Botswana 2007 - Kleinert-foto

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Botswana 2007

Reiseberichte

Botswana vom 03.09. bis zum 30.09.2007

1.Tag Mo. 03. September

Abflug Hamburg nach Dubai
Wir stehen früh um 6:30 auf, da es noch einiges zu erledigen gibt, und wir vor Erwartung auch nicht so gut schlafen können.
Meine Eltern holen uns um 11:30 ab und obwohl wir Stau vorm Elbtunnel haben, kommen wir früh am Flughafen an. Trotz unfreundlicher Check-In Schaltertöse bekommen wir für den Flug Hamburg-Dubai einen guten Sitzplatz am Notausgang. Um 15:10 startet der Flieger nach Dubai. Es sind sehr viele Teilnehmer vom Triathlon, der am Sonntag in Hamburg stattfindet, an Bord. Beim Zoll in HH gab es diesmal übrigens keine Probleme, wir müssen nicht einmal unsere Schuhe ausziehen. Als wir endlich um ca. 23:25 in Dubai landen, erwartet uns eine endlose Gurkerei über den scheinbar riesigen Flughafen. Dann müssen wir eine „tolle professionelle“ Kontrolle der Fotoausrüstung von vermummten Frauen über uns ergehen lassen. Der Flughafen ist irre voll, überall liegen Leute mit Ihren Gewändern und Tüchern auf dem Boden und pennen. Die Wartezeit ist echt ätzend und es geht erst nach 5 Stunden weiter.

2.Tag 04. September
Ankunft Joburg 10:35 Fahrt nach Mokopane / Übernachtung Jaagbaan B+B
Endlich geht es um 4:25 weiter - denken wir. Beim Boarding ist der Warteraum sehr voll bis überfüllt. Der Flug verspätet sich allerdings um eine Stunde! Und in der Boing 777-300 bekommen wir einen nicht so sehr guten Sitzplatz. Wir können kaum schlafen, aber es gibt wieder Computerspiele! Wir landen um 11:15 in Joburg. Zum Glück hat auch unser Gepäck den richtigen Weg gefunden. Alles ist da! Nur von Britz will uns keiner abholen. Die Geldtauschaktion dauert sehr lange, besonders an Pula zu kommen, ist kompliziert. Wir müssen die Euro erst in Rand und anschließend in Pula tauschen. Und für jeden Tausch gibt’s einen Schriftverkehr und natürlich eine Gebühr zu zahlen. Nachdem uns von Britz tatsächlich keiner abholen kommt, organisiert uns auch schon ein „offizieller“ Touristenguide am Flughafen unseren Transfer zu Britz, es handelt sich um ein privates Taxiunternehmen. Auf unsere Nachfragen hin, weiß der Fahrer angeblich genau, wo Britz ist. Als wir im Auto sitzen stellt sich aber heraus, dass er ständig telefonieren muss und irgendwelche Kumpels nach dem Weg fragen muss und bei uns steigt die Befürchtung gleich ausgeweidet über den Zaun zu hängen. Schließlich finden wir dann doch noch die Bitz-Station und dort stellt man fest, dass man den Abholer zum falschen Flug geschickt hat. Carmen erledigt mit uns den nötigen Papierkram, und Werner Ooisthuizen teilt uns mit, dass wir keine zusätzlichen Benzinkanister mitnehmen dürfen, er versichert aber, dass wir mit dem Doppeltank ohne weiteres die 8 Tage Moremi/Chobe schaffen werden, na hoffen wir mal! Dann ist der Wagen auch noch nicht mal fertig, ein Mechaniker schraubt noch fleißig herum und viele Bestandteile der Campingausstattung müssen noch vom sehr netten Einweiser (Lucas) herbeigeholt werden. Dies dauert natürlich bei afrikanischer Gelassenheit und Geschwindigkeit sehr lange. Anschließend gibt’s nochmals Papierkram und dann geht es endlich um 15:30 zum Einkaufen. Wir fahren nach Mokopane ins Jaagbaan B+B und kommen dort erst im Dunkeln um 19:05 an. Soviel zum Thema im Dunkeln nicht fahren. Wilma hat schon auf uns gewartet und begrüßt uns herzlich. Wir essen ne Schnitte vom gerade gekauften Toast und dann geht’s los, wir packen unsere Sachen entsprechend dem Gebrauch funktionell zusammen, damit Morgen das Auto vernünftig gepackt ist und wir schnell starten können. Beim Auto handelt es sich übrigens um: Neues Modell vom Toyota Hilux 3.0 Diesel. Sehr schönes Auto, zieht recht gut. Er hat allerdings schon 120.008 Kilometer herunter und macht ein kleines Klappergeräusch, wenn man beschleunigt. Aber das kennen wir ja viel schlimmer vom letzten Jahr. (also nochmal auf Holz klopfen!).

3.Tag Mi. 05. September
Fahrt nach Serowe / Camping Khama Rhino Sanctuary
Die erste Nacht auf afrikanischem Boden haben wir natürlich besser als im Flieger geschlafen, obwohl die Matratzen recht durchgelegen waren. Um 8:00 geht’s zum Frühstück. Es gibt lecker Bacon mit Ei, Sveni freut sich und haut ordentlich rein. Danach verstauen wir die ganzen Klamotten im Auto und starten um 10:00 nach Mokopane um die letzten Sachen bei Pick & Pay einzukaufen. Allerdings gibt es hier leider keinen Potje zu kaufen. Zur Grenze Martin`s Drift finden wir problemlos, allerdings wissen wir dann nicht, wo wir aus SA ausreisen können, da es recht chaotisch und unübersichtlich ist. Letztendlich ist alles ganz einfach, wir müssen zum Customs -"Stand", obwohl wir nichts zu verzollen haben und können dann ausreisen. Auf botswanischer Seite geht auch alles ganz easy, wir müssen wieder einen tollen Zettel ausfüllen und dann wieder zum Customs, haben abermals gesagt, dass wir nichts zu verzollen haben und können dann in Botswana einreisen. Dank GPS und der eingespeicherten Route finden wir die Strecke nach Serowe gut, auch bei den Veterinärzäunen können wir ohne jegliche Kontrollen durchfahren. Nachdem wir dann kurz vor Serowe eine total überfüllte „freie“ Tanke sehen (alle stehen für Diesel an), entschieden wir uns auch bei der nächsten Möglichkeit zu tanken. Dort müssen wir allerdings nicht warten, da es sich nämlich um eine Engeen Tanke handelt. Nebenan bei Spar kaufen wir dann noch unseren Fleischvorrat für die nächsten Tage ein. Kurz vor 17:00 kommen wir beim Khama Rhino Sanctuary an. Wir bezahlen die Übernachtung und finden dank der tollen Karte zwar das Camp aber nicht unseren Campsite Nr. 3. Wir stellen uns dann nach erneuter Suche auf Platz Nr. 2. Beim Zeltaufbau stellen wir fest, dass beim hinteren Zelt, alle Reisverschlüsse kaputt sind, so dass wir wohl oder übel, das 2te Zelt aufbauen müssen. Hier sehen wir auch ganz deutlich, dass dieses weniger in Gebrauch war. Das Duschen lassen wir ausfallen, denn Sveni hat Hunger und schmeißt lieber den Grill an. Es gibt ein riesiges Beefsteak, welches wir nicht durchgegrillt bekommen und dazu lecker Gemüseeintopf à la Silke und unser erstes Windhoek-Bier. Nachdem wir dann noch kurz abgewaschen haben, steigen wir um 22:00 ins Zelt.

4.Tag Do. 06. September
Fahrt nach Kubu Island / Camping
Um 5:30 klingelt der Wecker, doch es ist noch gar nicht hell. Also warten wir noch bis 6:00 bis wir aus dem Zelt herauskrabbeln. Wir haben nicht sehr gut geschlafen, Sveni tut alles weh und Silke war es zu warm im Zelt. Wir bauen das Zelt ab und machen fast ohne Frühstück (Silke isst nur eine kleine Banane) einen Game Drive, wobei wir nur ein paar Antilopen (Buschbock, Duiker, Wasserbock) und ein paar Strauße sehen, kein einziges Nashorn, Sveni ist sehr enttäuscht! Wir sind um 8:30 wieder im Camp, essen Wheetabix + Joghurt und gehen Duschen. Nachdem Silke das ganze kalte Wasser abbekommt, kann Sven dann endlich warm Duschen. Um 9:45 verlassen wir Khama und fahren auf einer sehr einsamen, eintönigen und langweiligen Teerstraße nach Letlhakane. Dort haben wir zuerst Probleme den gespeicherten Track Letlhakane – Kube Island zu finden, doch als es dann endlich über Track-back klappt, können wir unseren Weg fortsetzen. Leider fängt nach ca. 10 km eine breite aber wellblech-artige Schotterpiste an, die nach 20 km im Ort Mmatshumo landet. Dort halten wir im Kubu Island Office an, wo uns ein netter Ranger den Weg erklärt und dass es noch 45 km zu fahren sind und wir erst vor Ort den Eintritt zahlen müssen. Leider wird die Piste immer schlechter und sandiger, bis wir endlich auf die Salzpfanne zufahren, dort lässt es sich auch wieder besser fahren, allerdings ist dort auch weit und breit kein einziger Busch oder Baum in Sicht, so dass es richtig heiß wird. Ab und zu treffen wir noch auf ein paar Rinder. Dann kommt ein Veterinärzaun, uns werden 2 Tore geöffnet, ohne jegliche Kontrolle und gesagt, dass es noch 24 km bis Kubu Island sind. Wir treffen den ganzen Weg über kein weiteres Auto und kommen endlich um 14.45, nach ca. 3 Stunden Fahrt auf Kubu Island an. Wir wissen nicht wo wir uns hinstellen sollen denn es gibt nur ausgewiesene nummerierte Campsites. Nachdem wir ein deutsches Pärchen getroffen haben, kommt ein Ranger auf uns zu und meint Nr.1 sei am schönsten und dort wird er uns alles Weitere erklären. Nr.1 ist bei einem wunderschönen mehrere 1000 Jahre alten Baobab, der uns dank seines breiten Stammes viel Schatten spenden kann. Schatten haben wir zwar, dafür aber leider auch viele, nervige Fliegen! Wir faulenzen ein wenig und gehen dann um 16:30 wandern. Unterwegs machen wir viele netto Fotos von weiteren Baobabs und der riesigen Sowa Pan. Um 18:08 verpasst Sveni leider nur den Sonnenuntergang zu fotografieren. Um 19:30 grillen wir wieder lecker, genießen die totale Stille und bestaunen den wunderschönen klaren Sternenhimmel bis wir um 21:30 ins Zelt gehen.

5.Tag Fr. 07. September
Fahrt in das KCGR / Camping Sunday Pan (CKSUN04)
Wir stehen um 6: 00 Uhr auf, trinken Kaffee und frühstücken. Als wir mit Zeltabbauen fertig sind, kommt eine Mitarbeiterin des Community Camps und will, dass wir uns ins Gästebuch eintragen. Danach fragt Sie, ob wir für Sie etwas zu Essen haben, da Sie seit 3 Wochen auf Kubu Island sei, und danach nur immer für 4 Tage ins Dorf kommt. Wir geben Ihr die Würstchen, Toast und ein paar Äpfel. Nachher sehen wir, dass Sie auf dem Weg zu uns schon eine volle Tüte abgestellt hatte. Als wir aufbrechen wollen, entdecken wir hinten rechts einen etwas platten Reifen. Sveni prüft mit dem Kompressor den Luftdruck, und auf diesem Reifen bekommen wir nicht mehr als 2 Bar aufgepumpt, so ein Mist! Also machen wir uns so auf den Rückweg, und das GPS navigiert uns auch wieder gut bis nach Letlhakane. Dort bekommen wir dann an einer Tanke den Tipp, zu Gorombo zu fahren. Dort angekommen, werden wir zuerst von vielen Kindern umringt bis dann noch einige junge Männer auf uns zukommen. Sven schildert unser Problem und wir sollen unter ein Vordach fahren. Der Reifen wird abmontiert und es werden 2 Nägel im Reifen entdeckt, diese werden entfernt und mit Rema Tiptop (aus Deutschland!) die Löcher geflickt. Alle wollen sie von uns wissen, wie es denn in Deutschland sei, ob man dort Arbeit bekommt, was man so verdient, usw, Sie hätten gehört, dass in Deutschland alles so toll sei und irgendwann wollen Sie dort auch mal hin. Für die schnelle Hilfe mussten wir 11 Pula zahlen. Dann geht die Fahrt weiter bis Rakops auf der Teerstraße. Dort wollten wir noch die restlichen Dinge einkaufen, vor allem Würstchen und Brot. Dafür müssen wir von der Hauptteerstrasse ins Dorf abbiegen, die Teerstraße wird immer schlechter und wir merken bald, dass es hier bestimmt keinen Spar oder ähnliches gibt, auch gibt es kein öffentliches Telefon, von dem wir bei Britz wegen des Kühlschrankes/Batterie anrufen können. Wir fahren dann zu einem kleinen Supermarket & Bakery, der keine große Auswahl hat, so dass wir auch nur Brot, Brötchen und Wasser kaufen können. An der Kasse wurde mit Sven "geflirtet", man will wissen wie groß er denn sei und die Frauen müssen herzlich lachen. Aus Rakops heraus nutzen wir wieder das GPS, damit wir die richtige Straße zum Central Kalahari Game Reserve finden. An der Piste angekommen, kann Sven es kaum fassen! Ein Sandpad gerade breit genug für ein Auto, dazu noch teilweise tiefsandig und richtig buckelig. Und das für 45 Kilometer!!! Wir überstehen aber auch das ohne Probleme, so dass wir ca. 16:00 beim Matswere Gate ankommen und freundlich begrüßt werden. Wir erfahren, dass in der Sunday Pan Waterhole kein Wasser ist, und es überhaupt nur an der Letiahau und an der Motopi Waterhole Wasser gibt, an den anderen war der Techniker halt noch nicht!?! Komisch ist auch, dass auf meiner Bestätigung für Sunday Pan Camp 4 steht, es laut Plan aber nur 1-3 gibt, der Ranger kann mir auch nicht weiterhelfen und meint 4 gibt es dort schon irgendwo. Sven hat mittlerweile von 2 Südafrikanerinnen erfahren, dass Sie an der Sunday Pan schon an 2 aufeinander folgenden Morgen einen Ardwolf gesehen haben und wir uns Wasser mitnehmen sollen, und Sie uns sozusagen Feuerholz an Camp 2 liegengelassen haben. Wir haben dann unsere Fahrt ohne große Tiersichtungen fortgesetzt und kommen um 17:45 am Camp 2 an und es kommt auch keiner vorbei der uns den Platz hat streitig machen wollen. Beim Zeltaufbau haben wir Besuch von einem Steenbock und einer Henne bekommen, die Sven gierig die vorbeitropfenden Wassertropfen wegtrinkt. Wir kochen uns schnell eine Tütensuppe und essen diese auf dem Autodach. Mittlerweile ist es stockdunkel und wir sind froh das Licht vom Feuer zu haben. Um 20:00 krabbeln wir in unser Zelt.

