SA/BOTS Kgalagadi TP 2008 - Kleinert-foto

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SA/BOTS Kgalagadi TP 2008

Reiseberichte

Südafrika/Botswana vom 23.10. bis zum 08.11.2008

1.Tag Do. 23. Oktober
Flug Hamburg, Amsterdam bis Joburg
Um 3:00 - Mitten in der Nacht - klingelt unser Wecker und wir stehen schnell auf, frühstücken eine Kleinigkeit und packen den Rest zusammen. Meine Eltern stehen fast pünktlich auf der Matte und es kann Richtung Flughafen losgehen. Wir kommen auch sehr gut durch den Elbtunnel und sind schon gegen 4:40 am Terminal. Am Schalter der KLM ist nicht viel los, trotzdem müssen wir einen Augenblick warten. Dann ruft uns die Flughafenabfertigungsfachangestellte vom Business Schalter zu sich. Sie bekommt aber noch nicht einmal ein „Guten Morgen“ über die Lippen und fragt nur, warum wir nicht zu ihr kommen. Na ja, für die Business Class reicht es halt nicht aus. Wir stellen unser Gepäck auf das Laufband und ich ahne Schlimmes, als sie sagt:“ Bitte auch das Handgepäck!“. Meine Fotoausrüstung wiegt natürlich ein bisschen mehr, was sie uns auch gleich in einem unangebrachten barschen Ton mitteilt. „Der Rucksack muss aufgegeben werden!“ Auf unsere Erklärung hin, dass es sich um eine reine Fotoausrüstung handelt, fragt sie ungläubig nach und erklärt, dass wir das vorher bei der Fluggesellschaft hätten anmelden müssen, aber selbst dann hätten wir kein Anrecht darauf, dass es als Handgepäck befördert wird. Nach einem Telefongespräch erklärt sie uns, wir müssten es mit dem Flugpersonal im Flieger abklären. Wir bekommen diesen Gepäckaufkleber an den Rucksack und können gehen. Na toll, wenn der Urlaub schon so anfängt…. Die Sicherheitskontrolle verläuft aber ohne Probleme und ich plane schon im Hinterkopf, was wir im Notfall in den 2 ½ Wochen zu Hause machen könnten. Denn es hätte uns ja keiner garantiert, dass die Ausrüstung im Gepäckraum heil ankommt und somit hätte ich sie niemals aufgegeben.
Beim Einsteigen im Flieger erklären wir der Stewardess unser Problem, doch das ist ihr fast egal, wir können den Rucksack mitnehmen! Alle Sorgen umsonst! Auch in Amsterdam klappt alles reibungslos und wir befinden uns schon bald mit sehr netten und zuvorkommendem Flugpersonal auf dem Weiterflug nach Joburg. Pünktlich um 21:00 landen wir und sind in dem Rohbaugebäude des Flughafens. Die Passkontrolle dauert sehr lange, dafür sind unsere Taschen schnell da. Am Ausgang wartet die übliche Heerschar von „Organisatoren“ auf uns, deren Hilfe wir eigentlich nicht benötigen. Geld umtauschen klappt auch einwandfrei und schon hängt auf dem Weg zum Busshuttle die erste Klette an Silke, die uns ohne zu fragen im rasenden Tempo zu den Bussen führt, so dass ich mit den Taschen kaum folgen kann. Am Ziel angekommen, möchte er große Scheine sehen. Silke gibt ihm 10 Rand und er zieht schnell wieder ab, damit er die nächsten führen kann. Nach kurzer Wartezeit erscheint unser Bus und selbst der Typ der uns die Taschen trägt will große Scheine sehen. Ich frage ihn ob er überhaupt weiß wie viel 100 Rand sind und wenn er die 5 Rand nicht will, dann bekommt er gar nichts! Im Hotel dagegen fällt die Anspannung von uns und wir fallen um 23:30 ins Bett.

2.Tag Fr. 24. Oktober
Fahrt Kuruman – Red Sands Country Lodge
Nach unserer ersten erholsamen Nacht auf Afrikanischem Boden, stehen wir um 6:30 auf. Die erfrischende Dusche tut sehr gut und auch das reichhaltige Frühstück mit Baked Beans, Bacon, Tomaten, Rührei und Würstchen trägt einiges dazu bei, dass wir frohen Mutes in den Tag starten. Um 8:30 checken wir aus dem Hotel aus und begeben uns vor die Tür, da uns um 9:00 jemand von Britz abholen solle. Tatsächlich kommt der Fahrer zwar 15 Min. zu spät, aber diesmal klappt es zumindest! Er erzählt viel von der WM 2010 und wie sehr er sich darauf freut. Bei Britz angekommen, erledigen wir den Papierkram mit Carmen und erfahren, dass es mit dem Autowunsch geklappt hat: wir bekommen den Toyota Landcruiser. Allerdings ist dieser noch nicht fertig, da er gestern Abend erst von einer Tour zurückgekommen ist. Dafür hat Werner Ooisthuisen uns eine Werkzeugtasche (wie gewünscht) besorgt und einer der Angestellten fährt uns während wir noch warten müssen, zum Einkaufen. Wir kaufen den halben Sparmarkt leer und eine ¾ Stunde später werden wir wieder eingesammelt. Der Wagen ist leider immer noch nicht ganz fertig (er hat ein neues Canopy bekommen). Beim Testaufbau der Zelte kommt das altbekannte Problem mit den Reisverschlüssen wieder zum Vorschein. Diese sind ewig kaputt, weil viele Leute leider nicht sorgsam mit den Sachen umgehen. Wir lassen uns noch ein paar Feinheiten von diesem Modell erklären und um 12:30 geht es endlich Richtung Kuruman (leider viel zu spät!). An der Tankstelle lassen wir noch die Tanks füllen, wobei das Benzin in den Haupttank nur spärlich läuft. Insgesamt knapp 150 Liter, wobei hier Diesel teurer als Benzin ist! Das erste Stück Richtung Pretoria und dann über die N1/N14 Richtung Krugersdorp klappt reibungslos und wir essen noch schnell eine Kleinigkeit bei Steers. Plötzlich befinden wir uns aber in Krugersdorp, haben wohl eine Abfahrt verpasst, denn die N14 führt eigentlich nördlich von Krugersdorp vorbei. Da wir uns in der Stadt und mit den Ortsschildern nicht ganz orientieren könne, ist Silke mal wieder mutig und fragt an einer Tankstelle nach dem Weg. Die dritte Person kann mit Hilfe eines Dolmetschers (Afrikaans->Englisch) sogar den Weg beschreiben! Wir erreichen also die N14 wieder, doch allzu weit kommen wir auch diesmal nicht: Die Straße ist voll gesperrt und wir müssen einen weiteren Umweg in Richtung Charltonville fahren, der uns ca. 40 km kostet. Ganz zu Schweigen von der Zeit. Langsam werden wir ein wenig nervös, da wir wissen, dass wir es wieder nicht bei Tageslicht schaffen werden unser Ziel zu erreichen. In Delareyville tanken wir den Hauptank wieder voll und kommen, über den Daumen gerechnet auf einen geschätzten Verbrauch von 20l!!! Na ja, wer gut füttert kann gut reiten! In Vryburg entscheiden wir uns in der Dunkelheit weiter zu fahren. Um uns herum zucken die Blitze und es gibt heftigste Regengüsse. Wir drosseln die Geschwindigkeit und fahren die verbleibenden 145 km bis zur Red Sands Country Lodge. Es sind doch noch mehr Autos als erwartet unterwegs, die aber alle schneller fahren. Um 21:00 erreichen wir die Lodge und räumen unser Auto leer, um unser Gepäck umzupacken und morgen früh optimal platzieren zu können. Um 23:00 fallen wir hundemüde ins Bett, welches für eine drei Sterne Lodge doch verdächtig doll wackelt.

