NAM/SA/BOTS 02/2008 - Kleinert-foto

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NAM/SA/BOTS 02/2008

Reiseberichte

Namibia/Südafrika/Botswana vom 10.02. bis zum 01.03.2008

1.Tag So. 10. Februar
Bahnfahrt von Hamburg nach Frankfurt, Abflug Frankfurt
Endlich ist es soweit - wir haben Urlaub! Am Hamburger Hauptbahnhof verabschieden wir uns von Ingrid und Günter und steigen in den ICE, der uns zum Frankfurter Flughafen bringen soll. Wie erwartet ist die Bahnfahrt noch nicht sehr erholsam, in unserem Abteil ist es ziemlich eng und unbequem. In Hannover steigen Nadine + Michael zu und haben kaum Platz ihre Koffer ins Abteil zu stellen, da das Abteil mit 6 Mann besetzt war. Zu allem Überfluss fährt der ICE auch nicht schneller als unser Landy in Untersetzung. Aber wir lassen uns die Stimmung nicht verderben und lesen noch ein wenig im Reiseführer bis wir am Bahnhof Frankfurt Flughafen ankommen. Den Flughafen empfinden wir als recht chaotisch und unübersichtlich. Da lobe ich mir doch die Holländer !?! Michaels Sportsbar ist ein Flop, da es kein Premiere gibt und somit auch keine Bundesliga. Also müssen sich Nadine + Michael mit Ergebnissen vom Handy begnügen. Wir setzen uns ins Restaurant  Kaefers und essen noch eine Pizza. Um18:30 stellen wir uns in die Schlange zum Einchecken. Wir sind die Dritten und haben somit für Sven auch noch einen Sitzplatz am "Notausgang" bekommen. Da unsere Taschen zu breit für das Fließband sind, werden sie per Hand weggebracht. Wir fragen uns: Ob wir die wohl in Windhoek wiedersehen??? Dann gehen wir durch die Sicherheitskontrolle. Auch hier erscheint uns alles etwas unkoordiniert, und keiner weiß warum wir zur Nachkontrolle des Fotorucksackes müssen. Aber auch die ist dann doch recht schnell gemacht. Als endlich um 22:30 der Flieger bereit steht, dürfen wir als letzte einsteigen, da wir nach Reihennummern eingelassen werden. Wir steigen in eine hässliche alte MD11 einer Amerikanischen Fluggesellschaft - World Airways -, da die 2 Airbusse von Air Namibia zur Wartung sind. Wir sitzen durch den Gang getrennt und Svens Notausgangplatz, ist nur ein Mutter Kind Platz, aber zumindest mit etwas mehr Beinfreiheit. Allerdings sind die Sitze schon total durchgesessen, und auch die Innenverkleidung löst sich so langsam ab und die Crew besteht aus alten und vor allen Dingen ungeübten Stewardessen und ihren männlichen Kollegen. Das Essen um 24:00 ist in Ordnung, und anschließend versuchen wir ein wenig zu Schlafen.

2.Tag Mo. 11. Februar
Ankunft in Windhoek, Fahrt nach Mariental
Der Flug ist eine reine Beförderung von A nach B. Es ist glaube ich, wenn ich mich recht erinnere, der schlechteste Flug meines Lebens gewesen. In der lauten Klapperkiste ist auf den unbequemen Sitzen nicht an Schlaf zu denken. Das Frühstück ist sehr einfach und dazu noch schlecht. Nach der harten Landung um ca. 9:30 nach 10 Stunden Flugzeit, dürfen wir in Windhoek über das Rollfeld in das wirklich kleine Terminalgebäude laufen. Trotz des bewölkten Himmels begrüßt uns die afrikanische Hitze. Im Gebäude herrscht ein afrikanisches Chaos und leider haben nicht alle Passagiere den Zettel für die Einreise ausgefüllt, so dass es sehr lange dauert, bis wir endlich an der Reihe sind. Uns weist das Mädel darauf hin, dass sie nur einen Pass zur Zeit bearbeiten kann (wir sind zu zweit nach vorne gegangen). Da wir aber eine Übernachtungsadresse eingetragen haben, kann sie bei uns leider nichts beanstanden. Bei der Kofferausgabe drehen unsere Taschen schon die 25te Ehrenrunde. Wir gehen schließlich zu viert nach draußen, und werden schon sehnsüchtig von Britz erwartet (das haben wir vom letzten Jahr noch anders in Erinnerung, dort hatte man uns vergessen vom Flughafen abzuholen. Eigentlich wollen wir das Geld schon am Flughafen tauschen, aber der Fahrer verspricht uns später in der Stadt bei einer Bank anzuhalten. Dass wir dann allerdings noch ein Satellitentelefon buchen wollen, stört ihn offensichtlich, denn wir 4 sind auch nicht die einzigen Gäste die er abgeholt hat. Leider dauert es beim Be-Local Kiosk auch extrem lange. Die Mitarbeiterin scheint ein wenig überfordert zu sein und der Kreditkartenleser funktioniert nicht, so dass Nadine ihr erklären muss, wie man einen manuellen Abzug der Kreditkarte macht.
Als wir endlich alles erledigt haben, werden wir vom Fahrer im Eiltempo in die Stadt gebracht, wo die erste Mitreisende schon aussteigt, da sie in einem Hotel übernachtet. Nadine + Michael tauschen Ihr Geld und Silke muss zu einer anderen Bank, da die erste keine weiteren südafrikanischen Rand mehr vorrätig hat. Dann geht es weiter zur Britz Anmietstation. Wir werden von Stefan begrüßt, der uns schon einmal unsere Autos zeigt. Leider sind es keine Landcruiser geworden, wie uns Explorer bestätigt hatte, aber wir treffen einen alten Bekannten: WIR HABEN UNSER AUTO VOM LETZTEN JAHR WIEDER (mit den Nashornspuren)! Die Übergabe geht schnell  und es fängt wieder an zu regnen. Leider stehen unsere Taschen noch draußen und meine Klamotten werden schon einmal vorgewaschen.
Um ca. 14:00 können wir endlich starten und tanken die Autos voll und steuern das beschriebene Einkaufszentrum mit Spar an, so dass wir uns mit Essensvorräten und ganz viel Wasser für 2 Wochen eindecken und uns einen eigenen Potje zulegen können. Nun beginnt die lange Fahrt zur Bagatelle Lodge (B1 Asphaltstrasse bis kurz vor Mariental, dann C20). Nach den letzen Kilometern Schotterpiste sind wir am Tor. Wir werden herzlich empfangen und wir melden uns zum Abendessen-Buffet an. Silas zeigt uns unseren Stellplatz und verspricht uns um 19:50 abzuholen, da es recht weit zu laufen ist. Schnell genehmigen wir uns noch eine erfrischende Dusche, ziehen frische Klamotten an, bauen das Zelt auf und dann geht es auch schon zum köstlichen Abendessen unter freiem Himmel. Herrliches Springbockfilet, Spareribs, Reis und viele andere Köstlichkeiten.
Um 21:30 lassen wir uns zum Campingplatz zurückbringen. Wir packen noch ein bisschen und stellen zu unserem Entsetzten fest, dass es hier nur so von Käfern, Fliegen und sonstigen Krabbeltieren wimmelt. Irgendwann geben wir entnervt auf und ziehen uns ins Zelt zurück, aber auch hier sind wir nicht ganz alleine!