6.Tag Sa. 08. September
KCGR / Camping Sunday Pan (CKSUN04)
Wir stehen um 6:00 auf, unsere erste Nacht in der Central Kalahari war absolut totenstill, wir haben keinerlei Geräusche gehört. Nach unserm Frühstück, welches aus einem Joghurt und Toast besteht, müssen wir einfach unter die Dusche, wir füllen den Eimer mit Wasser und Duschen zur Erfrischung kalt (es gibt auch keine andere Alternative…) Kurz vor 8:00 fahren wir in Richtung Letiahau Valley (mit der funktionierenden Wasserpumpe). Wir nehmen den Weg um die Sunday Pan, aber machen leider keine spektakulären Tiersichtungen. Unterwegs hängt sich Sven an einen toten Baum um Feuerholz zu bekommen. Erst als wir im Deception Valley sind, sehen wir vermehrt Oryx, Springbocks, Riesentrappen, Singhabichte, Erdhörnchen, und Schakale. Wir treffen einen Münchner mit seinem Landy, der heute Morgen 200 m vom Waterhole entfernt ein Löwenmännchen gesehen hat. Als wir ans Wasserloch kommen, ca. um 12:00, stehen dort 3 Ranger oder Elektriker und wir sehen keine Tiere. Wir fahren 7 km weiter zum Letiahau Camp, um dort zusammen mit vielen Fliegen, Toast mit Rosa Fleischwurst und Käse zu essen. Danach fahren wir wieder zum Waterhole und stellen uns dort von 13-14:30 zu 2 Südafrikanern. Wir haben in der Hitze Oryx, Springböcke und einen braunen jungen Adler beobachten können, der aber lieber auf dem Boden herumläuft anstatt zu fliegen. Letztendlich trinkt er doch noch am Waterhole, so dass Sveni glücklich seine Fotos machen kann. Wir haben uns dann doch entschieden lieber wieder in Richtung Matswere Gate zu fahren, und uns um 17:00 im Kori Camp 3 hingestellt und erst einmal Essen (Zwiebel, Paprika, Tomaten-Käse-Pfanne mit Toast ohne Windhoek) zubereitet. Das Zelt stellen wir erst nach dem Essen auf, da wir nicht sicher sind, ob nicht doch irgendwer dieses Camp gebucht hat, was aber nicht so ist. Wir genießen den schönen Ausblick und den Sonnenuntergang und gehen dann aufs Autodach und speichern und schauen unsere Fotos an. Ein wenig nervig finden wir die ganzen Vögel und die "Barking Geckos", die wirklich Lärm machen, wir befürchten, dass sie Alarm schlagen, weil ein Raubtier kommt, wir können aber nichts sehen und gehen wieder um 20:00 ins Zelt.

7.Tag So. 09. September
Fahrt nach Maun / Übernachtung Maun Lodge
Um 6:00 klingelt wieder einmal unser Wecker, wir quälen uns aus den Schlafsäcken, da die Nacht, dank der nervigen Vögel nicht sehr ruhig war. Nachdem wir lecker Wheetabix gegessen haben und Kaffee getrunken haben, fahren wir ohne zu Duschen um 7:30 los. Nach einem kleinen Schlenker durch das Deception Valley, sehen wir in weiter Entfernung 2 Honey Bagder, ansonsten aber nur die üblichen Antilopen und kleinen Greifvögel. Wir fahren dann auf dem direkten Weg zum Matswere Gate ca. 38 km, treffen unterwegs weitere Touristen mit einem Britz Camper, einer davon sieht aus wie „Jesus“. Am Gate rät uns der Ranger den Weg parallel zum Game Reserve Zaun zu nehmen und am nächsten Gate Kuke Corner den Weg wieder Richtung Hauptstraße Rakops zu fahren, denn der gesamte Weg 95 km Richtung Norden soll ziemlich tiefsandig sein. Nachdem wir die 20 km zum Kuke Corner geschafft haben, sind wir einfach mal mutig und entscheiden uns für die weiteren 75 km Sandpiste bis nach Makalamabedi. Teilweise ist die Piste wirklich tiefsandig, ist aber trotzdem ohne Luft abzulassen gut zu bewältigen. Als wir die Hälfte geschafft haben, sehen wir eine Frau mit Kind am Pistenrand stehen, und entscheiden uns diese mitzunehmen. Als wir anhalten, sehen wir allerdings, dass auch ein Mann und eine weitere Frau mitwollen. Wir haben zwar ursprünglich gesagt, dass wir nur Platz für 2 haben, aber was soll's? Wir packen die restlichen Sachen, die noch auf der Rücksitzbank liegen in den Kofferraum und alle 4 setzen sich hinter uns, machen einen freundlichen Eindruck und lachen viel, allerdings verstehen Sie nur sehr wenig Englisch, das Kind 6 Jahre alt, schaut mit großen Augen nach vorne durch die Scheibe. In Makalamabedi setzen wir alle ab und merken, dass der Mann gar nicht zu den Frauen gehört, die beiden Frauen bedanken sich herzlich bei uns mit Händedruck. Wir schlagen zuerst die falsche Richtung ein und fahren dann nachdem wir das GPS eingeschaltet haben durch ein Veterinärgatter die richtige Straße Richtung Maun. Außerhalb des Dorfes machen wir zum ersten Mal Fahrerwechsel und Silke fährt, ist auch gar nicht schlimm, außer das Umgewöhnen mit links zu Schalten, macht mir zu schaffen. In Maun ist Sven wieder Fahrer, wir biegen zuerst falsch ab. Nachdem ich dann aber doch im Reiseführer nachschaue und die Maun Lodge dort auch eingezeichnet ist, finden wir unseren Weg. Wir checken an der Rezeption ein und räumen unsere ganzen Klamotten in das Chalet. Dann geht's ab unter die Dusche - , was für eine Wohltat! Um 17:00 fahren wir mit dem Auto die Werkstatt von Mac Mc Kenzie suchen (nachdem wir vorher an der Rezeption nachgefragt haben). Die Beschreibung ist allerdings nicht so toll, und wir finden auch nirgends ein Schild mit dem Namen, d.h. nochmals fragen oder Morgen früh nochmal suchen fahren. Danach heben wir bei Barclays mit Visa 2000 Pula ab (meine Postbank Sparkarte will der Automat nicht annehmen). Wir kaufen für Sveni noch eine neue Zahnbürste und nachdem wir nichts richtiges zum Essen-Gehen gefunden haben, fahren wir wieder zur Lodge und gehen dort ins Restaurant. Dort sind wir die ersten Gäste, wir bestellen Botswana Bier St. Louis, very light 3,5% und einen Griechischen Salat und Sveni bekommt ein 400g Rumpsteak mit crispy frensh fries und Brokkoli + Karotten, Silke isst „Seswaa“ (traditional homemade pounded beef served with papa (Maisbrei)). Es hat ein wenig nach Gulasch geschmeckt, allerdings ist das Fleisch irgendwie gegart und dann ganz klein gemacht, ähnlich wie Biltong. Nachdem wir die ganzen Insekten draußen am Fenster kleben sehen (darunter auch Moskitos) entscheiden wir uns doch dazu beide Malerone zu nehmen. Um 22:00 gehen wir schlafen und zwar 8.230,8 km von zu Hause entfernt.

8.Tag Mo. 10. September
Fahrt in das Moremi WR / Camping South Gate (MM7)

Die Nacht in der Maun Lodge war nicht sehr erholsam, ständig wurden wir wach, weil entweder Mückenstiche juckten oder mitten in der Nacht um 3:00 Leute Ihr Auto bepackt haben und dabei lauthals diskutierten. Wir stehen trotz allem um 6:00 auf, packen das Auto und gehen dann nochmals lecker im Hotel frühstücken. Anschließend fahren wir zu Mac Mc Kenzie, um dort unseren Kühlschrank, bzw. Batterie wieder in Ordnung zu bringen. Mac, ein lustiger Kerl, bringt uns zu Arthur, eine Werkstatt nur mit Schwarzen, die sich speziell nur um die Autoelektrik kümmern. Arthur prüft, als er die Batterie ausgebaut hat, verschiedene Sachen und stellt schließlich fest, dass das Relais, welches bei laufendem Motor die Ladung der Batterie steuert, kaputt ist. Er setzt ein neues Relais ein und überbrückt die Kabel, da die Batterie noch zum Laden bei Ihm bleiben muss, denn normalerweise muss diese 24 Stunden laden. In der Zwischenzeit fahren wir los und versuchen unsere Gasflasche aufzufüllen, dieses stellt sich allerdings als äußerst schwierig heraus, denn wir werden von einem Geschäft zum anderen geschickt, so lernen wir zumindest Maun kennen. Mica eine Art Baumarkt hat zurzeit kein Gas aber wir sollen in 2 Stunden nochmal wiederkommen, da er bis dahin die Gaslieferung erwartet. Wir kaufen noch in 2 Sparläden die restlichen Sachen für die nächsten 8 Tage ein und heben Geld beim ATM der First National ab (ohne Probleme mit meiner Postbank Sparkarte). Dann fahren wir wieder zu Arthur, der uns die Batterie einbaut und wir endlich wieder einen kühlenden Kühlschrank haben. Anschließend tanken wir unseren Dieseltank voll und starten die Tour zum Moremi. An der Straße kaufen wir noch 3 Mal Holz für je 5 Pula. Nachdem die ersten km noch Teerstraße sind, fängt danach eine breite, hucklige mit Spurrillen durchzogene Sandpiste an. Nach 2,5 h Fahrt kommen wir um 16:00 beim South Gate an, klären noch den Tausch der Camps Xakanaxa – North Gate ab und fahren dann zum Campsite. Da es zur Zeit kein Wasser am South Gate gibt, sind wir die einzigen Camper, ausser den vielen Bauarbeitern, die an neuen Ablutions arbeiten. Wir grillen lecker und gehen dann um 20:00 ins Zelt. Aber auch diese Nacht soll nicht sonderlich erholsam sein. Zuerst kommt noch ein LKW aus dem GR gefahren. Dann so etwa gegen 22:30 Uhr kommt der Abschleppwagen, den wir vohin haben hineinfahren sehen wieder aus dem Park heraus, mit einem Wagen am Haken. Das macht Mut!

9.Tag Di. 11. September
Moremi WR / Camping 3 rd Bridge (MT2)
In der Nacht werden wir dann auch noch mehrmals von einer oder mehreren Hyänen besucht. Wir hören die Schritte im Laub, als sie vorbeitappst. Zu unserem Pech hat die Hyäne schließlich unseren 5L Wasserkanister mit Brauchwasser gefunden, den wir unterm Auto vergessen haben. Mit einem lauten Knacken nimmt sie sich den Kanister vor und beißt den Verschluss ab. Anschließend macht sie sich über das Wasser her. Auch das Anleuchten mit der Taschenlampe bringt nur kurzzeitig Ruhe, da sie einfach mit dem Wasser weiter in den Busch zieht. Irgendwann in der Nacht hören wir noch in weiter Ferne Löwengebrüll. Um 6:00 klingelt schließlich unser Wecker, wir stehen – noch nicht ganz ausgeschlafen - auf, Frühstücken und „gönnen“ uns eine kurze Katzenwäsche. Der Toilettengang gestaltet sich ein wenig schwierig, da die Bauarbeiter langsam anrücken und wir keinen richtigen Busch zum verstecken finden. Die Fahrt nach 3rd Bridge verläuft über eine schaukelige Piste, was aber erst der Anfang sein wird, wie sich später herausstellt. Wir sehen friedlich grasende Zebras und Impalas und fahren an der 1st und 2nd Bridge vorbei (überqueren kann man Sie auch nicht mehr). Das 3rd Bridge Camp ist schon recht gut besucht. Nicht nur, dass gerade eine kleine Herde Elefanten durch das Camp zieht, auch sind schon einige Plätze belegt, unter anderem auch unser Platz Nr. 2. Wir kochen unter einem schattigen Bäumchen Nudeln, beobachten Italiener, die mit 5 Mann in einem Nissan DC unterwegs sind, und unterhalten uns mit einem Amerikaner. Nach einer erfrischenden Dusche fahren wir gegen 15:30 eine Runde um Mboma Island. Der erste Teil ist wie überall hier eine regelrechte Holperpiste. Wir sehen Rote Moorantilopen, Giraffen, Warzenschweine und Impalas. Der Rückweg gestaltet sich etwas schwieriger, da er größtenteils durch eine Art Wald geht. Ewig bleibt das Auto im Gestrüpp hängen und nach jeder S-Kurve warten neue Löcher auf uns. Kurz vor 18:00 sind wir wieder im Camp und welch Wunder unser Platz ist immer noch nicht frei. Anscheinend wird das mit den Reservierungen doch nicht so ernst genommen. Also suchen wir uns ein anderes freies Plätzchen und stellen uns so ziemlich in die Mitte des Camps vor ein großes Gebüsch, in guter Reichweite zu den Toiletten und Duschen. Wir schmeißen ein Feuer an, essen unsere Brotstulle, schauen die Bilder am Laptop an und schreiben Tagebuch. Die Befürchtung um 18:30 ins Zelt gehen zu müssen, erfüllt sich hier zum Glück nicht! Erst gegen 21:00, als es im Camp so langsam ruhiger wird, suchen wir auch unser Zelt auf. Nur ein paar Südafrikaner halten noch ein wenig länger durch.

