Finnland 2016 - Kleinert-foto

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Finnland 2016

Reiseberichte
Reisebericht Finnland 2016

16.07.2016 Fahrt nach Travemünde

Heute geht es mal wieder los. Zum ersten Mal seit 2010 wollen wir, diesmal mit den Kindern nach Finnland. Da die Kinder bei meinen Eltern schlafen, können wir ganz in Ruhe das Auto und den Anhänger voll packen, ohne dass jemand schon nach 20min ins Auto möchte, weil er Angst hat nicht mit zu kommen. Um 9:00 beginnen wir und sind gegen Mittag fertig. Es sind nur noch ein paar logistische Restarbeiten zu erledigen, allerdings wird sich im Laufe des Urlaubes mal wieder herausstellen, dass wir viel zu viel mit haben und immer alles von links nach rechts räumen müssen, wenn wir irgendetwas suchen! Wir essen noch in Ruhe unser Abendbrot und die Kinder schauen noch eine Folge Sesamstraße (für 3 Wochen das letzte Mal Fernsehen), bevor wir um 19:00 los fahren. Die Kinder haben schon ihren Schlafanzug an und Zähne geputzt, da die Fähre ja erst um 2:30 ablegt und wir so die Hoffnung haben, dass sie schnell in die Koje hüpfen können.
Leider ist mal wieder Stau auf der Autobahn und somit fahren wir bis zur Auffahrt nach Harburg über Landstraße. Auf der Autobahn erreicht uns dann der erste Regen, der bis Travemünde anhält. Natürlich sind wir um kurz vor 21:00 viel zu früh dran, aber Sinja hat auf der Fahrt schon ein wenig geschlafen. Simon hält dank seines Mittagschlafes noch durch. Neben uns steht ein riesiges finnisches Wohnmobil auf LKW Basis, mit dessen Fahrer wir später noch ins Gespräch kommen und er uns noch ein paar Tipps für Campingplätze gibt. Wir sehen einige andere Fähren einfahren und wieder abfahren, aber unsere kommt einfach nicht! Wir laufen noch ein wenig draußen herum, sehen viele Motorräder und irgendwann ist auch unsere Finnlines endlich da. In der Zwischenzeit schläft Simon im Auto ein und als es auch für die großen Fahrzeuge endlich um 0:30 losgeht sind wir  erleichtert. Beim Aussteigen ist Simon ein wenig unglücklich über diese Situation und tut dies auch lautstark kund! Wir tragen ihn in die Kabine, wo er sich wieder beruhigt. Allerdings muss er nochmal Zähne putzen, da er Salzstangen genascht hat. Um 1:00 gehen die Lichter in der Kabine aus und wir beschließen das Ablegemanöver auf der Rückfahrt anzuschauen!
 
17.07.2016 See-Tag im Nirgendwo

 
Heute stehen wir erst um 9:30 auf (ok, zur Entschuldigung es ist finnische Zeit). Die Nacht war nicht erholsam: erst das sehr späte ins Bett gehen, dann die sehr hellhörige Kabine, und dann noch ein Simon der aus dem Bett plumpst, da es keine Bettgitter gibt. Wir machen uns fertig und gehen zum Brunch.
Das Essen ist wie erwartet nicht so gut wie auf der Stena Line, aber man kann es durchaus essen und somit gibt es Frühstück, während wir Bornholm passieren. Wir machen noch ein Doggi Bag für die Kinder, da es zum Mittag nichts mehr gibt. Wir erkunden ein wenig das Schiff und gehen später mit den Kindern in die Spieleecke, in dem sie wie wild im Bälle Bad toben. Etwas später als gewohnt essen die Kinder noch das Brot an Deck und wir genießen die Sonne bei einem Eis! Wir lesen, spielen und laufen übers Schiff, bis es endlich wieder Abendbrotzeit ist.
Wieder geht es in den Speiseraum, wo das große Buffet aufgetischt wird. An so einem Buffet ist natürlich viel Gemansche und je mehr Menschen dort zu Gange sind und je größer der Andrang ist, umso mehr sieht das ganze nach kurzer Zeit wie ein Schlachtfeld aus! Hinzu kommt noch, dass die Küchen-Mannschaft die Speisen nicht unbedingt liebevoll aufbereitet und einige Schalen zum Teil nicht wieder aufgefüllt werden. Bei der Gelegenheit möchte ich noch einen Gruß an unsere Firmenkantine loswerden: Ihr seid doch gar nicht so schlecht!
Leider sind die Kinder sehr müde, so dass wir das Angerichtete gar nicht richtig genießen können. Schnell verschwinden wir wieder in der Kabine, bringen die Kinder ins Bett und gehen selber um 21:30 in die Koje!
 
18.07.2016 Fahrt nach Kangasala

 
Um 6:45 werden wir vom Wecker geweckt. Die Kinder schlummern noch ein wenig weiter, wobei beide fast quer im Bett liegen, was ohne Rausfallschutz bedeutet, dass die Beine heraushängen. Irgendwann ist aber auch Zeit die Kinder zu wecken, da das Frühstück um 7:30 beginnt.
Fast pünktlich gehen wir in den Speisesaal und sehen in einiger Entfernung schon die Umrisse der Schären vor Helsinki, während wir den Kampf am Buffet aufnehmen. Die Kinder müssen zuerst schauen was es gibt und so umkreisen wir das Getümmel zuerst wie hungrige Haie, bevor wir uns schlussendlich hineinstürzen.  Es wird gekämpft, als gehe es um das letzte Stück und tatsächlich die Brötchen sind alle, als ich den Korb erreiche. Was leer ist, bleibt hier auch erst einmal leer! Ich bekomme ein Stück Schwarzbrot, welches die Fährfahrt bestimmt auch schon zum 10x macht, so trocken ist es!
Irgendwann haben wir aber die Essensaufnahme geschafft und schauen vom Oberdeck auf die kleinen Inseln. Dann kommt die Durchsage, dass  das Fahrzeugdeck in einer halben Stunde geöffnet wird. Wir packen schnell die Sachen in der Kabine und gehen zum Fahrstuhl. Da wir auf Deck 7 sind, kennen wir das Spiel, was jetzt kommt, eigentlich schon. Der Fahrstuhl fährt auf Deck 10 und hält auf dem Weg nach unten voll besetzt bei uns an. Also nehmen wir die Treppe und sind so schnell bei unserem Landy. Der Kühlschrank hat mal wieder durchgehalten. Die Heckklappe der Fähre öffnet sich und die Reihen werden geordnet von Deck durch den Hafen geleitet! Wir fahren zuerst Autobahn und später ein bisschen Landstraße. Kurz vor 12:00 kommen wir in Kangasala an. Den Schlüssel für meinen gebuchten Hide bekomme ich schon und kann mir den Turm schon einmal anschauen. Leider sprechen die Angestellten kaum englisch und wir leider immer noch nicht finnisch! Aber wir bekommen immerhin einen Stellplatz für unser Zelt, Toiletten im Gasthaus solange es auf hat und vielleicht auch die Angestellten Dusche! Alle sind sehr hilfsbereit, auch ein Stromkabel wird uns sofort angeboten. Im Turm schaue ich mich um und es sieht auch sehr professionell aus! In den unteren Hütten sitzen zwei Finnen. Zum Mittag essen wir Wurst und Pommes im Imbiss. Die Kinder spielen noch viel auf dem Spielplatz und es gibt Linsensuppe und Würstchen aus der Dose zum Abendessen. Die erste Nacht im Zelt ist für alle wieder eine neue Herausforderung und so finden die Kinder schwer in den Schlaf, aber um 20:45 ist es endlich geschafft!
 
19.07.2016 Kangasala

 Ich stehe um 5:00 auf und schleiche mich aus dem Zelt. Beim Turm angekommen, stelle ich fest, dass die Sonne direkt von vorne kommt. Irgendwie stelle ich auch fest, dass alle Vorrichtungen für die Stativköpfe zu hoch sind (zumindest für meinen Stativkopf)! Ich müsste praktisch jedes Mal halb aufstehen falls ein Fischadler kommt. Zum Glück kommt bis 10:30 keiner vorbei und mir bleibt diese Mühe erspart! ;-)
Silke ist mit den Kindern um 8:00 aufgestanden und hat gefrühstückt. Ich komme gerade rechtzeitig zum Minigolf spielen. Allerdings stellt sich ziemlich schnell heraus, dass Silke und die Kinder unterschiedliche Ansichten vom Minigolf spielen haben und das Spiel wird abgebrochen. Bald ist schon wieder Mittagszeit und es gibt Tortellini. Silke muss natürlich immer wieder ins Haus gehen um Wasser zum Kochen zu holen oder um abzuwaschen. Irgendwie ist die Situation ein wenig komisch, da ja auch ein kleiner Imbiss Betrieb läuft und einige Gäste diesen Ort besuchen.
Anschließend gehen wir alle zum Hide und schauen ob sich etwas getan hat, aber es sind immer noch keine Fischadler in der Nähe und auch die Finnen in den anderen Hides machen ein unglückliches Gesicht! Simon fährt Laufrad und wir spielen noch auf dem Spielplatz. Durch einige andere Besucher angeregt, wollen wir auch einen Fisch fangen und zum Abendbrot essen. Silke schmeißt die Angel rein und keine 10sec später zappelt es schon an der Schnur. Der finnische Angestellte macht mit dem Fisch kurzen Prozess und haut ihn platt. Das geht alles so schnell, dass die Kinder es kaum mitbekommen. Sonst hätten wir ihnen noch erklären müssen, wie das so mit dem Fischhimmel ist! Eine halbe Stunde später bekommen wir den ausgenommenen und geräucherten Fisch zu einem sehr stolzen Preis. Er ist leider sehr fettig und schmeckt nicht so gut wie erwartet. Beim Müll weg bringen entdeckt Silke noch einen Berg mit Maden (zum Angeln?) bei den Mülltonnen.
Anschließend gehe ich nochmal zum Hide, um mein Glück zu versuchen, aber jetzt ist zum besten Fotolicht alles im Schatten der von den Bäumen hinter mir kommt! Wann sind hier bloß all diese ganzen Fotos entstanden? Um 20:45 gebe ich auf und bringe die Kinder mit ins Bett.
 