3.Tag  Di. 12. Februar
Fahrt von Mariental nach Urikaruus (KTP)
Die Nacht war in Ordnung nur etwas unbequem, wir müssen uns erst wieder ans Dachzelt gewöhnen. Nach einem kurzen Frühstück im Stehen, fahren wir zur Lodge und checken aus. Danach machen wir uns auf die Reise in Richtung Mata-Mata. Wir fahren die C20 weiter bis Stampriet, wo wir noch einmal Feuerholz an einer Tankstelle kaufen und dann auf die C15, eine leicht zu fahrende Schotterpiste bis wir dann auf eine Baustelle, in der fast schon fliegende LKWs Staub ohne Ende aufwirbeln. Endlich erreichen wir um 14:30 die namibische Grenze. Das neue Grenzgebäude ist zuerst nicht besetzt, dann kommt aber jemand, der uns die Stempel gibt. Auf südafrikanischer Seite sagt man uns, dass wir die Wild Card in Twee Rivieren aktualisieren und bezahlen müssen. Wir kaufen auch hier noch einmal Feuerholz und essen eine Kleinigkeit. Nadine und Michael fahren schon los. Wir tuckern irgendwann hinterher. Man sieht hier überall, dass es kräftig geregnet hat. Alles ist schön grün und es stehen zum Teil sogar Pfützen auf der Piste. Auf der Fahrt nach Urikaruus sehen wir nur einige Springböcke, Oryx, Kuhantilopen, Gnus und Giraffen. Die Unterkunft wird uns von Marius gezeigt und  besteht aus einem Schlafbungalow und etwas herabgesetzt einer Küche. Die einzelnen Hütten sind durch Holzstege miteinander verbunden, so dass man auch im Dunkeln ein wenig vor wilden Tieren geschützt ist. Wir fahren gegen 17:00 noch einmal heraus und entscheiden uns für den Süden. Leider sehen wir auf der deutlich schlechteren Wellblechpiste wenig. Wir sind erst gegen 19:15 im Camp und schmeißen den Grill an, damit wir das mitgebrachte Rindfleisch aus Windhoek verzehren können. Wir essen erst gegen 20:30, da es recht lange dauert bis die Kohlen durch sind. In der Zwischenzeit kommen uns Nadine + Michael besuchen, die 2 Hütten weiter wohnen. Mittlerweile hat sich auch unser Küchenzelt so langsam mit Käfergetier gefüllt. Aber zum Glück ist zumindest unser Schlafhäuschen mehr oder weniger Insektenfrei, so dass wir um 23:00 ohne zu duschen ins Bett gehen.

4.Tag Mi. 13. Februar
Urikaruus (KTP)
Unsere erste Nacht im Park war ganz erholsam. Wir stehen um 5:30 auf, machen uns ein wenig frisch und frühstücken. Um 6:15 fahren wir in Richtung Mata-Mata. Wir stehen 2 mal in einer riesigen Herde von Springböcken und werden von den Jungtieren  neugierig fast ohne Scheu begutachtet. Wir haben auch Glück und sehen noch Giraffen, einige Gnus und sogar ein paar Oryx, die sich mal fotografieren lassen. Auf der Rückfahrt hält unser Hüttennachbar an und erzählt uns von einem Löwenmännchen direkt am Weg. Es ist kaum zu übersehen. Beim Vorbeirollen schreckt er auf und schaut uns mit großen Augen an. Dann wird es ihm zu bunt und er sucht sich ein neues Plätzchen im Schatten bis er ein paar Augenblicke später langsam durchs Auobtal wandert und hinter den Dünen verschwindet. Wir fahren zurück nach Urikaruus, in die heißen Hütten, um etwas zu Essen, Tagebuch zu schreiben, Kühlschrank zu putzen (da mal wieder etwas ausgelaufen) ist und zu duschen.
Am Nachmittag starten wir den nächsten Game-Drive. Wir fahren wieder in Richtung Mata-Mata hoch bis Craig Lockhardt. Dann drehen wir um und fahren langsam wieder zurück und plötzlich erspähen wir Giraffen, die über den Hang zur Wasserstelle Dalkeith kommen. Es werden immer mehr und wir freuen uns über diesen tollen Anblick und Ihre  komischen und neugierigen Blicke. Langsam und ganz gemächlich kommen sie näher. Irgendwann räumen wir dann den Platz, damit sie in Ruhe trinken können. Am Vierzehnten Wasserloch sehen wir eine Gepardin mit 2 Jungen. Leider liegen sie alle im hohen grünen Gras. Als dann eine Springbockherde näher kommt, scheint die Mutter zuerst sehr interessiert. Leider müssen wir dann bald aufbrechen, damit wir um 19:30 im Camp sind. Wir erreichen das Camp um 19:25 klönen noch kurz mit Nadine + Michael und kochen wieder lecker in unserem  Potje. Während wir essen, beobachten wir, wie eine Hyäne ans Wasserloch kommt und gehen schließlich um 22:00 ins Bett.

5.Tag Do. 14. Februar
Urikaruus - Rooiputs (KTP)
Nach einer ruhigen Nacht brechen wir um 6:20 auf und sehen beim Packen des Autos wieder die Hyäne am Wasserloch. Wir entscheiden uns nochmal zum 14ten Wasserloch zu fahren, in der Hoffnung die Geparden wieder zu entdecken. Allerdings sehen wir nur süße Löffelhunde, die jedoch schnell über die Dünen verschwinden. Wir machen uns auf die anstrengende Fahrt nach Twee Rivieren, es ist sehr warm, wir fahren an einigen Tierherden vorbei, die Piste lässt sich recht schlecht fahren und je weiter wir Richtung Norden fahren, desto trockener wird die Vegetation. Um 11:00 sind wir im Twee Revieren Camp, kochen uns Nudeln, die es mit Würstchen und Tomaten gibt. Mit Nadine + Michael überprüfen wir im Office noch unsere weiteren Unterkünfte, bezahlen unsere Wildcard und erfrischen uns unter der Dusche. Nachdem wir noch kurz im Shop einkaufen waren, treffen wir 2 Schweizer mit ihrem roten Landy, Sie haben eine 14 monatige Tour von Marokko bis Südafrika gemacht, sind dann nach Hause geflogen um jetzt nochmal 4 Wochen Urlaub zu machen, bevor der Landy evtl. nach Hamburg verschifft wird. Nach einem kleinen interessanten Plausch fahren wir nach Rooiputs, dort wurden morgens Löwen gesichtet, die wir allerdings nicht mehr zu Gesicht bekommen. Wir fahren noch bis zum Wasserloch Kij-Kij und sehen viele Elandkadaver, ansonsten allerdings nichts außergewöhnliches. Wir fahren früh ins Camp damit wir unser Zelt um 18:45 noch im Hellen aufbauen können und gemütlich am Lagerfeuer eine Schnitte Brot essen können. Als unser Campnachbar, ein Touroperator mit belgischen Touris ins Camp fährt, warnt er uns, dass er unten im Tal Löwen, die über die Dünen in Richtung Wasserloch laufen, gesehen hat, und wir somit aufpassen sollen. Wir sitzen also nicht mehr ganz so entspannt am Lagerfeuer und Michael und Sven leuchten die Gegend um uns herum ab. Als Sven plötzlich 2 Paar Augen in Richtung Tal entdeckt, verschwinden wir blitzartig ins Zelt. Von dort entdecken wir allerdings nichts mehr. Waren es nun die Löwen oder nicht ? Wir werden es wohl nie erfahren?!

6.Tag Fr. 15. Februar
Rooiputs - Nossob (KTP)
Wir kriechen um 6:00 aus dem Zelt, packen alles zusammen und fahren ohne Frühstück los. Unterhalb von unserem Stellplatz ca. 100 m entfernt sehen wir Löwenspuren, die wohl zu den Augen gehören, die Sveni am Abend zuvor gesehen hat! Allerdings sehen wir keine Löwen mehr, auch nicht am Wasserloch - schade! Wir entscheiden uns bis zum Kij Kij Wasserloch hochzufahren, sehen aber auch dort nichts und drehen enttäuscht um und fahren ins Camp Twee Revieren. Dort angekommen, relaxen wir ein wenig, machen uns was Leckeres zu Essen und gehen Duschen. Dann machen wir uns auf die lange Fahrt nach Nossob. Das erste Stück lässt sich schlecht fahren, dann wird es besser, es ist ziemlich warm und wir kommen ca. um 15:00 im Camp an. Wir stellen uns auf dem Campingplatz in Schatten und machen Pause.  Bevor wir uns um 17:15 startklar für die Abendfahrt machen, gehen wir noch mal in den Shop ein paar kühle Getränke kaufen und bekommen dort von dem Touroperator (der mit den Belgiern) den Tipp, dass ca. 13 km Richtung Norden 5 Löwen an der Straße liegen. Also entscheiden wir uns auch in Richtung Norden zu fahren, die Löwen sind auch nicht zu übersehen, es sind 5 Youngster, die allerdings faul im Schatten bzw. im Gebüsch liegen, so dass man Sie schlecht fotografieren kann, außer ein Männchen welches direkt am Pistenrand liegt. Wir entscheiden uns noch bis zum Kwang Wasserloch zu fahren, dort gibt es allerdings nichts zu sehen, so dass wir wieder umdrehen. Bei den Löwen ist mittlerweile ein richtiger Massenauflauf und man kann es kaum glauben, es sind Leute aus dem Auto gestiegen um besser gucken zu können, da die Löwen im Gebüsch liegen - unglaublich! Total entsetzt und sauer fahren wir wieder ins Nossob Camp und treffen unterwegs noch auf ein Paar Batear Foxes. Im Camp angekommen, bauen wir unser Zelt auf und kochen im Potje. Da es sehr windig ist, dauert es recht lange bis das Feuer richtig in Gange kommt und wir endlich essen können. Während wir warten, kracht es plötzlich und Sven sitzt auf der Erde - sein Campingstuhl ist zusammengebrochen, d.h. der "Stoff" ist gerissen - da ist der Sveni wohl zu schwer! Silke musste bei dem Anblick zwar lachen, aber so witzig war es gar nicht, weil sich Sven beim Abstützen an einem großen Stein weh tat und sein Steißbein schmerzt - armer Sven! Bevor wir um 22:45 ins Zelt steigen, gehen wir noch zum Hide und sehen dort Schakale am Wasserloch trinken und große Käfer fressen. Diese Käfer findet allerdings auch eine Eule interessant, die am Boden herumhüpft und die Käfer aufpickt.