10.Tag Mi. 12. September
Moremi WR / Camping 3 rd Bridge (MT2)
Wie immer klingelt gegen 6:00 der Wecker. Wir essen unsere Weetabix, spritzen uns ein bisschen Wasser ins Gesicht und bauen das Zelt ab. In der Zwischenzeit werden die seit 30 Jahren hier campenden, ach so schlauen Südafrikaner von den Pavianen um ein Brot erleichtert! Wir starten unsere Tour um ca. 7:30 in Richtung Xakanaxa. Wie immer wechselt sich die Piste ab mit Tiefsand, großen Schlaglöchern und sehr einfach zu fahrenden Passagen. Kurz vor der Abzweigung zum Lions Park sehen wir schon eine große Büffelherde. Aber als wir dann an eine Wasserfurt fahren, sehen wir eine Büffelherde die bestimmt 400-500 Tiere umfasst. Diese überquert fluchtartig die Wasserfurt und erzeugt eine große Staubwolke. Hinter der Büffelherde taucht plötzlich ein Rangerfahrzeug auf und von der Seite kommt noch ein Game Drive Vehikel. Dieser fragt uns, ob wir den Leoparden gesehen haben, der gestern hier war. Auch erfahren wir, dass sich bei Xakanaxa Löwen (2 Männchen, 6 Weibchen) über einen Elefanten hermachen. Wir setzen also unseren Weg in Richtung Xakanaxa Camp fort, sehen allerdings kurz vor dem Camp keinen Elefantenkadaver, aber nehmen einen sehr strengen Geruch wahr. Einen Augenblick später verspürt Sven den Drang sich zu erleichtern und springt in die Büsche. Im Camp machen wir – etwas enttäuscht, dass wir die Löwen nicht entdeckt haben - unsere Mittagspause und gehen Duschen. Hier in der Gegend sind anscheinend viel mehr Leute unterwegs und so ist auch das Toilettenhäuschen umlagert von vielen Game Drive Peoplen. Auf der Rücktour kommen wir wieder an der Stelle vorbei, an dem der üble Geruch ist. Hier liegt nun eine Löwin platt im Gras und auch der Elefantenkadaver ist jetzt zu sehen, wenn man ein wenig in die Büsche schaut. Die ersten Fotoszenen mit den Löwen beginnen. Als wir genug Bilder von einer schlafenden Löwin gemacht haben, fahren wir ein Stückchen weiter und bemerken zwei Fahrzeuge in den Büschen. Hier liegen drei weitere Löwinnen und ein Löwe im Gestrüpp an einem Wasserloch. Diesen Platz werden wir in den kommenden Tagen noch öfters aufsuchen, denn es ist anscheinend ein Stammplatz der Löwen. Die Rückfahrt nach 3rd Bridge verläuft unspektakulär bis auf die Büffelherde, die sich bis zur 4th Bridge bewegt hat und ein paar Elefanten mit Jungtieren kurz vorm Camp. Unterwegs sammeln wir noch etwas Holz für unser Lagerfeuer und im Camp selbst fällt uns die Wahl unseres Schlafplatzes ein wenig schwierig, da unser Platz immer noch belegt ist. Wir finden schließlich mit Hilfe von einem Südafrikaner, der uns versichert, dass dieser Baum nicht von den Pavianen geliebt wird, einen schöneren Platz als gestern. Einen Augenblick später kommen noch zwei Münchner (Wolfgang und Manuela) hinzu, die sich neben uns stellen. Wir sitzen gemeinsam ums Feuer, essen unsere Stulle und berichten von unseren bisherigen Reiseerlebnissen. Plötzlich werden wir im Dunkeln von „Geschrei“ unterbrochen. Die Hyänen sind da! Wir legen etwas mehr Feuerholz auf und leuchten in die Büsche. Schließlich sollte hier vor ein paar Wochen ein kleines Kind von einer Hyäne angefallen worden sein! Als es im Camp ruhiger wird, machen wir uns ebenfalls so langsam bettfertig. Kaum ist Silke die Leiter hoch gekrabbelt, schon schleicht eine riesige fette Hyäne direkt am Auto vorbei. Auch Manuela springt schnell ins Auto. Aber die Hyäne trollt sich wieder und sucht weiter nach Fressbarem. Um 22:15 schlafen wir ein.

11.Tag Do. 13. September
Moremi WR / Camping Xakanaxa
In der Nacht werden wir von schnaubenden Geräuschen geweckt, die von Elefanten stammen, die mitten ins Camp zum Fressen kommen. Während Sven aufwacht und feststellt, dass das Zelt noch da ist (man kann die Elefanten nicht riechen, also sind sie nicht so nah) und wieder einschläft, bleibt Silke eine Stunde lang wach und wagt sich kaum zu bewegen, da die Elefanten direkt neben unserem Auto zu fressen scheinen. Um 6:00 klingelt der Wecker und es gibt wieder Weetabix und Wasser fürs Gesicht. Am Rande des Camps steht ein Fahrzeug und keine 5 Meter von diesem entfernt steht ein riesiger Elefantenbulle und frisst genüsslich. Er lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Etwas später als sonst geht es auf die Reise nach Xakanaxa. Wir nehmen die gleiche Route wie gestern und sehen erneut die riesige Büffelherde. Kurz vor dem Camp entdecken wir wieder die Löwen am Wasserloch, während die andere Hälfte noch beim Elefanten ist. An dem Wasserlauf entdecken wir noch das zweite Männchen, welches faul im Schatten liegt. Das Camp ist sehr voll und so stehen wir weit entfernt von den Toiletten um Mittag zu essen. Später fahren wir, nachdem wir bei der Bootstation gefragt haben, was eine Tour kostet (350 Pula pro Boot), zu den Duschen. Anschließend machen wir uns auf den Weg nach Dead Tree Island, zur Auswahl stehen eine total marode „Brücke“ oder eine Wasserdurchfahrt, die allerdings recht breit ist. Nachdem wir beide ausgestiegen sind und versucht haben die Wassertiefe zu ermitteln, haben wir uns für die Wasserdurchfahrt entschieden. Die haben wir allerdings ziemlich unterschätzt, da die Fahrspur recht ausgewaschen ist und das Auto bis zu den Lüftungsschlitzen im Wasser war. Zum Glück ist uns dabei der Motor nicht ausgegangen. Für den Rückweg haben wir leider auch keine andere Alternative, da die "Brücke" zerfallen ist und der einzige Weg durchs Wasser führt! Also "Augen zu und durch". Anschließend geht es wieder zu den Löwen, denn wir wissen ja wo sie liegen. Eine Löwin am Kadaver bekommt noch den Spieltrieb und springt auf einem Baum und hat anschließend Probleme wieder herunter zu kommen. Das eine Männchen hat seine Position verändert und liegt jetzt nahe an der Stelle, wo wir gerade Feuerholz sammeln. Zum Glück weist uns ein netter Game Driver darauf hin. Abends im Camp stehen wir auf Platz 2, da wir ja nur „Reserver“ sind. Wir bauen das Zelt unter einem Baum auf, machen Feuer und essen unsere Stulle. Im Dunkeln wollen wir noch unsere Bilder anschauen, aber hier ist es durch die Weitläufigkeit irgendwie unheimlicher, obwohl insgesamt mehr Menschen hier sind. Wir werden von Mücken attackiert und schon bald sucht uns eine Hyäne auf, zum Glück nur eine kleine, die sich noch verscheuchen lässt. Also kriechen wir Hals über Kopf in unser Zelt und sind um kurz nach 20:00 im Bett.

12.Tag Fr. 14. September
Moremi WR / Camping Xakanaxa (MX3)
Heute Nacht haben wir einen Elefanten durchs Sumpfgebiet waten gehört, der anschließend in der Nähe an den Büschen herumknabberte, allerdings noch in sicherer Entfernung. Um 6:00 klingelt wieder einmal der Wecker und wir müssen feststellen, dass unser ganzes Zelt von den vom Baum heruntergefallenen Blüten klebt – was für ein „Saukram“. Nachdem wir dieses so gut es geht abgewischt haben und uns mit Wheetabix gestärkt haben, brechen wir um 7:15 zu dem Elefantenkadaver auf. Eine Löwin ist noch am Fressen, die anderen lassen sich zuerst nicht aufspüren, bis uns ein netter Südafrikaner den Weg zu dem Rudel weist. Dafür müssen wir wieder eine kleine Wasserdurchfahrt auf uns nehmen, aber diese ist nur 1/100 so schlimm wie die gestrige bei Dead Tree Island. Als wir ankommen, liegen alle Löwen in einem kleinen Bachlauf unter einem großen Baum, wir zählen eines der Löwenmännchen und sechs Weibchen, die sich auch nach und nach in den Schatten legen und somit näher auf uns zukommen, allerdings noch immer durch irgendwelche Büsche und Zweige versteckt. Leider kommt eine Tourguidegruppe nach der Nächsten, die zum Teil „off track“ durchs Gestrüpp auf die Löwengruppe zufahren! Wir verlassen den Schauplatz und nachdem wir noch ein wenig den Wasserlauf abgesucht haben, sind wir um 11:00 im Camp und stellen uns im Schatten eines Baumes auf Platz MX2, um unser Mittagessen Nudeln und Tomaten, Zwiebel, Thunfisch-Sauce zuzubereiten. Dieses dauert Widererwarten ziemlich lange, da die Gasflaschen nicht richtig arbeiten und wir trotz der Hitze ca. 1,5 h brauchen, bis endlich das Wasser kocht! In der Zwischenzeit kommt ein Touroperator mit 3 Deutschen Touris, die sich mit Ihren Zelten auf unserem Platz MX3 breit machen – auch hier also werden die Reservierungen anscheinend nicht ernst genommen oder die Plätze doppelt vergeben. Nachdem wir dann ca. um 14:00 essen können, hüpfen wir schnell unter die Duschen, um anschließend Richtung Paradise Pools zu fahren. Wir fahren am Xakanaxa Airstrip vorbei und dann durch Mopanewald ohne große Tiersichtungen. Nach 14 km merken wir, dass wir schon längst an den besagten Pools vorbeigefahren sein mussten und kehren um. An einer Wasserstelle hat uns zuerst ein Elefant in unmittelbarere Nähe den Rückweg versperrt. Schließlich finden wir auch die Paradise Pools, allerdings ohne nennenswerte Tiersichtungen. Im Wald in der Nähe des Camps sammeln wir noch unser Feuerholz und entdecken einen Kadaver d.h. ein paar Rippen. Anschließend fahren wir zu der Stelle, wo die Löwen heute Morgen lagen, allerdings ist weit und breit kein Löwe mehr zu sehen. Im Camp angekommen, bauen wir unser Zelt auf, Sveni entfacht das Feuer und wir verspeisen unsere Stulle und gehen um 20:00 ohne Hyänenbesuch ins Bett.

13.Tag Sa. 15. September
Moremi WR / Camping North Gate (MK6)
Nach dem Frühstück, treten wir unsere Weiterreise nach North Gate an, wir fahren allerdings vorher noch kurz beim Elefantenkadaver vorbei und können uns von 2 noch fressenden Weibchen verabschieden. Wir haben uns für die nördliche Route entschieden, die lt. Reiseführer in der Regenzeit meistens gesperrt ist und sind an den Paradise Pools vorbeigefahren. Außer Moorantilopen und Impalas haben sich kaum Tiere blicken lassen. Nach mehr als der Hälfte der Strecke wird es plötzlich total sumpfig und wir hätten eine Wasserdurchfahrt vor uns, die wir aber nicht noch einmal riskieren wollten. Somit fahren wir links in die Büsche einen vermeintlichen Ausweichweg, der irgendwann allerdings nicht mehr weiterführt, d.h. links, rechts und vor uns nur Sumpf. Also drehen wir verärgert um und müssen den ganzen Weg wieder zurückfahren. Mittlerweile entdeckt Silke auf Rolands Hintergrundkarte im GPS den Hinweis, dass ab dort die Strecke „not recommended „ sei. Auf dem Rückweg geben wir 3 Italienern noch den Tipp am besten gleich umzudrehen. Auf der Parallelstrecke fährt Silke das erste Mal auf einer Sandpiste! Auf dem Weg zu den Hippo Pools hätten wir schon wieder durchs Wasser fahren müssen, so dass wir nachdem wir den Pool mit den Ferngläsern abgesucht haben und nur in weiter Ferne Hippos gesehen haben, umkehren. Wir nehmen einen anderen Weg und erreichen den baufälligen Hide bei den Hippo Pools. Aber auch hier gibt es außer Hippos und Roten Moorantilopen nichts Außergewöhnliches zu sehen. Ein Touroperator berichtet uns, wo es Löwen zu sehen gibt, aber auf dem Weg dorthin, hätten wir wieder sumpfiges Gelände durchqueren müssen, so dass wir uns dagegen entscheiden und zum North Gate ins Camp fahren. Dort stehen wir zum ersten Mal auf unserem Campsite MK6. Schnell stellen wir fest, dass hier viele aktive Meerkatzen und Paviane zu Hause sind. Nachdem wir in der Hitze Nudeln gegessen und bei den sehr notdürftigen Ablutions geduscht haben, fahren wir noch eine Runde am Khwai River entlang. Es ist hier teilweise wirklich schön grün und wir treffen auf viele Hippos, Moorantilopen und in weiter Ferne Elefanten. Nachdem wir unser Feuerholz für den Abend gesammelt haben, treffen wir noch auf ein Paar genügsame Warzenschweine und essen anschließend im Camp die vom Mittag übrig gebliebenen Bratnudeln. Aus Vorsicht vor möglichen Überfällen, von denen wir im Internet gelesen hatten, räumen wir kurzerhand unsere Rücksitzbank leer und gehen um 20:00 ins Zelt.