20.07.2016 Kangasala nach Raahe

 Die Nacht ist irgendwie unruhig und um 3:00 schaffe ich es gerade noch ins nächste Gebüsch da, wir nachts keinen Zugang zu den Toiletten haben. Um kurz vor 4:00 das gleich nochmal. Anscheinend konnte ich den fettigen Fisch, von dem ich natürlich wieder am meisten gefuttert habe, nicht besonders gut ab. Da ich jetzt eh nicht mehr schlafen kann, schnappe ich meine Sachen und gehe zum Turm. Die Sonne ist gerade dabei hinterm Horizont hervor zu krabbeln, als ich Platz nehme. Noch ist nichts zu sehen aber vielleicht habe ich ja jetzt Glück! Zwischenzeitlich fallen mir immer wieder die Augen zu, weil es so langweilig ist und meine Nacht natürlich nicht gut war. Außerdem suche ich das Plumpsklo auf welches auf dem Weg zu den Hides steht. Schnell wird mir klar, warum nebenan ein neuer Fäkalien Tank steht: hier quillt es fast über und der ansehnliche aber leider übel riechende Haufen kommt fast oben aus der Klobrille heraus, um die Besucher zu begrüßen!
Um kurz vor 8:00 kehre ich zum Zelt zurück, wo Silke mit den Kindern gerade aufsteht. Wir frühstücken (ich noch sehr zurückhaltend) und dann fängt das Packen an. Leider sind wir erst um 10:30 fertig (die Übung fehlt noch), aber die Kinder können sich hier wunderbar beschäftigen und verpassen beinahe die Abfahrt, weil sie Kaninchen füttern. Wir fragen noch was wir bezahlen sollen (für das Camping) und werden mit EUR 78 zur Kasse gebeten!!! Wir fallen fast um, aber alles Diskutieren würde nichts bringen, da sie uns nicht verstehen. Insgesamt ist das für die gebotenen Leistungen viel zu teuer. Aber es ist Urlaub und wir wollen uns nicht Ärgern!
Los geht die Fahrt nach Oulu, denn wir haben entschieden etwas länger an einem Ort zu bleiben und wollen deshalb gleich weiter nach Norden. Es sind fast 500 Kilometer und die Kinder schlafen ziemlich schnell ein, da die ersten Nächte anscheinend noch nicht so erholsam waren. Gegen 13:30 gehen wir einkaufen und machen einen Augenblick später einen kurzen Essensstopp. Dann kommt der Rest der Route dran. Alles in allem haben die Kinder super mitgemacht, nur auf dem letzten Stück werden sie ein wenig ungeduldig! Viele Baustellen liegen auf der Strecke, aber um 18:00 erreichen wir den Campingplatz. Doch an der eingegebenen Adresse befindet sich jetzt ein Neubaugebiet!?! Ratlos fragt Silke zwei junge Mädchen, von denen das eine sofort ihr Handy zückt und die neue Adresse (Campingplatz wurde verlegt) raussucht, wir tippen das ganze ins Navi ein und fahren 5 Kilometer weiter. Hier finden wir einen neuen Campingplatz auf einem planierten Waldstück direkt am Meer. Okay, es fehlen jegliche Art von Büschen und Bäumen, aber wir dürfen uns hinter das Waschhaus stellen, da gibt es noch ein wenig alten Baumbestand.  Wir bauen so schnell wir können auf und finden die Angestellten wieder sehr nett (hoffentlich bleibt das auch so). Dann essen wir, waschen Wäsche und ganz wichtig später auch uns, denn wir haben heute wieder kräftig geschwitzt und zum ersten Mal eine richtige Dusche. Die Kinder gehen erst nach 21:00 Uhr ins Bett, da sie zuerst noch den Spielplatz inspizieren müssen! Wir bleiben noch bis nach 23:00 wach, da noch eine Waschmaschine läuft und laute, leicht angetrunkene Finnen vom Saunahaus hinter unserem Zelt direkt zum Grillhaus wandern, wo sie traurige Lieder singen!
 
21.07.2016 Raahe

 Simon wacht kurz vor 7:00 auf und kurze Zeit später stehen wir auch auf. Nach dem gemütlichen Frühstück versuche ich einen vermeintlichen Trauerschnäpper zu fotografieren. Während ich nur schlechte Knipsbilder produziere, gehen die Kinder zum Spielplatz. Simon hat großen Gefallen an dem Bagger gefunden und könnte stundenlang so baggern. SInja probiert mehrere Spielgeräte aus, findet jedoch keinen Anschluss an andere Kinder. Vielleicht ist hier die Sprache doch ein Hindernis?
Wir entscheiden uns nach einem kurzen Besuch der Rezeption für eine kleine Wanderung. Zuerst murren die Kinder ein wenig herum, aber irgendwann finden sie den kleinen Trampelpfad doch recht spannend. Leider nehmen im Wald die Mücken wieder zu, da es hier etwas feuchter ist und es einige kleine Tümpel gibt! So kommen die nächsten Stiche hinzu. Zum Glück gibt es kein Gejammer obwohl beide Kinder bekunden, dass sie keine Mücken mögen. OK, wer tut das schon?
Wir kommen an einen Aussichtsturm und klettern die steile Treppe nach oben. Dort angekommen gibt es einen Ausblick über die Bucht und eine kleine Stärkung, bevor es wieder an den Abstieg geht. Kurze Zeit später kommen wir an einen kleinen Strand der noch ziemlich leer ist. Die Kinder sind hell auf begeistert und wollen nachher hier baden.  Wir gehen einen anderen breiteren Weg zurück und kommen auf der kleinen Straße zum Campingplatz heraus. Der Weg ist deutlich kürzer und einfacher.
Wieder beim Zelt angelangt, gehen die Kinder schnell wieder auf den Spielplatz, während Silke Essen kocht. Es gibt Hühnerfrikassee aus dem Einweckglas. Danach packen wir die Sachen und zuckeln zum Strand. Die Kinder planschen und freuen sich sehr über das kühle Nass. Wir haben immerhin angenehme 22 Grad. Später wird der Wind stärker und gegen 16:00 gehen wir zurück. Die Dusche wird von Simon nur mürrisch hingenommen, aber beim Abendbrot ist das wieder schnell vergessen. Wir spielen noch einen Augenblick und gehen ins immer noch warme Zelt. Heute gehen die Kinder immerhin schon um 19:30 ins Bett! Wir folgen ein wenig später!
 
22.07.2016 Raahe

Eine wirklich wahre Geschichte: um 3:00 wache ich von einem Rascheln vor unserem Zelt auf. Ich denke an Bären oder Räuber. Also öffne ich das Fenster und schaue raus und sehe, dass sich die Mülltüte über den Boden bewegt, da sie leider nicht wie sonst am Pfosten des Küchen-Tarps hängt. Silke geht raus, da sie es schließlich vergessen hat sie hoch zu hängen. Sie sieht sich einem Igel gegenüber, der sie tatsächlich anfaucht, da sie ihm ja schließlich das Futter streitig macht. Trotzdem reißt Silke todesmutig die Tüte hoch und stellt sie auf den Stuhl. Da greift der Igel beherzt an und rennt schnaubend ein paar Schritte auf sie zu. Silke erschrickt und springt mit einem Schrei ins Zelt zurück. Okay, so ein Igel kann kaum den Unterkiefer aushaken und einen Menschen im Stück verschlingen, aber kann er beißen oder kratzen? Was wollte er? (Nichts dazu erfunden oder gedichtet!)
Schlussendlich haben wir bis um 8:00 geschlafen. Wir frühstücken gemütlich wie immer vorm Zelt und entscheiden uns für die Fahrt zum Naturschutzgebiet Liminka. Zuerst wird natürlich noch aufgeräumt und so kommen wir erst um 10:30 los. Die Fahrt ist langweilig auf einer größeren Bundesstraße und wir kommen um 11:30 am Informationszentrum an. Eine sehr nette Angestellte erklärt uns, wie hier alles funktioniert und wo die interessanten Punkte sind. Sie gibt sich sehr viel Mühe. Wir schauen uns die sehr schöne Ausstellung an und für die Kinder gibt es auch interaktive Spiele. Um 12:30 essen wir etwas in der Cafeteria. So eine Art Fischfrikadelle mit Kartoffeln. Auch hier ist man sehr hilfsbereit und hilft uns mit Erklärungen. Anschließend gehen wir zum ersten Turm der in 600m Entfernung steht.  Dort sehen wir ein paar Enten und einen jungen Seeadler der von einem Rohrweihenpärchen attackiert wird. Zurück am Info Haus gibt es noch ein Eis und wir fahren zu dem Turm Sannanlahti Lintutorni. Hier geht es über eine Schotterpiste durch einige Felder auf denen einige Traktoren sind (für die Kinder gerade mehr interessant). Der Weg zum Laufen ist auch ungefähr 500m lang. Hier sind in weiter Entfernung ein paar Singschwäne und einige Limikolen zu sehen.
Danach fahren wir zurück zum Zeltplatz und ich gehe mit den Kindern nochmal zum Strand des Campingplatzes während Silke Pfannenkuchen macht. Die Kinder spielen anschließend noch auf dem Spielplatz und Simon zieht mit dem Bagger einen Graben über die ganze Fläche. Dann geht es noch kurz unter die Dusche und erst spät ins Bett. Zwei übermüdete Kinder wollen leider nicht schlafen und auf dem wieder sehr vollen Campingplatz ist zudem auch noch Karaoke-Abend direkt im Haus hinter uns! Toll!!! Nein, nicht wirklich!!!
 