3.Tag Sa. 25. Oktober
Fahrt zum KTP – Twee Rivieren
Wir stehen um 6:30 auf und gehen nach einer kurzen Katzenwäsche zum Frühstück. Es ist schon ganz schön warm und wir freuen uns auf unser Essen. Auch die Vögel bedienen sich am Buffet und fliegen ein und aus. Wir bestellen von der Karte Speck, Rührei, Tomaten und Würstchen und Silke ein Omelette. Die Bedienung kommt schlürfend mit einem abgedeckten Teller, wie in einem richtig teuren Restaurant an. Leider war nicht ganz so viel auf dem Teller und die Würstchen fehlten auch noch, aber wir sind trotzdem für den Tag gestärkt! Um 9:00 starten wir und fahren den langen Weg nach Upington vorbei an Minen (vermutlich Eisenerz oder Kohle). Gegen Mittag erreichen wir Upington und kaufen bei Pick + Pay die letzten Sachen ein. Silke holt noch einmal etwas Geld am Automaten und erkundigt sich, wo man einen Potje bekommt – bei Mitas. Es handelt sich dabei um einen Laden der sämtliches Campingzubehör hat. Dort bekommt sie auch eine genaue Einweisung, wie der Potje zu benutzten ist. Dann wird noch einmal getankt und Silke übernimmt hinter Upington die 250 km lange Strecke bis nach Askam. Hier fahren noch weniger Autos als vorher und am Horizont ziehen sich die ersten Wolken zusammen. Ich übernehme wieder das Steuer und bei Askam fängt es an aus Kübeln zu schütten. Hier beginnt auch die neue Asphaltstraße bis zum Nationalpark Gate. Diese ist aber so holperig, dass es den Anschein macht, man hat einfach Asphalt auf die Wellblechpiste geschüttet. Es hört wieder auf zu regen und wir erreichen Twee Rivieren um kurz vor 16:00. Wir checken in den Park ein und machen unsere erste Runde den Nossob entlang nach Norden. Leider sehen wir nicht viel, nur ein paar Springböcke und einige wenige Orixantilopen begrüßen uns. Gegen kurz nach 18:00 sind wir zurück und beziehen unseren Platz sehr nahe am Gate. Sogleich erscheint Didi, denn wir noch aus dem Februar kennen und will mir etwas zeigen. Er hat wie damals schon Geldprobleme und möchte mir diesmal nicht eine Taschenlampe sondern Bücher verkaufen. Wir leihen ihm 100 Rand und bekommen als Pfand eine Tasche. Wir bereiten den ersten Gang für den Potje vor, in dem nur Wasser gekocht wird. Wir selber essen eine gute deutsche Tütensuppe. Es kommen ab und zu mal ein paar Tropfen vom Himmel und wir befürchten schon schlimmeres. Plötzlich hören wir ein paar Schreie von einen der Nachbarplätze und wollen schon zur Hilfe eilen, als wir merken, dass dort anscheinend: „Schneewittchen und die 7 Riesenzwerge“ oder „Angriff der Killermöpse“ gedreht wird. Wir gehen gegen 22:00 ins Zelt.

4.Tag So. 26. Oktober
KTP - Mata Mata
Wir werden um 5:30 vom Wecker geweckt. Die erste Nacht im Park war ok. Wir bauen unser Zelt schnell ab, frühstücken ein wenig und spritzen uns etwas Wasser ins Gesicht, so dass wir um 6:15 aus dem Camp losfahren. Da die ersten Kilometer aus dem Camp heraus erfahrungsgemäß nicht viel zu sehen ist, ist natürlich noch nichts der Fotoausrüstung einsatzbereit! Dass sich das gleich rächen wird, ahnen wir natürlich nicht. Schon nach 5 km am Wasserloch Samevloeiing, schreit Silke plötzlich auf und ich denke schon sie hat wieder einen lustig hüpfenden Springbock entdeckt. Als ich mich zur ihr umdrehe, sehe ich einen Leoparden den Weg zum Wasserloch laufen. Silke findet langsam ihre Sprache wieder, dafür bekommt sie ihren Fotoapparat aber nicht so schnell hin. Ich entscheide, dass ich von dem unteren Loop aus fotografieren möchte, wenn ich denn so schnell meine Kamera aus der Tasche bekomme. Als wir dort stehen kommt ein Landy auf dem oberen Weg angefahren und bleibt auch stehen. Ich schaffe es tatsächlich ein paar Fotos zu schießen. Der Landy kommt zu uns rumgefahren und stellt sich vor uns. Ehe wir uns versehen können, kommt ein zweiter Leopard über den Weg zum Wasserloch. Es handelt sich dabei deutlich um ein Männchen. Die Leopardin geht ihm aber aus dem Weg und verzieht sich über den Weg zurück ins Flusstal. Er bleibt ein wenig länger beim trinken und es entstehen tatsächlich die ersten richtigen Fotos. Nach kurzer Zeit verschwindet aber auch der Leopard wieder und läuft scheinbar der Leopardin hinterher. In einiger Entfernung verschwindet er immer wieder hinter irgendwelchen Sträuchern und taucht einen Augenblick später ein Stückchen weiter wieder auf. Jetzt kommen zwei weiter Fahrzeuge dazu, die den Leoparden aber nicht mehr sehen können. Wir warten noch ein wenig und sehen wie er wieder den Weg kreuzt um dann scheinbar in den Dünen zu verschwinden. Aber auch hier taucht er ab und zu wieder auf. An einer Felskante hat er es anscheinend auf das Nest von Eulen abgesehen, denn diese fliegen aufgeregt auf. Aber auch das interessiert ihn nicht und er macht unbeirrt seinen Weg, bis er sich schließlich ca. 150 m entfernt unter einen Busch in den Schatten legt. Nach 15 min als nichts mehr passiert, fahren wir weiter, nicht aber ohne den netten Tourguide Bescheid zu sagen, der erst jetzt mit seinen Gästen kommt. Später am Wasserloch dankt er uns und will uns nächste Woche zum Bier einladen. Etwas weiter des Weges sehen wir noch zwei Schlangen, wovon die eine in einen Busch krabbelt und die Webervögelnester auf Inhalt kontrolliert. Am Wegesrand entdecken wir eine Minileopardenschildkröte. Wir fahren noch bis Rooiputs weiter, drehen dann aber um. In Twee Rivieren duschen wir essen Nudeln mit Tomaten und Thunfisch und machen uns um 13:00 auf den Weg nach Mata-Mata. Sehen zurerst ein Löwenmänchen bei Houmoed, der anscheinend schon den ganzen Tag dort liegt. Auf dem Weg sehen wir noch Vogelstrauße, Springböcke, Gnus und Oryx. Zwischen Batulama und Monrose sehen wir noch eine Löwin direkt am Weg. Allerdings hat Silke die Augen schon fast geschlossen, so dass wir beinahe vorbei fahren! Die Löwin ist anscheinend von der Wärme genauso müde wie Sille und schläft gleich wieder ein. Je näher wir Mata-Mata kommen, um so dunkeler werden die Wolken. Schließlich fängt es an zu stürmen und anschließend heftig an zu regnen. Kurz vor Mata-Mata kommen wir um eine Kurve und ich denke noch, hier gibt es doch gar keine Elefanten, die Äste auf die Wege werfen. Erst beim näher kommen, entdecke ich, dass es sich um eine Puffotter handelt, die schnell in Abwehrhaltung geht. Ich weiche aus, auch weil ich Silke beweisen möchte, dass eine Puffotter wirklich kurz und dick ist und ich nicht ein Stück abgefahren habe! Beim heranfahren ist sofort eine Angriffshaltung bei der Schlange vorhanden. Wir versuchen ein paar Fotos zu schießen und lassen Sie dann in Ruhe. Im Camp angekommen, fragen wir ob wir eventuell eine Hütte haben könnten, aber leider ist nichts mehr frei. Wir suchen uns im Regen einen Platz und stellen uns unter einen Baum. Es hört sogar leicht auf mit dem Regen, so dass wir den Grill anschmeißen können und unsere Würstchen grillen. Die Österreicher neben uns erzählen, dass sie schon seit 25 Jahren nach Südafrika kommen, aber so etwas wie die letzte Nacht hier mit einem heftigen Gewittersturm, in dem ihr Vorzelt weggeflogen ist, haben sie noch nie erlebt. Na toll, das kann ja heiter werden! Um kurz vor 21:00 fängt es wieder an zu regen und wir gehen kurze Zeit später ins Zelt, wo es noch trocken zu sein scheint….