14.Tag So. 16. September
Fahrt in den Chobe NP / Camping Savuti (CV1)
Die Nachtruhe wurde des Öfteren durch Tierrufe (Hippos, Hyänen und Affen) unterbrochen. Wie immer stehen wir um 6:00 mit Hilfe des Weckers auf. Nach unserem Weetabix-Frühstück, drehen wir noch eine Runde am Khwai River, sehen aber ausser den Roten Moorantilopen, Kudus und Impalas, nichts Weiteres. Gegen 8:30 fahren wir über die North Bridge und verlassen den Park. Unseren Müll sollen wir einfach um die Ecke in die Behälter werfen. Dort brennt auch schon in einem Fass der Plastikmüll. Sehr umweltbewusst!
Im kleinen Örtchen Khwai kauft Silke noch etwas beim Shopping Center (der aus einer kleinen Hütte besteht) ein (Brötchen und eine Zwiebel). Die Fahrt am Morgen hätten wir uns im Moremi sparen können, da wir nun genau an der anderen Uferseite entlang fahren. Wir sehen sogar wesentlich mehr Tiere als rund um das Camp North Gate. Die Strecke ist mal sandig, buckelig und mal kurvig, aber insgesamt lässt sich das erste Stück gut fahren. Unglücklicherweise verliert Sven beim kauen eines Gummi-Apfelringes eine Zahnkrone. Danach ist die gute Laune natürlich erst einmal dahin. Die Piste führt nun durch Mopane-Gestrüpp und wird auch zusehends schlechter. Um ca. 12:00 erreichen wir das Mababe Gate. Vor uns steht schon ein Gamedrive Vehikel. Wir stellen uns etwas abseits unter einen kleinen Baum. Wir müssen wie immer einige Zettel ausfüllen, zeigen unser Permit und dürfen einfahren. Allerdings wird die Einfahrt durch einen weiteren Tourguide blockiert, der auch keine Anstalten macht wegzufahren, bevor er nicht auch sein Papierkrams erledigt hat. Somit nehmen wir die Absperrkette der anderen Seite nach einiger Warterei weg und fahren los. Die Piste ist sozusagen „saumässig“ und die Landschaft eintönig langweilig und vertrocknet, da es kein Wasser gibt. Plötzlich erscheint der uneinsichtige Tour Operator im Rückspiegel. Diesen Platz muss er auch für die nächsten Kilometer einnehmen, denn ich will ihn ein wenig belehren und habe ihn aus Protest nicht vorbeigelassen. Seine Gäste stauben schön ein und sind überglücklich als wir eine Pinkelpause einlegen und sie vorbeifahren können. Das Savuti Camp erreichen wir gegen 14:30. Wir kochen uns Nudeln mit Würstchen und gehen duschen. Anschließend treffen wir Manuela und Wolfgang wieder, die berichten, dass Sie sich schon richtig festgefahren haben, da sie anscheinend auch nur so nach Abenteuer aus sind. Da wir den Ranger gefragt haben, wissen wir, dass es nur an drei Stellen im Park Wasser gibt. Direkt hinterm Camp an der Pump Pan, an der Rhino Vlei und an der Marabou Pan. Bei der ersten treffen wir auf viele Elefantenbullen und als wir die zweite aufsuchen, finden wir eine Hyäne, die genüsslich ein Bad nimmt. Wir treffen dort auch wieder auf ein vermutlich deutsches Pärchen, welches zum Filmen bevorzugt aus dem Fahrzeug aussteigt und sich dann wundert, warum die Tiere weglaufen. Vielen Dank! Auf dem Rückweg, sammeln wir unser Feuerholz und Sven sieht mit Hilfe von anderen im Schumriegen ein paar Flecken von einem Leoparden? Im Camp angekommen, kochen wir Suppe, machen Feuer und bereiten uns auf die Nacht vor. Uns besuchen noch zwei Honigdachse, die unbeirrt Ihre Bahn ziehen. Gegen 21:00 klettern wir ins Zelt.

15.Tag Mo. 17. September
Chobe NP / Camping Savuti (CV1)
Gegen 4:00 werden wir durch recht nahes Löwengebrüll aus dem Schlaf gerissen. Um kurz vor 6:00 klingelt unser Wecker, ob wir die Löwen wohl heute entdecken werden? Wir entscheiden uns, diesmal unser Frühstück im Auto zu uns zu nehmen, so dass wir schon gegen 6:40 aus dem Camp herausfahren. Das Wasserloch am Camp zeigt nichts interessantes, also fahren wir wieder zum Rhino Vlei. Dort angekommen, sehen wir 7 Hyänen, die trinken, dann ins Wasser machen und anschließend dort baden gehen. Einige trollen sich nach einer halben Stunde wieder. Plötzlich taucht eine Herde Gnus auf, die die Gefahr allerdings bemerkt. Nun stehen sich ca. 30 Gnus und 2 Hyänen gegenüber und keiner weicht zur Seite. Schließlich gewinnen die Gnus doch die Oberhand und die verbliebenen Hyänen trollen sich ins Gestrüpp. Langsam kommen die Gnus zum Trinken und trauen sich immer näher ans Wasser. Jetzt wird es auch Zeit für uns, unser Frühstück einzunehmen. Es kommen später noch Impalas und Kudus dazu. Plötzlich stehen wir mittendrin im Geschehen. Als wir vor über einer Stunde geparkt haben, waren wir weit genug von den Hyänen entfernt. Da jetzt die Tiere rund ums Wasserloch stehen, sind sie recht nah bei uns. Schon kommt ein Game Driver, der uns gestern noch sehr sympathisch erschien, da er die Leute ermahnt hat, die aus ihren Fahrzeugen ausgestiegen sind, zu uns und sagt wir sollen nicht so nah an die Tiere fahren und unser Auto fortfahren. Gesagt getan und wie zu erwarten, verschwinden alle Tiere, als wir den Motor anlassen. Da nun alle Tiere „verscheucht“ sind, beschließen wir, zur Marabou Pan zu fahren, die 3. noch Wasser führende Stelle. Dort angekommen, sehen wir einige Elefanten trinken und zwei Schakale im Schatten eines Baumes liegen. Diese verschwinden kurz, als wir vorbei fahren, kommen aber bald wieder. Einige Game Driver nehmen in einiger Entfernung ihr Frühstück zu sich. Ein dritter Schakal kommt und verschwindet mit den beiden anderen in einem Elefantenkadaver, der in der Nähe des Wasserlochs liegt. Dieser riecht ein wenig streng, aber nicht so schrecklich wie der in Xakanaxa. Auf dem Weg ins Camp fahren wir noch bei den Rock Paintings vorbei. Mittlerweile ist es zwar schon fast 12:00 und recht warm, aber wir wollen trotzdem den Hügel hinauf zu den Paintings. Aus dem Reiseführer wissen wir, dass das letzte Stück sehr schwer zu erklimmen ist. Auf halber Strecke lassen wir unsere Wasserflasche und Silkes Fernglas zurück, da der Aufstieg immer steiler wird und wir beide Hände brauchen. Oben angekommen, sind wir Flachlandtiroler ganz schön außer Atem. Eine Art Gipfelkreuz steht oben, aber weit und breit keine Spur von den Bushman Paintings. Dafür entdecken wir Elefantenhaufen, die Elefanten sind anscheinend über die andere Bergseite hinauf gekommen, denn diese sieht weniger steil und felsig aus. Oder gibt es doch Bergelefanten? Wir starten den beschwerlichen Abstieg, denn mittlerweile ist es hier oben noch heißer geworden. Leider finden wir den gleichen Weg zurück nicht mehr, da wir auch unser GPS im Wagen gelassen haben. Auch das zurückgelassene Fernglas und die Wasserflasche sind zuerst nicht wieder aufzufinden. Silke kraxelt dann kurz entschlossen einen anderen Weg wieder zurück nach oben und entdeckt unsere zurückgelassenen Sachen. Ich schaue mich derweil um und sehe so nebenbei auf 1/3 der Strecke die Paintings! Wir machen Fotos, ärgern uns über uns selbst und gehen zum Auto und fahren zurück ins Camp. Wir laden das unterwegs gesammelte Holz am Lagerplatz ab und ich gehe nochmals in die Büsche um mehr zu sammeln. Da es hier zu windig ist, stellen wir uns ein wenig geschützt hinter den Ablution-Block. Es gibt Nudeln mit Thunfisch. Gerade als wir beschließen alles zusammen zu räumen, guckt plötzlich Michael über die Mauer vom Toilettenhäuschen. Nadine sitz noch im Auto, dass auf der anderen Seite parkt. Da wir am heutigen Tag noch nicht mit ihnen gerechnet haben, sind wir natürlich sehr überrascht. Da sie aber Linyanti mit Savuti tauschen konnten und wir von einem anderen Einfahrtstag ausgegangen sind, ist die Freude um so größer. Sie stellen sich zu uns, holen schnell ihre Stühle heraus und schon beginnen wir zu erzählen. Schnell ist es kurz vor 16:00. Da sehen wir mit Erschrecken, dass sich andere Leute auf unserem Platz breit machen. Ziemlich in Rage, dass sich jemand mit unserem mühsam gesammelten Feuerholz vergnügt, begeben wir uns mit Nadine und Michael im Schlepptau auf unseren Platz und stellen die Störenfriede zur Rede. Es stellt sich schnell heraus, dass dieser Platz doppelt vergeben wurde und wir einigen uns, dass wir den Platz teilen, TIA (This is Africa). Wir springen noch schnell unter die Dusche und die Beiden fahren schon mal zum Wasserloch vor. Um kurz nach 16:00 folgen wir Ihnen. Heute gibt es beim Rhino Vlei aber „nur“ Elefanten zu sehen. An dem Wasserloch kurz über dem Camp, welches wir noch kurz vor Sonnenuntergang um 17:30 aufsuchen, sind auch Elefanten zu sehen, wie auch die Tage zuvor. Dazu gesellen sich aber ca. 6-8 Game Driver die ihren Gästen hier einen besonders tollen Sundowner präsentieren wollen. Noch ein paar Kitschfotos gemacht und es geht um 18:15 zurück ins Camp. Nadine und Michael habe schon Ihr Zelt aufgebaut und wir stellen uns schnell dazu. Zelt aufbauen, Feuer entfachen und Tütensuppe kochen. Wir unterhalten uns noch recht angeregt über tolle Erlebnisse und verabreden uns in 3 Tagen wieder für Linyanti und Savuti. Um 21:00 kriechen wir ins Zelt.

16.Tag Di. 18. September
Fahrt nach Kasane / Übernachtung Water Lily Lodge
Heute klingelt der Wecker schon um 5:30, aber Silke ist auch schon vorher vom Löwengebrüll wach geworden. Nach Zeltabbau und kurz Wheetabix frühstücken, fahren wir um 6:30 los. Wir fahren in Richtung des Löwengebrülls zum Wasserloch hinter dem Camp und kurz dahinter sehen wir auch schon viele Autos stehen und es gibt 1 Löwenmännchen und 1 Weibchen zu sehen. Wenig später entdecken wir noch ein zweites Männchen, zuerst liegen Sie recht faul herum, bis sich das Weibchen an eine Herde Impalas heranschleicht. Diese haben die Löwin allerdings schon bemerkt und stoßen Warnrufe aus. Alle 3 Löwen laufen dann zur Wasserstelle rüber und legen sich auch bald schon wieder faul in die Sonne. Mittlerweile ist es schon 7:30, so dass wir leider die Szenerie verlassen müssen, um uns auf den Weg nach Kasane zu machen. Die Strecke heraus aus dem Park an einigen unspektakulären Baobabs zum Ngoma Gate lässt sich recht gut fahren (glatte Strecke, dann wieder tiefsandig, dann wieder glatt….) Michaels Rat und dem Rat des Rangers am Tor befolgend, nehmen wir den kleinen Umweg in Richtung Linyanti in Kauf und meistern auch die Strecke problemlos. Wir fahren bestimmt an mind. 20 Duikern vorbei, die ständig an der Straße stehen aber sobald wir angefahren kommen, in die Büsche verschwinden. Merkwürdig, dass wir sie im Chobe nie gesehen haben? Als wir das erste Dorf Kachikau erreichen, fängt die Gravelroad an, die bis zum Ghoha Gate führt. Kurz vorher erhöhen wir noch den Reifenluftdruck auf 3 Bar und fahren dann die Teertransitstrecke durch den Chobe bis Kasane und kommen um 12:00 bei der Water Lily Lodge an. Das Zimmer Nr. 7 ist schön, direkt unterm Dach und mit Blick auf den Chobe. Wir fragen an der Rezeption nach einem Zahnarzt und nachdem wir dann in der Pharmazie waren, fahren wir zu einem Dentist, der Sven die Krone wieder anklebt. Die "Praxis" befand sich in einem Gemeinschafsbüro mit einem Copyshop und nachdem wir einen Fragebogen ausgefüllt haben, wird Sven auch behandelt. Den "Praxisraum" kann man zwar als Zahnarztraum erkennen, allerdings mit sehr veralteten Gerätschaften und uns beiden wird dabei schon etwas komisch zumute, aber Sven sitzt nun schon einmal auf dem Stuhl. Die wieder angebrachte Krone ist zu hoch, aber Sven will nicht, dass diese abgeschliffen wird, aus Angst die Krone könnte noch beschädigt werden. Nachdem wir die Rechnung über P 187 bezahlt haben und einem kurzen Plausch mit dem „Zahnarzt“, buchen wir für heute Nachmittag einen Boat Cruise auf dem Chobe. Vorher gehen wir noch kurz bei Spar shoppen. Um 15:30 startet die Fahrt, wir sind zu acht, 4 Neuseeländer und noch 2 weitere Deutsche Abenteuertouristen aus Frankfurt. Die Fahrt hauptsächlich um Sidudo Island herum ist teilweise recht rasant und etwas feucht, aber wir sehen viele Elefanten, Hippos, Krokodile, Büffel, Rote Leichwe, Impalas, Kudus, Waterbocks, Kingfisher und diverse andere Vögel und ein 8-köpfiges Löwenrudel direkt am Fluss faul herumliegen. Nachdem wir einen Sonnenuntergang mit Elefanten fotografiert haben (wie kitschig!), sind wir um 18:30 wieder bei der Water Lily Lodge. Wir gehen ins Old House Essen. Es gibt einen House Salad als Starter, dann für Sven Fish and Chips, aber nicht English-like sondern, Chobe Fischfilet, welches modrig schmeckt und Chrispy Chips, die im selben Öl gegart wurden wie zuvor der Fisch und dazu Karotten und für Silke eine Greek Pizza, die lecker schmeckt. Zwischenzeitlich wird meine Bierflasche 2 Mal umgestoßen, man entschuldigt sich zwar, aber ein neues Bier bekomme ich nicht. Um 20:30 sind wir wieder in der Lodge und nach einer erfrischenden Dusche, schreiben wir noch Tagebuch, Sven vernichtet 2 der min. 10 cm großen Spinnen und wir packen die Taschen für den morgigen Daytrip Vic Falls. Um 23:00 gehen wir müde ins Bett.