23.07.2016 Raahe

 Um kurz vor 8:00 ist die Nacht vorbei. Wir krabbeln aus den Schlafsäcken und suchen die Toiletten auf. Die wurden heute schon einmal gereinigt, was auch nötig war, da echt viele Leute auf dem Campingplatz sind und es nur dieses eine Häuschen gibt. Wir frühstücken und überlegen was wir machen wollen. Wir entscheiden uns für den Besuch des kleinen Zoos bei Liminka. Wir kommen leider erst um 10:30 los. Kurz vor der Ortschaft Liminka geht es rechts ab, aber dann fehlt die Beschilderung. Wir machen uns schon wieder verrückt, ob wir den falschen Weg gefahren sind, da kommt endlich die herbeigesehnte Beschilderung. Beim Erreichen des Parkplatzes ist es so wie so oft im Leben. Mein weiß sofort, dass das was kommt, sehr schlimm sein wird. Aber den Kindern zu Liebe müssen wir da jetzt durch! Wir bezahlen sage und schreibe 36 Euro Eintritt (in Worten: Sechsunddreißig Euro). Wir kommen in ein Grusel-Kabinett des Kitsches! Von der Tierhaltung und den Gehegen ganz zu schweigen! Aber die Kinder freuen sich auch über das 74te Hühnervieh im Stall. Ich verbringe die Zeit damit Rauchschwalben zu knipsen. Die Ententeiche sind biologisch gesehen kurz vorm umkippen und wenn man lange an einem Ort verweilt, kommen viele Stechfliegen.
Vor dem Mittag verlassen wir diesen Ort nach nur einer Stunde und fahren nach Liminka zu einem Supermarkt wo es Burger und Pommes gibt. Danach wollen wir noch einen Vogelbeobachtungsturm im nahen Naturschutzgebiet aufsuchen. Wir fahren zum Turm xxx. Es geht wieder eine Schotterpiste entlang, bis zu einem kleinen Parkplatz. Dort führt ein Weg über Bohlen, der nach kurzer Zeit total zugewachsen ist. Wir kommen nicht weit und entscheiden umzukehren. Silke will allerdings unbedingt den Turm erreichen und geht alleine weiter. Wir tauschen die Rücksäcke und sie nimmt den Fotoapparat mit. Ich gehe mit den Kindern zum Parkplatz zurück und wir beobachten einen Trecker, der Heu wendet. Dabei werden wir allerdings mal wieder von Mücken und Stechfliegen attackiert. Irgendwann kommt Silke zurück und wir fahren zurück zum Campingplatz. Dort gibt es ein Eis und wir gehen noch zum Strand. Da wird eine Stunde geplanscht und anschließend schnell einmal abgeduscht. Danach Abendbrot. Leider ist es auf dem Campingplatz wieder laut, es gibt wieder Karaoke, die Lautsprecherdurchsagen, die das abendliche Saunieren ankündigen und Finnen die gerne mal ins Glas schauen!?!
Die Kinder schlafen erst um 22:00 ein!!!
 
24.07.2016 Raahe

 Fakt: Die Finnen sind am Wochenende auf dem Campingplatz um zu feiern. Karaoke geht bis kurz nach 24:00 mit mäßig begabten Sängern. Warum können da auch nie die begabteren mitmachen? Zudem scheint es viele traurige finnische Lieder zu geben, die aber wiederum die Finnen zum Tanzen anregen. Nach 24:00 ziehen dann einige von der Sauna oder dem Karaoke zur Grill Hüttii und dort singen sie dann weiter. Das Ganze, so glaube ich, in Verbindung mit reichlich Kartoffelschnaps. Einige springen später auch noch mit nacktem Hintern in die Ostsee.
Wir stehen um 8:00 auf und starten unseren morgendlichen Ablauf, allerdings finden wir heute wirklich total verschmutze Toiletten vor. Es sind zwar immer schon zu wenige Toiletten und vor allen Dingen Duschen gewesen, aber jetzt mag man diese nicht mehr benutzen.
Da wir heute einen ruhigen Tag auf dem Campingplatz verbringen wollen, spielen die Kinder nach dem Frühstück erst am Zelt und später gehen sie zum Spielplatz. Silke bereitet das Mittagessen vor. Plötzlich kommt Sinja angelaufen und sagt, dass eines der Go-Karts frei ist und sie jetzt mit Simon fahren möchte. Simon setzt sich auf den hinteren Sitz und Sinja dreht mit ihren Bruder tatsächlich zwei Runden um den Campingplatz. Dann ist auch schon wieder Mittagszeit. Es ziehen große Wolkentürme auf und in der Ferne hört man immer wieder ein Grollen und Grummeln. Wir gehen trotzdem zum Strand, aber wieder an den schöneren, etwas weiter entfernten. Wir plantschen ein wenig und 1,5 Stunden später machen wir uns auf den Rückweg. Die Kinder verschwinden sofort wieder auf dem Spielplatz, besonders Simon ist kaum von dem Bagger zu trennen.
Vor dem Abendbrot wird noch geduscht, eine Wäsche gewaschen und die Kinder fahren noch ein paar Runden mit dem Go-Kart. Beim Schlafengehen gibt es Diskussionen. Während Simon ziemlich schnell einschläft, findet Sinja auf Grund des Lärmes schwer in den Schlaf.
25.07.2016 Fahrt nach Vaala

Heute wollen wir weiter! Wir haben extra den Wecker gestellt, damit wir schon bevor die Kinder wach sind, mit dem Packen anfangen können. Allerdings hören wir den Wecker nicht oder, wovon ich ausgehe, er ist einfach kaputt. So stehen wir wieder um 8:00 mit den Kindern auf als der Wecker komische Töne von sich gibt. Die Toiletten sind heute ein wenig sauberer, denn die größten Saufnasen sind abgezogen, da das Wochenende vorbei ist.
Nach dem Frühstück laufen die Kinder wieder zum Spielplatz und drehen zuerst eine Runde auf dem Go-Kart. Sinja fährt ihren kleinen Bruder wieder durch die Gegend. Wir packen unterdessen alles ein und Silke telefoniert noch mit Leena von Finnature. Gegen 10:00 geht es in die letzten Züge und um 10:30 bezahlen wir noch an der Rezeption. Aber dort weiß keiner, wie lange wir da waren, dass wir überhaupt da waren usw. Aber auch das wird geregelt.
Als alles geklärt ist, fahren wir los. Wir wollen nach Vaala an den Oulujärvi See. Dort ist ein kleiner Campingplatz, der uns empfohlen wurde. Die Fahrtstrecke ist etwas über 130 Kilometer. Wir tanken zuerst, denn sonst wäre die Fahrt schon früher vorbei. Die Kinder machen beide ein kurzes Nickerchen und wir später einen kurzen Stopp. Wir erreichen den Campingplatz um 13:45 und finden ihn gleich toll. Schön klein, wenig Stellplätze, kleine, einfache, aber saubere sanitäre Einrichtung und ein schöner Sandstrand. Die Kinder denken, sie sind am Meer und verstehen gar nicht, dass es ein See ist, weil er so groß ist.
Wir bauen das Zelt auf, essen Nudelsuppe und gehen zum Strand. Dort wird sofort geplanscht. Wir haben einen Schweizer als Nachbarn bekommen, der erzählt wie froh er ist mal wieder deutsch zu reden. Das Ganze muss man sich aber in einem schönen Schweitzer-Deutsch vorstellen!
Ich verabschiede mich um 17:15 da ich mich in Vaala mit Eero treffen will, der mich zu Prachttauchern bringt. Ich finde einen Supermarkt und weiß nicht ob es der richtige Treffpunkt ist, so drehe ich noch eine Runde. Mir winkt ein älterer Mann zu, der dann neben mir parkt. Es ist Eero und ich folge ihm an einen See. Dort sind viele Privathäuser und auch 4 Prachttaucher unterwegs. Wir warten und dann fahren wir auf die andere Seite. Er meldet sich kurz bei den Besitzern und zieht dann seine Wathose an. Er verankert eine selbstgebaute Attrappe, die er auf den Namwn Marko getauft hat. Anscheinend finden die Prachttaucher den neuen Kollegen anziehend, denn sie kommen näher, aber leider nicht nah genug. Also fahren wir zu einem weiteren See, der schon fast im Rokua NP liegt. Ich habe teilweise Mühe Eero zu folgen, besonders auf den kleinen staubigen Pisten sehe ich nichts mehr und es gibt viele kleine Abzweigungen, die zu Privathäusern führen. An einem See angekommen, ist noch ein Prachttaucher Pärchen und hier kommt das Männchen näher. Sehr schön! Irgendwann verschwindet er wieder und wir fahren zurück. Es kommt eine dicke Gewitterwand auf mich zu. Um 20:30 bin ich wieder in Vaala und fahre direkt durch die Gewitter Front auf der Fahrt zum Campingplatz. Hier ist es allerdings trocken, nur ein paar heftige Blitze kommen. Silke hat in der Zwischenzeit mit den Kindern geduscht und Abendbrot gegessen. Sie lesen gerade Geschichten und ich geselle mich dazu. Sinja schläft wieder sehr schlecht ein, während ihr Bruder schneller im Reich der Träume ist. Es kommen noch ein paar Tropfen vom Himmel und Silke möchte einen Sonnenuntergang aufnehmen. Ich verkrieche mich nach drinnen, da mich draußen zu viele Mücken angreifen.
26.07.2016 Vaala

