der Generator abgeschaltet wird, gehen wir schlafen, Silke wieder mit nassen Handtüchern!

7.Tag Fr. 27. November
KTP - Nossob
Wie immer klingelt der Wecker um 4:45. Leider hat es in der Nacht keinen Regen gegeben, trotzdem ist es angenehm kühl um die 20 °C. Irgendwann in der Nacht haben wir das erste Löwengebrüll gehört. Und auch jetzt während wir uns aufrappeln, hören wir es aus zwei unterschiedlichen Richtungen. Einmal direkt vom Wasserloch, wo der Hide ist. Also führt mich der erste Weg direkt dorthin. Wir sehen noch zwei Löwen im Flussbett vom Wasserloch weggehen. Aber ein weiteres Männchen kommt auch noch kurz zum Trinken, um dann auch in Richtung Süden zu laufen, allerdings auf der Straße. Schnell holen wir das Auto und fahren los. Keine 200m weiter liegt dann das Löwenmännchen auf der Düne und wir machen ein paar Fotos und er fängt sogar noch an zu brüllen… Toller Sound! Ein paar Südafrikaner schauen mal wieder oben aus dem Schiebedach ihres Geländewagens aber zum Glück weist sie ein vorbeikommender Ranger in die Schranken. Für uns unverständlich, dass es immer wieder Leute geben muss, die die Regeln brechen und aussteigen und sonst welche Aktionen machen müssen! Irgendwann steht der Löwe auf und verschwindet ganz im Gebüsch. Wir fahren den Loop bei Marie se Draai. Hier laufen zwei Geparde auf der anderen Seite des Flussbettes entlang, aber leider wieder außerhalb der Fotodistanz. Wir fahren beim Camp vorbei, da wir wieder Richtung Norden wollen. An unserer Hütte erfahren wir von den Südafrikanern nebenan (die übrigens seit zwei Stunden ihr Auto und den Anhänger wieder voll laden), dass ein Löwe direkt am Zaun in der hinteren Ecke des Campingplatzes lief. Wir erzählen ein bisschen mit den Südafrikanern und erfahren, das sie aus Knysna kommen und das halbe Jahr in Frankreich/Provence und den anderen Sommer hier in SA verbringen. Was machen wir bloß verkehrt? Gegen 7:30 starten wir Richtung Norden. Ohne nennenswerte Vorkommnisse kommen wir am Polentswa Wasserloch an. Hier steht ein Auto im Schatten. Es sind auffallend viele Sekretäre versammelt, wir zählen alleine 15 Stück, aber sonst nichts zu sehen. Später im Camp erfahren wir, dass dort wohl auch Löwen waren. Schön wenn andere Besucher so egoistisch sind und nichts teilen wollen. Auf dem Rückweg sehen wir am Kousant Wasserloch einen Geparden weit entfernt unter einem Baum im Schatten liegen. Der lag bestimmt auch vorhin schon hier, da er aber nur ab und zu den Kopf hebt, ist er sehr schwer auszumachen. Diese Sichtung hätten wir natürlich gerne jemanden mitgeteilt, nur auf dem gesamten Rückweg kommt uns niemand entgegen, es schein wie ausgestorben. Dafür steigt die Temperatur auf 42 °C um 11:30. Um kurz nach 12:00 sind wir in Nossob zurück und sprechen ein wenig mit zwei älteren Deutschen, die in einem riesigen alten LKW unterwegs sind. An der Rezeption gibt es sogar unser Wechselgeld (vom Tanken) zurück, was ich schon längst wieder als besondere Erfahrung verbucht hatte. Wir schauen uns noch einmal die Fotos an und versuchen die heißen Stunden bis zum Abend mit Essen und Faulenzen herum zu bringen. Am Abend beginnen wir unsere Tour, nachdem wir die Puffotter am Gate besichtigt haben und fahren nochmals um Marie se Draai herum, da wir den Tipp bekommen haben, dass eine Löwin mit Kleinen in einem Gestrüpp am Anfang des Loops liegen soll. Doch dort wo wir auch schon im Februar 2008 eine Löwin mit Jungtieren gesehen haben, ist nichts für uns zu sehen. Also fahren wir den Loop ohne nennenswerte Vorkommnisse. Auf dem Rückweg, als wir wieder an dem Gebüsch vorbei kommen, liegt dort eine Löwin platt auf der Seite. Deutlich kann man ihre geschwollenen Zitzen sehen. Leider fehlt aber von den Kleinen jede Spur (bestimmt noch im Busch). Wir bleiben so lange es geht stehen und fahren dann zum Camp zurück, da es bereits nach 19:00 ist. Plötzlich fängt es ziemlich stark an zu regnen und wir müssen mit Licht und Scheibenwischer ins Camp fahren! Dort hält jemand den ganzen ankommenden Fahrzeugen das Tor auf, obwohl seine Frau schon längst durchgefahren ist. Aber wir bedanken uns wenigstens, mit dem Hinweis auf die Löwin. Zum Abendbrot gibt es Nudeln mit Würstchen und Gemüse. Mittlerweile hat es wieder aufgehört zu regnen und der Wind bringt auch keine Abkühlung mehr. Plötzlich läuft unter unserem Tisch eine Kröte entlang, die sich dann aber als kleine Fledermaus entpuppt. Diese muss aus dem Nest über unserer Tür gefallen sein. Lange überlegen wir, wie wir diese wieder ins kleine Loch bekommen, bevor ein Schakal sie findet. Aber dann ist sie auch schon weg gekrabbelt oder kam doch ein Schakal? Wir gehen noch zum Hide, aber wieder ist außer besagten Schakalen nichts zu sehen. Da es in unserer Hütte keine Abkühlung gibt, gehen wir in Erwartung auf eine weitere heiße Nacht ins Bett.