17.Tag Mi. 19. September
Kasane – Fahrt nach Simbabwe zu den Victoria Falls (Übernachtung Water Lily Lodge)
Um kurz nach 6:00 klingelt der Wecker, so dass wir pünktlich um 7:00 beim Frühstück sind, die Eggs + Bacon etc. lassen ziemlich lange auf sich warten, so dass Silke in der Zwischenzeit fast 3 Tassen Kaffee trinkt. Wir klären noch, dass wir ein paar unserer Klamotten in die Laundry geben und sind um 8:30 startbereit für die Vic Falls. Wir machen die Tour zusammen mit einem britischen Volunteer und seinem Botswanischen Kumpel. Die Fahrt zur Grenze dauert ca. 15 Min. und nachdem wir ein Formular für die Ausreise aus Botswana ausgefüllt haben und ein weiteres für die Einreise nach Zimbabwe + USD 30 für ein Visa zahlen, geht die Fahrt noch ca. 50 Min. bis Victoria Falls. Kurz hinter der Grenze ist ein Roadblock der Polizei und mitten auf der Straße stehen 2 Fässer, aber dank unseres erfahrenen Fahrers können wir gleich weiterfahren. In Victoria Falls erkundigen wir uns nach dem Lion Walk, bei dem wir aber leider erst um 18:30 zurückkommen würden und dieses wäre zu spät, da unser Fahrer nicht im Dunkeln fahren wird, schade! Bei den Vic Falls müssen wir weitere USD 20 Eintritt zahlen und haben 2 Stunden Zeit uns die Fälle anzuschauen. Es sind ziemlich viele Touristen unterwegs. Teilweise werden wir durch die Gischt recht naß aber ansonsten ist es ein grandioser Anblick und wir machen trotz Wassernebel eine Menge Fotos. Um 12:00 werden wir wieder abgeholt und wir essen eine Kleinigkeit in der River Bar, Sveni ein Chiabatta und Silke einen Sandwich mit Caffee Latte. Anschließend fahren wir dann zum Craft Market. Dort ist die Hölle los und zwar in Form, von vielen aufdringlichen und nervigen Händlern, die uns was andrehen wollen. Es gab 1000sende schöne Sachen aber Sven hat bald die Nerven verloren und hat sich wieder Richtung Straße durchgekämpft. Ich gehe alleine weiter, traue mich aber nichts zu lange anzuschauen noch anzufassen, denn dann hätte ich es auch kaufen müssen. Letztendlich habe ich eine 2-teilige Löwenbuchstütze aus schwarzem Speckstein + eine runde Zebraschüssel für USD 30 gekauft und ein paar Stände weiter ein Warthhog + einen kleinen Elefanten, beides aus Holz für USD 5. Dann sage ich, dass ich kein Geld mehr habe und man will sogar etwas gegen meine Socken und zuletzt noch gegen mein Shirt tauschen, so dass ich so langsam auch die Lust am Schauen verliere. Der Brite und der Botswaner haben mittlerweile das halbe Auto mit irgendwelchen Souvenirs bepackt. Nachher ärgert sich Silke, dass Sie nicht noch bei den Tischdecken geschaut hat, da Sie in Zimbabwe sicherlich viel günstiger wären als in Botswana oder Südafrika. Anschließend schauen wir uns das noble Victoria Falls Hotel an und schießen Touristenlike ein paar Fotos. Da keiner von uns einen Elephant Walk oder die Krokfarm besichtigen will, fahren wir um 14:00 wieder Richtung Grenze, diesmal müssen wir nur ein Formular für die Einreise nach Botswana ausfüllen. Um 15:00 sind wir wieder bei der Water Lily Lodge und unsere Wäsche liegt frisch gewaschen auf dem Bett. Anschließend müssen wir 12 km nach Kazangula fahren um Diesel zu tanken, denn die Shell in Kasane ist vor einigen Wochen abgebrannt. Es gehen 108 Liter in den Tank, so dass wir einen Verbrauch von12,5 l/100 km haben. Nachdem wir dann beim Spar noch eingekauft haben, und bei der FNB Pula abheben, gehen wir um 18:30 wieder ins Old House Essen. Diesmal gibts für Sven dass 500 g T-Bone Steak und für mich die Mafiosi Pizza. Um 20:00 sind wir wieder in der Lodge, schreiben Tagebuch, Sven reinigt seine Kamara und gehen schließlich um 23:00 todmüde ins Bett.

18.Tag Do. 20. September
Fahrt in den Chobe NP / Camping Savuti (CV3)
Wir stehen um 6:00 auf, brauchen aber doch länger als erwartet mit dem zusammenpacken. Um 7:00 starten wir. Wir fahren in das Sidudu Gate ein. Wir sehen Impalas, Kudus und die Löwen, die wir bei unserer Bootsfahrt gesehen haben an der gleichen Stelle wieder, nur dass wir diesmal an Land unterwegs sind. Aber diese 11 Löwen liegen in der Morgensonne auch wieder nur faul herum und machen keine Anstalten sich zu bewegen. Wir fahren noch ein wenig am Flusslauf entlang und sehen noch Geier, die auf einer toten Löwin sitzen. Auch unsere erste Rappenantilope entdecken wir noch. Gegen 10:00 machen wir uns auf den Weg zur Asphaltstraße, denn wir wollen ja noch nach Linyanti. Wir fahren die gleiche sandige (zum Teil tiefsandige Piste) wie bei der Hinfahrt nach Kasane. Nur an einer Kreuzung biegen wir nach Norden ab. Irgendwann bemerke ich ein komisches Geräusch. Als ich aussteige und unter das Auto schaue, sehe ich in der Gummimanschette von der rechten vorderen Antriebswelle einen Ast stecken, den wir uns im Tiefsand eingefahren haben müssen. Dieser hat sich so verkeilt, dass er nur mit Gewalt heraus geht. Der ganze Radkasten ist schon mit Fett voll gespritzt, welches aus dem großen Schnitt herausgeschleudert kommt. Als ich unter dem Auto liege, kommt noch ein Fahrzeug mit Rangern vorbei, die uns raten, dass wir nach Kasane zurück sollen und bloß nicht über Linyanti nach Maun fahren sollten. Ein Anruf bei Britz in Joburg mit unserem Satellitentelefon gestaltet sich etwas schwierig, aber nachdem Carmen endlich am Hörer ist, schilder ich unser Problem. Sie verspricht bei Mc Mac Kenzie in Maun anzurufen. Nachdem wir wieder alleine in der Wildnis stehen, überlegen wir lange hin und her und entschließen uns letztendlich nach Linyanti zu fahren, es sind ja nur noch 7 km, um Nadine und Michael Bescheid zu sagen. Auf halbem Weg kommen uns die Beiden aber schon entgegen. Wir tauschen schnell die Neuigkeiten aus: die beiden Löwenmänchen haben noch gekämpft, sie haben einen Leoparden + Wildhunde gesehen und nachts waren Wildhunde im Camp und haben ein Impala gerissen, dieses wurde ihnen von einem Leoparden abgenommen, aber später zurückerobert. Das haben sie aber nur aus Erzählungen von anderen Campern erfahren. Und das wichtigste: Sie wollen die Nacht nicht in Linyanti bleiben, da dort so viele Elefanten sind, dass sie keine ruhige Minute hätten. Als sie dort beim Mittag saßen, kamen mehrere von den grauen Riesen so nah, dass sie ins Auto flüchten mussten. Das kommt uns mit unserem Missgeschick recht gelegen, da wir so näher nach Maun kommen würden, wenn wir in Savuti übernachten würden. Nach kurzer Beratung entscheiden wir über Linyanti und der gefürchteten Sandridge nach Savuti zu fahren und nicht den Weg zurück über das Ghoha Gate. Im Nordteil sind viele kaputte Bäume und einige Elefantenherden mit Jungtieren, die wir im Süden so vermisst haben. Nach gut 1 ½ Stunden erreichen wir Savuti und von der Sandridge, in der viele stecken bleiben, haben wir nicht viel mitbekommen, außer einer kleinen sandigen Baumumfahrung. Den größten Teil bin ich sogar nur mit Hinterradantrieb gefahren, in der Hoffnung, damit die vordere Antriebswelle ein wenig zu schonen. Im Camp bauen wir unsere Zelte auf und kochen lecker mit dem Potje. Ich telefoniere mit meinem Vater, der mich ein wenig beruhigt, da er meint, man könne noch so 2000 bis 3000km fahren, bevor die Antriebswelle abfällt (schon toll so ein SAT-Fon). Um 22:00 gehen wir ins Bett.

19.Tag Fr. 21. September
Chobe NP / Camping Savuti
Wie immer kriechen wir gegen 6:00 aus dem Zelt. Nach dem üblichen morgendlichen Ritual (Zelt abbauen, Weetabix frühstücken und Katzenwäsche) fahren wir gegen 6:45 aus dem Camp. Am Wasserloch Pump Pan sehen wir nur Elefanten. Wir entscheiden uns, über kleine Nebenwege zum Rhino Vlei zu fahren. Dort ist allerdings nichts ausser ein paar Antilopen und Riesentrappen anzutreffen. Über weitere kleine Wege fahren wir zur Marabou Pan. Als wir dort um ca. 8:00 ankommen, sehen wir dort zwei Elefantenbullen, drei Schakale und ein 11 köpfiges Hyänenrudel. Einige von ihnen versuchen noch dem alten Elefantenkadaver etwas abzugewinnen. Die anderen trinken am Wasserloch. Schließlich kommt eine ältere Hyäne auf die Idee, dass große weiße Ding (unser Auto) zu untersuchen. Vorsichtig nähert sie sich, immer die Nase in den Wind haltend. Als ich sie nicht mehr im Rückspiegel sehen kann und eine zweite hinzukommt, wird es mir zu bunt. Ich lasse den Motor an und gebe ein wenig Gas. Schon taucht die hinterm Auto verschwundene Hyäne dicht hinterm Auto auf und macht sich wieder aus dem Staub. Nur eine junge Hyäne findet uns immer noch interessant, bleibt aber auf sicherem Respektabstand. Nachdem die beiden Elefantenbullen verschwunden sind, gehört das Wasserloch komplett den Hyänen und sie tollen gleich darauf im Wasser herum. Nach einer Stunde, fahren wir zum Camp zurück. Ca. gegen 10:00 stehen wir wieder auf unserem Platz. Nach einiger Zeit kommen Nadine und Michael und berichten, dass ihnen ein Game Driver erzählt habe, wo der Leopard unter einem Busch liegt, den sie schon vor ein paar Tagen gesehen haben! Wir machen langsam Mittag mit Suppe, denn das dauert ja wie bekannt länger. Als wir gegen 14:00 duschen gehen wollen, kommt eine Frau auf uns zu, die Nadine und Michael schon kennen. Diese fahren zu viert in einem Kea Camper durch die Gegend und haben schon mehrfach Probleme mit dem Auto gehabt. Auch jetzt stehen sie schon seit zwei Tagen hier im Camp, da ihre Lichtmaschine nicht funktioniert. Jetzt sind aus Maun Mechaniker angekommen, die diese reparieren sollen. Michael, der schon geduscht ist, soll jetzt Starthilfe geben. Als wir vom Duschen zurückkommen, läuft der Wagen immer noch nicht. Wir gesellen uns dazu. Die Mechaniker wechseln die Kohlebürsten der Lichtmaschine aus und tatsächlich, der Wagen springt an und bleibt auch an. Wir fragen die Mechaniker noch schnell, wie unsere Problemteile auf Englisch heißen: Rubberboot which covers the CV-Joint. Das einzige Problem ist jetzt nur noch: Das Auto der Mechaniker steht 500 m ausserhalb des Camps im Sand fest und die 4 wollen noch nach Kasane. Ein wenig viel verlangt, ist die Frage an Michael schon, ob er die Mechaniker freischleppen kann, denn es ist abzusehen, dass die 4 es bis nach Kasane eh nicht mehr schaffen werden, da es schon kurz vor 16:00 ist. Michael nimmt die beiden Mechaniker mit. Wir fahren mit Nadine hinterher. Wir sehen einen vermutlich aus dem zweiten Weltkrieg stammenden Abschleppwagen im Tiefsand stehen. Beim vorbei Fahren rutscht das Auto von Michael weg und der Landy bekommt einen neuen grünen Zierstreifen an der Seite. Beim Anschleppen des Fahrzeuges mit einer Stahlkette wird ziemlich schnell klar, dass der Abschleppwagen viel zu schwer ist. Es rummst und kracht, aber der Wagen der schwer anspringt, bewegt sich kein Stück. Ich schlage vor einen großen LKW aus dem Camp herbeizurufen und fahre zurück. Als wir endlich jemanden im Scout Camp antreffen (Gate ist nicht besetzt), ist der erste nicht zuständig und eine Frau will später einen Wagen schicken. Toll! Zurück am Ort des Geschehens, hat sich der Abschleppwagen mit Hilfe seiner Winde vorwärts aus dem Sand gezogen. Wir erzählen den Mechanikern von der professionellen Hilfe die naht und fahren Richtung Leopardensichtung. Am Busch angekommen, sehen wir schon ein Game Drive Fahrzeug Offroad stehen. Also fahren wir, zuerst Michael und dann wir hinterher. Und tatsächlich liegt dort ein junger Leopard, der sich von den Autos nicht beeindruckt zeigt, im Schatten. Wir können einige Fotos schießen, sogar als er gähnt. Gutes Gebiss! Es kommen noch einige Fahrzeuge (alles Game Drive Autos), die alle Offroad fahren. Dann kommt ein Fahrzeug von unseren Freunden CC Africa. Der Fahrer stellt sich so vor Michael und vor uns, dass seine Gäste noch in ruhe Fotos schießen können, da sie noch näher dran sind, während er uns erzählt, dass wir nicht Offroad fahren dürfen. Wir machen uns ein wenig verärgert aus dem Staub und sammeln noch Feuerholz. Im Camp kommen wir gegen 18:15 an, bauen unsere Dachzelte auf, schmeißen das Feuer an und essen Potje. Wir erzählen noch über das erlebte und gehen gegen 21:30 ins Bett.