7.Tag Sa. 16. Februar
Nossob (KTP)
In der Nacht und auch am frühen Morgen hören wir lautes Löwengebrüll, welches direkt hinter dem Camp herzukommen scheint. Wir stehen voller Erwartung um 5:30 im Dunkeln auf, denn wir sind ja im eingezäunten Camp und müssen uns um große unliebsame Gäste keine Gedanken machen. Wir fahren Richtung Süden und entdecken dann nur 500 m vom Camp entfernt etwas entfernt auf einer Düne ein großes Löwenmännchen. Es kommen noch weitere Autos und dann hören wir wieder Löwengebrüll allerdings von etwas weiter her. Da der Löwe auf der Düne keine Anstalten macht sich zu bewegen, folgen wir einem anderen Auto und sehen dann direkt neben der Straße ein zweites schönes Löwenmännchen, welches sein Revier markiert und dann ein Stückchen auf der Piste entlang läuft. Ärgerlich ist nur, dass vor uns das andere Auto fährt, so dass wir nie eine super Position zum fotografieren haben. Um 9:00 kehren wir wieder ins Camp zurück, gehen Duschen und sollen für den Ranger in Gharagab, wo wir heute übernachten werden ein Päckchen, Streichhölzer und 5l Wasser mitnehmen. Die Fahrt Richtung Norden ist heiß und staubig, wir sehen nur Antilopen und viele Greifvögel, die Landschaft erinnert uns ein wenig an die Central Kalahari. Unterwegs halten wir kurz an den Picknicksites an und fahren dann bis Union's End, wo es auch wieder schön grün ist. Dann biegen wir auf die Piste nach Gharagab ab und stellen mit Entsetzten fest, dass die Piste nur aus 2 Fahrspuren besteht mit hohem Gras in der Mitte und wir haben kein Grasnetz dabei! Nach einem Kilometer müssen wir unseren Kühler mit den Zeltstangen von den vielen Grassamen befreien und da es so aussieht, dass die Strecke die nächsten 30 km bis zum Camp so weiter geht, beschließen wir umzukehren und wieder zurück nach Nossob zu fahren. Ziemlich genervt und durchgeschwitzt erreichen wir das Camp um 17:30 und berichten, von dem Problem mit unserem Kühler durch die Grassamen. Im Office wird der Ranger in Gharagab angefunkt, um Nadine + Michael , die wir heute Abend in Gharagab wieder treffen wollten, die Nachricht zu übermitteln, dass wir nicht kommen, so dass Sie sich keine Sorgen mehr machen müssen. Wie sich später herausstellte schon zu spät, denn die beiden sind schon losgefahren um uns zu suchen. Als Entschuldigung, dass wir nicht in Gharagab die Hütte beziehen können, wird uns hier eine Hütte angeboten, die wir auch dankend annehmen. Dann lassen wir unseren Kühler einmal provisorisch durchblasen und fahren noch mal den Marie se Draai Loop. Anschließend bekommen wir von Arthur dem Mechaniker, der uns vor 2 Jahren schon mal geholfen hat ein Netz für unseren Kühler und eine Profireinigung unseres Kühlers. Wir essen noch Potje und gehen um 22:30 schlafen.

8.Tag So. 17. Februar
Nossob - Polentswa (KTP)
Um 5:30 klingelt der Wecker. Leider war es sehr, sehr heiß in der Nacht und wir haben in der Hütte 5a in Nossob nicht genügend Lüftungsmöglichkeiten gehabt, so dass die Nacht nicht so wirklich erholsam war. Wir frühstücken Wheetabix und fahren gegen 6:15 aus dem Camp. Es geht in Richtung Marie se Draai Loop, da wir am Abend zuvor von dort wieder Löwengebrüll gehört haben. Wir sehen einen Batear Fox, der sich schnell wieder aus dem Staub macht. Ein Stückchen weiter, genau bei der Einfahrt zum Loop, steht ein Auto, wo wieder eine Frau aus dem Fenster hängt. Der Grund dafür ist uns schnell klar: eine Löwin mit 2 Jungen. Leider verschwinden diese schnell in einer Senke hinter einem Gebüsch. Das andere Auto verschwindet. Wir entschließen uns aber zu warten. Nach einiger Zeit werden wir auch dafür belohnt. Die Löwin taucht wieder auf und im Schlepptau die beiden Jungen. Sie legen sich vor den Busch. Leider stört das Gegenlicht ein wenig, aber irgendetwas ist ja immer! Die Löwin erspäht irgendein Beutetier und beginnt plötzlich sich anzuschleichen. Die beiden Kleinen trotten ein Stückchen hinterher und legen sich dann wieder hin. Auf einmal sind vor uns 2 Autos und von hinten kommen noch 2, so dass die Löwin sich irgendwie gestört fühlt und den Jagdversuch abbricht. Sie geht zurück zu den Jungen, wo sie schon sehnsüchtig erwartet wird und verschwindet nun wieder in der Senke hinter dem Busch. Anscheinend wollen die Jungen bei ihr trinken aber sie bricht es immer wieder ab. Leider spielt sich das ganze nur schemenhaft vor unseren Augen ab und wir können es nicht mehr fotografieren, da uns Gras und Büsche die Sicht versperren.
Nach über einer Stunde entscheiden wir uns den Loop entlang zu fahren. Wir sehen allerdings nur die üblichen Antilopen, die sich langsam Richtung Schatten begeben, da es schon sehr warm wird. Am Ende des Loops treffen wir die Kanadier (aus dem französischem Teil, die wir für Australier hielten). Ein Ehepaar, welches drei Monate Urlaub in Südafrika macht und mit ihrem VW Chico durchs ganze Land reist. Sie erzählen uns, dass vor ein paar Stunden hier die beiden Löwenmännchen einen Versuch gemacht haben die Kuhantilopen zu jagen. Mussten aber erfolglos abbrechen, da die Antilopen in der Überzahl angeblich zum Gegenangriff übergingen. Da jetzt allerdings davon nichts mehr zu sehen ist, fahren wir noch bis Kaspersdraai und kehren dann um. An der Stelle wo wir die Löwin heute Morgen gesehen haben, können wir noch immer nur ihre Umrisse wahrnehmen. Wir stellen uns ins Camp und überlegen, ob wir erst duschen, etwas essen oder in den Pool gehen sollen, als plötzlich Nadine + Michael ins Camp gefahren kommen - den Kühler voller Grassamen und einem gebrochenen Frontschutzbügel. Dieser hatte mittlerweile sogar einen Querstreben, der auch den Kühler hält, zum Brechen gebracht. Beim Essen, bei uns gibt es Suppe (es ist ja gar nicht so warm), bereden wir was wir jetzt tun sollen. Ein Anruf bei Britz klärt schließlich, dass der Frontbügel abgebaut werden darf und in Nossob bleiben kann. Arthur der Mechaniker, der "unser" Paket in Gharagab abgeliefert hat, nimmt sich nach seiner Rückkehr der Sache an. Er baut in seiner mit Werkzeug nicht gerade gut ausgestatteten Werksatt, den Bügel ab und schweißt eine kleine Metallplatte auf die Strebe auf.
Die beiden Frauen fahren in der Zwischenzeit eine kleine Runde den Marie se Draai entlang, aber leider entdecken wir die Löwin samt Jungen nicht mehr. Um 17:00 ist das Auto soweit repariert und wir beschließen noch eine schnelle Dusche zu nehmen, bevor es um 17:20 nach Polentswa geht. Wir müssen leider etwas schneller fahren (fast 50 kmh), da wir schon spät dran sind und wir Polentswa gerne im Hellen erreichen möchten. Gar nicht zu unserer Freude ziehen in Richtung Norden immer mehr Gewitterwolken auf. Uns wurde berichtet, dass die Zufahrt von Polentswa kürzlich wohl auch unter Wasser stand - überall Pfützen. Mittlerweile ist es aber wieder staubtrocken. Die Camp Site ist sehr schön und wir stellen uns auf Platz 1, von wo man einen schönen Blick über die Ebene hat. Da wir die einzigen Gäste sind, ist es irgendwie besonders schön. Wir entzünden ein Feuer, stellen ein paar Kerzen auf und essen unser Brot. Leider zucken von allen Seiten Blitze und uns ist ein wenig unwohl zu Mute. Wir entscheiden uns aber dafür im Zelt zu schlafen, da die dicksten Wolken an uns vorbei zu ziehen scheinen. Als wir noch so schön am Lagefeuer sitzen uns unterhalten und ab und zu mal die Büsche rundherum ableuchten, gesellt sich plötzlich ein kleiner (oder doch großer) Skorpion zu uns, der immer wieder seine Kreise um uns zieht. So langsam wird es uns zu bunt und wir verziehen uns um 21:15 ins Zelt.