8.Tag Sa. 28. November
KTP - Urikaruus
Wieder klingelt der Wecker um 4:45 und wir machen uns schnell ans Auto zur Weiterfahrt packen. Gegen 5:45 kommen wir los und sehen als erstes zwei Hyänen weit entfernt im Flussbett laufen. Auch sind viele Springböcke unterwegs. An der berühmten Stelle/Busch finden wir diesmal keine Löwin, sie scheint weiter gezogen zu sein. Wir fahren den Marie se Draai Loop und sehen fast nichts. Wir fahren noch einmal ins Camp zurück, um auf Toilette zu gehen. Gegen 7:45 fahren wir zum zweiten Mal los und sehen bei Cheleka Löwen im Schatten eines Baumes und viele Oryx am Wasserloch. Kurz hinter Dikbaardskolk treffen wir wieder auf unsere Freunde die Erdmännchen! Hier stehen wir eine Weile in der Sonne und beobachten, wie sie immer wieder in ihrem Bau verschwinden um Sekunden später wieder aufzutauchen und irgendwo zu graben. Am nahe gelegenen Rastplatz machen wir Pause, bevor es auf die lange Duneroad geht. Diese ist teilweise sehr schlecht und wieder einmal langweilig. Nur die Temperatur steigt auf 43 °C! Am Ende bei Kamqua steht ein riesiger Touri-Bus der viele Deutsche ausspuckt, die gleich beginnen einen Tisch aufbauen. Schnell entfliehen wir dem Trubel und fahren weiter bis Urikaruus, wo uns Marius begrüßt. Wir laden alles Notwendige in unsere Hütte Nr. 1 unser zu Hause für die nächsten 2 Nächte mit freier Sicht auf das Wasserloch. Wir machen Mittagspause und ich lege mich eine Stunde aufs Ohr. Silke weckt mich mit einem kalten Handtuch, was mich bei der Hitze hochschrecken lässt. Um 15:00 starten wir Richtung Mata-Mata, da wir dringend etwas zu trinken brauchen. Das Auob Flussbett ist ziemlich trocken und ohne große Sichtungen erreichen wir das Camp durch die neue Zufahrt, die jetzt oberhalb ins Camp führt. Diese Zufahrt wurde wegen der neuen Chalets gemacht und hat auch nicht mehr den steilen Anstieg beim Tor. Wir kaufen ein, tanken und sind um 17:00 wieder auf unserem Rückweg. Wir sehen einen Wiedenkopf, Mangusten, und Hyänen am Bau in der Nähe des Urikaruus Wasserlochs. Am Camp angekommen, kommt Marius gleich angelaufen. Wir müssen uns beeilen, da am Wasserloch drei Löwen liegen, die schon auf unsere Nachbarn zugegangen sind, als diese ausgestiegen sind. Wir nehmen nur das Nötigste mit und vergessen die Hälfte im Auto. Zum Glück haben wir alles zum Grillen dabei und genießen die afrikanische Nacht, mittlerweile sind die Löwen auch von dannen gezogen. Irgendwann taucht dann plötzlich eine braune Hyäne am Wasserloch auf (unsere erste braune Hyäne!) und Marius strahlt sie an, da wir unser Lampen natürlich auch im Auto vergessen haben. Ich will gerade die Dusche aufsuchen, als draußen ein Markzerreißendes Geschrei stattfindet. In der Zwischenzeit sind vier Tüpfelhyänen aufgetaucht, die mit der braunen Hyäne im Gebüsch kämpfen. Wir können nichts sehen und Marius kann nicht richtig leuchten, da unsere Hütte im Weg ist. Wird da etwa die erste Braune Hyäne, die wir sehen, in Stücke gerissen? Ist sie TOT??? Irgendwann sind keine Geräusche mehr zu hören und auch nichts mehr zu sehen…Gegen 22:25 gehen wir traurig ins Bett – aber das ist nun mal „wildlife“.

9.Tag So. 29. November
KTP - Urikaruus
Wie immer klingelt unser Wecker um 4:45. Im Halbdunkeln gehen wir in die Küchenhütte nach unten. Am Wasserloch bemerken wir dunkle Schatten, die sich bei genauem Hinsehen als Löwen entpuppen. Drei Weibchen und zwei junge Männchen. Beim Frühstücken schauen wir den faulen Löwen zu, wie sie sich so früh am Tag und noch bei angenehmen Temperaturen kaum bewegen. Sie schaffen es schließlich sich vor die Hütte Nr. 4 zu schleppen. Trotzdem sind sie zu nah dran, um ins Auto zu kommen! Wir sitzen also und warten. Plötzlich taucht eine Tüpfelhyäne auf, die anscheinend zum Wasserloch möchte, sich aber wegen der nahen Löwen nicht traut. Sie läuft wie eine Irre von mehreren Seiten auf das Wasserloch zu, kommt aber nie zum Trinken. Eine kleine zweite Hyäne taucht auf und nun fassen beide den Mut zur Wasserstelle zu gehen. Sie schlürfen eilig ein wenig, als das junge Männchen „aufspringt“ und einige schnelle Schritte auf die Hyänen zugeht. Diese fliehen im Galopp schnell vom Wasserloch weg, was für ein Anblick! Dem Löwen war das Aufstehen schon zu viel Arbeit und er legt sich erst mal wieder hin. Die Hyänen gucken noch ein paar Augenblicke, ziehen es dann aber vor zu verschwinden. Jetzt kommt auch ein zweiter Löwe und es wird nach der Anstrengung erst einmal getrunken um anschließend ein paar Bäume weiter in den Schatten zu ziehen. Wir packen vorsichtig unser Auto und fahren nach Norden. Wir sehen die Hyänen am Bau beim Urikaruus Wasserloch. Beim 