20.Tag Sa. 22. September
Chobe NP / Camping Savuti
Der Wecker klingelt um 5:30, es ist ziemlich frisch draußen. Wir bauen schnell das Zelt zusammen, frühstücken Wheetabix und hören Löwengebrüll hinterm Campsite. Als Nadine und Michael auch aufstehen und Michael beim Zeltabbau ist, sagt er plötzlich „die Löwen laufen hinterm Campsite durch den Savuti Channel den Hang hinauf“, tatsächlich es sind 2 Löwen, die wir sehen. Somit beeilen wir uns gleich noch mehr und machen uns auf den Weg zur Wasserstelle. Dort sind die Löwen aber noch nicht angekommen, so dass wir hinter der Wasserstelle wieder Richtung Camp fahren. Auf einem kleinen Weg geht es den Savuti Channel hinunter und Sven hat etwas im Gebüsch gesehen während wir auf der anderen Seite 2 weitere Autos sehen. Plötzlich stehen wir direkt neben einem großen dunkelmähnigem Löwenmännchen, dass gerade aufsteht, doch bevor wir zum fotografieren kommen, steht auch schon ein Fahrzeug von Desert and Delta Safaris neben uns und meint“ You have a problem, you drove offroad, follow me to the office“ Wir wissen nicht, was wir verkehrt gemacht haben, da wir definitiv nicht offroad gefahren sind. Sven regt sich ziemlich auf und nachdem er sich wieder etwas beruhigt hat, sind wir zum office gefahren. Dort steht das 2te Fahrzeug, welches wir vorhin auch schon gesehen haben, der anscheinend auch Offroad gefahren sein soll. Der Ätztyp von Game Driver lässt uns überhaupt nicht ausreden und erklären und meint, wir sollen unseren Mund halten und ihm zuhören. Der Weg den wir gefahren sind, ist kein offizieller und nicht für jeden zugänglich. Er wurde 1979 gesperrt und das Private Camp, hat er für 50.000 Pula gekauft, und wir waren sozusagen auf seinem Grundstück unterwegs. Aber uns will er überhaupt nicht erklären lassen und auch nicht verstehen, dass wir dieses gar nicht hätten wissen können, denn es war nirgends ein Hinweisschild oder Ähnliches und es ist definitiv ein deutlicher Weg den wir gefahren sind! Er meint, er habe das Recht uns des Parkes zu verweisen, wir können dann mit dem Bus bis Kasane und dann mit dem Flieger nach Hause. Letztendlich haben wir wie der dicke Südafrikaner geheuchelt, wir haben ihn und seine Sichtweise verstanden und werden so etwas nie wieder tun. Somit haben wir Glück und kommen ohne eine Strafe davon. Anschließend dürfen wir fahren und sind wie der Südafrikaner zum Wasserloch gefahren und haben den blöden Powertouroperator veräppelt und uns gegenseitig gefragt, ob wir wohl schon wieder offroad fahren? Zum Glück wurde diese ganze Aufregung durch ein Löwenmännchen und Weibchen,die zum Wasserloch kommen, wieder wettgemacht. Wir schießen viele Fotos und hören ein anderes Löwenmännchen, wohl der, den wir vorhin nicht haben sehen dürfen, brüllen. Leider lässt sich dieser Löwe nicht blicken, so dass sich die 2 Löwen wie gewohnt faul in den Schatten legen und keine guten Fotomotive abgeben. Nadine + Michael verabschieden sich und fahren heute nach Maun. Da keine Action mehr bei den Löwen zu erwarten ist, fahren wir in Richtung Marabou Pan, auf der Suche nach dem gestrigen Leoparden. Nachdem wir die Seitenstraße und die Marshroad, leider ohne Erfolg abgesucht haben, sind wir zum Marabou Pan, wo wir allerdings nur einen Schakal und viele Warzenschweine sehen. Wir machen uns auf den Rückweg um uns auf CV2 unter einen Baum in den Schatten zu stellen, wir filmen unsern Dachzeltaufbau für die Zuhausegebliebenen und versuchen dann 1,5 Stunden Wasser für unsere Suppe zu kochen. Dieses haben wir nachher aufgegeben, als sich ein Touroperator von Hemmingway Safaris direkt neben uns niederlässt, so dass unsere Zelttreppe, zwischen 2 Stühlen steht und unser Auto von Zelten umstellt ist. Eigentlich eine ziemliche Frechheit, selbst wenn Sie für CV2 eine Reservierung gehabt haben. Demonstrativ bauen wir unser Zelt zusammen und sind ohne was zu sagen gefahren, allerdings liegen deren Taschen im Weg, die ich dann einfach aus dem Weg geräumt habe. Wir haben uns dann auf die andere Seite neben den Ablution Block gestellt und Baked Beans, die können wir nämlich warm machen, mit Toast gegessen. Nachdem Sven unsere Bilder auf dem Laptop gesichert hat, sind wir unter die auch dringend nötige Dusche gesprungen. Als wir wiederkommen, kommt Michael auf uns zu, der mit dem sich Nadine und Michael um 10 Uhr Mababe Gate verabredet hatten. Nach ein bisschen Smalltalk sind wir ca. 16:00 Richtung gestrigem Leopard Spot aufgebrochen, haben den Leparden aber nicht gesichtet und sind dann zum Rhino Vlei, wo aber auch nur 3 langweilige Elefanten und ein fotogener kleiner Greifvogel am Wasserloch trinken. Wir machen uns bald auf den Rückweg und uns kommt unterwegs der dicke Südafrikaner entgegen, der Faxen macht, als wir ihm ausweichen und somit offroad fahren. Nachdem wir noch Feuerholz gesammelt haben, sind wir zum Abschluß des Tages noch kurz zur Pump Pan hinter dem Camp, wo heute Morgen die Löwen noch lagen, aber von denen jetzt auch keine Spur mehr zu sehen ist. Dafür können wir aber einige Elefanten beim Trinken beobachten. Nach einigen Fotoschüssen sind wir ins Camp und haben unser Zelt nahe der Mauer aufgebaut und anschließend Suppe gekocht, denn Sven hat die glorreiche Idee das Wasser auf 2 Töpfe aufzuteilen und auf 2 Platten zu kochen und dieses funktioniert tatsächlich, so dass wir schon nach sensationellen 15 min unsere Suppe essen können, allerdings ist es heute Abend auch deutlich windstiller als am Nachmittag. Als unser Feuer runtergebrannt ist, gehen wir um 22:00 ins Zelt. Wir werden sogar von unseren südafrikanischen Nachbarn mit Gitarrenmusik in den Schlaf geleitet.

21.Tag So. 23. September
Fahrt nach Maun / Übernachtung Maun Lodge
Um 5:30 klingelt der Wecker, aber da wir in der Nacht Löwen gehört haben und am Vortag Löwen quasi durch das Camp liefen, warten wir mit dem Aufstehen noch ein wenig, bis es heller wird. Um kurz vor 6:00 trauen wir uns hinaus. Wir bauen schnell das Zelt ab und, da wir ja direkt an den Toiletten stehen, haben wir heute mal diese aufgesucht. Ich treffe den dicken Südafrikaner wieder und er ermahnt mich: „Please stay on the mainroads“. Ich antwortet: „You too! Otherwise we will see us again at the Office“. Schallendes Gelächter im Klohäuschen. Ohne Frühstück beschließen wir schnell das Wasserloch direkt hinter dem Camp aufzusuchen, in der Hoffnung, die Löwen hier wieder anzutreffen. Leider haben wir keinen Erfolg. Um 7:30 nehmen wir wieder im Camp zurück, unsere Wheetabix ein und bereiten uns auf die Fahrt nach Maun vor. Wir fahren ein letztes Mal beim nahe gelegenen Wasserloch vorbei (wieder keine Löwen), und treffen wieder den dicken Südafrikaner. Er und seine Kumpels wenden gerade Offroad vor der Pump Pan. Ich deute ihm an, dass das nicht korrekt sei und ermahne ihn. Schallendes Gelächter! Anscheinend ist er genauso sauer auf den blöden Tourguide wie wir. Unsere Rückfahrt geht vorbei am Rhino Vlei, mit drei Elefanten und einer Hyäne. Einer der Elefanten äppelt beim erfrischenden Trinken ins Wasser und verpasst dem Wasserloch somit eine eigene Note. Die Weiterfahrt geht wieder an der Stelle vorbei, wo wir den Leoparden gesehen haben. Aber auch hier ohne Erfolg. Ein paar Südafrikaner erzählen uns noch von ein paar Geparden, die Richtung Rhino Vlei unterwegs sein sollen, doch wir entscheiden uns für die Weiterfahrt zum Gate. Es geht wieder die Marsh Road zurück, welche ab und zu ein paar üble Löcher und steinharte Abschnitte hat. Wir müssen ja mit unserem Auto vorsichtig umgehen, da wir nicht jetzt am Sonntag im Nirgendwo liegen bleiben wollen. Gegen kurz vor 11:00 erreichen wir das Mababe Gate. Die Tür ist jedoch verschlossen. Also können wir unseren einen Tag nicht mehr nachzahlen. Wir fahren Richtung Mababe Village (9km) und die Strecke ist wie immer nicht berauschend. Plötzlich endet die Strecke an einer großen Wasserquerung. Links führt ein Weg weiter Richtung Okawango. Wir versuchen mit Hilfe des Notebooks das GPS auf Stand zu bringen, da wir die heutige Route eigentlich so nicht fahren wollten. Ich war ziemlich sauer. Ein paar alte Tracks wurden gelöscht, aber wir kamen trotzdem nicht weiter, da die Tracks so reduziert und zusammmengesetzt werden mussten, dass wir keinen richtigen Anfangspunkt erreichten. Ein paar kleine Wege führen links von der Piste ab aber wir können nicht erkennen, wo diese hinführen. Die Aufregung steigt. Wir fahren zum Mababe Gate zurück, in der Hoffnung dort jetzt jemanden anzutreffen, der uns weiterhilft. Als wir dort ankommen, sehen wir ein Schild, auf dem steht, dass man bitte im Savuti Camp bezahlen soll. Nein da fahren wir jetzt bestimmt nicht mehr zurück! Unser einziger Ausweg scheint über das North Gate des Moremi zu führen. Also fahren wir am Khwai entlang wieder Richtung North Gate. An einer riesigen Elefantenherde steht ein Fahrzeug mit Rosenheimer Kennzeichen. Diese können uns aber auch nicht helfen und empfehlen uns auch durch den Moremi zu fahren, da die Flussquerungen jedes Jahr anders aussehen und neulich ein Fahrzeug auch nicht durchkam. Wir quälen uns durch die wohl größte Elefantenherde, die wir je gesehen haben. Von allen Seiten strömen die Tiere zum Wasser und stellen schnell ihr Ohren auf, wenn wir in die Nähe kommen. Einige Tiere nehmen aber auch Reißaus vor dem Auto. Liegt das an uns? Leider haben wir keine Zeit und Ruhe diesen Anblick zu genießen. Am North Gate angekommen, erklären wir dem Ranger unsere Lage und er sagt uns, dass es dort eine Umfahrung geben muss. Verwundert ist er nur darüber, dass am Mababe Gate niemand sitzt. Wir pflügen also die 30 km lange Transitstrecke zum South Gate nach unten. Dort angekommen geht die Ausfahrt schnell von statten. Jetzt haben wir nur noch 80 km vor uns, gut 2/3 davon Sandpiste. Es geht mal schnell und mal langsam voran. Als wir endlich die Asphaltstraße erreichen, sind wir heilfroh und fühlen uns gerettet. Beim Reifenluftdruck auffüllen mit dem eingebauten Kompressor hielt wieder ein Fahrzeug mit Weißen an und fragen uns, ob wir Probleme haben. Wir erklären was wir tun und bedanken uns für die Hilfe. Gegen 17:30 erreichen wir die Maun Lodge. Wir laden unser Gepäck in der Hütte ab und fahren noch einkaufen. Anschließend gehen wir duschen und im Hotel essen. Es gibt wieder lecker Rump Steak, diesmal auch für Silke. Langsam weicht die Anspannung von uns oder liegt das nur am Bier? Wir saßen fast 12 h im Auto und haben 260km + Mababe – Savuti gefahren. Wir waschen noch schnell ein paar Klamotten und um 23:30 liegen wir fix und foxi im Bett.