5.Tag Mo. 27. Oktober
KTP – Twee Rivieren
Unser Wecker klingelt zwar schon um 5:20, aber da es die ganze Nacht immer wieder geregnet und gedonnert hat und jetzt auch noch regnet, beschließen wir noch liegen zu bleiben. Um kurz vor 6:00 als es mal wieder trocken scheint, trauen wir uns schließlich heraus. Alles ist nass und so frühstücken wir zuerst und bauen später unser Zelt zusammen und räumen das Auto ein. Wir tanken noch und befüllen unsere Hinterreifen wieder etwas mit Luft, da hier offensichtlich etwas fehlt und kommen erst gegen 7:30 von Mata-Mata los. Es regnet immer wieder und wir fahren mit Scheibenwischer und Heizung, da es kalt und alles klamm ist. Wir sehen wenig Tiere auf der Fahrt nach Süden. Einen Kapfuchs bei Dalkeith, eine Giraffe beim Veertiende Boorgat und Löffelhunde kurz danach. Einmal sehen wir in weiter Entfernung ein paar Löwen unter einigen Bäumen verteilt liegen, die wir aber ohne die bereits stehenden Autos kaum gesehen hätten. Gegen 12:30 kommen wir in Twee Rivieren an, aber das schlechte Wetter scheint uns zu folgen. Wir tauschen das Camp aber trotzdem und bleiben heute Nacht hier. Wir essen eine Suppe, duschen, gehen nochmals in den Shop, und tanken schon wieder (Spritschleuder!). Gegen 16:40 verlassen wir das Camp auf der Nossob Road. Bis Rooiputs sehen wir nichts aufregendes, aber dort auf der Düne liegt ein felliger Baumstamm, wie Silke sagt. Da wir aber nichts genaues erkennen können, fahren wir noch ein wenig weiter, bis Kij Kij. Dort ist der Tümpel aber trocken. Wieder bei Rooiputs angekommen, weisen uns die stehenden Autos darauf hin, das der fellige Baumstumpf ein Löwenmähnchen ist, welches sich ein wenig umgebettet hat und nun auch deutlich als solches erkennbar ist. Er ist aber immer noch sehr weit entfernt und so fahren wir weiter. Bei Leeuwdril steht ein offizielles Gamedrive-Fahrzeug bei zwei Hyänen. Leider geht die Sonne schon in einer Wolke unter, somit sind nur noch Beweisfotos möglich. Kurz vorm Camp ist die nächste Schlange auf der Straße und wir sehen im fast Dunkeln noch ein Stachelschwein die Düne emporsteigen. Im Camp angekommen, machen wir Feuer für den Potjie, bauen das Zelt auf und essen gemütlich. Gegen 22:00 geht es ins Zelt, in der Hoffnung dass die Backpacker bald Ruhe geben.

6.Tag Di. 28. Oktober
KTP - Urikaruus
Die Nacht war sehr ruhig und selbst die Backpacker waren nicht laut. Unser Wecker klingelt gewohnt früh und wir pellen uns wieder aus dem Zelt. Das übliche Morgenritual folgt und wir sind leider erst gegen 6:20 unterwegs (das Alter lässt uns langsamer werden). Aber beim letzten Mal Twee Rivieren hat es auch mit den Leoparden geklappt… Doch diese bleiben uns heute verborgen und auch Löwen sind bei Rooiputs nicht zu sehen. Wir drehen um und fahren anschließend den Auob hoch. Doch ausser 3 Geparden in weiter Entfernung unter einem Baum zwischen dem Munro und dem Kamfersboom Wasserloch, sehen wir kaum etwas. So kommen wir ziemlich entmutigt am Picknickplatz Kamqua an und machen erst einmal unsere Mittagspause. Kurz nach uns kommen 4 südafrikanische Autos, die anscheinend eine Art Schnitzeljagd durch den Park machen. Sie streiten sich fast um die Schattenplätze und sofort wird es sehr laut! Dann Stehen wir eine ganze Zeit alleine und essen gemütlich unser Brot. Erst gegen 14:00 kommt wieder ein Auto. Es handelt sich dabei um einen Britz Landcruiser als Stationwagen mit Dachzelt und Campingausrüstung. Die Neugier zwingt mich die Leute anzusprechen und sie entpuppen sich auch als Deutsche, die durch die CKGR über Mabuasehube jetzt wieder Richtung Joburg unterwegs sind. Wir geben noch den Tipp mit den schlafenden Geparden und fahren weiter nach Urikaruus. Marius den Guide kennen wir noch vom Februar. Er fragt nach unseren heutigen Sichtungen und wir packen dann schnell die wichtigsten Sachen aus dem Auto. Anschließend fahren wir bis Craig Lockhardt ohne irgendetwas Spannendes zu entdecken. Ok ein paar Giraffen in einiger Entfernung, aber sonst wirklich nichts. Auf der Rücktour sehen wir am Dertiende Boorgat erst eine Wildkatze unter einem Baum liegen und anschließend einen Kapfuchs vor seinem Bau. Wie sich ein paar Augenblicke später herausstellt, sind in dem Bau 2 kleine Füchse, die ab und zu mal neugierig in die große Welt herausblicken. Leider ist es schon sehr spät und wir müssen uns so langsam von den 3 trennen, damit wir nicht zu spät kommen. Wir fahren mit erlaubter Höchstgeschwindigkeit und entdecken an fast gleicher Stelle wie neulich drei Löffelhunde, aber wieder ist es zu Dunkel um Fotos zu machen. Um 18:55 sind wir im Camp und machen uns ans Essen machen und Wagen ausräumen. Kaum haben wir Licht an, da kommen auch schon die ersten dicken Käfer, die zum Teil sogar einen Pelz haben und das bei dieser Wärme! In der Dunkelheit ziehen sich am Horizont die ersten dicken Gewitterwolken zusammen und einige Blitze erhellen die Nacht. Um 22:00 ist Schlafenszeit.

7.Tag Mi. 29. Oktober
KTP - Nossob
Um 5:00 klingelt der Wecker und ich mag nicht aufstehen. In der Nacht kam das Gewitter immer näher und es hat kräftig gestürmt, ohne das viel Regen gefallen ist, allerdings die Zeltwände ordentlich gebebt haben! Da wir gestern Abend viel aus dem Auto ausgeräumt hatten, müssen wir jetzt dementsprechend oft laufen, damit alles wieder herein kommt. Beim Frühstück auf der Terrasse sehen wir noch eine Giraffe am Wasserloch, doch wir wollen schnell los, mal schauen ob die Kapfüchse auch schon wach sind. Auf dem Weg dorthin ist wieder das übliche Nichts. Na gut, wir sehen einmal zwei Hyänen über den Weg flüchten, einen großen Adler auf einem Baum und kurz vor dem Kapfuchsbau 4 Giraffen. Beim beobachten der Giraffen stellen wir fest, dass Giraffen in der Lage sind mit ihrer langen Zunge in der Nase zu popeln. Leider sind aber die Kapfüchse nicht da und so drehen wir um und fahren zurück. Kurz hinterm Wasserloch sehen wir noch einen Adler, der den großen Taubenbestand etwas dezimiert hat und nun immer wieder die Schwierigkeit hat, die Federn beim rupfen aus dem Schnabel zu entfernen.
Bei Kamqua machen wir einen Fahrerwechsel und fahren über die 50 km lange Duneroad immer rauf und runter und einmal links und einmal rechts herum. Hier treffen wir auf ein paar Strauße und Oryx. Auf der Nossob Seite ist es viel sandiger und auch wachsen hier noch einige Büsche. Auch kommt es uns so vor, dass hier mehr Leben ist. Wir sehen einige Oryx und große Gnuherden sogar eine Kuhantilope. Im Nossob-Camp checken wir ein und gucken auf das Sightingsboard, wo für Heute noch kein Eintrag ist! Wir stellen uns in den Schatten um unser Mittagsbrot einzunehmen, da bemerkt Silke, dass sie den Schlüssel von Urikaruus noch in der Tasche hat! Sie bringt ihn zur Rezeption, die ihn bei der nächsten Gelegenheit wieder nach Urikaruus bringen – zum Glück gibt es in Urikaruus aber auch einen Ersatzschlüssel. Wir gehen noch duschen und um 16:00 fahren wir noch Norden Richtung Kwang. Auf dem Weg dorthin sehen wir einige große Gnuherden am Wegesrand. Bei Kwang selbst ist nichts los, wie wir später erfahren, ist die Pumpe defekt. Wir drehen noch eine Runde bis Marie se Draai, wo wir 5 Schakale sehen und ein paar Springböcke. Langsam beschleicht uns der Wunsch den Park gegen einen anderen einzutauschen, der grüner (wie im Februar) oder Tierreicher ist! Wir gehen noch in den Shop kaufen ein paar Bier und fahren auf die Campsite. Dort wo wir heute Mittag standen, ist nun eine Wagenburg von Südafrikanern entstanden. Wir ziehen ein wenig weiter und errichten unser Zelt. Es gibt Nudeln mit Tomatensoße und Würstchen. Wir gehen noch in den Hide und hoffen, dass es diese Nacht kein Gewitter gibt. Um 22:00 gehen wir ins Bett.