9.Tag Mo. 18. Februar
Polentswa - Nossob (KTP)
Um 5:50 klingelt der Wecker. Zum Glück haben wir in der Nacht kein Gewitter abbekommen. Wir warten mit dem Aufstehen aber noch ein wenig, da es noch nicht richtig hell ist. Vom Dachzelt aus erspähen wir ein Tier auf der Ebene, welches wir aber wegen der Morgendämmerung und der Entfernung nicht erkennen können und raten was es sein könnte. Braune Hyäne, so hoffen wir, aber Silke zerstört unsere Hoffnung, da sie mit dem Fernglas ein Gnu erkennt. Wir bauen das Zelt zusammen, räumen unseren Krams ein und Frühstücken. Dann fahren wir um 7:15 zur Polentswa Wasserstelle. Aber außer ein paar Vögeln und einem Schakal der das Weite sucht, sehen wir nichts. Also geht es wieder Richtung Süden. An der Kwang Wasserstelle angekommen, sehen wir wieder viele Autos und einige Gnus aber ansonsten keine Highlights. Wir fahren durch das Nossob Camp durch und drehen noch eine Runde um den Marie se Draai Loop, in der Hoffnung auf die Löwen. Aber auch das klappt nicht.
Im Camp angekommen, kommen wir mit den beiden Frauen ins Gespräch, die mit einem alten Mitsubishi Pajero vom GTZ unterwegs sind. Anschließend erfahren wir, dass wir schon unsere Hütten beziehen können. Nr. 10C ist unsere.
Wir schreiben Tagebuch, essen eine Schnitte Brot und räumen bei der heftigen Mittagshitze ein wenig hin und her. Silke wäscht anschließend noch ein paar Klamotten, die dank der Sonne sehr, sehr schnell trocknen.
Wir beratschlagen mit Nadine + Michael, was wir mit der geplanten Tour zur Mabuasehube Area machen. Nach langem hin und her entscheiden wir noch einmal Albert aufzusuchen um den nächsten Bruch an Nadines + Michaels Wagen schweißen zu lassen. Albert macht es wieder mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln und sagt, dass es kein Problem wäre nach Botswana zu fahren. Nur vor den Dünen und den Löwen warnt er uns. Wieder unten im Camp diskutieren wir noch ein wenig, aber die Entscheidung steht: Mabuasehube wir kommen.
Wir fahren zur Tankstelle, füllen die Autos mit Diesel und lassen den Reifenluftdruck ab. Dann drehen wir noch eine Runde bis zur Kwang Pan, aber mal wieder ohne Erfolg und sind um 19:00 wieder im Nossob Camp.
Wir bereiten unseren Potje vor, machen das Grasnetz an Michaels Hilux , während Nadine feststellt, dass noch ein Radbolzen fehlt. Nach dem Essen gehen wir noch bei den beiden Mädels vom GTZ vorbei. Sie sind heute schon den Anfang der Route nach Mabuasehube gefahren. Im Laufe des Gespräches stellt sich heraus, dass die eine aus Cuxhaven und die andere Friederike aus Wiegersen, einem Nachbarort von Silkes Heimatort Sauensiek kommt. Zufälle gibt es!
Wir gehen schließlich um 22:30 in unsere Hütte und um 23:00 ins Bett.

10.Tag Di. 19. Februar
Nossob - Mabuasehube Pan (KTP)
Morgens um 5:15 klingelt unser Wecker. Wir Frühstücken, packen unsere Sachen ins Auto und ich dusche noch schnell. Um 6:05 rollen wir aus dem Camp in Richtung Mabuasehube. Das erste Stück ist noch sehr schön, man guckt in das Flusstal des Nossob und fährt durch Dünen. Auch die beiden kritischen Punkte an den Dünen meistern wir ohne große Probleme. Später wird es sehr eintönig. Viele Busch- und Graslandschaften wechseln sich mit Sanddünen ab, aber im großem und ganzen nicht sehr interessant und nicht schwierig zu fahren. Zuerst sehen wir noch ein paar Tiere wie Oryx, Buschböcke und Springböcke, aber später lässt auch das nach Vielleicht liegt das aber auch wieder an der unangenehmen Hitze. Michael entdeckt noch eine große Herde mit Elandantilopen, aber leider viel zu weit entfernt und auch sofort am wegtraben.
Wir erreichen gegen Mittag die erste Pfanne (Bosobogolo Pan) und machen einen kurzen Halt. Weiter geht die Fahrt über die Mpayathutlwa Pan (sehr schön grün und viele Springböcke) zur Mabuasehube Pan. Hier sehen wir auch die ersten anderen Autos. Genau nach 6:53 h (25min Standzeit laut GPS) Fahrzeit erreichen wir unser erstes Etappenziel, unseren Campground Nr. 4. Die Hitze ist schon fast erdrückend. Auf unserem Stellplatz werden wir von kleinen Erdhörnchen, vielen Frankolin Hühnern und leider auch von sehr vielen Fliegen erwartet. Wir machen uns trotzdem eine Suppe zum Mittag und fahren gegen 15:45 nochmal zur Lesholoage Pan weiter. Dort sehen wir am Wasserloch einen Adler der ein bisschen blöde in der Gegend herumguckt, aber ansonsten ist es ziemlich tierlos. Die Landschaft ist aber wunderschön. Um kurz nach 18:00 sind wir zurück im Camp Nr 4. Wir bauen unser Zelt auf, essen Abendbrot, machen ein Feuerchen und klönen noch ein wenig. Leider lässt sich wieder kein toller Sonnenuntergang fotografieren, da es keinen gibt. Dafür ziehen erneut Gewitterwolken auf. Mal sehen wie diese Nacht wird!?!