22.Tag Mo. 24. September
Fahrt in den Makgadikgadi NP / Camping Khumaga (KK4)
Nach einer ruhigen Nacht, ohne nächtliches Aufwachen durch startende Autos stehen wir um 6:30 auf. Wir Frühstücken diesmal nicht im Restaurant, sondern unsere eigenen WheetBix. Dann wird das Auto gepackt und wir checken an der Rezeption aus. Um kurz nach 8:00 stehen wir an dem Ort, wo wir beim letzten Mal Mc Mac Kenzie getroffen haben. Aber er ist nicht da. Wir fragen in der Werkstatt nach und nach einigen ratlosen Blicken ruft man ihn an. Gegen 8:30 kommt er auf das Gelände. Er erzählt, dass er an der Power Station und nicht am Power Server gestanden hat!?! Er guckt sich unser Malheur (Loch in der Gummimanschette der Antriebswelle) an und erzählt uns anschließend einen vom Pferd. Damit kann man noch fahren, keinerlei Einschränkungen, solche Teile gibt es hier nicht, bei der Umfahrung Mahabe Village sind Autos im Fluss versunken. Fazit: Alles im allem kein Problem, zumindest nicht in Afrika. Und ganz wichtig Britz hat ihn auch gar nicht informiert, so dass das Auto nun auch gar nicht hätte repariert werden können, da er das Ersatzteil nicht vorrätig hat. Da ich ihm mit meinem gefährlichen Halbwissen nicht glaube, fahren wir in die Toyotawerkstatt. Am Service-Empfang steht so ein blöd grinsender Ronaldinio Typ und kommt mit zum Auto. Dann sagt er, wir sollen auf das Werkstattgelände fahren. Wir fahren durch ein Tor und da steht er schon, immer noch blöd grinsend. Ein Mechaniker kommt und fährt den Wagen über die Grube. Er guckt und sagt uns, dass der Rubber boot vom CV-Joint hinüber ist. Der blöd grinsende Servicetyp guckt im Computer nach und sagt uns anschließend, dass das Teil bestellt werden muss und ca. 4 Tage dauert bis es da ist. Das ist uns zu lang. Der Mechaniker sagt uns, wir sollten langsam fahren und keinen 4WD mehr benutzen. Toll! Wir fahren in die Maun Lodge zurück, damit wir telefonieren können. Wir rufen Britz in Joburg an. Dort ist nur eine Notbesetzung, da heute in SA Feiertag ist. Er könne nichts für uns tun. Auf mehrmaligen Druck verspricht er sich in einer Stunde wieder zu melden. Wir warten in der Kuschelecke der Lodge, versuchen dann aber selbst einmal bei Werner Ouisthuisen (Manager After Hours) anzurufen. Leider nur die Mailbox. Super! Nach etwas über einer Stunde ruft der Fredel von Britz zurück und sagt er kann keinen erreichen und Toyota Serowe sagt, wir könnten damit problemlos weiterfahren. Ah ja! Wir erklären nochmals unsere Situation und er will sich wieder melden in „serveral hours“. Gegen 10:40 ruft Werner an. Wir erklären kurz die Situation und er sagt Mac soll sich darum kümmern. Wir bitten ihn, Mac anzurufen, damit dieser unser Problem mit Tapeband fixen kann!?! Mac kommt gegen 12:15 vorbei und guckt noch einmal unter das Auto. Er meint aber, wo er diesmal richtig liegt, dass kann man nicht mit Tape Band umwickeln. Er erzählt wieder, dass es keine Probleme machen wird und sagt noch, dass es für diese neuen Fahrzeuge nie Ersatzteile in Botswana gibt und er Britz schon gebeten habe ihm ein paar Teile dazulassen. Leider ohne Erfolg. Also fahren wir gegen 13:00 mit einem unguten Gefühl langsam Richtung Makgadikgadi, da wir unsere eigentliche Reservierung im Nxai NP / Camping Baines Baobabs (NB3) nicht wahrnehmen wollen. Außerhalb der Stadt fährt Silke. Auf halber Strecke kommt uns ein Landy entgegen. Drin sitzen welch Wunder Nadine und Michael. Sie kommen gerade aus Nxai Pan und wollen noch kurz nach Maun zurück, da Nadines Zahnschmerzen stärker geworden sind. Nachdem die aktuellen Neuigkeiten ausgetauscht sind, fahren wir weiter. Später wollen sie nachkommen. Wir fahren also zum Tor vom Makgadikgadi NP nach Khumaga, welches man selber öffnen muss, in der Hoffnung keinen elektrischen Schlag zu bekommen. Am Tor erklärt Silke die Situation und wir bekommen einen Campingplatz zugewiesen. Schnell stellen wir fest, dass man hier ohne 4WD aufgeschmissen ist. Unsere verspätete Mittagspause mit Brot nehmen wir im Schatten ein. Wir duschen und plötzlich stehen auch schon Nadine und Michael wieder vor uns. Sie haben es tatsächlich noch geschafft. Wir entscheiden, dass die Mädels das Essen vorbereiten und ich mit Michael eine Runde im Park drehe. Vorher gehe ich noch zu einem südafrikanischen Pärchen, welches auch einen Toyota Hilux fährt. Die sehr netten Leute wundern sich, dass es nirgends Ersatzteile gibt und telefonieren noch mit einem Freund, der in Orapa sitzt und Toyotas repariert. Dieser will morgen früh mal in Francistown nachfragen und dann Bescheid geben. Sehr, sehr nett + hilfsbereit! Nach den ersten Metern mit Michael beim Game Drive wird mir klar, dass hier ohne 4WD wirklich nichts läuft. Wir sehen im Trockenen liegende Krokodile, die in Erdlöchern leben, ohne Wasser! Man fährt im trockenen Flussbett weiter. Wir sehen einige Impalas, viele Zebras und Elefanten in der Nähe einer Lodge am Wasserloch. Oberhalb der Elefanten stehen Menschen in Badeklamotten auf einer Klippe. Wurden Sie durch die Elefanten gestört? Wir fahren bis zum Hippopool, wo einige Hippos herumdümpeln und kehren um. Zurück geht es auf der Strecke oberhalb des Flussbettes. Wir schaffen es nicht mehr Feuerholz zu sammeln, da wir von einigen Fahrzeugen verfolgt werden. Um ca. 18:30 sind wir im Camp zurück. Das Feuer brennt schon, aber wir brauchen noch dringend mehr Feuerholz. Also gehen wir in den Busch und sammeln. Dabei schrecke ich einen Elefanten in einiger Entfernung auf. Plötzlich kommen insgesamt 10 südafrikanische Fahrzeuge (SUV’s, BMW X5), die an einer organisierten Tour teilnehmen ins Camp. Ich bringe noch schnell zwei kühle Bier als Dankeschön zu den hilfsbereiten Südafrikanern, da ihr Kühlschrank nicht mehr geht. Anschließend werden die Zelte aufgebaut und es gibt wieder leckeres aus dem Potje à la Nadine + Silke. Es ist schon lange dunkel, aber wir unterhalten uns über viele interessante Sachen. Plötzlich bemerken wir einen großen dunklen Schatten hinter uns. Ein großer Elefant kommt bedrohlich näher. Nadine, durch die Erfahrung in Linyanti ein wenig eingeschüchtert, will sofort ins Zelt. Michael beruhigt sie ein wenig und wir bleiben ganz still sitzen, obwohl wir uns leicht unwohl fühlen. Kurz vor uns dreht der Elefant ab und zieht einen kleinen Bogen um uns. Entfernung ca. 15 Meter. Wir hören sein brummeln und anschließend wieder, wie er Bäume in Einzelteile zerlegt. Das war aufregend! Wir gehen gegen 21:00 ins Bett.

24.Tag Mi. 26. September
Fahrt nach Serowe / Camping Khama Rhino Sanctuary
Als um 6:00 der Wecker klingelt, sind wir ziemlich gerädert, denn die Nacht war nicht sehr erholsam. Zuerst fängt es an zu gewittern, Blitze, Donner, Regen und ganz viel Sturm, so dass wir denken uns fliegt das Dachzelt weg. Wir haben zur Sicherheit auch die seitlichen Stangen am Zelt bis auf die am Eingang abgemacht. Zur Krönung kommt uns dann nachts noch ein Elefant besuchen, der 2 Mal trompetet und dann schnaubt und dieses in unmittelbarer Nähe, die Fussspuren haben wir gleich hinter dem Landy entdeckt. Nachdem wir Kaffee getrunken und gefrühstückt haben, brechen wir um ca. 8:00 zusammen mit Nadine + Michael in Richtung Khama Rhino Sanctuary auf. Wir fahren mit unserem kaputten Toyota vor. Die Fahrt ist unspektakulär, die Strasse ist nur sehr wenig befahren. Unterwegs fahren Nadine + Michael in Mopipi tanken, dafür müssen wir von der Hauptstrasse auf einer kleinen ausgefransten Teerstrasse zu einer Tankstelle fahren (recht abenteuerlich). An den Veterinärzäunen können wir ohne den Kühlschrankinhalt vorzeigen zu müssen vorbeifahren. Wir kommen um 13:00 beim Khama Rhino Sanctuary an und es gibt keine Probleme einen Campsite zu bekommen. Wir fahren dann weiter nach Serowe zu Dennis Toyota Garage. Der „Chef“ Michael sagt, wir sollen um 14:00 noch mal wiederkommen, da gerade Mittagspause sei. Aber er hat sich erst einmal unser Problem angehört und dann bei Britz angerufen und mit Werner Ooisthuizen gesprochen. Dieser meint, dass er von dem Problem erst seit gestern wusste und das Teil somit nicht so schnell besorgen konnte. Die Geschichte stimmt so natürlich gar nicht, da Silke bereits am Mo. mit ihm telefoniert hat und wir Carmen schon letzte Woche Donnerstag informiert haben. In der Zwischenzeit bis 14:00 kaufen wir mit Nadine + Michael beim Spar unsere letzten noch benötigten Lebensmittel ein und entscheiden uns wegen des doch kälteren Wetters heute Abend nicht zu Grillen sondern ins Restaurant zu gehen. Nadine + Michael sind dann zum Sanctuary und wir zu Dennis Toyota. Michael empfängt uns wieder und schaut sich den Schaden selbst auf der Hebebühne an und auch wir können sehen, dass das Loch mittlerweile Faustgroß ist und somit definitiv nicht mehr zu flicken sei. Er meint, es ist egal ob wir im 2 Wheel oder 4 Wheel drive fahren würden, da sich das Rad so oder so mitdreht. Er ruft dann nochmals bei Werner an und berichtet ihm, dass der Schaden nicht zu reparieren sei, und weshalb denn nicht schon einmal vorher von Britz jemand angerufen hätte. Mit Werner wird vereinbart, dass wenn wir jetzt liegen bleiben sollten, unser Anruf ein Emergency Call wäre und wir sofort abgeholt werden müssten um unseren Flug noch zu bekommen. Michael ist sehr sehr hilfsbereit gewesen, kann uns aber auch nicht wirklich weiterhelfen, da das Rad noch keine Geräusche macht, sollen wir uns nicht mehr so viele Gedanken machen. Wir stoßen dann um 15:00 beim Campsite Nr. 4 auf Nadine + Michael, die den Landy ein wenig aufräumen. Wir duschen noch schnell und machen von 16:30 -17:30 einen Game Drive, beim Birdhide sehen wir nichts außer Tauben, ansonsten noch 1 Gnu, 2 Springböcke und dann tatsächlich noch 2 Breitmaulnashörner (Mutter mit Baby). An der Wasserstelle beim Restaurant sehen wir dann noch einige Waterbocks. Nadine + Michael laden uns zum Abschiedsessen ein und nachdem beide das Filetsteak bestellt haben, sagt die Bedienung, dass es leider nur 2 Filets gibt, somit haben Silke+ Sven ein Rump Steak bestellt und für den großen Sveni noch einen Greek Salad und dazu gibts für alle außer Nadine, die noch immer Ihre Schmerztablette nehmen muss, St. Louis Bier. Das Fleisch ist recht zäh, nicht so schön zart wie in der Maun Lodge, aber unsere Zähne überstehen es! Es ist ein schöner lustiger Abend und um 20:00 sind wir wieder auf dem Campsite und steigen um 21:00 ins Dachzelt. Mittlerweile fängt es auch schon an zu regnen und es scheint wieder eine stürmische Nacht zu werden.

23.Tag Di. 25. September
Makgadikgadi NP / Camping Khumaga (KK4)
Die Nacht war recht kühl im Dachzelt, aber gegen 6:00 pellen wir uns heraus. Nach dem üblichen Ablauf am Morgen, sind Nadine und Michael unsere Tourguides, denn sie nehmen uns aufgrund unseres defekten Autos, bei sich im Landy mit. Die Sichtungen lassen aber zu wünschen übrig. Um 8:30 sind wir im Camp zurück, um eventuelle Neuigkeiten von den Südafrikanern zu hören. Diese sind aber nicht da. Nadine und
Michael fahren nochmals raus. Wir bleiben im Camp und hören von dem zurückkehrenden Pärchen, dass keine Ersatzteile vorhanden sind. Schade! Also rufen wir bei Britz an und wir bekommen sogar nach 25 Minuten einen Rückruf von Werner! Silke spricht mit ihm und erklärt nochmals unser Problem und die Route. Werner verspricht in Serowe anzurufen, wegen dem Ersatzteil oder uns ein Ersatzauto zur Verfügung zu stellen. Er will später zurückrufen. Mittags gibt es mal wieder Nudeln mit Soße. Beim Wettkochen gewinnen aber Nadine und Michael, zumindest die Schnelligkeitswertung. Nach der obligatorischen Dusche fahren wir erneut mit den Beiden entlang des Boteti. Zuerst fahren wir ein wenig Feuerholz sammeln. Die Tiersichtungen am Abend sind viel besser. Viele, viele Zebras, einige Gnus, Kudus und Vogelstrauße sind zu sehen. An einem Wasserloch ist eine sehr große Herde mit Zebras. Leider sind hier noch Arbeiter mit einem gelben Bagger beschäftigt, etwas zu bauen. Selbst als die Arbeiter wegfahren, sind die Tiere recht scheu und trauen sich nicht zum Wasserloch, so dass auch wir wenig später weiterfahren. Michael hält noch ein paar Mal an damit Sven Fotos machen kann und dann sind wir auch schon wieder um 17:30 im Camp. Eine Elefantenherde zieht gerade dran vorbei. Nachdem Michael und ich wieder unser allabendliches Schlepperballett aufgeführt haben, werden die Zelte aufgebaut und wir versuchen uns mal wieder daran 1L Wasser zum Kochen zu bringen, damit wir eine von den letzten Maggi-Suppen essen können. Unser Lagerfeuer hingegen brennt diesmal richtig gut. Im Hintergrund sind wieder Elefanten zu hören, aber im Dunkeln nicht zu erkennen. Es bewölkt sich ein wenig und es wird windiger. Das deutet schon auf eine unruhige Nacht hin. Als wir mit Zähne putzen fertig sind, fängt es in der Ferne an zu Gewittern.