8.Tag Do. 30. Oktober
KTP - Polentswa
Unser Wecker klingelt um 5:00, wir kommen aber erst ¼ Stunde später aus dem Zelt, da es heute Morgen sehr kalt ist. Um uns herum sind schon die ersten wach. Wir sind heute recht schnell und gegen 6:10 kommen wir aus dem Camp heraus. Wir entscheiden uns spontan doch erst Richtung Süden zu fahren, da der Marie se Draai Loop in der Vergangenheit immer für Überraschungen gut war. Leider sehen wir zuerst überhaupt nichts. Wir fahren den Loop von Süden an. Direkt am Wasserloch sehen wir 2 Autos stehen. Einen Augenblick später sehen wir auch den Grund: ein junges Löwenmännchen läuft im Flussbett auf die Wasserstelle zu. Beim näher kommen sehen wir noch eine Löwin direkt vor uns auf dem Weg und 2 Youngsters nebenan. Auch ein großes Löwenmännchen liegt in einiger Entfernung im Flusstal. Wir rollen langsam an der Löwin vorbei und bleiben kurz hinter ihr stehen. Es befinden sich noch 2 weitere Youngsters im Gebüsch direkt am Wasserloch. Die anderen beiden jungen Löwen kommen unterdessen näher und nehmen unser Auto aufs Korn. Anscheinend suchen sie irgendetwas zum spielen und schnuppern erst an der Motorhaube, so dass wir lieber die Fenster nach oben drehen. Während der eine auf die Beifahrerseite geht und bei Silke die Zelte auf dem Dach beäugt, kommt der andere auf meine Seite und nimmt den Außenspiegel ins Visier. Er hängt sich an den Spiegel und guckt mir durch das nur noch leicht geöffnete Fenster direkt in die Augen. Ich werfe den Motor an und drücke auf die Hupe, denn das ist schon ein wenig unangenehm, auch wenn sie noch nicht ganz ausgewachsen sind und anscheinend noch ziemlich verspielt sind. Sie lassen zum Glück von uns ab, als ich den Wagen ein wenig vorrolle. In der Aufregung haben wir ganz vergessen ein paar Fotos von dem einmaligen Anblick zu machen. Anschließend bewegt sich das ganze Rudel in den Schatten eines Baumes in der Mitte des Flussbettes. Nur die Youngsters spielen noch ein wenig und machen einen „Angriff“ auf näher konmmende Oryx und trollen sich dann aber auch in den Schatten hinterher. Ab und zu ist immer noch ein wenig Bewegung im Rudel und einer steht auf um sich einen Meter weiter wieder hinzulegen. Nur 2 der Youngsters kommen nochmal den langen Weg zum Wasserloch um ihren Durst zu stillen. Dann trollen sie sich wieder in den Schatten eines anderen Baumes. Die Oryx versuchen die ganze Zeit über näher zu kommen und trauen sich aber nicht, weil die Löwen sich ab und zu von links nach rechts drehen. Genauso ergeht es 4 Kuhantilopen. Um kurz vor 10:00 verlassen wir das Geschehen, da es so langsam zu warm wird. Beim Camp angekommen, steigt Silke aus dem Auto um die Pforte zu öffnen. Dabei sieht sie, dass auf ihrer Seite der Sidebar/Trittblech am hinteren Ende abgebrochen ist. Wir fragen an der Rezeption ob Albert da ist, den wir bereits aus den vergangenen 3 Trips in den KTP kennen. Leider ist Albert heute auf dem Weg nach Gharagab. Also hilft uns der Frevel von der Tankstelle mit einem Draht aus. Ich versuche ihm zu erklären, dass so ein Draht vielleicht verhindern kann, dass der schwere Sidebar herunterfällt, nicht aber dass die andere Seite durch die Vibrationen auch noch bricht. Er versteht nicht richtig und erzählt fortlaufend, dass er damit schon einen Tank repariert hat. Anschließend hat er noch die Frechheit 200 Rand zu verlangen, während sich Silke schon mit irgendwelchen Holländern unterhält, die hier seit 4 Jahren leben. Nach unserer Mittagspause fragen wir nochmals nach Albert, der aber noch nicht wieder da ist. Es sind aber ein paar andere Jungs dort die helfen können. Gemeinschaftlich bauen wir den Sidebar ab und der eine fängt an zu schweißen. Ich frage ob er zur Verstärkung noch eine Platte anbringen kann. Schon flext ein anderer eine Platte aus einem Winkeleisen ab. Der dritte kaspert nur ein wenig herum, nachdem er unsere Batterie wieder angeklemmt hat (ursprünglich sollte am Auto geschweißt werden). Nach einer Stunde inklusive Sidebar wieder anbauen, sind wir fertig und wir geben ihnen ein Trinkgeld, worüber sie sich kräftig freuen Anschließend machen wir uns auf den Weg nach Polentswa. Wir kommen aber nur einige hundert Meter aus dem Camp heraus, als das Ding wieder bricht. Also zurück zu der Werkhalle, wo die Jungs ganz erschrocken dreinschauen. Schnell ist es wieder abgebaut und in diesem Moment kommt Albert in die Halle gefahren. Der guckt sich das Malheur an und schüttelt nur mit dem Kopf. Wir verabreden uns für morgen, dann will er es für uns geschweißt haben. Wir kommen gegen 16:30 los, müssen uns aber ein wenig beeilen. Um kurz vor 18:00 sind wir am Polentswa Wasserloch, wo nur ein Gaukler auf uns wartet. Auf dem Campingground sind wir ganz alleine und im Umkreis von mindestens 60 KM ist auch keine andere Menschenseele. Eigentlich ein unbeschreiblich tolles Gefühl. Anscheinend wurde für uns sogar frisch auf dem Campside geharkt. Schnell ist unser Zelt errichtet und während Silke uns eine Schnitte Brot macht, kümmere ich mich um das Feuer. Gegen kurz vor 20:00 als es Dunkel ist, setzen wir uns ins Dachzelt, denn etwas mulmig ist uns schon. Wir schauen noch ein wenig Fotos an, aber als sich immer mehr kleine Fliegen im Zelt sammeln, weil ich vergessen habe die Zeltseite zu schließen, machen wir alle Lichtquellen aus, räumen zusammen und gehen schnell noch einmal die Leiter herunter, um ins Gebüsch auszutreten. Um 21:00 gehen wir schlafen.

9.Tag Fr. 31. Oktober
KTP - Nossob
Um 5:30 klingelt der Wecker und wir gucken erst einmal vorsichtig in alle Richtungen aus dem Zelt. Nachdem die Luft rein ist und keine gefährlichen Objekte in Sicht sind, geht es schnell hinaus und ans Frühstück. Dann packen wir wie immer alle Sachen und bauen das Zelt ab. Wir fahren zuerst zum Polentswa Wasserloch, jedoch wie fast immer in letzter Zeit ohne Erfolg. Wir fahren noch bis Lijersdraai, allerdings ohne nennenswerte Tiersichtungen nur 2 Bat Ear Foxes in weiter Entfernung und ziemlich viel Eidechsen, die in den Sträuchern in die obersten Spitzen krabbeln. Angeblich machen sie das, wenn es in der nächsten Zeit anfängt zu regnen. Um 10:00 erreichen wir wieder das Nossob Camp, wir fragen nach Albert wegen unseres Sidebars. Der ist allerdings noch nicht im Camp. Wir essen Mittag und geben 2 jungen Südafrikanern Vicky + Ryan Starthilfe. Um 14:30 sind wir wieder am Workshop und bauen mit Alberts Hilfe das Sidebar wieder an. Leider etwas zu optimistisch gehen wir duschen und fahren dann gegen 16:00 in Richtung Süden aus dem Camp, allerdings kommen wir nur ganze 200m weit, denn plötzlich bricht mit einem Knacks auf der anderen Seite das Sidebar ab. Nun haben wir aber wirklich die Faxen dicke, fahren zurück ins Camp und wollen beide Sidebars selbst abbauen, und sie hier im Camp lassen, auf keinen Fall kommen Sie wieder ans Auto ran! Vicky + Ryan helfen uns mit Werkzeug, doch alleine können wir die eine Seite nicht lösen, die Schrauben sind schon total verrostet. Wir müssen also nochmal in den Workshop, doch Albert ist schon nicht mehr da und der Typ von der Tanke und ein anderer helfen uns die beiden Sidebars abzubauen. Dabei kommen wir alle ins schwitzen, denn es dauert fast 2 ganze Stunden. Wir vereinbaren, dass diese hier erst mal liegen bleiben sollen, bis wir mit Britz gesprochen haben. Endlich um 18 Uhr starten wir einen weiteren Versuch und verlassen das Camp erneut, beim Marie se Draai Wasserloch, sehen wir zum ersten Mal 2 Elenantilopen (ein Jungtier und ein ausgewachsenes Tier), die dann aber auch schon wieder in Richtung Dünen verschwinden. Wir fahren zurück ins Camp bauen das Zelt auf, essen noch ne Kleinigkeit und gehen um 22:00 ins Bett. Allerdings wird die Nachtruhe durch eine Gruppe partysüchtiger Südafrikaner die eine Poolparty veranstalten, gestört.