Um 7:30 ist es mir zu warm im Schlafsack, da die Sonne wieder scheint. Zum Glück ist auch die Familie bald wach und wir machen uns fertig zum Frühstück. Die Kinder spielen danach und wir überlegen was wir heute machen wollen. Silke entdeckt eine kleine Wanderung im Rokua Nationalpark. Wir packen also unsere Sachen und kommen um 10:30 los. Die Fahrtstrecke ist die gleiche, die ich gestern mit Eero zurückgelegt habe. An einer Straßenbaustelle müssen wir stoppen und werden nach unserem Ziel gefragt. Wir haben Glück und dürfen passieren, da unsere Richtung frei ist. Wir halten schließlich an dem Informationszentrum und gehen herein, da wir uns weitere Informationen erhoffen. Das hier ist eines der etwas schlechteren Informationszentren in Skandinavien, aber Silke findet ein paar Prospekte. Beim Rausgehen kommt uns ein Mann entgegen der kurz zuvor draußen telefoniert hat. Fast in einem Befehlston sagt er schließlich;“ Oh deutsche Klänge, alles mal zurückkommen!“. Er erzählt, dass er hier lebt und freut sich mal ein paar Deutsche zu treffen, denen er Infos zu diesem Gebiet geben kann. Als wir schließlich „entlassen“ werden haben wir viele Informationen erhalten, auch zu anderen Gebieten.
Wir fahren weiter zum großen Hotel im Nationalpark, welches wohl aber nur im Winter geöffnet ist. Dort steigen wir aus und wollen die Wanderung beginnen, finden aber den Anfang der Route nicht. Also gehen wir zum Auto zurück und suchen einen anderen Parkplatz, den es aber nicht gibt. Zurück am Hotelparkplatz beginnen wir erneut: Silke geht mit den Kindern in die Richtung vor, wo wir den Wanderweg vermuten, während ich einen umgekippten Pfosten mit den fehlenden Markierungen finde. Hier waren wir vorhin also schon ganz richtig. Danach ist alles einfach, der Pfad ist durchgängig mit blauen Punkten versehen. Leider fängt es nach kurzer Zeit an zu regnen, aus der einzigen grauen Wolke weit und breit. Dummerweise klebt diese direkt über uns am Himmel fest. Die Kinder fangen ein wenig an zu jammern, da wir natürlich keine Regensachen bei strahlend blauem Himmel dabei haben. Wir können sie aber motovieren weiterzugehen. Allerdings nimmt jetzt auch noch die Anzahl der fiesen kleinen Plagegeister zu, die sich in der Kombination Wald, See, und feuchte Luft besonders wohl fühlen. Direkt an einem idyllischen See machen wir einen Stopp und langsam verzieht sich auch die dunkle Wolke über uns. Wir essen ein paar Kekse und Salzstangen und müssen den Kindern beibringen, dass dies erst einmal unser Mittag ist. Im Urlaub ist eben alles anders: die Zeiten und das Essen! Auf dem See tauchen noch zwei Prachttaucher auf, die ich aber an Ermangelung von einer großen Linse nicht vernünftig knipsen kann.
Wir gehen weiter und Simon rennt jeden Hügel rauf und verkündet stolz, dass er erster ist. Bis ihm kurz vor Schluss die Puste ausgeht. Am Auto angekommen, beschließen wir noch kurz einkaufen zu fahren und Simon verkündet, dass er die Baustelle nochmal anschauen möchte. Leider schlafen beide Kinder ein, was wiederum auch ganz gut ist, da die Baustelle von vorhin weitergezogen ist.
In Vaala geht Silke einkaufen während ich die beiden schlafenden Kinder im Auto bewache.
Wir fahren zum Zelt zurück und beide Kinder wachen auf. Wir essen eine Schnitte Brot und gehen anschließend Baden. Der See ist ziemlich flach und man kann bestimmt 100m rein laufen und ist immer noch nicht über den Bauchnabel im Wasser. Trotz heftiger Proteste, werden die Kinder anschließend noch unter die Dusche gestellt.
Zum Abendessen gibt es Kartoffeln, Spinat und Spiegeleier. Danach wird noch gewippt, aber es kommt die Zeit und der Schlafsack ruft. Wobei Simon schneller als Sinja ist, die sich wieder sehr schwer tut! Um 22:00 schläft sie immer noch nicht.
27.07.2016 Vaala

Um 7:30 habe ich genug von der Nacht. Auch die anderen Augen in den Schlafsäcken werden langsam geöffnet. Beim Checken der Wetter-App werde ich von mindestens 5 Mücken gestochen. Wir beschließen zum Frühstück zum ersten Mal das extra Mückennetz, welches Silke mühsam genäht hat, um das Küchen Tarp zu hängen. Leider weiß Silke auch nicht mehr wie rum es gehört, denn Markierungen hat sie nicht angebracht. Zudem kommt, das natürlich die mittlere Stütze nicht genau in der Mitte sitzt (wäre ja auch zu einfach) und wir es vorher nicht ausgemessen haben.
Gegen 10:30 kommen wir los und wir fahren zuerst Richtung Süden, da dort ein Vogelturm bei Kulvaja (südlich von Säräisniemi) sein soll. Wir fahren im Regen und Gewitter los, doch kurze Zeit später scheint wieder die Sonne. Zuerst sieht es nicht sehr vielversprechend aus, als wir in eine unbefestigte Straße einbiegen. Eine Beschilderung wäre zu viel verlangt. So schön diese ganzen tollen EU geförderten Naturschutzprojekte auch sind, eine Beschilderung wäre durchaus ziemlich hilfreich liebe Finnen!
Gerade als ich schon aufgeben will, ruft Silke hier ist der Turm und von hinten ertönt nur, dass die Kinder den Turm schon lange gesehen haben. Na toll, nur der Papa wieder nicht! Wir parken und gehen die kurze Strecke zu Fuß. Die letzten Gewitter ziehen gerade ab. Auf dem Turm hat man eine Übersicht über eine Landschaft, die uns an den Patvinsuo National Park erinnert. Ich erblicke im Fernglas einen merkwürdigen Baumstumpf, blicke aber zunächst weiter. Wir sehen und hören noch Kraniche, Singschwäne und einen Raubwürger. Ich gehe zum Auto zurück um den Fotoapparat zu holen. Der Baumstamm scheint sich immer mal zu bewegen, so mache ich ein Foto und lasse mir das Bild stark vergrößert anzeigen: siehe da, der Baumstumpf hat Ohren und ein Minigeweih. Es ist ein halbstarker Elchbulle der dort liegt! Leider will er sich nicht erheben und die Kinder werden trotz Essensrationen mit erhöhter Süßigkeiten Zufuhr ungeduldig. Also beschließen wir den Weg noch ein Stück weiter zu fahren, um zu sehen ob der Elch irgendwo auftaucht. Aber das Buschwerk ist so dicht, dass er selbst 10m neben der Straße verschwinden würde. Wir drehen an einem geeigneten Punkt um und halten auf Silkes anraten nochmals kurz bei dem Turm an. Ich sprinte die 50m hin und kann nichts mehr sehen. Silke die beim Auto gewartet hat, kann nicht glauben, dass der Elch weg ist und will selber nochmal schauen. Wenige Augenblicke später kommt sie zurück und ruft aufgeregt, dass der Elch unterwegs ist. Ich schnappe die Kamera und sprinte zum Turm. Tatsächlich, in einiger Entfernung läuft der Elch jetzt äsend über die Fläche. Ein paar Aufnahmen gelingen, aber die Distanz ist einfach zu groß. Irgendwann bewegt er sich weiter weg und wir beschließen weiter zu fahren, da unser Essens-Vorrat auch aufgebraucht ist.
Die Idee nach Manamansalo zu fahren, verwerfen wir wieder und fahren stattdessen zu einem weiteren Turm nach Säräisniemi. Auch dieser ist nicht ausgeschildert. Wir finden ihn trotzdem und fahren anschließend zum Campingplatz zurück, da die Kinder eingeschlafen sind und es hier nichts zu sehen gibt.
Dort essen wir um 14:00 erst mal richtig Mittag und es gibt ein Eis zum Nachtisch. Danach geht es zum Strand und wir baden. Irgendwann später kommt dann wieder Duschen, Abendbrot essen und Kinder ins Bett bringen, was wie immer der schwierigste Teil ist!
28.07.2016 Vaala