14. Wasserloch liegt in weiter Ferne ein weiters Löwenrudel, diesmal mit zwei großen Männchen und drei Weibchen. Wir entscheiden uns noch ein wenig nach Süden zu fahren. Auf der Fahrt halten uns zwei Italiener an und warnen uns vor einer Löwin beim Kamqua Picknickplatz. Kurz bevor wir diesen erreichen, sehen wir noch auf der rechten Seite ziemlich nah an der Straße einen toten Springbock, allerdings weit und breit keine Raubtiere in Sicht, außerdem ist er noch fast unversehrt, nur das Hinterteil wurde ein wenig angefressen. Wir fragen uns, ob er evtl. eines Hitzetodes hat sterben müssen?!? Als wir dann Kamqua erreichen, liegt die Löwin allerdings in der Toilette. Eine echt gefährliche Situation, wenn man nichts ahnend auf das Klo möchte. Einziger Wehrmutstropfen: Die Löwin liegt wenigstens im richtigen Klo, nämlich im Damenklo ;-) Alle Leute die jetzt kommen oder vorbei fahren, werden gewarnt. Wir bekommen noch den Hinweis, dass ein Leopard mit Beute unter einem Baum hinter dem Batulama Wasserloch liegen soll. Wir machen uns auf den Weg nach Süden und sehen bei Montrose noch ein Löwenpärchen im Schatten liegen. Hier sind auch viele Springböcke, Oryx und Gnus anzutreffen. Als wir hinter Batulama den Leoparden entdecken (weil dort bereits zwei Autos stehen) entpuppt sich dieser doch tatsächlich als Gepard! Wir fahren zurück nach Kamqua und klönen dort mit einem südafrikanischen Pärchen, die mal vier Jahre in Brunsbüttel gelebt haben. Auch sie sind heute Nacht in Urikaruus und wir tauschen noch einige Sightings aus, bevor das Paar einen Zettel an der Kreuzung zum Picknickplatz aufstellt, der vor der Löwin warnen soll. Im Camp zurück, liegen die Löwen immer noch faul unter dem Baum und pennen. Marius fragt uns, ob wir ihn nachher einmal zur Pumpe fahren können, da er diese wieder anstellen muss und er wegen den Löwen dort nicht zu Fuß hinlaufen kann. Auch erzählt er, dass die braune Hyäne von gestern wohl in das Territorium der Tüpfelhyänen eingedrungen ist und diese nach einem kleinen Kampf von ihr abgelassen hätten (uns erschien der Kampf allerdings alles andere als „klein“!). Ich fahre mit Marius anschließend zur Pumpe und muss dafür mit dem alten Plastikbomber aus Korea echt Offroad fahren. Ganz vorsichtig fahre ich die Düne hinunter und anschließend durch das Flussbett zur Pumpe. Marius stellt sie an und wir fahren zurück wobei ich Schwierigkeiten habe die Steigung zu nehmen, da die Reifen durchdrehen. Ich sage noch, dass wir gar kein 4x4 Fahrzeug haben, während Marius meint - das geht schon! Anschließend geht es zu den Tanks. Hierfür habe ich aber nicht genügend Bodenfreiheit und Marius läuft den Weg schnell. Wir kommen wieder sicher am Camp an und ich hoffe ich habe das Auto nicht zerstört… Gegen 14:00 fahren wir nach Norden. Nach ein paar Metern stelle ich fest, dass hinten links der Reifen ein wenig Luft verliert. Auf der Strecke ist eh wenig zu sehen, also fahren wir etwas schneller. Ausser bei Sitszas sehen wir noch zwei Löwen am Wasserloch liegen und eine Giraffe aus dem großen Sammelbehälter trinken. Wir erreichen Mata-Mata gegen 15:30 und lassen den Luftdruck an der Tankstelle prüfen: 0,7 Bar! Der Fall ist klar, der Reifen muss gewechselt werden. Gesagt getan! Aber schon beim Werkzeug gehen die Probleme weiter, denn der Wagenheber lässt sich nicht aus der Haltung lösen. Doch endlich hat Silke herausgefunden, wie er sich aus der Halterung befreien lässt. Der Ranger von der Rezeption hilft uns tatkräftig. Mit vereinten Kräften ist der Reifen gewechselt und da der alte Reifen erst morgen repariert werden kann, fülle ich noch mal drei Bar auf und packe ihn hinten rein, als Reserve. Schnell gehen wir noch in den Shop um etwas zu Essen und zu Trinken zu kaufen. Auf der Rückfahrt gegen 17:00, sehen wir ein Paar Löffelhunde aber leider sehr weit entfernt. Wir treffen unsere Nachbarn aus Nossob mit dem Landcruiser Luxus wieder und klönen kurz. Wir sehen noch einmal Hyänen am Bau Nahe Urikaruus und zwei Hasen. Kurz nach 19:00 erreichen wir das Camp und packen das Notwendigste aus. Aber die Lage hat sich entspannt, denn die Löwen sind verschwunden. Wir schmeißen den Grill an und eine Tüpfelhyäne erscheint am Wasserloch. Wir reden kurz mit Marius und Silke geht zu den Nachbarn um Streichhölzer zu holen, die wir im Auto vergessen hatten. Als ich in der Schublade der Küche welche finde, kommt mir der Verdacht auf, dass sie sich nur unterhalten will… Zum Essen kommt sie aber wieder! Wir duschen noch und gehen um 22:15 ins Bett. Der einzige Wermutstropfen heute ist, dass die Temperatur bei 33 °C um die 10 °C kühler ist, als die Tage zuvor!