11.Tag Mi. 20. Februar
Mabuasehube Pan - Lesholoago Pan (KTP)
Die Nacht war ganz erholsam und ruhig und wir stehen gegen 6:00 auf, da man dann erst draußen etwas sehen kann. Nach unserem allmorgendlichen Prozedere (Zelt abbauen, etwas frühstücken, Zähne putzen und auf Klo gehen) kommen wir gegen 6:30 los. Wir entscheiden uns nach Süden zu fahren, Richtung Mpayathutlwa Pan. Leider entdecken wir kaum Tiere, dafür sehen wir aber sehr schöne Landschaften. Bei unserem Weg um die Mpayathutlwa Pan kommen wir bei dem Camp Site vorbei, welcher sehr schön gelegen ist: roter Sand, gelbe Blumen und ein wunderschöner Blick auf die Pfanne. Leider ist es noch ein wenig bedeckt und wir bekommen sogar noch einige Regentropfen ab. Unterwegs treffen wir Nadine + Michael, die berichten, dass Sie heute Morgen an der Lesholoage Pan eine Löwin und eine braune Hyäne zusammen am Wasserloch gesehen haben, wohingegen wir nur von den schönen Landschaften berichten können ;-). Wir fahren noch zur Khiding Pan und sind um 11:45 zurück an unserem Platz. Zwischendurch sehen wir immer wieder in weiter Ferne Oryx, Springböcke, Steinböckchen und Strauße. Man merkt aber deutlich, dass hier sehr wenige Besucher kommen, da die Tiere sehr scheu sind. Trotz der Fliegeninvasion und der mittlerweile durch die Hilfe der Sonne wiederkehrenden Hitze, beginnt Silke mit der Essenszubereitung auf unserem Campingplatz. Es gibt Bratkartoffeln mit Baked Beans und Würstchen. Ich schreibe ein wenig Tagebuch und mache den Kühler sauber. Gegen 15:30 hüpfen wir unter die Dusche - was für eine Erfrischung! Die Stellplätze sind echt komfortabel. Einige haben eine Dusche und Waschbecken mit fließendem Wasser und zusätzlich ein Plumpsklo. Angeblich wurde das von EU Steuergeldern bezahlt. Endlich mal eine richtige Förderung!
Um 16:30 fahren wir nochmals die gleiche Route wie am Morgen. Diesmal sehen wir in der Mpayathutlwa Pan 4 Erdmännchen, die aufgeregt in der Ferne über die Ebene hopsen und schließlich in der Pfanne verschwinden. Uns kommen die beiden Südafrikaner mit dem Landy entgegen. Der eine interessiert sich sehr für mein Fensterstativ. Wir treffen auf Nadine + Michael, die an der Lesholoage Pan wieder die Löwin gesehen haben. Als wir dort ankommen, können wir nur noch ein Foto in der Dunkelheit machen (die Sonne ist bereits wieder hinter Gewitterwolken verschwunden). Wir entscheiden uns alle, diese Nacht hier an der Lesholoage Pan zu verbringen und fahren zum Campplatz Nr. 2, der noch unbesetzt ist. Wir bauen unsere Zelte auf, entfachen ein Feuer und essen eine Schnitte Brot. Am Lagerfeuer entscheiden wir uns, dass wir uns bereits Morgen wieder auf den Weg nach Nossob machen werden, da die von uns erhofften Tiersichtungen hier leider ausgeblieben sind.
Um 21:00 gehen wir ins Bett mit Ausblick auf eine weitere gewittrige Nacht.

12.Tag Do. 21. Februar
Lesholoago Pan - Nossob (KTP)
Die Nacht war ziemlich ungemütlich. Es hat wieder mal gewittert und dabei ziemlich gestürmt. Um 5:30 klingelt unser Wecker und wir stehen noch im Dunkeln auf. Nach einem ultrakurzen Frühstück und Zeltabbau fahren wir gegen kurz nach 6:00 auf die gegenüberliegende Seite zum Wasserloch. Aber es ist absolut nichts zu sehen. Wir fahren zur Mabuasehube Pan und machen uns nach weiterer Nahrungsaufnahme auf den Weg über die Khiding Pan, wo uns noch ein Honigdachs über den Weg läuft, zur Malatso Pan zum 4x4 Trail. Der Weg ist wirklich viel interessanter als der Hinweg, soll aber viel weniger befahren werden. Das Gras wurde gerade in der Mitte abgemäht, allerdings werden dem Auto ein paar neue Gebrauchsspuren durch die Büsche am Rand zugefügt. Wir fahren immer wieder durch Pfannen, in denen sich manchmal Oryx, Strauße und Kuhantilopen sammeln. Um ca. 10:00 erreichen wir schon Mosomane, wo wir eigentlich übernachten sollten. Wir entscheiden uns aber nach einer kleinen Verschnaufpause, weiterzufahren und die beiden Nächte in Nossob vorzuziehen. Dadurch verschiebt sich natürlich unser ganzer weiterer Plan.
Ein paar Dünen sind noch zu meistern, die uns aber nur geringfügig Probleme machen. Manchmal klappt es mit der Methode von Michael mit viel Schwung die Düne hoch und manchmal mit meiner Methode mit der Untersetzung. Gegen 14:30 erreichen wir das Nossob Tal und fahren wieder ins Nossob Camp. Wir bekommen allerdings nicht beide Nächte im Chalet und müssen die erste Nacht campen. Wir stehen schon auf dem Platz als es plötzlich aus allen Wolken anfängt zu regnen. Ruck zuck sind wir klitschnass. Nach 15 Minuten hört es ein wenig auf und wir gehen zum duschen. Dann fahren wir gegen 17:00 noch einmal heraus. Wir schlagen die nördliche Route ein und sehen plötzlich richtige Wasserlachen im Nossobtal. Leider betrifft das auch die Straße, die teilweise ganz unter Wasser ist. Wir werden von Südafrikanern darauf aufmerksam gemacht, dass sich vor uns noch ein VW Polo befindet, der die Pfützen evtl. nicht schaffen könnte und wir ihn vor den Wassermassen warnen sollten. Wir sehen den Wagen auch kurz vor dem Kwang Wasserloch. Sie machen uns auf Löwen aufmerksam, die man aber leider kaum sieht. Als wir sie auf das Wasser aufmerksam machen, sagen sie nur, dass sie ja keine Wahl haben, da sie zum Camp zurück müssten. Wir erklären ihnen, dass wir nur noch zum Wasserloch fahren und anschließend hinter ihnen herkommen werden, für den Fall der Fälle, das etwas passiert. Da am Wasserloch mal wieder nichts los ist, kehren wir um, allerdings ist der kleine Polo schon weg. Dafür kommt ein sehr nettes Ehepaar aus England bei den Löwen an, als wir dort stehen. Wir unterhalten uns sehr lange und beschließen schließlich zurück ins Camp zu fahren. Aber von dem Polo fehlt jede Spur. Sind die Pfützen doch so tief? Um 19:15 erreichen wir das Nossob Camp und bauen unser Zelt auf und entzünden ein Feuer, denn es gibt mal wieder Potje mit Nudeln. Um 21:30 gehen wir noch einmal zum Hide, da wir Löwengebrüll hören. Aber am Wasserloch sind die üblichen Schakale und die Eule, die wieder Käfer aufsammelt. Später kommen noch zwei Löffelhunde dazu. Um 23:00 gehen wir ins Zelt, hoffentlich ohne Regen in der Nacht?!?

13.Tag Fr. 22. Februar
Nossob (KTP)
Um 5:30 klingelt der Wecker. Es sieht so aus, als ob wir die einzigen auf dem Campingplatz sind, die heute Morgen los wollen. Es folgt wieder das übliche: Zelt, Frühstück und Morgentoilette. Um 6:15 verlassen wir das Camp Richtung Norden/Kwang. Die Pfützen von gestern Abend sind schon ziemlich klein geworden. Am Kwang Wasserloch ist nichts los, trotzdem bleiben wir einen Augenblick stehen. Kurz vor dem Bedinkt Wasserloch sehen wir dann 2 Löwenmännchen, die mal frei sichtbar ohne hohes Gras kuschelnd daliegen. Sie wechseln ein paar Mal die Position, bevor die Sonne herauskommt und sie anschließend in den Schatten eines Baumes wandern. Wir fahren weiter bis zum Polentswa Wasserloch. Kurz vorher sehen wir noch eine riesige Ansammlung von Geiern. Es sind bestimmt 50 Vögel (beide hier vertretene Arten), die ein Gnu direkt hinter der Böschung zerlegen. Um 11:00 sind wir wieder im Camp und machen unser Mittagspause (Brot mit Corned Beef bzw. Käse). Wir besprechen noch, wo wir die letzten Nächte im Park verbringen werden und ich schreibe noch ein wenig Tagebuch und dann fahren wir gegen 17:00 noch mal Richtung Süden den Marie se Draai Loop. So langsam ziehen wieder die allabendlichen Gewitterwolken auf und das Licht wird langsam schlechter. Keine 2 km nach Einfahrt in den Loop sehe ich die beiden großen Löwenmännchen links im Flusstal liegen. Sie liegen ein wenig versteckt im hohen Gras und sind mal wieder schlecht zu fotografieren. Plötzlich taucht aus dem Gebüsch im Hintergrund eine Löwin auf. Sie legt sich aber auch gleich wieder ins Gras. Dann taucht eine weitere Löwin auf der anderen Seite des Gebüsches auf. Wir hören dazu noch ein Gewimmer, so dass uns schnell klar wird, dass irgendwo noch Junge sind. Und dann tauchen drei ganz kleine Löwenkinder auf, die leider fast die ganze Zeit durch das hohe Gras nur zu erahnen sind. Nach einem Positionswechsel der Mutter wird es ein wenig besser. Wir sehen wie die Kleinen trinken und ihre Mutter traktieren. Leider fängt es mittlerweile richtig an zu gießen und wir müssen die Fenster schließen. Ein zweites Auto kommt an, wir erzählen von den 3 kleinen Löwenkindern und der einzelne Mann guckt begeistert. Wir drehen schließlich am Wasserloch um und kommen wieder bei den Löwen vorbei. Doch die Mutter ist verschwunden. Im Camp angekommen, fragen wir im Office nach ob eventuell morgen etwas in Kielie Krankie frei wäre. Es ist, jetzt müssen wir nur noch entscheiden, was wir machen. Die Campmanagerin hat Ihre Freundin aus Upington dabei und wir kommen schnell ins Gespräch. So erfahren wir zum Beispiel, dass die Deutschen Gäste, die sie in Ihrem Guesthouse hat, meistens muffelige und geheimnisvoll tuende Autotester sind. Außerdem tauschen wir Geheimnisse über Nutella aus, das sie nicht kennt. Anschließend leihen wir uns noch von Nadine + Michael unsere Gasflasche zurück und beginnen mit dem Essen machen (Nudeln mit Tomaten und Thunfisch)  und packen das Auto aus, was wegen des Dauerregens schlecht möglich ist. Ich putze noch meine Kameras, die leider alle nass geworden sind und schreibe Tagebuch. Um 23:00 gehen wir ins Bett.