10.Tag Sa. 1. November
KTP - Nossob
Um 4:45 klingelt der Wecker und um 5:40 sind wir schon wieder auf der Piste und zwar in Richtung Süden. Allerdings haben wir diesen Morgen kein Glück, es ist wie ausgestorben, wir sehen ein paar Oryx am Marie se Draai Wasserloch und fahren dann über Kaspersdraai, wo wir im Busch eine Vierstreifengrasmaus fotografieren nach Cheleka. Unterwegs treffen wir noch auf eine kleine Herde Oryx mit Jungtieren. Wie wir später vom Landyfahrer erfahren, ist es zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich die Jungtiere im Flusstal zu sehen, normalerweise halten diese sich in den Dünen auf. Anschließend versuchen wir es mit der nördlichen Richtung und fahren bis zum Kwang Wasserloch, wo es aber auch tot ist. Enttäuscht fahren wir ins Camp zurück und können ein Telefongespräch mit Britz, Werner Ooisthuizen führen. Er sagt, wir sollen die beiden Sidebars nach Joburg bringen, sonst müssen wir Sie bezahlen. Ihn interessiert gar nicht, dass ein richtiges Anschweißen der Sidebars hier im Park unmöglich ist und auch der Transport auf dem Dach nicht machbar ist, da wir bereits 2 Dachzelte haben und die Sidebars (fast 2m lang und je 35 kg schwer) niemals richtig befestigt werden könnten. Silke regt sich mächtig auf. Die Campmanagerin hat unser Problem mitbekommen und bietet uns an, dass die beiden Sidebars auf dem Pick-Up mit dem die Schulkinder nach TR gebracht werden, mitgenommen werden könnten. Von TR würde dann jeden Dienstag ein Truck nach Upington fahren. Wir entscheiden uns, wenn wir in TR sind, Britz nochmals anzurufen um zu klären, ob wir sie eventuell zur Toyota Werkstatt in Upington bringen lassen sollen. Wir bedanken uns herzlich bei der Campmanagerin und treffen auf dem Campsite auf den Landyfahrer, der uns nach unserem Autoproblem befragt und uns sogar anbietet, die Sidebars mitzunehmen, allerdings wohnt er ca. 100km von Joburg entfernt in MP. Wir tauschen noch die Tiererlebnisse der letzten Tage aus und essen dann eine Tütensuppe und gehen anschließend duschen. Um 16:00 starten wir unseren Afternoon Gamedrive und fahren bis Cubitje Quap, wo wir drehen und dann unser Glück nochmals am Marie se Draai Wasserloch probieren, aber ohne Erfolg. Wieder zurück im Camp essen wir eine Schnitte Brot und genießen den Sternenhimmel. Die Ruhe wird nur durch die singenden Party-Südafrikaner gestört.

11.Tag So. 2. November
KTP – Kielie Krankie
Wir stehen um 4:45 auf. Gegen Morgen wurde es wieder recht kühl und wir müssen erst einmal unsere dicken Fleecepullis überziehen. Wir sind tatsächlich um 5:35 am Gate und fahren heraus. Wir tuckern gen Süden Richtung Marie se Draai. Auf der Strecke dorthin fahren wir an einem Inder vorbei, der gerade Vögel fotografiert. Kurz darauf sitzt er uns aber sehr dicht hinten an der Stoßstange und die Sonne steht noch recht tief und warten praktisch nur darauf, dass er uns hinten reinfährt. Direkt am Marie se Draai Wasserloch stehen 2 Autos und der Grund befindet sich im Flussbett: die Löwen sind wieder da! Kurz darauf entdecken wir ein dickes Löwenmännchen direkt am Wegesrand und weitere Löwen im Flussbett. Etwa 150m weiter liegt anscheinend ein frischer Riss, an dem sich weitere Löwen genüsslich vergnügen und ein weiteres Auto steht. Neben uns stehen 2 deutsche Jungs in einem BMW. Zwischen uns ist noch genügend Platz um zu sehen. Wir wollen nicht näher, um das Löwenmännchen nicht zu erschrecken. Doch der Inder drängelt sich vorbei und stellt sich genau vor das Männchen. Toll, ich bin gereizt! Wir fahren auch an ihm vorbei und können den Löwen noch von der Seite aufnehmen. Ein Stückchen weiter entdecken wir das zweite Löwenmännchen, welches sich humpelnder Weise auch einen Platz am Wegesrand gesucht hat. Auch hier stoppen wir für ein paar Fotos. Dann geht es bis zum Riss. Leider steht hier auch ein Auto im Weg und wir versuchen seitlich dran vorbei zu fotografieren. Dann drehen wir auf dem schmalen Weg und fahren zurück. Doch dort kommen uns schon die ganzen Autos entgegen, allen voran der Inder, denn der Löwe ist aufgestanden und legt sich zu den anderen. Wir beschließen von der anderen Seite des Loops zu kommen und fahren zurück, nicht ohne den beiden deutschen Frauen zu erzählen, was vorne vor sich geht, denn sie stehen ganz hinten. Als wir auf der anderen Seite ankommen, steht der Inder direkt vor den Löwen am Kadaver(2m) und auch noch vor dem dort schon stehenden Fahrzeug. Wir bleiben in einiger Entfernung stehen und beobachten, wie die Youngsters mit den Überresten des Magens spielen. Irgendwann wird es der einen Löwin zu viel und sie schnappt sich die Reste des Elands und zieht es den Hang hinauf. Schon folgt der Inder wieder, zum Glück bleibt er aber auf dem Weg, dafür fährt er aber durch den Mageninhalt. Dann entscheidet er wohl, seine Familie aus dem Camp zu holen und will an uns vorbei. Ich lasse ihn passieren, nicht ohne ihm meine Meinung zu sagen. Er versteht nichts und sagt nur „Wolle Rose kaufen?“. Als wir uns wieder beruhigt haben, kommen die Youngsters auf uns zu und legen sich in den Schatten unseres Autos, so hoffen wir. Als wir dann aber Geräusche vom Unterboden des Autos wahrnehmen und uns 2 weitere Leute Handzeichen geben, versuchen wir die Nervensäcke loszuwerden, was sich als schwierig erweist. Sie reagieren nicht auf hupen, Motor anlassen und anfahren. Ich lasse den Wagen langsam nach hinten rollen und plötzlich sind alle 4 wieder sichtbar. Silke wurde auch schon ganz mulmig, da der eine immer ins Fenster geguckt hat und anfing zu fauchen. Wir fahren ins Camp zurück um unter dem Auto nach dem Rechten zu schauen. Zum Glück ist alles OK, dafür ist der zweite Halter der Seitenklappe auch abgebrochen. Wieder muss der Draht zum Reparieren herangezogen werden. Mittlerweile bin ich schon fast Profi in solchen Sachen geworden. Wir fahren noch einmal zu Albert in die Werkstatt, wo er gerade das nächste Auto repariert. Wir geben ihn ein paar Klamotten unser Nutellaglas als Dank und verabschieden uns. Auf dem Weg nach Süden fahren wir nochmals an den Löwen vorbei, die nun völlig erschöpft überall verteilt im Schatten liegen. Kurz vor dem nächsten Wasserloch Kaspersdraai liegt auch noch eine Löwin direkt am Pistenrand. Beim Picknickplatz Dikbaardskolk entdecken wir, dass nun auch die zweite Seitenklappe defekt ist und wir diese acuh mit Draht befestigen müssen. Jetzt kommen wir nur noch an unser Gepäck wenn wir die Reifen abklappen und an die Heckklappe gehen. In Twee Rivieren angekommen, treffen wir den Gametouroperator und quatschen kurz. Wir holen noch einmal Geld und gehen ein paar Sachen im Shop einkaufen. An der Tankstelle füllen wir nochmals beide Tanks und dann geht es über die kurze Dünenetappe zum Auobtal. Gerade als wir ins Tal hereinfahren, sagt Silke:“ Erdmännchen wären aber auch mal ganz schön“! Keine 3 Sekunden später schreit sie auch schon Stopp und wir stehen an einem Bau, wo zuerst nur ein Erdmännchen und später einige ältere Tiere und vier kleine Jungtiere herumtollen. Es ist wirklich toll sich das einmal angucken zu dürfen. Nach einer ¾ Stunde beschließen wir weiter zu fahren. Wir treffen noch auf einen jungen Löwen, der faul in der Nähe des Munro Wasserlochs direkt am Rand der Piste liegt und auf ein Löwenpärchen kurze Zeit hinter dem Wasserloch im Schatten eines Busches. Um 17:30 sind wir in Kilie Krankie. Wilhelm, der Ranger erinnert sich an unsere Gesichter und dass wir mit Michael Probst da waren!?! Was soll das nun bedeuten? Wir laden ein paar Sachen aus dem Auto und quatschen noch kurz mit dem Landyfahrer aus Nossob. Dann stellen wir fest, dass der eine Reifen klemmt und somit der letzte Eingang in unseren Kofferraum versperrt ist. Aber zum Glück stellt sich das als vorübergehende Störung dar und ist kurze Zeit später auch schon behoben. Wir fahren noch eine kurze Strecke in Richtung Süden, sehen aber nichts außer einiger riesigen Springbockherden. Um 19:00 sind wir zurück im Camp und es gibt mal Wieder Tütensuppe mit Nudeln. Wir duschen noch und begeben uns um 22:30 ins Bett. Kurze Zeit später hören wir ein tiefes, dumpfes Grollen. Löwen! Unsere Nachbarn leuchten zum Wasserloch und wir sehen zwei Weibchen dort liegen. Plötzlich kommt ein lautes Brüllen direkt aus der Nähe unserer Hütte. Eine wirklich tolle Geräuschkulisse zum einschlafen!