Auch heute bin ich der erste, den es nicht mehr im Schlafsack hält. Um 7:30 krabble ich hinaus und gehe auf Toilette. Danach versuche ich behutsam meine Familie wach zu bekommen, was relativ einfach ist, da sowieso schon alle fast wach sind. Wir Frühstücken Cornflakes und überlegen was wir heute machen wollen, da ich erst morgen mit Eero zu den Fischadlern kann. Silke möchte gern im Rokua National Park zu dem Turm wandern und setzt sich durch, da die Wahrscheinlichkeit heute nochmals auf den Elch zu treffen wohl eher gering ist. Die Kinder spielen zunächst im Zelt (?), weil sie ihr mitgebrachtes Spielzeug wieder entdeckt haben. Nach ein wenig Überzeugungsarbeit geht es schließlich um 10:15 los. Das Highlight des Tages für Simon, wird an einer Straßenbaustelle erreicht, als wir eine Walze und eine Straßenbaumaschine in Aktion sehen können. Wir fahren von der Asphaltstraße ab und fahren eine Schotterpiste weiter, die immer kleiner wird. Irgendwann sehen wir ein Wanderschild zum Rukuaturmii aber keinen wirklichen Parkplatz. Ein paar Autos stehen in kleine Flächen in den Büschen. Also suche ich auch so eine Fläche und parke dort. Wir starten und merken ziemlich schnell, dass es immer bergauf und bergab geht. Unterwegs sehen wir Bickbeeren Sammler, die mit einer Art Kelle die Beeren abstreifen. Irgendwann erreichen wir den Turm und machen wieder unsere berühmte Mittags/Picknick Pause. Silke steigt allein auf den Turm, da hier nur eine kleine Leiter hochführt. Bis ganz nach oben geht es eh nicht, da hier abgesperrt ist. Wir machen uns auf den Rückweg und kommen bei der ersten Weggabelung ins Grübeln, wo es weiter gehen soll. Schließlich finden wir doch den richtigen weg. Die Beerensammler haben ihre Eimer voll und machen sich auch auf den Rückweg. Wir erreichen unser Auto und Silke will unbedingt noch ein besonders tiefes Loch finden, was auch schön sein soll. Sie geht alleine in die andere Richtung, während ich mit den Kindern beim Landy warte. Es dauert ganz schön lange bis sie an einer anderen Stelle wieder auftaucht. Das Loch hat sie nicht gefunden und stellt beim Blick in die Karte fest, dass sie auch ein wenig falsch war! Wir fahren zurück und gehen in Vaala noch einkaufen. Leider verschläft Simon auf der Rückfahrt die Baustelle mal wieder. Beide Kinder wollten mit zum Einkaufen, also versuchen wir sie wach zu bekommen. Im Supermarkt ist es wieder kalt, aber wir beeilen uns ohne etwas zu vergessen. Danach fahren wir auf die kleine Tankstelle, doch die hat kein Sprit mehr. Aber 2km außerhalb von Vaala gibt es noch eine ABC Tankstelle. Dort bekommen wir alles was wir brauchen. Im Gebäude sind viele komische Gestallten mit fiesen Tätowierungen beim Essen und an den Daddelautomaten!
Zum Mittag/Spät/Frühabendbrot gibt es Wienerschnitzel mit Gemüse und Reis (Jeder durfte Wünsche äußern). Um 15:30 wird gegessen. Anschließend gehen wir an den Strand und ich gehe mit den Kindern ins Wasser. Leider verdeckt eine Wolke die Sonne und ein kühler Wind weht. Somit ist es uns zu kalt und wir laufen schnell die paar Meter zum Zelt zurück. Dann wird geduscht und irgendwann ist schon wieder Zeit fürs Abendbrot und irgendwann heißt es – Bettgehzeit!
29.07.2016 Vaala

Während ich um 7:00 aufstehe, weil ich heute mit Eero zu den Fischadlern möchte, bleiben die Kinder noch ein wenig liegen.
Ich treffe mich um 9:00 in Vaala mit Eero und fahre ihm mal wieder eine Schotterpiste hinterher. An einer kleinen Stelle stoppt er und wir stellen die Autos ab. Als ich meine Wanderstiefel anziehe meint er, dass das keine gute Idee ist. Also krame ich die Gummistiefel raus. Ich laufe ihm immer hinterher und irgendwann wird es sumpfig. Eero erzählt mir noch, dass ich die braunen Stellen meiden soll und auf die orangenen treten soll (oder war es andersrum?), aber als die Fischadler über uns kreisen und er Beethovens 9nte als Erkennungsmelodie pfeift, ist es passiert! Ich schaue in die Luft und trete daneben und versinke bis über das Knie im Sumpf. Eero hilft mir, mich aus meiner misslichen Lage zu befreien, allerdings sind nun beide Stiefel bis oben voll mit Schlickwasser und Matsch und einer ist sogar im Sumpf stecken geblieben! Die letzten Meter bis zum Turmhide schaffe ich dann auch noch, wieder mit beiden Stiefeln. Eero bereitet alles vor und ich steige die 10m hohe Aluleiter nach oben. Dass es sehr wackelig ist mit dem Rucksack da hoch zu steigen, brauche ich wohl nicht zu erwähnen, zudem ist der Eingang sehr eng. Die Hütte wird im Laufe des Tages eher  zu einer kleinen Sauna und somit schwitze ich das ganze Wasser wieder aus und brauche nicht die tolle Eimertoilette zu benutzen.
Als Eero gegangen ist, mache ich mich für das knipsen bereit. Es sitzen 2 Jungvögel im Nest, die kurz vorm Ausfliegen sind. Insgesamt kommen die Altvögel 6x vorbei. In den meisten Fällen schnappt sich das dominantere Junge die Fische, außer wenn einer der Altvögel die Happen gerecht verteilt .Die Stiefel habe ich zum Trocknen ausgezogen und als mich Eero um 17:00 wieder abholt sind sie fast trocken. Er hat mir Schneeschuhe mitgebracht, damit ich den Rückweg heil schaffe. Das Laufen damit ist sehr gewöhnungsbedürftig, da man plötzlich sehr breite Füße hat und man einen Gang wie der Yeti hat. Aber ich kann laufen wo ich will und muss mir keine Gedanken zu den Sumpffarben machen!
Am Auto angekommen, zeigt mir Eero noch ein paar Bücher, in dem die Fotos zum Teil bei ihm entstanden sind.
Wieder beim Zelt angekommen, begrüßen mich die Kinder und erzählen mir, dass sie 2x im Wasser waren, Nudeln zum Mittag hatten und später sogar ein Eis gegessen haben. Ich lese Ihnen noch eine Geschichte vor, bevor ich noch Abendbrot esse. Simon ist schon schnell eingeschlafen, während sich Sinja wieder mit irgendwelchen Ausreden versucht Zeit zu verschaffen.
30.07.2016 Fahrt nach Viiksimo

Heute klingelt uns der Wecker aus dem Schlafsack. Nach dem Frühstück fangen wir an zu packen, während die Kinder noch spielen. Um 10:00 sind wir zur Abfahrt bereit. Wir kommen zwar durch Vaala durch, wollen aber später einkaufen, da uns eigentlich Wasser fehlt. Leider ist auf dem ganzen Weg in den Osten keine einzige Ortschaft mehr, mit einem Supermarkt. Um 14:00 treffen wir in Viiksimo ein. Ein Reisemobil aus Deutschland steht auf dem Hof, sonst ist es leer. Janni begrüßt uns und wir beziehen unser Zimmer. Es gibt noch etwas zu Essen, bevor ich mich um 16:00 für den Bärenhide bereit mache.
Janni fährt mich mit Britta und Bernd ins Grenzgebiet, nachdem er mich dort auch vorher via Internet bei den Grenzposten angemeldet hat. Nach einer kurzen Wanderung sind wir bei zwei Hütten und einem Wohnwagen angekommen. Der Wohnwagen sieht nicht gut aus und Bernd hat mir ja auch zu der Hütte geraten, da ich dort auch schöne Gegenlichtaufnahmen machen kann. Allerdings ist heute einer der wenigen Tage, wo es mal keine Sonne gibt. Janni verteilt das Futter und verschwindet.
Während ich noch auf dem Handy rumspiele, erscheint der erste Bär um 16:30. Es ist ein junges Männchen, das 10min später von einem größeren Männchen vertrieben wird. Die beiden halten immer Sicherheitsabstand bis sie schließlich verschwinden. Später erscheint noch ein weiterer Bär. Leider erscheint kein Vielfraß, was ja eigentlich der Hauptgrund für mich war, hierher zu kommen! Um 22:30 fallen mir die Augen immer wieder zu und so lege ich mich schließlich auf die Pritsche zum Schlafen.
Silke hat in der gleichen Zeit eine kleine Wanderung zum See gemacht. Dort werfen die Kinder alle Steine und Stöcker ins Wasser. Als Silke aus unserem Anhänger noch etwas holen möchte, kommt Jannis Hund angerannt und will spielen, aber die Kinder erschrecken sich zuerst. Nach dem Abwaschen im Haus, schlafen die Kinder mal wieder spät ein, da sie viel Quatsch machen. Vielleicht war es wieder das Umgewöhnen vom Zelt in ein festes Haus!?!
31.07.2016 Fahrt nach Savonlinna