14.Tag Sa. 23. Februar
Nossob - Kielie Krankie (KTP)
Der Tag begann mit starken Regenfällen, so dass wir erst um 6:45 am Gate sind. Wir entscheiden uns noch mal den Marie Se Draai Loop zu fahren, in der Hoffnung die Löwen von gestern Abend wieder anzutreffen. Und wir haben Glück, ca. 2 km von der Stelle wo wir gestern die Löwen entdeckt haben, sehen wir die beiden Löwenmännchen, 2 Weibchen und die beiden größeren Löwenjungen, die wir vor ein paar Tagen schon einmal gesichtet haben. Die beiden Jungen tollen verspielt durch die Gegend und hätte es nicht wieder angefangen stark zu regnen hätte man super Fotomöglichkeiten gehabt. Wir fahren kurz zurück ins Camp, um im Office die Änderungen Kielie Krankie für uns alle zu bestätigen. Danach fahren wir noch einmal den Loop, die Löwen sind mittlerweile gewandert, wir sehen jetzt nur noch die beiden Weibchen mit den 2 Jungen und 1 ganz kleines, wahrscheinlich eins von den drei Kleinen, die wir gestern Abend gesehen haben. Es sieht so aus, als ob die anderen beiden Kleinen die letzte Nacht nicht überlebt haben, schnieff! Um 10:30 fahren wir relativ zügig in Richtung Twee Revieren weiter, machen zwischendurch ein paar Pausen und können keine spektakulären Tiersichtungen verzeichnen, da es mittlerweile auch schon viel zu heiß ist. Es ist 14:15 als wir Twee Revieren erreichen: wir telefonieren, tanken, kaufen ein und fahren dann um 15:30 durchs Auob Valley nach Kielie Krankie. Dort werden wir von Willem begrüßt, und er ist nicht alleine, er zeigt uns gleich eine gelbe Kapkobra, die sich in der Nähe von Hütte 3 sehr heimisch fühlt (wir übernachten in Hütte 4, genau nebenan!) Während wir unsere Hütte einräumen und penibel darauf achten, immer sofort die Türen zu schließen, versucht Willem die Kapcobra außer Reichweite zu bringen, oder hat er Sie sogar erschlagen?! Um 17:00 fahren wir wieder los und sehen unten an der Kreuzung Nadine + Michael, die einen Leoparden beobachten, der gerade aus dem Tal kommt und die Düne hinaufklettert, und sich - oben angekommen - außer Sichtweite verkrümelt. Wir erfahren, dass in ca. 1km Entfernung ein weiterer Leopard auf den Dünen herumschleicht, und begeben uns auf die Suche. Und tatsächlich entdecken wir ihn oben auf dem Dünenkamm liegend. Wir können ihn ca. 1h beobachten, wie er liegt, gähnt, sich reckt und streckt, letztendlich aufsteht die Dünen hinunterläuft, Bäume markiert und etwas im Flusstal läuft, bis er ganz hinter dem Dünenkamm verschwindet. Das war ein tolles Erlebnis, wenn auch der Leopard weit entfernt und das Licht schon fast zu Dunkel zum Fotografieren war. Wir sind um 19:15 im Camp, essen draußen Potje zusammen mit 1000senden von Insekten und gehen um 22:30 schlafen.

15.Tag So. 24. Februar
Kielie Krankie - Rooiputs (KTP)
Um 5:30 klingelt unser Wecker. Nach einem kurzen Frühstück und unserer Morgentoilette fahren wir um 6:30 aus dem Camp. Wir fahren in Richtung Auchterlonie in der Hoffnung einen der 2 Leoparden bei seiner morgendlichen Jagd anzutreffen, werden allerdings enttäuscht. Außer einer Hyäne am Wasserloch gibt es für uns nichts zu sehen. Wir entscheiden uns weiter in Richtung Norden nach Kamqua zu fahren, auf dem Weg dorthin treffen wir auf riesige Springbock und Gnuherden, leider nur ohne deren Jäger. Bei Kamqua machen wie eine ausgedehnte Frühstückspause. Als wir wieder in Richtung Süden fahren, sehen wir zwischen Batulama und dem Gemsbokplein-Wasserloch Erdmännchen, allerdings recht weit entfernt auf der Felskante - schade - die Tier sind wirklich putzig. Wir entscheiden uns die Dune Road zu fahren, allerdings ohne nennenswerte Sichtungen, aber mittlerweile ist es auch schon wieder zu heiß für die Tiere. Auf der Strecke nach Twee Rivieren kommen uns Nadine + Michael entgegen, die diesen Morgen Glück hatten und den gestrigen Leoparden zwischen Munro und Kampferboom auf einem Baum liegend gesehen haben. Wir setzen unseren Weg bis Twee Rivieren fort, gehen einkaufen, essen eine leckere Tütensuppe im Schatten eines Baumes und gönnen uns eine erfrischende Dusche. Nachmittags versuchen wir unser Glück im Auob Valley, allerdings ohne Erfolg. Auf dem Baum, wo der Leopard heute Morgen gelegen haben muss (wir haben die Leopardenspuren im Sand gesehen) ist jetzt gähnende Leere. Wir fahren sehr langsam weiter, aber entdecken ihn nicht mehr. Wir nehmen wieder die Dune Road und machen unterwegs ein paar schöne Landschaftsaufnahmen in der Abendsonne. In Rooiputs angekommen, bauen wir unser Dachzelt auf und sitzen gemütlich mit Nadine + Michael am Lagerfeuer. Für uns als Resümee, war dieser Tag nicht sehr erfolgreich, aber wir geben die Hoffnung für die letzten Tage nicht auf, wir sind schließlich in der Wildnis und nicht im Zoo. Um 21:30 steigen wir müde ins Zelt.