10.Tag Mo. 30. November
KTP - Mata Mata
Wir stehen um kurz vor 5:00 auf. Auf dem Weg die Treppe hinunter zur Küchenhütte sehen wir schon dunkle Schatten am Wasserloch. Beim genaueren Hinsehen entpuppen sich diese wieder als Löwen. Diesmal sind es allerdings sechs Stück. Wir Frühstücken wieder in Gesellschaft der Löwen und packen unsere Sachen. Unsere Nachbarn gehen schon zum Auto und so fangen wir auch vorsichtig an, alles wieder im Auto zu verstauen, immer die Löwen, die keine 100m entfernt liegen, im Auge behaltend. Diese werden langsam auf die ganzen Aktionen bei den Hütten aufmerksam und beobachten wiederum uns. Gegen 6:00 verabschieden wir uns von Marius und fahren erst einmal nach Süden. Kurz vor Kamqua lag ja gestern ein toter Springbock, der dann von Löwen verspeist wurde (wurde uns nur erzählt). Heute ist hier nur noch das Gerippe übrig, an dem sich allerdings noch ein Schakal eifrig zu schaffen macht. Wir sehen bei Montrose 2 Löwen faul im Schatten liegen und drehen um. Aber auch auf dem Weg nach Norden sehen wir nichts besonderes, außer ein paar Giraffen, zwei weit entfernte Löffelhunde, einen über die Dünen verschwindenden Geparden (weil sich 2 Amerikaner wieder einmal auf das Autofenster gesetzt haben, um besser sehen zu können) und zwei faule junge Löwen bei Dalkeith. In Mata-Mata angekommen, können wir unsere Hütte noch nicht beziehen, da wir um 10:45 zu früh dran sind. Wir wollen noch unseren Reifen flicken lassen und fragen nach Nils, der in der Werkstatt arbeiten soll. Dieser ist aber nirgends zu finden und so beziehen wir um 11:30 doch schon die Hütte, nachdem Silke eine der Putzfrauen gefragt hat und diese mit unserer Hütte auch schon längst fertig sind. Anschließend suchen wir erneut nach Nils. Schließlich kommt er und nimmt sich unseres Problems an. Das Loch ist schnell gefunden: eine Schraube steckt in der Lauffläche des Reifens. Er wird entfernt und das Loch mit einem Kautschukzeugs und Kleber gestopft. Dann wird der Reifen aufgepumpt und alles wird gut!Zurück an der Hütte essen wir ein bisschen Brot und faulenzen/verschlafen die Mittagshitze. Gegen 15:00 geht Silke zum Shop und erzählt mir dann, wie peinlich dort 6 ältere Deutsche (mit namibischem Kennzeichen) aufgetreten sind, die sich mit Paletten Bier und Wein eingedeckt haben und die Frau im Shop auf Deutsch vollgequatscht haben. Sie hat wohl nur so getan, als ob sie kein deutsch spricht, als ob hier jeder Afrikaner Deutsch sprechen müsste!?! Kurz vor 16:00 gehen wir tanken und fahren bis zum 13. Wasserloch nach Süden, um dann langsam wieder nach Norden zu fahren. Vor dem 14. Wasserloch kommt uns mit völlig überhöhter Geschwindigkeit ein Landy von Sanparks quer in der Kurve entgegen. Der Typ am Steuer hat Schwierigkeiten den Wagen wieder vom Kollisionskurs zu entfernen, grinst dabei aber sehr fröhlich. Ein Landyfahrer halt! Ausser Giraffen, Gnus und Springböcken sehen wir nichts. Bei Dalkeith liegen wieder die Löwen im Schatten und bei Sitszas fressen drei Geparden an einem Springbock in Fernglasdistanz. Wir versuchen uns mit Landschaftsaufnahmen und werden kurz vorm Camp von Italienern fast zu Klump gefahren. Im Camp sind unsere Nachbarn draußen und erzählen wie enttäuscht sie vom Park sind und wie toll doch Botswana sei. Sie übertreiben für unseren Geschmack maßlos… Wir essen lecker Nudeln mit Käsesoße und gehen um 22:15 ins Bett.

11.Tag Di. 01. Dezember
KTP – Kielie Krankie
Die Nacht in Mata Mata war bescheiden, da wir sehr viele Mücken hatten und es sehr heiß in der Hütte war. Trotzdem stehen wir zur gewohnten Zeit auf und packen das Auto nach dem Frühstück. Dann beginnt die Suche nach unseren Ferngläsern, die nicht an ihren Plätzen liegen. Eines findet sich in Silkes Tasche und das andere ist irgendwie untergemüllt worden? Um 5:45 verlassen wir das Camp. Als erstes entdecken wir kurz hinter dem Kalahari Tented Camp eine ziemlich helle Wildkatze. Danach sehen wir einen Kapfuchs auf der Straße, der sich bei unserer Ankunft sofort ins Gebüsch verzieht. Als nächstes erscheint ein Löffelhund, der aber kaum in den Sträuchern auszumachen ist. Zu allem Überfluss legt er sich auch noch hin. Am Wasserloch Dalkeith läuft ein weiterer Löffelhund direkt im Flussbett. Diese Position lässt ein paar Aufnahmen zu. Bevor auch er sich hinlegt. Ein Stückchen weiter tauchen zwei weitere auf, die auf den einzelnen zulaufen. Als sie uns bemerken, drehen sie ab und laufen in die Büsche. Dabei haben wir doch gestern geduscht! Am 14. Wasserloch sehen wir sehr viele Giraffen. Auf unserem weiteren Weg nach Süden sehen wir bei Rooibrak eine Gepardin mit zwei ziemlich großen Jungen und bei Montrose eine Löwin im Schatten. Wir kommen schon um 10:30 in Kielie Krankie an, aber Jaques der Ranger lässt uns schon in unser Hütte Nr. 2 rein, nachdem er noch einmal kurz durchwischen muss. Wir laden ein paar Sachen ab und fahren weiter nach Twee Rivieren da wir kaum noch etwas Essbares und Getränke haben. Auf dem Weg durch die Dünen hören wir ein Quietschen am Auto. Im Camp stelle ich fest, dass die Handbremse nicht mehr richtig löst. Da wir aus unseren