Um 00:15 wache ich erschreckt durch heftiges Bärengebrüll auf. Zwei Dunkle große Schatten streiten sich vor meinem Hide ums beste Plätzchen zum Fressen. Augenblicke später sind beide wieder ruhig und ein gewisser Abstand erledigt den Rest. Ich schlafe wieder ein. Um 4:30 wache ich auf und packe meine Sachen und hoffe immer noch auf den Vielfraß! Um kurz vor 7:00 kommt Janni und holt uns ab. Auch die beiden Deutschen haben den Vielfraß nicht gesehen, nur noch einen weiteren Bären während ich schon schlief. Kurz vor dem Auto sehen wir noch einen Schneehasen, der für mich durch das braune Sommerfell nicht von einem normalen Karnickel zu unterscheiden ist. Auf der Rückfahrt fange ich mit den beiden Deutschen zu klönen an. Das setzen wir auch fort als wir schon wieder in Viiksimo angekommen sind, denn sie haben viel Interessantes zu berichten. Janni fragt, ob wir auch mit Frühstücken wollen und da die Kinder schon wach sind, frage ich sie.
Beim Frühstück, es gibt u.a. traditionellen Haferbrei, erzählen wir noch lange weiter. Irgendwie vergeht die Zeit zu schnell und so kommen wir, nachdem ich auch endlich Jannis Hund Kiki kennengelernt habe, erst um kurz nach 10:00 los. Die 30km Schotterpiste bis zur größeren Straße ziehen sich, aber irgendwann haben wir es geschafft und kommen in Kuhmo an. Unser erstes Ziel heißt hier Petola-Zentrum. Wir schauen uns nur kurz um, denn wir müssen heute noch weit fahren. Die Kinder kaufen noch jeder ein Stofftier von dem Geld, was sie von den Omas haben. Ein Stück weiter geht Silke noch einkaufen, trotz Sonntag haben hier fast alle Geschäfte auf. Auch getankt wird noch. Dort tippt eine scheinbar gelangweilte Jungdynamische mit toller Frisur und Kaugummi lange auf der Kasse herum bevor sie ihre englisch sprechende Kollegin holt. Dabei habe ich neben dem „Two“ auch zwei Finger in die Luft gestreckt, um ihr zu signalisieren, dass ich die Zapfsäule 2 bezahlen möchte. Aber vielleicht dachte sie aufgrund meines Erscheinungsbildes ich bin ein Hippie der das Peace Zeichen nach Kuhmo bringt.
Die 350 Kilometer sind sehr anstrengend, aber zum Glück habe ich in der Nacht geschlafen. Wir kommen in mehrere Regenschauer von dem einer besonders heftig ist. Die kleinen Scheibenwischer vom Landy laufen auf Hochtouren und drohen fast vom Auto abzufliegen. Trotzdem ist die Sicht nach vorne echt schlecht und auch im Inneren beschlägt es ziemlich. An der nächsten großen Tankstelle in Kothieolathi machen wir um 15:00 erst einmal eine Pause und rennen mit den Kindern durch den Regen ins Gebäude. Unsere Kleidung könnte besser sein, aber wer hätte gedacht, dass wir die Regenjacken nochmals brauchen. Wer weiß überhaupt wo diese mittlerweile sind?
Nach dem Essen sieht es vorerst wieder trocken aus und wir fahren weiter. 45km vor Savonlinna entdecken wir ein Schild mit einem Campingplatz. Wir fahren hin und hoffen wieder so einen schönen zu finden, wie in Vaala. Die Rezeption ist unbesetzt und so marschieren wir in die Richtung, wo die Caravans laut dem Schild stehen sollen. Direkt am See stehen nur ein ganz paar und Silke wird plötzlich von einem Mann angesprochen der eine kleine Fahne hat. Er meint alles kein Problem, wir sollen uns da vorne hinstellen und morgen zu ihm kommen. Der Platz ist zwar eng aber sonst nicht schlecht. Ich schaue mir an, wie ich am besten dort hinkomme, als ich bei den Hütten ganz viele Ukrainer und Russen sehe, die anscheinend zum Beerensammeln hier sind. Als ich dann noch mit Silke die Toiletten aufsuche, falle ich fast vom Glauben ab (bin kein Kirchenmitglied): Hier war ja schon der finnische Kaiser drauf und seitdem ist garantiert nichts mehr passiert! Das einzige was hier aktuell ist, ist das Hinweisschild an der Straße (ok der Spielplatz sah nicht schlecht aus). Schade!
Auf der Fahrt zu unserem eigentlichen Ziel in Savonlinna sehen wir schon einige Schiffe und die Burg Olavinlinna. Die Kinder sind schnell begeistert, diese morgen zu besuchen.
Auf dem Campingplatz suchen wir lange nach dem richtigen Standort. Ich möchte am Rand stehen und einen Baum als Schattenspender, gegen die heiße Mittagssonne. Leider sind alle Stellplätz mit Schotter angelegt und wir bekommen die Heringe nicht rein. Zudem ist es irgendwie schräg, so dass die Wurst immer vom Teller rollt! Dazu gibt es übrigens Dosen-Graupensuppe.
Wir gehen nochmal zum Strand und die Kinder sind erst um 21:30 eingeschlafen!
01.08.2016 Savonlinna