25.Tag Do. 27. September
Fahrt in den Marakele NP/ Übernachtung Tlopi Tented Camp
Die Nacht ist tatsächlich sehr stürmisch und regnerisch. Das Zelt wackelt ziemlich doll vom Wind. Gegen 0:30 schaukelt jedoch das ganze Auto. Mir ist ziemlich schnell klar, dass das nicht der Wind ist. Da alle Zeltseiten nach außen zu sind, ziehe ich schnell den Reißverschluss am Kopfende auf. Plötzlich sehe ich mein erstes Spitzmaulnashorn in „freier Wildbahn“. Es steht zum Greifen nahe ca. 1 Meter von mir entfernt und reibt sein Horn an unserem Auto. Ich brülle es an und Silke wagt auch einen Blick aus dem Zelt. Langsam und gar nicht aggressiv, trollt es sich den Weg entlang in die Büsche. Gegen 6:00 kriechen wir aus dem Zelt und sind von dieser Nacht völlig gerädert! Nachdem Nadine und Michael aufgewacht sind, begutachten wir den Schaden an unserem Auto und lachen gemeinsam darüber. Wir machen noch ein paar Beweisfotos, als plötzlich ein Parkmanager vorbei kommt, der die Spuren des Nashorns gesehen hat. Wir berichten von unserem nächtlichen Besuch und erfahren von ihm, dass der junge Bulle letztes Jahr aus Zimbabwe gekommen ist, damit das Weibchen nicht so alleine ist. Da es sich um eine Handaufzucht handelt, ist es Menschen gewohnt und nicht scheu oder aggressiv. Er sagt uns zu, einen Brief für den Vermieter zu schreiben, damit der uns diese Geschichte glaubt. Nach dem Frühstück fahren wir direkt auf dem Hauptweg zum Tor und plötzlich ist direkt vor uns auf dem Weg ein Leopard, der dann allerdings schnell im Gebüsch verschwindet. Wir schaffen es noch ein paar Fotos zu machen, als uns der Park Manager wieder entgegen kommt. Er steht an der etwas besseren Position und schießt mit seinem Handy Fotos. Als der Leopard endgültig im Gestrüpp untertaucht, sagt der Typ zu uns, dass er noch den Fahrernamen und das Kennzeichen für den Brief benötigt. Also fahren wir mit ihm zum Tor, wo wir mit ihm ins Office gehen, in dem noch ein weiterer Manager wartet. Leider will der Computer zuerst nicht arbeiten und der andere Computer hat keinen Drucker. So dauert es etwas länger, aber auch hier gibt es schon den USB-Speicherstick. Der Rückweg nach Südafrika über den Grenzübergang Parr`s Halt / Stockport verläuft ohne Probleme. Auch die Schotterpiste lässt sich problemlos fahren. Kurz vor dem Ort Thabazimbi verabschieden wir uns von den Beiden, da sie nun in eine private Game Lodge am Marakele NP fahren. Schade! Nachdem wir noch kurz in Thabazimbi für 150 Rand getankt haben, fahren wir zum Marakele National Park. Mittlerweile hat sich der Sonnenschein, der zwischenzeitlich durchzukommen schien, wieder in dunkle, graue Wolken geändert. Im ersten Teil des Parks sehen wir nichts, außer Warzenschweine. Nachdem wir durch das zweite Tor gefahren sind, sehen wir noch ein Breitmaulnashorn mit einem Kleinen. Da es mittlerweile bedrohlich dunkel wird, fahren wir direkt ins Camp, Tent Nr. 7 Heron. Beim Auspacken kommen schon die ersten Regentropfen. Das Zelt ist auf Holzpflöcken direkt am Wasserloch gebaut und besitzt ein extra Küchenzelt. Der Regen wird immer stärker und mit dem Wind in Verbindung ist es richtig unangenehm. Dann stellen wir fest, dass die Plane vom Küchenzelt nicht mehr fest ist und somit viel Wasser eindringt, so dass die Sicherungen herausfliegen. Jetzt haben wir nicht nur kein Licht mehr, sondern können auch nicht mehr kochen und duschen, da der Heißwasserboiler nicht mehr geht. Außerdem wird alles kalt und klamm. Da es schon nach 18:00 Uhr ist, macht es auch keinen Sinn mehr zum Gate zurück zu fahren. Jetzt kommt Silkes kriminelle Ader zum Vorschein, denn sie steigt durch das Fenster ins Nachbarzelt ein, da dieses unbewohnt ist. Wir ziehen also um und können endlich warm Duschen! Dann gibt es eine heiße Spargelcremesuppe und anschließend Gemüse mit gebratenem Schinken. Gegen 22:00 gehen wir in das nasskalte Bett und versuchen trotz des Sturmes zu schlafen.

26.Tag Fr. 28. September
Fahrt nach Joburg / Übernachtung Garden Court Hotel Flughafen
Die Nacht ist einfach grausig, wir können kaum ein Auge zumachen, und ich nehme mir alle im Zelt vorhandenen Decken zum Zudecken, denn durch die Nässe wird es wirklich unangenehm kalt. Es ist so stürmisch, dass das ganze Zelt bebt und wackelt, selbst die Zelttür zum Bad hat sich unten vom Holzbalken gerissen, so dass der Durchzug noch verstärkt wurde. Gegen 7:00 frühstücken wir lecker Wheetabix und trinken dazu heißen Kaffee um uns wieder durchzuwärmen. Wir packen das Auto und machen uns auf den Weg zum View Point. Auf dem Weg dorthin sehen wir viele Pfützen oder besser gesagt kleine Seen, die durch den gestrigen Regen entstanden sind und einige Spuren von Elefanten. Ein Großteil der Strecke zum Aussichtspunkt ist Teerstraße, die sich recht gut fahren lässt. Es geht ziemlich hoch in die Berge und wir folgen der serpentinenartigen Strecke bis wir merken, dass je höher wir kommen, die ganzen Berggipfel noch alle in den Wolken stecken und wir somit am View Point höchstwahrscheinlich überhaupt nichts sehen werden. Also beschließen wir umzukehren, auf dem Weg zum Gate sehen wir eine Giraffe und ein Paar Zebras und einige Touristenautos. Wir geben den Schlüssel am Gate ab und berichten, dass wir das Zelt gewechselt haben und in Nr. 8 übernachtet haben. Sie hatte von dem Stromausfall auch schon von den Putzleuten gehört. Nachdem das Auto aufgeräumt ist, geben wir einer Putzfrau die restlichen Lebensmittel, die sich riesig freut. Mit dem Grillrost, Bürste, Anzünder, Batterien und Wasser gehen wir zum Torwart, der sich auch herzlich dafür bedankt und dafür bestimmt eine Verwendung findet. In Thabazimbi hebe ich noch 800 Rand beim ATM an der Tanke ab, so dass ich beruhigt am Hartbeespoortdamm einkaufen kann. Den Weg bis Brits finden wir problemlos und essen dort zum ersten Mal in diesem Urlaub bei Steers lecker Chips + Burger. Anschließend finden wir zwar den Weg zum Hartbeespoortdamm, allerdings nicht wirklich dorthin, wo der Craft Market mit den ganzen Souvenirs sein soll. Nachdem ich nochmal bei Whimpy und an einer Tanke nachfrage, habe ich die Faxen dicke und kaufe bei einigen Straßenhändlern, nach einigem Hin- und Hergehandel ein paar Holzschnitzereien. Weiter geht’s dann über die N4 nach Pretoria/Johannesburg und dann über die R21 zu Britz. Wir fahren pünktlich um 15:45 bei Britz auf den Hof und werden gleich von Carmen begrüßt „ Oh Ihr habt’s ja doch geschafft!“ Wir beschweren uns bei Carmen + Werner Ooisthuzen, dass wir über den Service / die Reaktion sehr enttäuscht sind und seit dem Loch in der Achsmanschette kein 4x4 mehr fahren konnten. Werner hat die Situation versucht zu erklären, dass es das Ersatzteil nicht in Botswana gibt und er 4 Tage benötigt dieses Ersatzteil zu beschaffen. Frage war, ob wir denn über einen großen Stein oder ähnliches gefahren seien. Nein - wir haben im Tiefsand einen Ast mitgenommen, vorher war die Achsmanschette ok, wir sind praktisch selbst schuld an der Panne. Unzufrieden sind wir nur, dass uns nicht geholfen wurde, bzw. wir nicht ernst genommen wurden. Letztendlich haben wir R966 erstattet bekommen, für die Taxifahrt vom Flughafen, Reifenreparatur, Relaiseinbau und Gasflasche auffüllen. Anschließend hat man sich den Nashornvorfall angeschaut und Carmen hat für Britz eine Kopie des Schreibens vom Khama Rhino Sancutary gemacht. Werner hat Sven in der Zwischenzeit den Toyotal-Landcruiser als Double Cap gezeigt, in dem Sven noch viel besser hätte sitzen können und versprochen, wenn wir für das nächste Mal rechtzeitig anfragen, dann könne er den Landcruiser auch für uns reservieren und er kann auf Wunsch noch zusätzliches Werkzeug einpacken. Letztendlich sind wir nicht mehr ganz so mies gelaunt als wir zum Garden Court Hotel gebracht werden. Dort angekommen, fangen wir an unsere Taschen zu packen, gehen duschen und essen im Restaurant lecker Rinderfilet und trinken ein kühles Hansa Bier, welches Sven nicht mag. Nachdem wir die Taschen zu Ende gepackt haben, gehen wir müde um 23:00 schlafen (das ist dann auch schon die letzte Nacht in Afrika…)

27.Tag Sa. 29. September
Rückflug Joburg nach Dubai 14:10h
Die Nacht war recht erholsam und nachdem wir um 6:30 aufgestanden sind, geht’s um 7:00 zum reichhaltigen Frühstücksbuffet. Um 9:30 nehmen wir den Shuttle vom Hotel zum Flughafen. Dort angekommen, ist das Emirates „Büro“ noch nicht besetzt, es soll zusammen mit dem Check Inn-Schalter um 11:00 öffnen. Wir stellen uns in die Schlange für den Emirates Flug und gelangen beim Check Inn an einen „Drömel“, erstens spricht und sieht er aus wie eine Schlaftablette, aber vor allen Dingen handelt er auch so. Er sagt, es besteht kein Check Inn-Vermerk für den Rückflug. Er meint für den Flug nach Dubai könne er uns einen Platz am Emergency Exit geben, allerdings hat er keinen Zugriff auf die Sitze für den Flug nach Hamburg, dieses sollen wir doch vor Ort in Dubai noch einmal versuchen. Unser Gepäck wiegt nur 18 + 20,3 kg, also hätte ich noch weitere Souvenirs kaufen können ;-) Die Handgepäckkontrolle verläuft total entspannt, ohne Schuhe ausziehen oder Fototasche öffnen. Bis zum Boarding haben wir noch etwas Zeit um bei Out of Africa nach weiteren Souvenirs zu schauen, entscheiden uns aber letztendlich doch für zwei interessante Bücher („Rangererfahrungen im Krüger Park“ und „Safari Guide Geschichten eines Australiers im Okavango Delta“). Das Boarding beginn pünktlich, und wir müssen feststellen, dass uns der Dödel „nur“ einen Platz bei den Mutter-Kind Plätzen gegeben hat, na ja besser als die normalen Sitze. Während des Fluges sehen wir Shrek 3 und spielen u.a. Tretris. Nach 8 Stunden Flug kommen wir in Dubai Ortszeit 24:00 an. Am Schalter können wir problemlos die Plätze gegen Notausgangplätze umtauschen und gehen dann anschließend durch die Handgepäckkontrolle. Nachdem wir schon vorsorglich unsere Stiefel ausgezogen haben, piepte es nicht einmal und es interessiert sich auch keiner genauer für unser Handgepäck. Verwunderlich war schon, dass der Kontrolleur fast die ganze Zeit mit einer Kollegin spricht und somit mit dem Rücken zum Bildschirm sitzt?! Anschließend beginnt die lange Warterei bis um kurz vor 9:00 morgens. Sven holt noch die restlichen Tage Tagebuch nach und ich versuche zu schlafen. Um 5:00 werden wir vom Muezzin mit lautem „Gesang“ geweckt. Das Boarding beginnt pünktlich und sehr organisiert, zuerst die First Class, dann Eltern mit Kindern und dann zuerst die Hinteren Reihen – Vorne. Wir haben dieses Mal auch tatsächlich Plätze am Notausgang, so dass der Flug nach Hamburg vor allen Dingen für Sven etwas entspannter ist. Zum anderen haben wir einen ziemlich gesprächigen Stewart, der uns beim Start und Landen die ganze Zeit in irgendwelche Gespräche verwickelt. Um 13:40 landen wir endlich in Hamburg, es ist grau und neblig und die Wettervorschau auch nicht sehr vielversprechend (ich will zurück nach Botswana!). Auf unser Gepäck müssen wir dieses Mal recht lange warten, aber Hauptsache es kommt überhaupt an und das auch noch unbeschädigt und ohne dass was fehlt. Ingrid und Günter begrüßen uns und fahren uns nach Hause. Der Botswana-Urlaub ist tatsächlich schon vorbei und der Alltag beginnt wieder….

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