letzten Urlauben schon wissen, wo sich die Werkstatt befindet, fahren wir gleich hoch. Dort wird als erstes alles ausgeblasen und es erscheinen richtige Staubwolken. Aber trotzdem ist das eigentliche Problem nicht behoben. Auch als der Chef sich einmischt wird es nicht besser. Schließlich baut man das Rad ab und drückt mit einem Schraubendreher die Bautenzüge wieder in die richtige Position. Das Problem ist natürlich damit nicht behoben, da es jetzt auf der anderen Seite schleift. Aber solange das Rad noch dran ist, ist es eben hier in Afrika alles kein Problem… Ich ziehe die Bautenzüge wieder in die gleiche Position und wir gehen im Shop einkaufen und ein Eis essen und hadern ein wenig mit dem Schicksal, warum eigentlich immer wir Probleme haben? Ab jetzt wird die Handbremse halt nicht mehr benutzt, auch nicht am Berg! Wir fahren nach Kielie Krankie zurück und bringen Jaques die versprochene fast kalte Cola mit und laden unsere Einkäufe aus. Dann geht es nach einer Kaffeepause um 17:00 weiter nach Norden. Bei Rooibrak wenden wir und sehen wieder die Gepardin mit den zwei Jungen. Bei Batulama sind wieder sehr viele Springböcke und bei Montrose entdecken wir einen Geparden der sich am Wasserloch fast tot säuft. Wir ziehen noch eine kleine Schleife bis Auchterlonie und fahren zurück ins Camp. Der Vollmond geht schön auf, aber weder diese Fotos noch die vom Sonnenuntergang werden etwas. Zum Essen gibt es Würstchen mit Brot und Baked Beans. Gegen 21:00 hören wir den Warnruf eines Schakals und am Wasserloch sehen wir im Scheinwerferlicht auch den Grund dafür. Während ich es ohne Fernglas für eine Hyäne halte, macht Silke mit Fernglas einen Leoparden aus, der sich schnell über die Dünen davonmacht. Gegen 21:45 gehen wir ins Bett.

12.Tag Mi. 02. Dezember
KTP – Kielie Krankie
Wir haben mal wieder versucht einen Sonnenaufgang zu fotografieren, aber irgendwie wird das nichts Gescheites! Also frühstücken wir schnell und springen ins Auto, nachdem wir uns von Jaques verabschiedet haben, da er heute abgelöst werden soll. Nach dem kurzem Stück Dune Road fahren wir nach Süden bis kurz hinter Kamfersboom. Dann folgen wir unserem ursprünglichen Plan und drehen, um nach Norden zu fahren. Bis zum Wasserloch Batulama sehen wir kaum etwas. Doch hier an diesem Wasserloch sehen wir von der linken Seite plötzlich einen riesigen Strom von Springböcken und einigen Gnus über die Dünen ins Flusstal laufen. Es muss sich hierbei um mindestens 500 Tiere handeln, denn so eine riesige Herde haben wir noch nie gesehen. Wir bleiben stehen und staunen. Man hört die ganzen kleinen Hufen im Sand/Stein und ihr Gegrunze. Als der Zustrom irgendwann abreißt, fahren wir weiter. Bei Rooibrak sehen wir noch eine ziemlich südlich wandernde Giraffe beim Trinken. Bei Kamqua drehen wir erneut und fahren nochmals Richtung Süden bis Houmoed, in der Hoffnung die Erdmännchen zu sehen, die sich heute aber vor uns zu verstecken scheinen. Da es noch recht früh ist und wir noch nicht ins Camp zurück wollen, fahren wir noch einmal die Dune Road ins Nossobtal. Gleich am Anfang bei Kij Kij sehen wir 2 Löwenmännchen im Schatten Siesta halten. Bei Melkvlei machen wir Pause und fahren anschließend zurück. Dann entdecken wir noch in einiger Entfernung drei Löwenweibchen im Schatten, die wir vorher wohl übersehen haben müssen. Ein Stückchen weiter sehen wir einen ganz jungen Springbock, der bei seiner Mutter trinkt. Dieser scheint erst wenige Stunden alt zu sein. Um 13:00 sind wir zurück in Kielie Krankie. Wir halten erst einmal Mittagsschläfchen, aber nach einer Stunde erhebt sich erstmal nur Silke. Ich komme nicht hoch und bleibe noch eine halbe Stunde länger liegen. Wir stellen beim Kaffeekochen leider fest, dass wir nur noch wenig Wasserreserven haben und gerade bis morgen hinkommen müssten. Wir haben auch keine Lust mehr den Weg nach Twee Rivieren zu fahren. Um 17:00 starten wir unsere Tour nach Norden und bekommen bei der Abfahrt von dem neuen Ranger Willem den Tipp, dass eine Gepardin mit zwei Jungen bei Kamqua ist (scheint sich um die von gestern bei Rooibrak zu handeln). Willem kennen wir ja schon aus dem Vorjahr und seine erste Frage ist: „Tell me where is your friend Michael Probst?“ Ich weiß zwar nicht, was Michael ihm versprochen hat, aber er fragt jedes Mal nach! Bei Batulama sehen wir schließlich, dass sich der Großteil der Springböcke wieder aus dem Flusstal verzogen hat. Bei Kamqua sehen wir die Gepardin, die sich anscheinend langsam zur Jagt fertig macht. Ihre beiden Jungen folgen Ihr. Sie läuft über die Picknicksite und wir folgen ihr nicht weiter und wünschen ihr viel Erfolg. Vor Rooibrak sehen wir die Südafrikaner, die mal in Brunsbüttel gelebt haben und beobachten einen Kapfuchs. Wir unterhalten uns kurz und sie fahren weiter. Wir bleiben noch ein wenig stehen und es erscheint ein zweiter Kapfuchs. Dem einen juckt etwas hinterm Ohr und es wird sich kräftig gekratzt. Leider steht die Sonne schon recht tief, so dass dieser Teil des Tales schon im Schatten liegt. Plötzlich erscheinen Kapborstenhörnchen unmittelbar vor den Kapfüchsen. Sofort beginnt