12.Tag Mo. 3. November
KTP – Twee Rivieren
Wir haben nicht so gut geschlafen wie erhofft. Denn es kam mal wieder ein heftiger Wind auf, der das ganze Zeltdach der Hütte durchgeschüttelt hat. Durch den Wind ist es noch immer besonders kalt. Wir packen trotzdem unsere Sachen und gucken um 5:30 vorsichtig aus der Vordertür, es ist aber alles ruhig und auch keine Löwen in Sicht. Wir verabschieden uns von Wilhelm und fahren zur Auob Road. Wir entscheiden uns erst ein wenig Richtung Norden zu fahren. Am Gemsbokplein Wasserloch wollten wir ursprünglich umdrehen, doch wir fahren noch ein Stückchen weiter, weil wir ein einzelnes Springbockjungtier mit großer Geschwindigkeit über das Flusstal laufen sehen. Und ein paar hundert Meter weiter entdeckt Silke auf der Felsenkante einen Leoparden. Leider liegt er sehr schwer sichtbar und ab und zu dreht er sich dann auch noch weg. Nach einiger Zeit steht er aber auf um die Klippen ein Stück nach unten zu gehen und dann verschwindet er in einer Art „Höhle“ , bevor überhaupt ein anderes Auto erscheint, obwohl wir dort eine Stunde stehen. Wir hören ihn aber ab und zu schmatzen, also scheint er bereits erfolgreich gejagt zu haben. Leider ist aber nichts mehr von ihm zu sehen. Wir beschließen ein Stückchen weiter zu einer riesigen Springbockherde zu fahren. Leider sind diese bei unserer Ankunft nicht mehr so hüpffreudig und wir können keine schönen Fotos mehr machen. Also drehen wir um, wieder bei der Höhle angekommen, sehen und hören wir nichts mehr von dem Leoparden. Wir fahren langsam nach Süden, sehen aber auch die gestrigen Löwen nicht mehr und leider auch keine Erdmännchen. Der Bau scheint heute nicht bewohnt zu sein, zum Glück, denn wir beobachten, wie eine Kapkobra in den Eingang kriecht, sie aber erfolglos wieder herauskommt. Im Camp TR angekommen, machen wir einen Schlachtplan, was wir Britz jetzt sagen sollen, denn die Sidebars sind tatsächlich im Workshop angekommen. Wir wollen gerade telefonieren, als wir die Campmanagerin aus Nossob wiedertreffen. Sie ist wieder sehr sehr hilfsbereit und nach einem Telefongepräch mit Britz organisiert sie den Weitertransport der Sidebars nach Upington zur Toyotawerkstatt, wo wir dann am Mittwoch die Dinger wieder anbauen lassen. Mal sehen ob das klappt! Wir essen beruhigt Nudeln und entscheiden uns statt Rooiputs heute Abend doch in diesem Camp zu bleiben, da wir auch einen Tag früher aus dem Park abreisen wollen. Im Office kann die Änderung nur noch nicht offiziell im Computer gemacht werden, da das System nicht funktioniert. Wir fahren gegen 15:30 aus dem Camp und nehmen wieder die Auob Straße. Wie sehen leider wieder nichts, bis ich auf einmal mitten im Flussbett 4 Erdmännchen entdecke. Leider sind sie recht weit entfernt, um sie schön zu sehen. Ein Stückchen weiter treffen wir auf 2 parkende Autos, die bei einer Löwin stehen. Wir machen ein paar Fotos und fahren weiter zu unserem Leopardenspot von heute Früh. Und tatsächlich - wir sehen (nur ansatzweise mit Fernglas) und hören ihn wieder schmatzend in seiner Höhle. Leider müssen wir aber zum Camp zurück da es schon spät wird. Auf dem Rückweg bei Auchterlonie sehen wir wieder die Löwin, die jetzt auf einer Düne im Gegenlicht platz genommen hat und ihren Verehrer ein schönes Löwenmännchen. Nachdem der Löwe seinen Durst gestillt hat, wechselt auch er die Seite und geht auf die Düne. So langsam wollen wir auf den Rückweg nach TR machen und verstauen die Kameras auf dem Rücksitz und fahren los, da merke ich, dass irgend etwas am Auto nicht stimmt. Wir haben uns einen Platten Reifen eingefangen. Und das jetzt!!! Die 2 Südafrikaner im anderen Auto Andrew und Elsa raten uns ein paar Meter weiter hinter einer Kurve und Baum zu fahren. Zum Glück sind wir nicht alleine und sie helfen uns beim Reifenwechsel. Elsa bleibt im Auto und beochtet die Löwen, während wir schnell den Rüchsitz freiräumen, um an den Highliftjack zu kommen. Der Wagen wird aufgebockt, der Reifen kommt runter und der einzige verbliebene Reservereifen kommt rauf. Alles wieder zurück an seinen Platz und wir haben in neuer Rekordzeit einen Reifen gewechselt keine 50m von 2 Löwen entfernt!!! Elsa kommt hinzu und Andrew erzählt noch ganz locker, wenn Löwen sich paaren, was so ca. 3-4 Tage dauern kann, haben sie keinen Hunger. Na vielen Dank, wir haben ganz schön die Hosen voll, wer sagt mir denn, wie lange die beiden schon dabei sind? Wir bedanken und ganz herzlich und verabschieden uns, denn wir haben noch einen weiten Weg vor uns und die beiden müssen nach Urikaruus. Auf dem Rückweg treffen wir auf den Landyfahrer und einen Gameranger auf Nachtfahrt, der aber unser Problem nicht versteht. Die gesamte Strecke über, schauen wir immer wieder argwöhnisch auf die 4 Reifen, denn wir haben schließlich keinen weiteren Ersatzreifen mehr. Wir schaffen es und sind um 19:30 im Camp in dem uns eigentlich gar keiner erwartet, da wir ja in Rooiputs wären. Wir essen Nudeln und gehen spät ins Bett, da ich zum krönenden Abschluss noch eine Nachtaufnahme probieren will.