Ich bin wieder der erste, der es nicht mehr im Schlafsack aushält. Um 7:00 gehe ich zur Toilette und langsam werden auch Silke und Sinja wach. Nur Simon braucht noch mehr Schlaf. Heute Morgen zeigt sich mal wieder sträflich, wie wichtig der richtige Standort ist! Die schöne Morgensonne erreicht uns nicht, da ein paar Bäume den Zugang zu uns versperren. Ich habe doch eine Axt dabei oder? Dafür wird es später nicht so heiß, wenn die Sonne brennt!
Zum Frühstück ziehen wir den Tisch und die Stühle, die sonst eh sehr schräg stehen, einfach ein wenig vor unser Zelt, so dass wir in der Sonne sitzen (und dass auch ziemlich waagerecht).
Anschließend gehen wir zur Rezeption des Campingplatzes und fragen nach dem Bus in die Stadt. Wir werden gut beraten und bekommen eine kleine Karte des Stadtkernes mit. Auch die Frage nach den Karhu Biergläsern, die wir gerne mitnehmen wollen, wird fast positiv beantwortet, er muss jedoch noch nachfragen und wir sollen später wiederkommen.
Wir packen unsere Sachen und langsam wird es doch wieder knapp den 11:00 Bus zu bekommen! Wo wir die Zeit immer verlieren, muss nochmal abschließend geklärt werden. Ich gehe mit den Kindern vor, weil Silke nochmal auf die Toilette wollte. An der Bushaltestelle wartet schon eine ältere Frau, die ich frage, ob das die richtige Richtung ist. Sie ist sehr hilfsbereit und hilft uns auch später nochmal mit dem Ausstiegspunkt in der Nähe der Burg. Der Bus kommt endlich und die Kinder sind sehr aufgeregt. Mit einem zackigen Tempo (ex Rallyefahrer?) setzt der Bus seine Fahrt fort, nachdem wir EUR 8,30 bezahlt haben.
In der Nähe der Burg steigen wir aus und sind fast direkt am Hafen. Hier herrscht ordentlich Trubel, was wir nicht mehr gewohnt sind! Wir machen uns aber zu Fuß auf dem Weg zur Burg und die Kinder sind ganz aufgeregt, ob es nun noch Ritter, Drachen und Prinzessinnen oder für Simon Piraten gibt! Eine kleine Schlange ist schon vor der Kasse und plötzlich kommt von Sinja noch zusätzlich Druck, da sie sagt: „Ich muss mal ganz dringend“. Warum dauert das bloß immer so lange. Als wir an der Reihe sind, wissen wir warum: man wird sehr nett und ausführlich beraten, z. B. welche Toiletten man am besten aufsucht und wie man am schnellsten hinkommt, aber auch zur eigentlichen Burg gibt es ein paar Informationen! Silke verschwindet mit Sinja schnell, während ich mit Simon schon mal ein paar Räumlichkeiten unter die Lupe nehme. Als die beiden wieder da sind, erkunden wir die Burg gemeinsam. Leider ist ein großer Teil wieder abgesperrt (siehe Reisebericht von 2009), weil dort eine Oper aufgeführt wird. In einem Raum kann man alte Klamotten und Waffen anprobieren (oder auch ausprobieren?). Das interessiert besonders Simon der gerne Pirat wäre (seine Version von Ritter). Wir verlassen die Burg wieder und kommen gerade noch über die Brücke, bevor sie für ein durchfahrendes Schiff wieder beiseite gefahren wird. Simon ist immer noch von den Piraten sehr begeistert und ich belasse es einfach dabei ihm immer wieder zu erzählen, dass es Ritter waren die dort lebten.
Wir gehen am Hafen Fish & Chips (traditionelles finnisches Gericht) essen und schlendern über einen kleinen Markt. Hinterher gibt es noch eine Kugel Eis für jeden. Ich lerne, dass hier Big echt Big heißt. Dumm nur, dass diese riesige Kugel auf einer viel zu kleinen Waffel klebt. Auch die Auswahl der Sorten ist sehr speziell, es gibt sehr viel mit Lakritz und auch eine Sorte „Funny Tiger“ kann mich nicht so recht überzeugen, so entscheide ich mich für Banane Karamell. Alle anderen nehmen alt bewehrtes wie Vanille und Schokolade. Ok, sie hatten recht, nächstes Mal mache ich das auch wieder!
Wir suchen anschließend die richtige Busstation für die Rückfahrt auf und pünktlich auf die Minute kommt der Bus angesaust. Die Rückfahrt geht schnell und der Busfahrer hält für seine letzten Gäste direkt vor dem Campingplatz, obwohl dort keine Haltestelle ist. Sehr nett!
An der Rezeption fragen wir nach den Gläsern und können tatsächlich welche käuflich erwerben. Am Zelt spielen wir noch ein wenig und es gibt Essen. Leider fängt es um 19:30 an zu regnen und hört anscheinend gar nicht mehr auf, da sich die Wolken nicht bewegen. Simon schläft schnell ein und träumt bestimmt von Piraten und auch Sinja braucht nicht so lange wie sonst. Und die Eltern sorgen sich zum ersten Mal um ein trockenes Zelt, denn es wird zwischenzeitlich ganz schön heftig mit dem Regen! Da wir das Zelt aufgrund der Schotterstellplätze nicht richtig abspannen konnten, sind an den Nähten unten leider kleine Regenrinnen entstanden, die das Wasser leiten. Bis auf eine Stelle bleibt es allerdings trocken im Zelt. Schlimmer werden, kann es fast gar nicht mehr, denn wenn wir uns unterhalten möchten, müssen wir schreien! Blöd nur, dass wir so weit vom Toilettenhäuschen entfernt stehen. Gute Nacht!
02.08.2016 Fahrt nach Helsinki

In der Nacht wird der Regen zum Glück weniger und hört sogar teilweise ganz auf. Die Kinder schlafen fast durch. Wie immer bin ich der erste der wach wird, aber Sinja muss kurze Zeit später sehr dringend auf Klo. Während wir das Frühstück vorbereiten, kann man die ersten blauen Flecken am Himmel ausmachen und später kommen sogar vereinzelt Sonnenstrahlen durch. Nach dem Frühstück beginnt wieder das große Packen. Alles wird wieder an den dafür vorgesehenen Platz (oder was derjenige, der es wegräumt zumindest dafür hält) gepackt. Auch das Zelt ist schon ziemlich trocken als wir es einklappen. Wir bezahlen und die 329km lange Fahrt beginnt um 10:20. Zuerst auf kleineren Straßen später auch auf größeren und man merkt, dass hier im Süden wieder mehr Menschen wohnen, denn der Verkehr nimmt deutlich zu. Auch die Anzahl der Blitzer wächst. Beim Tanken vor Lahti machen wir auch eine Mittagspause und essen etwas. Anschließend geht es weiter auf der Straße, die schon bald eine Autobahn wird.
Um 16:15 erreichen wir den 5 Sterne Campingplatz mitten in der Stadt. Leider wird die Einfahrt von einem Finnen blockiert, der, weil er auf der Kreuzung steht, einen kleinen Stau in alle Richtungen erzeugt und sich nicht so viele Freunde macht. Doch was in Deutschland zu einem Hupkonzert mit wilden Beschimpfungen geführt hätte, geht hier ohne ein einziges Hupen von statten. Silke geht schon mal in der Wartezeit zur Rezeption und hat den letzten Stellplatz mit Strom bekommen. Wir fahren auf den Platz rauf und arrangieren uns mit den Gegebenheiten von dem Rastila Camping: Asphalt, kleine Plätze und somit wieder keine Möglichkeit einen Hering einzuschlagen. Wollen wir mal hoffen, dass es keinen Regen oder Sturm gibt. Wir verzichten auf den Windschott vom Küchen-Tarp. Die sanitären Einrichtungen sind nur mit einer Zugangskarte zu erreichen, was sie aber leider nicht besser macht. Alles im allem ist dies für mich kein 5 Sterne Camping Platz!
Noch zu erwähnen bleibt, dass es natürlich hier sehr laut ist, nicht nur durch die Baustelle, sondern in erster Linie durch den Straßenlärm (inkl. vieler Einsatzfahrten von Polizei) und der nahegelegenen Bahn. Aber genau die wollen wir ja morgen in die Innenstadt nehmen. Noch zu erwähnen bleibt die kurze Fahrtstrecke zum Fährhafen.
Ich gehe noch mit den Kindern zum Strand, wobei wir auf einer Wiese an einen großen Spektakel mit Hunden vorbeikommen. Es scheint einen Wettbewerb zu geben, welcher Hund die schönste Figur im Stand, im Laufen und wer das schönste Kläffen hat. Silke macht in der Zwischenzeit Pfannenkuchen. Anschließend gehen die Kinder schnell ins Bett und obwohl beide im Auto geschlafen haben sind sie sehr schnell weg. Okay, es war aber auch schon wieder nach 20:00! Dafür schlafen wir heute zum ersten Mal ohne Mückennetz.
03.08.2016 Helsinki

Heute bin ich nicht der erste, der aus dem Schlafsack krabbelt. Sinja muss um 7:00 auf Toilette. Allerdings sind die Bauarbeiter schon um kurz nach 6:00 angefangen zu werkeln und ich habe nur noch halbwach dagelegen. Schnell sitzt die ganze Familie am Frühstückstisch und einigen kann es nicht schnell genug gehen. Weil wir heute in den Zoo wollen, sind die Kinder schon sehr aufgeregt. Um 9:00 werden unsere Toiletten für eine halbe Stunde zur Reinigung geschlossen. Wir verpassen die Marke und Sinja muss auf das andere Klohäuschen, was aber deutlich weiter weg ist. Wir gehen zur Metrostation und bedienen den Fahrkartenautomaten, der auch auf Englisch mit uns kommuniziert! Kurze Zeit später sitzen wir für fünf Stationen oder 10 Minuten in der Metro. Helsinki ist ja nicht so groß. Wir steigen an der Station aus und wissen nicht wo der Bus zum Zoo abfährt. Als ich mit den Kindern auf Silke warte, werden wir von einer älteren Frau angesprochen, ob sie uns nicht helfen kann! Es fällt immer wieder auf, dass die Mehrheit der Finnen sehr aufmerksam und hilfsbereit ist!
Kurze Zeit später sitzen wir im Bus und fahren bis zum Eingang, wo wir um kurz nach 10:00 sind. Hier kostet es 14 Euro für Erwachsene und 6 Euro für Kinder über 4 Jahre. Kein Vergleich mit dem tollen Tier und Blumenpark in Luminka.
Über eine lange Brücke kommen wir auf die Insel. Die ersten Stationen sind die Raubtiere, denn nach den Nummern vom Plan kann man schlecht gehen, da an den Gehegen keine Nummern angebracht sind! Also schlagen wir uns so durch. Die Löwen und Tigerbabys sind zuerst die Highlights des heutigen Tages. Danach aber eindeutig die Rentiere. Simon beschwert sich, dass man einige Tiere schlecht sehen kann und wir versuchen, ihm zu erklären, dass es in freier Wildbahn noch schwieriger sein kann! Na gut, da stehen in der Regel natürlich keine 50 Leute vor einem herum, die einem die Sicht versperren! Das beruhigt ihn nur vorrübergehend. Wir machen eine Pause am Wasser und sehen ein paar Weißwangengänse. Später zur Mittagszeit sind wir bei den Bären und für die Kinder gibt es Nudeln mit Soße oder so eine finnische Version von Kötbulla. Für die Erwachsenen gibt es einen sehr speziellen HotDog und die Reste. Über die Preise reden wir lieber nicht, aber das wir später für 3 Eiskugeln und einmal Eis am Stiel 12 Euro bezahlen ist schon sehr happig. Wir irren noch durch ein Tropenhaus und an einigen anderen Gehegen vorbei, ehe wir um kurz vor 16:00 mit zwei völlig kaputten Kindern den Heimweg antreten. Zuerst wieder mit dem Bus bis zur Bahnstation und dann weiter bis zur Metrostation Rastila.  In der Bahn sabbelt uns dann ein Finne voll, der bereits seine 5 Feierabendwodka weg hat. Leider verstehen wir ihn nicht und er uns natürlich auch nicht. So kommen wir nicht sehr weit, aber zum Glück muss er an der nächsten Station raus. So etwas bringt dann die Großstadt auch wieder mit sich!
Wir bringen die Rucksäcke zum Zelt und gehen nochmals zum Supermarkt, um ein paar Kleinigkeiten für die Fährfahrt einzukaufen.
Danach geht es auf den Spielplatz und Essen wird von Silke vorbereitet. Die Kinder sind sooo müde, dass sie es gar nicht mehr lange schaffen. Simon schläft schon beim Geschichte lesen ein und auch Sinja bleibt nicht viel länger wach. Und wir packen!
04.08.2016 Helsinki Fährhafen