16.Tag Mo. 25. Februar
Rooiputs - Mata-Mata (KTP)
Gegen 5:30 klingelt unser Wecker, und nach unserem allmorgendlichen Ritual kommen wir gegen 6:15 los. Auf dem Weg zum Kij-Kij Wasserloch sehen wir nur eine Eule an einer Pfütze und eine große Herde Springböcke. Ansonsten sehe ich auf dem Weg zur Arbeit an der Autobahn fast mehr Tiere. Da an dem Wasserloch auch noch kein Leben herrscht, entscheiden wir uns die Dune Road zu fahren, aber auch diese müssen wir leider ohne Tiersichtungen passieren. In Auchterlonie machen wir eine kurze Pause und fahren dann in Richtung Süden bis zum Munro Wasserloch weiter in der Hoffnung evtl. heute den Leoparden auch einmal zu Gesicht zu bekommen, aber auch das bleibt uns vergönnt. Da es noch recht früh ist, entscheiden wir uns noch einmal ein Stückchen Richtung Norden zu fahren und entdecken in der Nähe von Gemsbokplein eine große Familie Erdmännchen und diesmal mehr oder weniger direkt neben der Piste, was für ein Glück! Es ist zwar wirklich schwierig von den flinken Tieren Fotos zu machen, aber so schnell geben wir nicht auf und fotografieren, bis nach ca. 10 min. die ganze Familie mit hochgestelltem Schwanz in Richtung Dünen davon läuft. Anschließend erfahren wir von französischen Touristen, dass sich ca. 3 km hinter den Wasserloch Batulama 3 Geparden befinden, und tatsächlich sind sie noch da, als wir ankommen. Die 3 bewegen sich auf eine Herde Oryx zu, die wiederum schon Warnrufe ausstoßen aber stehen bleiben. Ich weiß zwar nicht, ob die 3 Geparden, wirklich ein Oryx erlegen könnten - Letztendlich wie soll es auch anders sein bei Katzen, legen sich die 3 in den Schatten einiger Bäume während die Oryx auf dem Dünenkamm mit "Sicherheitsabstand" an Ihnen vorbeiziehen. Wir treffen noch auf das englische Ehepaar und tauschen die letzten Erlebnisse aus und entscheiden uns dann in Richtung Twee Rivieren zu fahren, denn irgendwas muss mit unserer zweiten Batterie für den Kühlschrank passieren, denn diese kocht über und es stinkt wirklich erbärmlich, so dass uns in diesem Zustand wahrscheinlich alle Tiere davonlaufen würden. Im Camp angekommen, fahren wir zur Werkstatt und lassen die Batterie ausbauen, denn eine andere Möglichkeit - geschweige denn eine neue Batterie haben die Mechaniker hier auch nicht. D.h. wir sind mal wieder ohne Kühlschrank und das bei durchschnittlich 30°C. Wir treffen Nadine + Michael, die sich entschieden haben, die letzten beiden Nächte in Mata-Mata zu verbringen, wir können uns noch nicht ganz entscheiden, ob wir diese Nacht nicht doch noch in Twee Rivieren bleiben sollen, in der Hoffnung den Leoparden noch zu entdecken. Wir gehen also erst einmal Duschen, Essen, Einkaufen und Telefonieren und machen uns dann um 15:30 auch auf den Weg nach Mata-Mata. Unterwegs treffen wir die 3 Geparden wieder, die mittlerweile ca. 2 km gewandert sind. Uns fällt auf, dass das Gras hier oben im Norden nicht mehr so saftig grün wie am Anfang unserer Reise ist, sondern langsam gelb/braun wird. Um 19:00 erreichen wir Mata-Mata. Wir stellen uns neben Nadine + Michael auf den Campsite und bauen das Zelt auf, schmeißen den Grill an, essen lecker Cheesegrillers und genießen ein kühles Bier aus Nadines + Michaels Kühlschrank. Um 22:30 geht's dann ab ins Bett um Morgen früh wieder fit zu sein!

17.Tag Di. 26. Februar
Mata-Mata (KTP)
Um 5:30 klingelt der Wecker, und wir müssen feststellen, dass im Camp kein Leitungswasser aus den Leitungen kommt. Um 6:25 verlassen wir das Camp und bei Dalkeith sehen wir eine Gepardin mit einem Jungen, die einen Springbock im Visier hat. Das Anschleichen wird allerdings durch die mittlerweile angekommenen vielen Autos gestört, so dass der Springbock aufmerksam wird und die Geparden sich über die Dünen verkrümeln. Bei der Weiterfahrt treffen wir beim 14ten Wasserloch auf Nadine + Michael, die auch einen Geparden entdeckt haben, der sich auch für einen Springbock interessiert, aber auch durch die vielen Autos gestört wird. Wir fahren weiter nach Süden und Silke macht Gnu und Oryx Aufnahmen, allerdings ist das Licht mittlerweile schon wieder zu grell. 3 km hinter Batulama treffen wir wieder auf die gestrigen 3 Geparden, die unter einem Busch an der Straße liegen. Dann gehen sie am Hang in Richtung Wasserloch zurück. Letztendlich legen sich die Geparden mitten auf die Piste in den Schatten eines Baumes, so dass man mit dem Auto kaum noch vorbeikommen würde. Auf der anderen Seite stehen mittlerweile auch schon Autos und ein Britz-Landy fährt Off-road um die Geparden nicht zu stören. Irgendwann machen sich die Geparden noch einmal auf den Weg zum Wasserloch um zu trinken und stoßen dort auf eine Herde Gnus. Allerdings kommt es wieder zu keinerlei Angriffsversuchen - schade..., die Geparden legen sich wieder nur faul in den Schatten einiger Büsche. Um 13:45 sind wir wieder in Mata-Mata und beziehen unseren Parkroom, ein mit Teppichboden ausgestatteter Container im Wohnwagen-Look. Das Wasser läuft noch immer nicht, wir kochen uns Nudeln mit Tomaten-Thunfisch-Zwiebel-Soße und schwitzen. Um 17:00 fahren wir nochmal aus dem Camp und treffen am Dalkeith Wasserloch, wo schon einige Autos stehen auf die Gepardin (mit Halsband) und ihrem Jungen. Wir können ein paar schöne Szenen im Abendlicht beobachten und fotografieren. Als die Geparden weiterlaufen, fahren auch die meisten Autos weiter und wir sind fast alleine.  Plötzlich lehnen sich ein paar Südafrikaner aus dem Auto, setzen sich sogar auf die Tür um besser sehen zu können, denn mittlerweile schleicht sich die Gepardin erneut an einen Springbock heran, bricht dann allerdings ab, wahrscheinlich weil Sie gestört wurde! Enttäuscht von rücksichtslosen Touristen, fahren wir zurück ins Camp und berichten den Vorfall im Office. Dann machen wir uns was zu Essen und gehen zu Nadine + Michael und lassen den letzten Abend im Park ruhig mit einem Bier ausklingen. Bevor wir um 23:00 ins Bett gehen, testen wir noch unsere enge Dusche im Parkroom, was für ein Erlebnis!

18.Tag Mi. 27. Februar
Mata Mata (KTP) - Sossusvlei Sesriem
Die Nacht im Parkroom war bescheiden, sehr warm mit vielen vielen Mücken, so dass wir die Fenster nachts noch geschlossen haben. Nichtsdestotrotz stehen wir um 5:15 auf, frühstücken Wheetabix, verstauen schnell die ganzen Klamotten im Auto, so dass wir um 6:15 aus dem Camp fahren. Kurz nach der Einfahrt zum Kalahari Tented Camp sieht Sven plötzlich ein hellmähniges großes Löwenmännchen ca. 5 m vom Auto entfernt auf die Straße zulaufen, bis wir den Anblick so richtig registriert haben, ist er auch schon an uns vorbei und wir sehen in ca. 100 m Entfernung ein weiteres großes dunkelmähniges Löwenmännchen in die selbe Richtung laufen,  alles geht so schnell und ich schaffe nur ein paar unscharfe Fotos zu machen. Dann entdecken wir ein drittes Löwenmännchen, das bereits Schaum vor dem Maul hat, denn die beiden Dunkelmähnigen jagen nun offensichtlich den Hellmähnigen. Wir wenden und können Ihnen noch einen Augenblick folgen, bis Sie über den Dünenkamm verschwinden. Wir fahren weiter die Strasse entlang und endlich können wir sie auch wieder sehen, wie Sie in Richtung Mata Mata Camp laufen und dann die Dünen hinauf aus unserem Blickfeld verschwinden. Inzwischen ist es schon 7:30 und wir checken schon einmal aus dem KTP aus, Sven ist gerade dabei seine Kameras zu verstauen, als die beiden Dunkelmähnigen Löwen die Düne hinunterkommen und zwar direkt in Richtung Wasserloch Mata Mata. Während Sven also seine Kamera wieder startklar macht, kommen die Löwen beim Wasserloch an und es werden viele viele Fotos geschossen und die Camper und auch die Angestellten stehen am Zaun um diese Szene zu beobachten. Als die Löwen sich erschöpft in den Schatten legen, trennen wir uns schweren Herzens von Ihnen und fahren ca. 8:30 aus dem Park und reisen wieder in Namibia ein. Das war allerdings ein sehr schöner Abschluss für den KTP! Wir fahren im Konvoi die selbe Schotterpiste (C15) bis Stampriet. Die Piste lässt sich gut befahren, doch plötzlich leuchtet bei uns im Auto die T-Belt-Leuchte auf und wir halten an. In Marienthal kaufen wir noch ein paar Lebensmittel ein und rufen, nachdem wir endlich eine Telefonkarte für Namibia erhalten haben, bei Britz an. Stefan beruhigt uns, dass diese nur eine Erinnerungsleuchte ist, dass der Zahnriemen demnächst gewechselt werden muss, wir uns aber gar keine Gedanken machen müssen und so weiterfahren können, na hoffentlich! Wir fahren weiter und nach Marienthal fängt die nächste Schotterpiste (C19) an, man sieht deutlich, dass es in den letzten Tagen auch hier mal stark geregnet haben muss, denn des öfteren müssen wir große Pfützen umfahren. Wir fahren durch das Tsarisgebirge den Tsarishoogtepass hinauf und uns umgeben schön grün bewachsene Berge. Um 17:30 kommen wir endlich beim Sesriem Campingplatz, Campsite 25B. Wir entscheiden uns heute nicht mehr zu den Dünen zu fahren. Stattdessen parken wir die Autos so, dass Sie einen Windschutz für den starken Wind darstellen und nachdem wir alle geduscht haben, fangen wir an zu grillen, allerdings wieder mit namibischen zähem Rindfleisch. Zum Glück haben wir noch Baked Beans, Toast und Tomaten, so dass wir doch noch satt werden. Nach dem Essen parken wir die Autos noch einmal um und bauen unser Dachzelt auf und gehen um 22 Uhr ins Zelt.