eine wilde Jagt. Die zwei Kapfüchse versuchen eines der Hörnchen zu fangen, während das andere schon im sicheren Bau in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Füchsen verschwunden ist. Das ganze geht so schnell, dass ich nicht mit der Kamera folgen kann. Ich komme mir vor wie jemand der an einer Tischtennisplatte genau am Netz sitzt und den Ballwechsel zweier chinesischer Ping Pong Spieler anschaut. Dann taucht das Hörnchen ebenfalls unter und die Kapfüchse schauen doof in die Röhre. Durch das Geschrei angelockt, erscheint im nächsten Augenblick ein Schakal der jetzt anscheinend die Kapfüchse jagt. Der eine ist sofort weg, während der andere fast bellende Laute von sich gibt. Der Schakal beschließt den Rückzug und fast ist wieder alles beim Alten. Leider müssen wir uns für heute verabschieden und fahren nach Süden zurück ins Camp Kielie Krankie. Um 19:20 erreichen wir dieses und ich beschließe trotz der Rückschläge der letzten Tage nochmals einen Sonneuntergang zu fotografieren, wieder ohne Erfolg. Es gibt Suppe mit Brot und anschließend gehen wir duschen. Dabei stelle ich fest, dass eine tote Fledermaus im Bad hängt, die mittlerweile schon von Ameisen zerfressen wird. Eine zweite hängt überm Waschbecken. Ich fange sie in einem Glas und bringe sie nach draußen. Kaum komme ich aus der Dusche sitzt die zweite oder die gleiche Fledermaus beim Waschbecken. Auch diese kommt auf die gleich Art nach draußen. Um 22:00 gehen wir ins Bett, nachdem wir zwei Oryxantilopen am Wasserloch beobachten konnten und die dritte Fledermaus aus dem Bad nach draußen befördert haben.

13.Tag Do. 03. Dezember
KTP – Twee Rivieren
Der Wecker klingelt wie immer und zügig stehen wir auf. Auch der heutige Sonnenaufgang wird fotografiert, diesmal allerdings mit dem Mond zusammen. Kurz vor 6:00 kommen wir los, nachdem alle Sachen im Auto verstaut sind und wir uns von Willem verabschiedet haben. Wir drehen eine kleine Schleife bis Auchterlonie, bevor es wieder nach Norden geht. Bei Batulama sehen wir eine ähnlich große Herde mit Springböcken wie gestern. Kurz darauf entdecken wir endlich mal eine stillhaltende Kaokoland-Schlankichneumon, die erst einmal fotografiert wird. Ein Stückchen weiter beim Wasserloch Montrose sehen wir zwei Löwen auf der Düne liegen. Leider ist die Entfernung zu weit und das Gegenlicht verspricht auch keine Superfotos. Beim nächsten Wasserloch Rooibrak sehen wir 10 Löwen, die sich wieder einmal schwerfällig von Schatten zu Schatten schleppen. Hier stehen auch schon zwei weitere Autos. Also fahren wir weiter und erreichen den Kapfuchsbau. Ein Fuchs liegt noch draußen und sonnt sich und ihm juckt mal wieder der Pelz, wahrscheinlich hat er Flöhe oder ähnliches. Da die Kapborstenhörnchen wieder am Nachbarloch stehen, vermuten wir, dass die Kapfüchse einfach ein Hörnchenloch für sich größer gegraben haben und damit die armen Hörnchen aus ihrer Wohnung geschmissen haben. Diese gucken auch immer ein wenig aufgeregt hinüber. Wir fahren, nachdem sich der Kapfuchs in die Kühle des Baues verzogen hat erst einmal bis Kamqua. Dort machen wir eine kurze Pause und fahren anschließend bis zum 13. Wasserloch. Dort treffen wir einen Deutschen, den wir neulich bei dem vermeintlichen Leoparden (Geparden) gesehen haben. Er erzählt uns, dass er jetzt 8 Wochen mit einer kleine Kiste unterwegs ist und nicht ins Nossobtal kann, da er dort letztes Jahr schon stecken geblieben ist. Er fährt von Kapstadt startend einmal bis zum Krüger Park und zurück. Uns stellt sich wieder die Frage - wie macht er das bloß? Wir fahren weiter bis Twee Rivieren ohne etwas Besonderes zu sehen. Dort gibt es erst einmal ein Eis und auch unser Wasserhaushalt wird wieder aufgefüllt. Zum Mittag gibt es in der Hütte Nr. 1 eine Suppe, genau das richtige bei 38 °C! Gegen 15:30 gehen wir noch einmal zum Shop und holen auch Geld. Anschließend geht es zur Tankstelle um den Hyundai noch mal voll zu tanken. Gegen 16:00 fahren wir Richtung Norden ins Auobtal, da der Nossob ja immer noch gesperrt ist. Im Auobtal angekommen sehen wir im Schatten eines Baumes einen Bussard der gerade eine Agame verspeist. Wir fahren weiter bis hinter Munro und drehen dann, aber auch auf dem Rückweg ist nicht wirklich etwas zu entdecken, außer ein paar Springböcken, Strauße, Gnus und vielen Kapborstenhörnchen. Leider tauchen weder die Kapfüchse, noch die Erdmännchen, die wir letzte Woche noch an ihren Bauten beobachten konnten auf. Alles sieht so verlassen und trocken aus?! Etwas enttäuscht, fahren wir die kleine Dune Road nach Twee Rivieren zurück. Auf den letzten Kilometern sehen wir noch einmal Eulen. Wir geben unseren Permit ab und fahren zur Hütte. Es gibt Würstchen mit Baked Beans und Toastbrot. Danach gehen wir telefonieren und als wir zur Hütte zurückkommen, krabbelt mal wieder eine Fledermaus auf dem Boden, während eine weitere auf dem Bett sitzt. Eine bekomme ich zu fassen und verfrachte sie nach draußen. Auch in unserem Schlafraum ist Aktion – wir hören die Fledermäuse und sehen sie herumfliegen. Das wird ja eine lustige Nacht werden! Gegen 22:30 gehen wir schlafen.