Wie immer stehen wir um 7:00 auf. Die Bauarbeiter waren natürlich schon vor uns aktiv. Der Himmel wird bedrohlich dunkel und auch die Wettervorhersage kündigt Regen an. Nach dem Frühstück packen wir schnell alles zusammen. Um 9:00 sind wir tatsächlich fertig und die ersten Regentropfen kommen an. Allerdings sind diese nicht sehr stark und auch schnell wieder weg. Trotzdem freuen wir uns, dass wir das Zelt trocken eingepackt haben. Wir gehen nochmal zum Strand, der nicht gut besucht ist. Trotzdem ist ein Rettungsschwimmer vor Ort. Dann passiert folgende kleine Geschichte: ein Hund kommt ohne Herrchen angerannt und jagt Gänse ins Wasser. Er versucht noch hinterher zu schwimmen, schafft es natürlich nicht. Ein Hundehalter kommt langsam schwänzelnd um die Ecke mit einem zweiten Hund, auch nicht angeleint. Der Rettungsschwimmer geht sofort zu ihm hin und ermahnt ihn, da Hunde hier nicht erlaubt sind. Auch auf dem Campingplatzgelände sind Hunde an der Leine zu führen, auch das macht er nicht. Dort sind aber weitere Weißwangengänse auf einer Wiese und wieder jagt der eine Hund hinterher. Er bekommt einen der Jungvögel zu packen, der nicht schnell genug über den Zaun kommt. Ich renne um ein Haus auf den Mann zu und erkläre ihm, dass sein Hund gerade eine Gans zerfleischen möchte. Er faselt nur irgendetwas davon, was für nette Geschöpfe Hunde doch sind, interessiert sich aber leider nicht für seine Köter, die er von seiner Position aus gar nicht sieht. Irgendwann lassen die Hunde von der Gans ab und er geht seinen Weg weiter Richtung Campingplatz und lässt mich kopfschüttelnd zurück! Ein wenig beschäftigt von der Szene gehen wir noch ein Stück am Ufer entlang. Die junge Weißwangengans hat übrigens den Angriff verletzt überlebt und konnte irgendwann zu ihrer Familie schwimmen, da Silke während ich im „Gespräch“ war, immer wieder von der anderen Seite gegen den Zaun getreten hat, als der Hund angriff.
Wir bereiten alles für das Mittagessen vor, was wir nun bei dem doch stärker einsetzenden Regen, in der Gemeinschaftsküche machen. Anschließend packen wir den Rest ein, bezahlen und fahren die wenigen Kilometer bis zum Fährhafen. Dort kommen wir um 12:50 an. Es regnet leider immer noch sehr stark, also steigen wir erst einmal aus dem Auto aus, damit es nicht weiter beschlägt. Wir gehen zum Terminal und fragen wegen dem Frühstück, welches wir für die Rückfahrt nicht vorgebucht haben, nach. Anschließend gehen wir zum Auto zurück und um 13:30 beginnt tatsächlich der Check in. Wir sollen uns in die Reihe 13 stellen. Diese ist aber eine nur sehr knapp befahrbare Spur, da am Rand eine Baustellenabsperrung steht, die gut 50cm rein ragt. Ein großes Wohnmobil mit einem Autotrailer neben uns in Reihe 12, hat eine Seitenklappe auf und seine Treppe runter, die weit in unsere Fahrbahn ragt. Ich überlege kurz, ob ich ihm die Treppe einfach abfahren soll, entscheide mich dann aber doch dagegen, da wahrscheinlich auch der Landy Schaden nehmen wird!
Um kurz nach 16:00 kommt endlich Bewegung in unsere Reihe. Allerdings kommen wir nur bis zu einem weiteren Haltepunkt im Hafengebiet. Die Kinder werden langsam ungeduldig. Als es endlich weiter geht, kommen wir tatsächlich in einem Rutsch auf die Fähre. Allerdings soll ich mich nicht hinter die anderen Wohnwagen stellen, sondern soll in eine Reihe hinter einen LKW. Erst später sehe ich, dass das nur Trailer ohne Zugmaschine sind. Ob das wohl schlecht für unsere Rausfahrt morgen ist?
Wir beziehen die Kabine und gehen anschließend an Deck, um das Ablegen zu sehen. Die Rampe für das obere Deck wird gerade verschlossen. Es folgen aber noch viele Lastwagen. Die letzten 20 Trailer werden rückwärts raufgeschoben. Plötzlich kehren sie nur alle um und fahren wieder aus der Fähre raus. Drehen um, um vorwärts wieder rein zu fahren. Allerdings wird jetzt die obere Rampe wieder runtergefahren, da sie aufs Oberdeck müssen. Das ganze verzögert die Abfahrt um ca. eine ¾ Stunde. Aber irgendwann geht es trotzdem los, was trotz des schlechten Wetters toll aussieht. Die Kinder haben Hunger und wir gehen in unsere Kabine. Für das Essen haben wir alles dabei, uns fehlt nur der Kühlschrank. Später fragen wir oben noch nach was das Frühstücks-Brunch kostet, aber für das was dort geboten wird, ist es uns zu teuer! Die Kinder wollen noch ins Spieleparadies, welches aber sehr stark von russischen Kindern frequentiert wird. Diese machen eine Schlacht mit den Bällen aus dem Bälle Bad. Als nicht nur Bälle sondern auch Kisten, Autos und Stühle fliegen, verschwinden wir lieber aus dem Raum. Seltsam ist auch, dass wir die einzigen Eltern sind, die dort anwesend sind, obwohl draußen dran steht, dass Kinder nur unter Aufsicht spielen dürfen.
Um 20:30 gehen die Kinder ins Bett, Simon schläft wieder schneller ein als seine Schwester!
05.08.2016 Ankunft Travemünde

Wir stehen um 7:30 auf und bereiten uns für ein Frühstück in der Kabine vor. Die Lebensmittel könnten zwar etwas Kühlung vertragen, haben aber überlebt. Anschließend gehen wir nach oben und trinken noch einen Kaffee, während die Kinder spielen. Später unterhalten wir uns noch nett mit einem Paar aus Dortmund mit ihren zwei Töchtern, die neben uns in der Reihe auf die Abfertigung an der Fähre gewartet hatten. Den Tag verbringen wir mit lesen, spielen und auf Deck rumlaufen, bis es am Abend etwas ungemütlich wird. Um 21:00 sind wir schon in der Lübecker Bucht unterwegs und wir machen uns bereit, dass Schiff zu verlassen. Um 21:30 legen wir in Travemünde an und es dauert auch nicht lange bis sich die Luke der Fähre öffnet. Vorher verabschieden wir uns noch von den Dortmundern und bekommen nochmals Bekundungen zum tollen Auto!
Wie wir vermutet haben, bewegt sich vor uns nichts, da einfach die Zugmaschinen fehlen. Zum Glück kann ich zurück setzten und so sind auch wir schnell draußen. Die Kinder schlafen ein, sind aber bei unserer Ankunft kurz wach, als Oma sie in Empfang nimmt. Allerdings können sie im Halbschlaf nicht alles aus dem Urlaub erzählen, da ihnen die Augen wieder zu schnell zu fallen. Das wird aber nachgeholt!
FAZIT:
Dieser Urlaub war besonders! Wir hatten natürlich ausgesprochenes Glück mit dem Wetter. Nur ganz wenig Regentage/Stunden, immer um die 20 Grad und tolle Erlebnisse. Okay Mücken, die gehören halt einfach dazu, wenn man im Norden Urlaub macht, aber zum Glück jucken die Stiche einfach nur und bringen nicht noch blöde Krankheiten mit. Und so viele waren es auch wieder nicht!
Unsere Packtechniken müssen dringend überarbeitet werden, weil man ja eh immer zu viel mitnimmt. Aber andererseits kann man ja nicht ahnen wie das Wetter wird und so hatten wir diesmal zu wenige dünne Sommersachen dabei.
Unser Fahrzeugkonzept: Der Land Rover ist ein tolles Auto, aber irgendwie sind wir an die Grenzen gestoßen. Platz mässig zum einen, zum andern ist die Bequemlichkeit und der Reisekomfort eine wichtige Sache, gerade wenn man längere Touren macht. Und so komme ich am Ende unseres Urlaubes ins Grübeln…
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