13.Tag Di. 4. November
KTP – Twee Rivieren
Heute haben wir mal richtig ausgeschlafen, erst um 6:00 klingelt unser Wecker. Komischerweise sind aber irgendwie alle auf dem Campingplatz spät dran. Als wir alles gepackt haben, geht es um kurz nach 7:00 erst einmal zur Werkstatt um unsere beiden Reifen flicken zu lassen. Wir fragen und sofort sind sie zu viert dabei unsere beiden Reifen zu reparieren. Für meine Begriffe, lösen Sie den Schlauch ziemlich brutal von der Felge, aber ok, die machen das wohl öfter so. Der eine Reifen, der von Anfang an Luft verloren hat, hat angeblich kein Loch. Der andere hat dafür gleich zwei, wobei das zweite erst beim zweiten Anlauf entdeckt wird. Vom Auswuchten der Reifen haben sie hier auch noch nichts gehört. In der Zwischenzeit stellen wir fest, dass unsere Sidebars, die eigentlich heute Morgen auf dem Truck nach Upington hätten verladen werden sollen, immer noch hier liegen. Durch ein Missverständnis wurden sie heute Morgen nicht nach Upington gefahren. Na toll, nichts klappt in Afrika, wenn man nicht alles selber macht. Wir zahlen 40 Rand für die geflickten Reifen und fahren zur Tankstelle. Dort lasse ich den Wagen nochmals voll tanken und erhöhe schon einmal den Luftdruck. Trotzdem es bereits 8:30 ist, entscheiden wir uns für einen Gamedrive im Auobflusstal. Die Erdmännchen sind leider wieder nicht da und auch die Löwen finden wir nicht wieder. Nur einige Springböcke sind unterwegs. Als wir ein paar Bienenfresser fotografieren, stellen wir Benzingeruch fest. Ich schaue aus dem Seitenfenster und sehe wie das Benzin aus unserem Tank pinkelt. Ziemlich ratlos rege ich mich ziemlich auf und auch das Wenden auf der Piste fällt mir schwer, nach der gestrigen Erfahrung mit dem Reifen. Also geht es erst einmal nach Norden, bis sich eine Möglichkeit bietet zu drehen. Auf dem Rastplatz Auchterlonie schauen wir uns das Desaster von Außen an und ich schraube den Tankverschluss ab. Sofort schießt mir das kostbare Nass über die Finger und ergießt sich in einer Pfütze. Anscheinend hat es der Tankwart so gut gemeint, dass der Tank so voll geworden ist, dass sich jetzt durch die Sonnenwärme das Benzin stark ausgedehnt hat, so dass es jetzt aus dem Tank kommt. Ein Fall für Rechenkünstler: Verbrauch = >15L; gefahrene Kilometer=75; getankt=42L; Außentemperatur= ca. 35 Grad und Tankvolumen 80L. Um wie viel hat sich die Flüssigkeit ausgedehnt? Wir fahren ins Camp zurück und dann ist der Spuck vorbei. Wir schauen uns die Bildergalerie an, gehen noch zum Shop und treffen die beiden Südafrikaner Vicky und Ryan wieder, denen wir in Nossob Starthilfe gegeben haben und die uns zum Sidebar-Abbau Werkzeug geliehen hatten. Sie haben immer noch Probleme mit der Batterie. Sie sind mit einer geliehenen Batterie aus Mata-Mata im Fussraum nach TR gekommen und sollen heute Abend eine Neue aus Upington erhalten. Gegen 17:00 fahren wir noch einmal heraus im Nossobtal bis nach Rooiputs allerdings ohne besondere Vorkommnisse. Nur ein paar Oryx am Wasserloch. Also geht es noch einmal ins Auobtal wo wir tatsächlich die Erdmännchenfamilie mit den 4 Jungen in der Nähe ihres Baues entdecken. Anscheinend sind sie gerade auf dem Weg nach Hause. Leider ist im Tal schon viel Schatten aber wir stehen ganz nah und können sie schön beobachten und ihren Lauten lauschen. Um 18:30 drehen wir um und fahren langsam und entspannt zum Camp zurück. Aus Mangel an Grillfleisch gibt es heute Abend Baked Beans und Speck auf Toastbrot. Anschließend läuft Silke trotz genügend Licht und eingeschalteter Stirnlampe mit dem Kopf gegen einen Pfosten und fällt wie ein Maikäfer auf den Rücken. Trotz sofortiger Kühlung mit Bierdosen aus dem Kühlschrank wird das wohl eine dicke Beule geben. Um 22:30 gehen wir ins Bett.

14.Tag Mi. 5. November
Ausfahrt KTP - Vryburg Kameelboom Lodge
Heute an unserem letzten Tag im Park stehen wir um 4:45 auf. Gegen Morgen wurde es wieder sehr kühl, und wir beeilen uns, alles zusammen zu räumen. Um 5:38 schaffen wir die Ausfahrt aus dem Camp. Wir nehmen die Route im Nossobtal für die ersten 10KM und dann drehen wir um. Wir sehen in einiger Entfernung zwei Kapfüchse liegen und ein paar Oryx beim Leeuwdril Wasserloch. Also drehen wir um und fahren über die Dünen ins Auobtal. Dort sehen wir an gewohnter Stelle die Erdmännchen wieder. Sie sind wieder mit der ganzen Familie eifrig beschäftigt die Dünen nach Fressbarem umzugraben. Leider ziehen sie langsam den Hang hinauf und sind irgendwann kaum noch zu sehen. Wir fahren noch das kleine Stück bis zum Houmed Wasserloch weiter und drehen dann um. Im Camp angekommen, sehen wir Vicky und Ryan, die mittlerweile ihre Batterie erhalten haben und jetzt gegen 8:00 endlich losfahren können. Auch der Landyfahrer aus der Nähe von Joburg erreicht das Camp aus Kilie Krankie kommend und erzählt uns, dass die Löwen heute Morgen direkt am Kilie Krankie Wasserloch waren. Wir packen unser Auto ein wenig um und verstauen unsere ganzen Sachen wieder in Taschen im Kofferraum. Beim Auschecken aus dem Park fällt unser Blick auf das Sightingsboard und wir müssen mit Schrecken feststellen, dass eine braune Hyäne zwischen Houmoed und Munro gesehen worden ist und ärgern uns, dass wir nicht mehr weiter gefahren sind. Um kurz vor 9:00 verlassen wir etwas traurig den Park. Das erste Stück ist noch Schotterpiste und danach kommt das neu Asphaltierte Stück, welches aber den Anschein macht, als ob hier einfach nur Asphalt auf die Piste gekippt wurde und fertig. Es geht also nicht ganz so schnell voran, da auch überall wegen der Baustelle nur 60km/h erlaubt ist. Danach geht es aber auf der leeren Straße schnell nach Upington. Um ca.11:30 sind wir bei dem Toyotahändler und wie schon fast vermutet hat Herr Ouisthusen von Britz dort keinen Termin für uns vereinbart. Also haben wir jetzt auch gar kein Problem mehr damit, dass die Sidebars nicht mehr ans Auto kommen, sondern erst nächsten Dienstag zur Toyotawerkstatt geliefert werden. Durch ein kleines Missverständniss werden wir zuerst für Kunden des Hausinternen Vermietservices gehalten (Kalahari 4x4 Hire). Die machen einen sehr guten und professionellen Eindruck und verleihen überwiegend für den KTP und Namibia Toyota mit Campingausrüstung. Insgesamt sind hier alle sehr sehr hilfsbereit, wie wir auch schon bei unserem ersten Besuch vor 2 Jahren feststellen konnten. Anschließend gehen wir noch eine Pizza essen, holen nochmals ein wenig Geld und tanken wieder voll. Um 12:45 geht die Fahrt dann weiter. Wir haben entschieden heute bis Vryburg zu fahren. Unterwegs passieren wir einen Schwertransport der die ganze Straßenbreite einnimmt. Wir stellen uns vor, die Strecke Kuruman - Vryburg (ca. 150km) im Schritttempo hinter diesem Ding her zu fahren - unvorstellbar!!! Gegen 17:45 erreichen wir Vryburg und entscheiden uns für die Kameelboom Lodge. Sieht nett aus, ist ein kleiner Privatzoo mit vielen Vögeln, Springböcken, Emus und einem Erdmännchen namens Kirikiri, was sich sogar anfassen lässt. Das Abendessen ist sehr lecker und um 22:00 fallen wir in unserem total kitschig in Blau eingerichteten Zimmer ins Bett.