14.Tag Fr. 04. Dezember
Ausfahrt KTP, Fahrt Richtung Vryburg - Kameelboom Lodge
Die Nacht war nicht sehr erholsam - wie wir es schon erwartet hatten! Die Fledermäuse haben nachts ihre Runden über unseren Köpfen gedreht. Irgendwann war es auch sehr warm, so dass wir kurz zum Abkühlen die Klimaanlage anschalten mussten, da wir auch keine Lust hatten, wieder Mücken ins Zimmer zu lassen. Trotzdem stehen wir wieder pünktlich auf und packen alles ins Auto und Frühstücken, bevor wir um 5:45 unseren Permit am Gate abholen. Am ersten Wasserloch Samevloeing ist leider nichts zu sehen und wir entscheiden uns noch einmal den Weg über die Dünen ins Auobtal zu nehmen, in der Hoffnung dort ein letztes Mal die Erdmännchen anzutreffen. Nachdem wir die 10km hinter uns gebracht haben, fahren wir langsam ins Tal. Am Kapfuchsbau liegt die Mutter draußen, verzieht sich aber sofort hinter einen Busch, bevor wir überhaupt eine Chance haben, ein vernünftiges Foto von einer schlafenden Kapfüchsin zu machen. Enttäuscht fahren wir weiter. Zwischen den Wasserlöchern Houmoed und Munro sehen wir plötzlich ein Gewusel im Flussbett. Ein ganzes Stück weiter als beim letzten Mal entdecken wir die Erdmännchen endlich wieder. Leider sind sie alle völlig verstreut im Tal unterwegs und die Sonne kommt direkt von vorne. Plötzlich taucht ein Schakal auf und alle laufen wie die Irren auf die andere Straßenseite, wo sie einen Bau haben. Alle stehen am Loch und schauen aufgeregt dem Feind hinterher. Als dieser aus der Reichweite ist, kommen alle wieder zum Vorschein und beginnen erneut mit der Futtersuche. Es fällt uns schwer sie zu zählen und wir kommen auf 10-12 Tiere. Einer ist immer am Wache halten, ob der Schakal nicht doch wieder zurück kommt. Auch das Kameraklicken wird manchmal argwöhnisch beobachtet. Nach einer Zeit ziehen sie wieder zurück ins Flusstal und wir beschließen zurück ins Camp zu fahren, da wir leider aufbrechen müssen. Traurig dass wir weg müssen, aber sehr froh sie doch noch gesehen zu haben, fahren wir nach Twee Rivieren zurück. Direkt im Camp sehen wir noch eine Wildkatze in den Büschen verschwinden. Wir packen die Kameras weg, sortieren das Auto und erhöhen den Luftdruck in den Reifen wieder. Wir gehen zur Rezeption und verlassen den Park. Es folgt der lange Rückweg nach Johannesburg, der uns zuerst 255km bis nach Upington, wo wir nochmals auftanken, und dann weiter nach Kuruman führt. Dort kommen wir gegen 14:00 an und da es Freitag ist, scheint überall die Hölle los zu sein. Wir wollen etwas essen, aber beim ersten Bürgerfritzen ist es so voll, dass wir weiterfahren. Ich parke schließlich das Auto und Silke läuft schnell einen Block zurück um bei Wimpy unser Mittagessen zu holen. Wir essen auf dem Parkplatz und fahren anschließend weiter bis Vryburg. Dort wollen wir wieder in der Kamelboom Lodge übernachten. Alles sieht wie im letzten Jahr aus. Nur das kleine zahme Erdmännchen Kiri-Kiri gibt es nicht mehr. Dafür gibt es Troj einen jungen Caracal der noch sehr verspielt ist. Auch Springböcke, drei Elandantilopen und muhende Kühe sind noch vorhanden. Wir essen um 19:00 lecker Abendbrot und liegen um 21:30 im Bett.