19.Tag Do. 28. Februar
Sossusvlei Sesriem
Die Nacht war angenehm, der Wind hat nachgelassen und wir haben beide gut geschlafen. Wir stehen bereits um 4:30 auf, so dass wir um 5:30 beim Gate sind, allerdings sind wir noch nicht einmal die ersten. Erst um 5:45 wird das Gate geöffnet und wir fahren die 60 km Asphalt-Straße bis zum 2x4 Parkplatz, werden sogar von einem Overlander und mehreren Autos überholt und sind um 7:00 beim 4x4 Parkplatz und gehen die 1,1 km zum Deadvlei zu Fuß. Als wir ankommen liegt das Deadvlei noch komplett im Schatten und es ist recht kühl. Wir sind die einzigen Touris und erleben wie die Sonne langsam über die roten Dünen gekrochen kommt und das Deadvlei im Sonnenlicht erstrahlt. Wir sind begeistert von den Kontrosten der toten Bäume, der roten Dünen und des strahlend blauen Himmels und machen viele viele Fotos. Um 9:00 kehren wir zum Parkplatz um. Mittlerweile ist die einmalige Stille auch schon vorbei, denn es strömen nun viele Touristen ins Deadvlei. Wir machen am Parkplatz eine kurze Frühstückspause und fahren noch 1 km weiter bis zum Sossusvlei Parkplatz, entschließen uns aber nicht die Düne hinauf zu klettern, da es auch hier mittlerweile nur so von Touristen wimmelt. Wir treten den Rückweg an und halten noch bei der Düne 45 an und sind um 12:00 wieder auf unserem Campsite und stärken uns mit Nudeln mit Soße. Nachmittags, als es schon wieder stark windig wird, fahren wir um 16:45 noch einmal los. Nadine + Michael fahren bis Düne 45 und wir bis zum Sossusvlei, überraschender Weise sind wir hier ganz alleine. Nicht ganz, denn wir sehen einen einzelnen Oryx im Schatten einer Akazie stehen. Wir entschließen uns die Düne hinaufzuklettern und sind froh 2 Flaschen Wasser dabei zu haben, es ist noch ziemlich heiß und sehr sehr windig. Während des sehr anstrengenden Aufstiegs sehen wir das mittlerweile ein zweites Auto auf dem Parkplatz zu sehen ist und 2 Leute auf der anderen Seite die Düne hinaufklettern. Es ist die Frau die mich nachmittags bereits auf dem Campsite angesprochen hat, wir unterhalten uns kurz, Sven macht ein paar Fotos von den beiden und wir gehen durch ein trockenes Vlei zum Auto zurück. Es werden noch einige Fotos geschossen, bis wir um 19:30 richtig losfahren, es wird schon etwas schummrig und plötzlich merkt Sven, dass er die falsche Sandspur genommen hat und nicht mehr vor noch zurück kann. So ein Mist! Wir haben uns festgefahren! Wir steigen aus und zum Glück sehen wir die beiden von der Düne mit dem Auto auf uns zukommen. Sie halten sofort am Rand an und er gibt uns den Tipp, wenn man sich mal festgefahren hat, niemals wieder zurückfahren, da man sich dann nur noch weiter eingräbt. Mi 2 Schaufeln und unseren Armen schaufeln wir alles vor den Rädern frei und unser "Retter" versucht den Wagen hinauszufahren, scheitert allerdings auch. Er stellt sich vor, Gerald und Margi (Brasilianer und sie in Kenia geboren) und beruhigt uns, dass wir gleich frei sind, allerdings dauert es 7 x Freischaufeln und jeweils mit 3 Mann anschieben und 2x Luftablassen, bis wir endlich über die kleine Erhebung hinwegkommen! Mensch sind wir froh, dass wir es geschafft haben. Ich habe uns schon hier unser Zelt aufschlagen gesehen! Wir bedanken uns glücklich bei den Beiden und fahren bis zum 2x4 Parkplatz, die beiden immer hinter uns. Auf der Asphaltstraße fährt er dann vor allerdings mit ca 120 kmh, für uns im Dunkeln zu schnell, so dass wir eine viertel Stunde zu spät um 21:15 am Gate ankommen, das interessiert hier allerdings niemanden. Wir werden nur gefragt, ob wir noch mehrere Autos im Park gesehen haben. Nadine + Michael sitzen bereits am Lagerfeuer, und wir berichten kurz von unserem "Festfahren" und gehen Duschen, damit wir uns vom ganzen Sand befreien können. Dann bauen wir das Zelt auf, bringen Margi + Gerald ein kühles Bier als kleinen Dank vorbei, tauschen e-mail Adressen aus und setzen uns noch eine Weile ans Lagerfeuer bis wir um 22:30 ins Zelt gehen.

20.Tag Fr. 29. Februar
Sossusvlei Sesriem - Windhoek - Frankfurt
Nach einer nicht ganz so erholsamen Nacht stehen wir um 7:00 auf, frühstücken zum letzten Mal Wheetabix und packen unsere Taschen. Wir verlassen das Camp um 9:45 und fahren die Piste C19 durchs Naukluftgebirge, machen einen kleinen Umweg zur nächsten Tankstelle, biegen auf die C24 ab und fahren über den Remhoogte Pass. Die Piste wird immer enger, wir befinden uns mitten im Gebirge, es ist idyllisch grün, wir müssen unzählige trockene steinige Flussbetten durchfahren, und kommen nur langsam voran. Nach einer kurzen Pinkelpause fahren wir beinahe falsch, weil wir uns auf die Reise Know-How Karte verlassen haben. Zum Glück hat Nadine parallel die Britz-Reisekarte gelesen. Nun wird die Piste auch wieder breiter und wir fahren um 14:00 kurz vor Rehoboth auf die asphaltierte B1 und erreichen Windhoek und Britz um 15:00. Die Wagenabgabe verläuft problemlos, wir äußern noch einmal unseren Unmut über die defekte Batterie und in Folge dessen, den "toten" Kühlschrank, und werden um 16:30 vom Fahrer über einen typischen afrikanischen Touristensouveniermarkt zum Flughafen gefahren. Als wir beim Check-Inn anstehen, fängt es afrikanisch stark an zu regnen, so dass man in dem Wellblechbedachten Flughafen, sein eigenes Wort nicht mehr versteht. Sven bekommt einen Notausgangplatz und erleichtert geben wir das Gepäck auf (ohne Übergewicht trotz Potje!) und gehen durch die Handgepäckkontrolle. In der kleinen Abflughalle befinden sich nicht die erhofften schönen Souvenirläden. Wir essen noch einen Burger bevor wir etwas verspätet um ca. 21:00 in die gleiche alte World Airways Maschine einsteigen. Im Flieger stellen wir fest, dass es Svens Notausgangplatz gar nicht gibt. Wir müssen uns von total unfreundlichen, alten Stewardessen sagen lassen, wir sollen erst einmal ruhig sein und abwarten, na toll! Letztendlich bekommt Sven einen Sitzplatz am Durchgang und kann somit zumindest richtig sitzen. Nach dem Essen versuchen wir im Flieger etwas zu schlafen.

21.Tag Sa. 01. März
Frankfurt - Hamburg
Da wir verspätet in Frankfurt landen, verpassen wir die frühere Bahn nach Hamburg nur um wenige Minuten. Somit haben wir das "Glück" weitere 4 Stunden im ungemütlichen Flughafen/Bahnhofgebäude auf die dann auch noch verspätete Bahn zu warten. Am Hamburger Hauptbahnhof holen uns unsere Väter ab und um 15:00 kommen wir endlich zu Hause an und Brunchen mit unseren Eltern während wir von unseren Erlebnissen berichten!


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