15.Tag Do. 6. November
Vryburg Kameelboom Lodge – Pilanesberg National Park
Heute haben wir mal wieder richtig ausgeschlafen und sind erst um 6:00 aufgestanden. Nachdem wir ein Teil des Gepäcks schon in den Wagen zurückgebracht haben, gehen wir zum Frühstück. Manchmal merkt man, dass einige Südafrikaner den amerikanischen Stil sehr mögen, aber auch ihre Oberflächlichkeit. Wir wurden von dem Besitzer dreimal gefragt, ob wir denn gut geschlafen hätten. Um 8:00 verlassen wir die Lodge und fahren erst einmal in Vryburg tanken und Reifenluftdruck prüfen. Dabei kommt ein Teenager zum Betteln ans Auto und wir können es gar nicht mehr mit ansehen. Er wird immer wieder von den Tankstellenleuten verjagt. Dann geht die lange Fahrt Richtung Pilanesberg National Park über Ventersdorp und Rustenburg (wo wir uns mal wieder verfahren) weiter. Gegen 15:00 erreichen wir Sun City, können uns aber nicht ganz entscheiden, welchen Eingang wir nehmen wollen. Kurz vor Sun City ist ein Unfall mit allem drum und dran. Ein Polizist ist gerade dabei mit weißer Farbe die Position der Fahrzeuge zu markieren (jetzt weiß ich endlich, woher die ganzen Markierungen auf den Straßen stammen!). Wir fahren erst zum Bakubung Gate, welches sich aber nicht als das Richtige herausstellt. Hier operieren nämlich 3 verschiedene Firmen mit den Lodges um den Park herum. Im eigentlichen Park gibt es keine Unterkünfte. Wir drehen und fahren zum Manyane Gate und nehmen und eine Hütte inkl. Abendessen und Frühstück, was für ein Luxus! Wir suchen unsere Hütte Nr. 5a auf und bringen ein paar Sachen rein. Leider kommen wir mit dem Toyota aufgrund der Höhe nicht unter das Sonnendach. Gegen kurz vor 17:00 fahren wir noch einmal in den Park, wo wir nochmals Eintritt bezahlen müssen. Das ganze macht den Anschein eines großen Vergnügungsparkes. Wir fahren eine Runde um den Malatse Dam. Die Vegetation ist hier wieder sehr dicht, ähnlich wie im Krüger National Park, und man muss schon sehr genau schauen. Hier ist es auch besser, man stellt sich mitten auf den Weg, versperrt den anderen die Sicht und sagt ihnen aber auch nicht worauf. Beim Hippo Loop am Mankwe Dam sind 4 Breitmaulnashörner unterwegs. Silke möchte mit ihrer Kamera ein Foto machen, aber irgendwie spinnt der Verschluss. Ich bin durchaus nicht lernfähig und habe meine Kameras nicht einsatzbereit, somit bleibt nur ein Foto mit der Knipsknaps Kamera. Um 18:15 fahren wir wieder zur Lodge zurück und duschen schnell. Wir wollen dann, wie beim einchecken vereinbart unsere Sitzplatzreservierung für den morgigen KLM-Flug online machen. Auf einmal kostet das ganze 1 Rand pro Minute, nein Entschuldigung doch 2 Rand. Mit unseren Sitzplätzen sieht alles in Ordnung aus und wir wollen nun online einchecken, doch bevor wir etwas ausdrucken können, steigt der PC aus dem Internet aus. Wir müssen 12 Rand bezahlen, weil der Typ sich beim Ablesen der Zeit extrem viel Zeit lässt. Anschließend gehen wir zum Restaurant und es gibt Strauß für Silke und Rinderfilet für mich. Zwischendurch wechselt die Bedienung und unser Gutschein für das Restaurant ist verschwunden, taucht dann aber wieder auf. Nachdem wir dann unsere Taschen für den morgigen Rückflug gepackt haben, gehen wir etwas enttäuscht von unserem letzten Tag um 22:45 ins Bett.

16.Tag Fr. 7. November
Fahrt Joburg – Flug nach Amsterdam
Unser Plan war es um 5:15 aufzustehen und dann ohne Frühstück eine Runde im Park zu drehen um hinterher zum Frühstück zu fahren, aber schon seit 4:00 tobt draußen ein heftiges Gewitter. Also versuchen wir so gut es geht bis 7:00 weiterzuschlafen und bringen dann die ersten Sachen ins Auto. Dabei renne ich nur mit Badelatschen und Sporthose nach draußen und laufe so schnell ich kann. Nach dreimal hin und her bin ich klitschnass. Weil ich schon eingeweicht bin, darf ich auch zuerst unter die Dusche gehen. Danach laufen wir schnell zum Auto und fahren zum Restaurant. In der kurzen Zeit beschlägt das Auto völlig und hier ist wieder der Panzerfahrer mit nur 2 Gucklöchern gefragt. In einer Kurve läuft sehr viel Wasser vom Dach über das Auto. Ein großer Wasserschwall läuft auch plötzlich in die rechte hintere Tür, die nicht ordentlich schließt, da sie verzogen ist, von oben hinein und setzt die Rücksitzbank unter Wasser. Zum Glück sind die Kameras schon gut verstaut im Rucksack! Das Frühstück vom Buffet ist hier aber richtig lecker. Ich treffe auf einen kleinen Spaßvogel, der sich wundert, warum ich so groß bin. Nachdem wir gestärkt für die Tour nach Joburg sind, telefonieren wir erst noch einmal mit Britz, dass wir schon um ca. 15:00 ankommen um das Auto abzugeben. Dann gehen wir zum Zähneputzen in die Hütte zurück und fahren gegen 9:30 in den Nationalpark hinein. Keine 500m vom Gate entfernt, trotten 2 männliche Löwen über die Straße und verschwinden dann aber schnell wieder im Gebüsch. Mein Fotorucksack liegt übrigens immer noch völlig unberührt auf der Rücksitzbank. Wir fahren noch ein wenig herum und sehen Zebras, Impalas, Gnus, Warzenschweine und Perlhühner, die sich allerdings nicht fotografieren lassen wollen. Gegen 11:00 verlassen wir den Park durch das Manyane Gate. Silke kauft und tauscht noch ein paar Sachen (Staubfänger) bei den Souvenirhändlern ein. Wir fahren über Pretoria Richtung Joburg und verfahren uns kurz vorm Ziel noch einmal, weil ich die falsche Abfahrt nehme. Bei Britz auf dem Hof angekommen, werden wir freudig begrüßt. Leider fährt Carmen, die einzige deutschsprachige Angestellte trotz Termin einfach an uns vorbei nach Hause und beachtet uns nicht einmal. Alle anderen sind kräftig an irgendwelchen Fahrzeugen am werkeln. Wir fragen nach Werner Ouisthusen, der sich aber nicht richtig Zeit für uns nimmt. Das Canopy mit den schlechten Verriegelungen hat er trotz Warnungen seiner Angestellten einbauen lassen und dass die Sidebars fehlen, ist plötzlich auch gar nicht mehr so schlimm. Er werde jemanden schicken, der diese in Upington abholt oder so ähnlich. Da kommt auch schon der Abholservice und wir haben das bestimmte Gefühl, dass man uns so schnell wie möglich loswerden will. Der gleiche Fahrer wie bei der Hinfahrt fragt wieder neugierig nach der Fußball WM in Deutschland und ob wir wieder nach Südafrika kommen wenn WM ist. Am Flughafen ist wieder ein Riesentrubel, weil ja Freitag ist und wir kämpfen uns durchs Gewühl. Da wir bereits um 16:00 hier sind, stellen wir uns auf eine lange Wartezeit ein. Dann entdecken wir, dass wir am Gemeinschaftsschalter von KLM schon einchecken können. Die einzige Befürchtung die wir noch haben, ist dass unser Gepäck in Paris landet. Nichtsdestotrotz checken wir schon ein und wir haben es wieder nicht geschafft unsere 20 kg/Person vollzukriegen. Während der langen Wartezeit kann Silke abermals in den Souvenirshops suchen, während ich die Zeit nutze und ein bisschen schreibe. Der Flug startet pünktlich um 23:55 und wir schlafen ziemlich schnell ein, obwohl der Typ neben uns nach Alkohol stinkt.

17.Tag Sa. 8. November
Flug Amsterdam - Hamburg
Der Flug bringt wieder einige neue Erkenntnisse mit sich: Es gibt immer Ärzte im Flugzeug (eine Frau hatte in der Nacht einen Kreislaufkollaps), Punker schlafen mit ihrer Powerfrisur seitlich (es war einer an Board) und wenn man schläft, verpasst man das Eis! Nicht neu hingegen ist, dass man nie richtig gut schlafen kann. Wir landen pünktlich in Amsterdam und haben fast 3 Stunden Wartezeit bis zu unserem Weiterflug nach Hamburg. Auch dieser startet pünktlich, doch hier müssen wir uns in einen kleine Fokker 50 quetschen, aber auch diesen Flug überstehen wir und sind heilfroh, dass wir unser Gepäck in Hamburg antreffen. Meine Eltern holen uns vom Flughafen ab und zu Hause bei uns warten schon Silkes Eltern. Bei Kaffee + Kuchen fangen wir an, über die ersten Erlebnisse zu berichten.
Fazit: Insgesamt war es wieder eine sehr schöne Tour mit einigen interessanten Sichtungen, wenn es mittendrin auch immer wieder lange Durststrecken gab, in denen es wenig zu sehen gab. Im Vergleich zum Februar diesen Jahres, wo große Herden von Springböcken, Gnus und Spießböcken die grünen Flusstäler bevölkerten, war es gerade gegen Anfang unserer Tour sehr leer.
Eine weitere Erkenntnis aus diesem Urlaub ist, dass die Mietwagenfirma Britz völlig unprofessionell ist und nach dem dritten Mal in Folge uns nur Probleme bereitet hat. Wir hatten die Hoffnung, dass ein so großes Unternehmen etwas besser organisiert ist, als viele der kleineren Vermieter. Wir haben nun die Erfahrung, dass der Kleine aber wesentlich besser arbeitet und sich mehr um seine Fahrzeuge und Kunden kümmert als Britz es tut!

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