15.Tag Sa. 05. Dezember
Fahrt nach Joburg, Abflug 21:00 über London nach Hamburg
Wir stehen heute mal erst gegen 6:15 auf! Allerdings sind unsere Nachbarn schon sehr früh aufgebrochen und haben dies nicht gerade leise gemacht. Um 7:00 gehen wir zum Frühstück. Vorher quatschen wir noch mit dem Koch, der Gestern auch schon sehr gesprächig war. Es gibt noch einmal Rührei mit Speck, gebratene Tomaten, Würstchen, Toast und Jogurt. Danach packen wir langsam unsere Sachen ins Auto und verabschieden uns von der Kamelboom Lodge. Gegen 8:45 starten wir auf die letzten 575km. In Vryburg tanken wir nochmal auf und lassen den Reifenluftdruck prüfen. Dann geht es auf die teilweise recht leeren Straßen. Wir passieren zwei Baustellen mit einiger Wartezeit. Einige Straßen haben es aber auch dringend nötig, repariert zu werden! Teilweise besteht sie aus großen Löchern und ist am Rand ausgefranst. Um 13:00 erreichen wir den Total Petro Port auf der N14. Wir essen mal wieder Junkfood bei Steers und tanken nochmals. Richtung Pretoria kommen immer mehr Baustellen, nein eigentlich heißt es richtig, eine einzige große Baustelle. Gegen 14:30 und bei 30°C erreichen wir den Flughafen und geben das Fahrzeug ab. Die Einfahrt ins Parkhaus ist ein wenig verwirrend, aber wir finden schließlich den richtigen Platz von AVIS. Hier wird unser Auto gleich unter die Lupe genommen und auch festgestellt, dass wir den Ersatzreifen benutzt haben. Wir entladen das Auto und alles ist fein, wie der Typ von AVIS immer wieder versichert. Auf Nachfrage bekommen wir eine Bestätigung, dass wir das Auto nach 4431km abgegeben haben. Hier steht aber leider drauf, dass wir noch 11.305 Rand bezahlen müssen! Etwas aufgebracht, gehen wir zum Schalter, aber dort lässt sich unser Voucher, den wir bei der Anmietung abgeben mussten, damit wir überhaupt das Auto erhalten, nicht finden. Der Bürochef verspricht sich darum zu kümmern und würde sich am Montag telefonisch bei uns melden, ob alles ok sei. Also wie es ausschaut wird am Montag der erste Gang wieder ins Reisebüro sein und natürlich ein Check unserer Kreditkarte. Wir gehen in den neuen Terminal und versuchen am British Airways Schalter noch etwas zu regeln, aber alle Notausgangplätze sind schon belegt. Dort sitzen bestimmt wieder alles nur Zwerge. Die Frau versteht uns nicht und wir sie nicht, aber wir hoffen trotzdem einen Sitz zu bekommen, auf dem ich sitzen kann, laut Ihrer Aussage haben wir eine 2er Reihe, an der man die Armlehnen hochklappen kann – mal sehen! Wir schauen uns noch einmal den neuen Terminal an und checken schließlich ein. Bei der Kontrolle sind wie immer alle sehr entspannt, nur der Laptop muss tatsächlich aus der Tasche heraus. Dann suchen wir uns ein Plätzchen und Silke geht shoppen um die restlichen Rand auszugeben. Mittlerweile ist es draußen stockdunkel geworden und ein Gewitter mit heftigen Regenschauern und wunderschönen Blitzen ist aufgezogen. Wir gehen noch eine Kleinigkeit essen, bevor um 20:50 Boarding beginnt. Allerdings läuft es hier etwas unkoordiniert, d.h. es wird nicht nach Reihen aufgerufen. Als wir unseren Sitzplatz erreichen, lassen sich natürlich, welch ein Wunder die Armlehnen nicht hochklappen. Somit kann ich nicht wirklich sitzen, vor allen Dingen nicht wenn der Vordermann, dann auch noch den Sitz nach hinten stellt. Wir sprechen mit einer Stewardess, die zwar sagt, dass der Flieger ausgebucht sei, und kein Notausgangplatz frei wäre, aber ich sonst wenn es keine andere Möglichkeit gibt, auf einer der Stewardessplätze sitzen kann. Sie will die Situation nochmal prüfen, wenn alle Passagiere im Flieger sind. Wir starten mit ein paar Minuten Verspätung und die Stewardess hat letztendlich gute Nachrichten und ich kann zur Reihe 28 zum Notausgang umziehen, sobald das Anschnallzeichen verschwindet. Wir bestaunen den nächtlichen Himmel mit den vielen Blitzen und ich verlasse Silke um die Reihe 28 aufzusuchen. Auf das Abendessen verzichte ich und lasse mich von einem Passagier hinter mir in den Schlaf husten…

16.Tag So. 06. Dezember
Flug London nach Hamburg
Die Nacht war wie üblich nicht sehr erholsam. Es gibt Frühstück und anschließend ziehe ich für die letzten 30min. wieder zu Silke um. Wir landen um 6:35 Ortszeit und im Londoner Flughafen Terminal 5 heißt es wieder U-Bahn und Rolltreppen fahren, durch eine aufwendige Sicherheitskontrolle und Schoko von den restlichen Pfund vom Hinflug kaufen. Dann steigen wir 40min. verspätet um 8:30 auf dem Rollfeld bei Regen in den Flieger nach Hamburg und erreichen Hamburg um 10:50. Das Gepäckband teilt sich unser Flieger mit einer Maschine die aus Istanbul kommt. Dementsprechend groß ist das Gedränge am Band und wir können unsere gelben Taschen kaum zwischen den vielen Teppichen und zusammengeschnürten Paketen entdecken. Endlich haben wir es geschafft und werden von meinen Eltern empfangen. Zum Glück haben sie unsere Winterjacken plus Schal und Mütze mitgenommen, so dass wir den Temperaturunterschied von fast 30 °C gut überstehen.

Fazit:
Das Auto hat trotz einiger kleiner Macken durchgehalten, obwohl es eher für die Stadt gebaut ist und kein Offroader ist, aber das wussten wir ja auch vorher! Der lange Flug und die Autofahrt zum Flughafen nach Johannesburg waren wieder sehr anstrengend durch den Zeitdruck, den man immer im Nacken hat. Auch negativ ist uns aufgefallen, dass sich das südliche Afrika langsam zum Abenteuerspielplatz für gelangweilte Europäer entwickelt, da es immer mehr Leute gibt, für die nicht mehr die Natur im Vordergrund steht, sondern einzig und allein die Anzahl der Wasserdurchfahrten und brenzligen Situationen, mit denen man später vor Publikum prahlen kann!
Wir werden eines Tages wieder in die Kalahari zurückkommen, das wissen wir genau, dafür ist unsere Liebe zu dem Land zu groß. Nur wann ist wirklich die Frage!

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